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Dienstag, 13. Januar 2015

Die geschlechtliche Erbfolge der schwedischen Könige

Bis zum Reichstag in Västerås im Jahre 1544 wurden die schwedischen Könige grundsätzlich gewählt, auch wenn verschiedene Monarchen durch unterschiedliche Methoden versuchten die Erbfolge so zu regeln dass einer ihrer Söhne an die Macht kam. Sowohl Karl Knutsson als auch König Hans scheiterten mit ihren Versuchen und erst Kristian II. hatte, 24 Jahre vor dem Reichstag in Västerås, einen gewissen Erfolg, der jedoch nur so lange gelten sollte bis ein König per Aufstand das Reich übernimmt.

Gustav Vasa, dem die Erbmonarchie extrem wichtig war, berief daher, auf dem Höhepunkt seiner Macht, im Jahre 1544 den Reichstag in Västerås ein bei dem einer der wichtigsten Punkte die Einführung der Erbmonarchie war. Am 13. Januar 1544 kam es in diesem Punkt zu einer Einigung, der sogenannten Västerås arvförening, einer Gesetzesänderung nach der in aller Zukunft jeweils der älteste Sohn eines Königs die Königswürde erben sollte. Erst wenn keinerlei Erben aus der Linie Vasa mehr vorhanden sein sollten, konnte nach der neuen Bestimmung ein König gewählt werden.

Auch wenn das Geschlecht Vasa bis zum 6. Juni 1654 regieren sollte und erst durch das Abdanken von Königin Kristina endete, so entsprach weder der Beginn der Erbmonarchie unter Gustav Vasa, noch das Ende der Linie Vasa, den Ideen des Königs, denn während die letzte Thronerbin eine Frau war, so wurde auch der älteste Sohn Gustav Vasas nur vorübergehend König, da die Stände entschieden dass der älteste Sohn Erik XIV. durch seine Ehe mit der bürgerlichen Karin Månsdotter, nach acht Jahren an der Macht, die Erbrechte verloren habe. An seiner Stelle wurde dadurch der zweite Sohn Vasas, Johan III., zum König erklärt. Um bürgerliche Ehen eines Königs auch in Zukunft zu unterbinden, entschied der Reichstag im Jahre 1582 dass jeder König die Krone bei einer bürgerlichen Ehe verliere. Erst unter der heutigen französischen Linie Bernadotte wurden diese Bestimmungen wieder geändert.


13. Januar: Knut, ein klassischer nordischer Vorname 
13. Januar: Mit Knut endet in Schweden Weihnachten 
13. Januar 1435: Das Treffen von Arboga, der erste Reichstag Schwedens 
13. Januar 1746: König Gustav III. will die Macht nicht teilen 
13. Januar 1849: Alfhild Agrell und die Situation der Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts 
13. Januar 2003: Der Rapport zu den Göteborger Krawallen wird veröffentlicht

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 14. Mai 2014

Pehr Lennartsson Ribbing widersetzt sich der königlichen Macht

Pehr Lennartsson Ribbing kam am 14. Mai 1670 in Stockholm zur Welt und studierte ab 1685 an der Universität Uppsala um in den königlichen Dienst eintreten zu können. Bereits 1693 nahm Ribbing am Reichstag teil und als sich 1714 die Regionen Uppsala und Stockholm trennten, wurde der Politiker von Karl XII. als Regierungsvertreter an die Spitze der Region Uppsala gesetzt. Auch wenn Ribbing nach außen dem König treu ergeben war, so schloss er sich gedanklich bereits 1715 der inoffiziellen Opposition des Landes an, die die Macht des Königs und seine Kriegspläne kritisierte.

Wann Pehr Lennartsson Ribbing eine neue Staatsverfassung auszuarbeiten begann, ist unbekannt, da es unter Karl XII. verboten war den Herrscher zu kritisieren sondern ihm zur absoluten Treue verpflichtet war. Als der König jedoch 1718 starb, stand Ribbing mit dem Vorschlag einer neuen Regierungsform an der Spitze der Opposition. Der wichtigste Punkt seiner staatlichen Neuordnung war die Abschaffung der Erbmonarchie, was mit anderen Worten die Macht des Hochadels wieder stärken sollte, der in den Augen Lennartssons einen besseren Überblick über das Staatsgeschehen hatte als der König.

Allerdings hatte Pehr Lennartsson Ribbing nicht den Zeitstrom und die Meinungen der Ratsherren bedacht, die zwar eine Regierungsreform wollten, ohne jedoch in die Zeit vor 1680 zurückzukehren. Sicher gelang es Ribbing Königin Ulrika Eleonora, die sich nach dem Tod des Bruders und nach damaligem Erbrecht, unmittelbar zur Königin erklärt hatte, dazu zu zwingen ein Dokument zu unterschreiben mit dem sie das Erbrecht für alle Zukunft außer Kraft setzte und daher gewählte Königin mit eingeschränkter Macht wurde. Aber Ribbing war es nicht gelungen zu verhindern, dass die Klassenteilung im Reichstag aufgehoben wurde, so dass der Bauernstand und der Kleinadel nun die Macht an sich rissen. Bevor Ribbing dann jedoch weiterhin für seine Reformen kämpfen konnte, starb er am 14. April 1719 an einem Schlaganfall.


14. Mai 1860: Der schwedische Künstler Bruno Liljefors
14. Mai 1912: August Strindberg, der schwedische Schrifststeller der Konflikte
14. Mai 1931: Todesschüsse in Ådalen ändern die Geschichte Schwedens
14. Mai 1959: Schweden führt die allgemeine Zusatzpension ATP ein
14. Mai 1981: Die Schwedische Zeichensprache wird offiziell anerkannt
14. Mai 2011: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. April 2014

Der letzte Reichstag in Örebro

Bereits unter Gustav Vasa wurden die Reichstage in Örebro abgehalten, wobei der König 1540 auch im dortigen Schloss über die Erbmonarchie Schwedens entschied. Ab dieser Zeit spielte Örebro eine sehr wichtige Rolle in der schwedischen Politik. Im Grunde sollte dann jedoch 1810 mit der Wahl eines Thronfolgers der letzte Reichstag in Örebro abgehalten werden und anschließend ganz nach Stockholm verlegt werden, das sich immer mehr als die wichtigste und größte Stadt Schwedens profilierte.

Allerdings sollte auch der kommende Reichstag ab dem 13. April 1812 nochmals nach Örebro verlegt werden, denn Karl XIII. war sich nicht sicher, ob in Stockholm die nötige Sicherheit für die Teilnehmer garantiert werden konnte. Der Anlass für diesen Reichstag war der zu erwartende Krieg zwischen Frankreich und Russland, der auch eine Bedrohung für Schweden darstellte. Das Hauptziel der Verhandlungen war daher die militärische Macht des Landes zu stärken, was letztendlich auch dazu führte, dass eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen 20 und 25 Jahren eingeführt wurde.

In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Krieg kam es allerdings auch noch zu anderen wichtigen Entscheidungen während des Reichstags, denn im Falle eines Krieges sollte die Regierung durch Steuererhöhungen sechs Millionen Reichstaler für die Verteidigung des Landes erhalten und die erst 1809 gelockerte Pressefreiheit Schwedens wurde nun stark eingeschränkt, eine Beschränkung, die anschließend bis 1949 in nahezu unveränderter Form gültig blieb. Gleichzeitig kam es während dieses Reichstags zum Frieden von Örebro, einem Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 29. September 2011

Gustav Vasa, der berühmteste König Schwedens

Am 29. September 1560 starb der schwedische König Gustav Vasa im Alter von 64 Jahren im Stockholmer Schloss. Kaum ein anderer König Schwedens hat einen so nachhaltenden Eindruck hinterlassen wie Gustav Vasa, der am 12. Mai 1496 geboren wurde und 37 Jahre lang über das Land regierte und dabei einige der bedeutendsten Reformen durchsetzte, die sich selbst auf das heutige Schweden noch auswirken, nicht zuletzt aber auch deshalb, weil er der erste König war, der ein vereintes schwedische Reich regierte.

Auch wenn man bei Gustav Vasa als erstes an den Vasalauf denkt, an den schwedischen Nationaltag, an die Befestigung von Vadstena oder seine Revolte gegen die Kirche als er Katarina Stenbock heiratete, so hat er eine weitaus wichtigere Entscheidung für die heutige schwedische Monarchie gefällt. Gustav Vasa schuf nämlich die Königswahl ab und führte die Erbmonarchie ein. Gleichzeitig schuf er das bürokratische Zentralsystem, das man als einen Vorläufer der heutigen Regierung betrachten kann.

Allerdings verliefen all diese Schritte nicht harmlos, denn Gustav Vase setzte mit aller Macht seine Vorsätze durch und beseitigte rücksichtslos jeden Kritiker oder Widersacher. Seine Intelligenz sagte ihm jedoch wann er Gewalt anwenden konnte und wann er zur Diplomatie greifen sollte. Dies ermöglichte ihm schließlich auch, an Stelle des Papstes, das Oberhaupt der schwedischen Kirche zu werden und die Besitztümer der Kirche in sein Reich einzuverleiben. Den Bauern gegenüber, die in seiner Zeit die Mehrheit der Bevölkerung ausmachten, trat er als einfacher Lehrvater auf und konnte dadurch die Landschaft effektiver gestalten, wodurch der Adel besser versorgt werden konnte ohne die Bauern zu schädigen und zum Aufstand zu bringen.

29. September 1306: Birger Magnusson und das Håtunaleken
29. September 1985: Ein antroposophisches Krankenhaus in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin