Montag, 16. März 2015

Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm

Wer heute in Stockholm nach dem Motel Gyllene Ratten sucht, wird erfolglos suchen, da es bereits im Jahre 2007 abgerissen wurde und einem Neubau Platz machte. Nur der Name eines Wohngebietes in Stockholm erinnert noch an diese innovative Einrichtung, die Gustaf VI. Adolf am 16. März 1957 eingeweiht hatte. Sicher ist es unüblich, dass ein König ein Motel einweiht, aber in diesem Fall handelte es sich um das erste Motel nach amerikanischem Vorbild, das in Schweden entstanden war und von weitem an seinem mit Neon beleuchteten Steuerrad zu erkennen war.

Das Motel Gyllene Ratten machte im Laufe seiner 50 Jahre Existenz mehrmals Geschichte, denn man sagt, dass die Köche des zugehörigen Restaurants die Soße Béarnaise nach Schweden brachten, dort arbeitete auch des sogenannte Lasermannen John Ausonius als Tellerwäscher und die Einrichtung des Motels galt als absolut revolutionär, denn die Möbel kamen von der Nordiska Kompaniet und hatten ein eingebautes Radiogerät und die Zimmer hatten voll-deckende Teppiche, was für Schweden um diese Zeit ungewöhnlich war. Den Gästen zudem auch jeden Abend eine Unterhaltung geboten.

Kaum zehn Jahre später ging es jedoch mit dem Gyllene Ratten abwärts, denn die Straße vor dem Motel wurde zur Autobahn ausgebaut, was mit einer enormen Lärmbelastung für die Gäste verbunden war und 1989 übernahm die Stadt Stockholm dann das Gebäude um daraus eine Unterkunft für Flüchtlinge zu machen, die nach Erhalt ihrer permanenten Aufenthaltsgenehmigung auf eine feste Wohnung warteten. 1999 wurde das Gyllene Ratten erneut landesweit bekannt, denn die Polizei konnte dort mehrere tschechische Prostituierte befreien und deckte dort den größten Prostitutionsskandal der schwedischen Geschichte auf, was dem ehemaligen Motel den letzten Schlag versetzte und letztendlich auch zum Abriss führte.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel 
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger Schwedens 
16. März 1846: Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler 
16. März 1878: Schweden übergibt seine letzte Kolonie Saint-Barthélemy an Frankreich 
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung 
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens 
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken als Arbeiterliterat 
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist

Copyright: Herbert Kårlin

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