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Freitag, 5. April 2019

Ministerpräsident Carl Axel Wachtmeister

Carl Axel Wachtmeister kam am 9. Mai 1754 als Sohn des Majors Carl Wachtmeister zur Welt und studierte an 1768 an der Universität Lund um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Drei Jahre später wurde Wachtmeister dann in der Staatskanzlei angestellt, wo er eine brillante Karriere machte, denn 1777 war Wachtmeister Revisionssekretär, zwei Jahre später war er Justizkanzler und mit 28 Jahren wurde er dann zu einem der Herren des Reiches ernannt. 1787 macht Gustav III. Wachtmeister dann zum Präsidenten des Landesgerichts und übertrug ihm die Überwachung der gesamten schwedischen Gesetzgebung.

Carl Axel Wachtmeister gehörte mit zu den engsten Vertrauten des Königs Gustav III., was sich, unter anderem, dadurch ausdrückte, dass er Wachtmeister 1789 als seinen Vertreter einsetzte für jenen Zeiten, in denen der König selbst abwesend war. Im gleichen Jahr ernannte Gustav III. Wachtmeister auch zum Kanzler der Universität Lund und ernannte ihn zum Justizrat im neu gegründeten Obersten Gerichtshof des Landes. Auch nach dem Tod des Königs behielt Wachtmeister das Vertrauen des Königshauses und die Vormundschaftsregierung des zukünftigen Königs Gustav IV. Adolf ernannte Wachtmeister zum Präsidenten des Gesetzeskommission.

Als Gustav IV. Adolf dann König wurde, versuchte Carl Axel Wachtmeister diesen zur Zurückhaltung in der Außenpolitik zu überzeugen, da er zum einen die Gefahr sah, die von Napoleon I. ausging, zum anderen Wachtmeister auch über den Widerstand gegen den König von Seiten Carl Johan Adlercreutz informiert war, der den König stürzen wollte. Wachtmeister gehörte letztendlich zu den wenigen Getreuen des Königs bevor dieser abgesetzt wurde. Da Carl Axel Wachtmeister, der am 5. April 1810 starb, nicht an Intrigen beteiligt war, erhielt er auch vom folgenden König, Karl XIII. das Vertrauen und wurde nach dessen Regierungsreform zum neu geschaffenen Amt des Ministerpräsidenten ernannt, ein Amt, das der Politiker jedoch nur noch kurze Zeit innehatte.


5. April 1501: Kort Rogge, Bischof in Strängnäs
5. April 1697: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
5. April 1719: Axel von Fersen der Ältere in der Opposition
5. April 1776: Der Politiker Nils Månsson i Skumparp
5. April 1786: Die Svenska Akademien, Verteidiger der schwedischen Sprache
5. April 1842: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
5. April 1950: Die Karriere der schwedischen Sängerin Agnetha Fältskog
5. April 1954: Die schwedische Sängerin Anna-Lotta Larsson
5. April 1962: Sara Danius, ständige Sekretärin der Svenska Akademien 
5. April 2001: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
5. April 2007: Maria Gripe und das realistische Kinderbuch Schwedens
5. April 2007: Maria Gripe, Kinderbücher ohne Gewalt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. Juni 2016

Die Regierungsreform des Jahres 1809

Auch wenn der schwedische Nationaltag erst seit 1983 gefeiert wird, so geht er auf drei sehr wichtige Ereignisse zurück, denn am 6. Juni 1523 wurde Gustav Vasa zum König gewählt, am 6. Juni 1809 wurde von König Karl XIII. die bedeutendste Regierungsreform Schwedens unterzeichnet und am 6. Juni 1974 wurde auch die jüngste Regierungsform Schwedens unterschrieben. Mit welchem der Daten der Nationaltag tatsächlich in Verbindung zu bringen ist, bleibt daher eine Diskussionsfrage. Das logische Datum wäre vermutlich der 6. Juni 1809, denn an diesem Tag ging ein Teil der Macht des Königs auf den Reichstag über, was der erste Schritt zum modernen Schweden war.

Die Ursache der Regierungsreform des Jahres 1809 ist zum einen dabei zu suchen, dass man die Diktatur des Königs Gustav III. für immer brechen wollte, zum anderen aber auch nicht zur Freiheitszeit zurückkehren wollte, als der König kaum eine Entscheidungsgewalt hatte und die Mitglieder des Reichstags durch Bestechungen nur das eigene Wohl im Sinne hatte, was das Land ebenfalls in schwere Probleme stürzte. 1809 wollte man daher eine Reform schaffen, die die Macht des Königs eindeutig regelte, aber auch  dem Reichsrat eine klare Aufgabe schuf, die dem Volke zu Gute kommen sollte.

Das Ergebnis der Regierungsreform des Jahres 1809 war daher, dass dem König zwar die Leitung des Landes übertragen wurde, jedoch nur in Zusammenarbeit mit Ministern und Staatssekretären. Das Steuerrecht wurde in seinen Grundlinien ganz dem Reichstag übergeben, die Rechtsgebung wurde in mehrere Bereiche aufgeteilt, bei der der König nur über die wirtschaftliche Linie allein entscheiden konnte und die Rechtsprechung unterlag ab 1809 dem Obersten Gerichtshof, dessen Mitglieder allerdings vom König ernannt wurden. Natürlich erhielt der König dadurch weiterhin eine bedeutende Machte, aber das Staatssystem war nun in vier Bereiche geteilt, die eine eindeutig Aufgabe hatten, eine Grundlage, die auch bei der Reform des Jahres 1974 weitgehend beachtet wurde.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 22. Dezember 2015

Der schwedische Künstler Bengt Erland Fogelberg

Bengt Erland Fogelberg starb am 22. Dezember 1854 in Triest in Italien, dem Land, das er als seine Wahlheimat gewählt hatte, obwohl er kaum Berührungspunkte mit er Künstlerkolonie in Rom hatte und seine bedeutendsten Kunstwerke in Schweden zu finden sind. Fogelberg galt als zurückgezogener Einzelgänger in der Kunst, dem es jedoch gelungen war das griechische und römische Kunstideal mit der nordischen Mythologie zu verknüpfen, was sich sehr deutlich bei seinen Skulpturen der nordischen Götter zeigt, die in den größten Museen Schwedens zu finden sind.

Bengt Erland Fogelberg war am 8. August 1786 in Göteborg als Sohn eines Messinggießers zur Welt gekommen und schrieb sich 1804 in der Kunstakademie in Stockholm ein. Nach einem Jahr erwarb er dort den Gesellenbrief als Ziselierer. In der Zwischenzeit fühlte sich Fogelberg jedoch bereits mehr von der Skulptur angezogen und setzte daher sei Studium in diesem Bereich weitere sechs Jahre fort, wobei er in dieser Zeit dreimal hintereinander den Preis für den besten Nachwuchskünstler gewann und sich bereits den Ruf eines überragenden Künstlers gemacht hatte.

Im Jahre 1819 erhielt Bengt Erland Fogelberg von der Kunstakademie ein Reisestipendium das ihn erst nach Paris und, zwei Jahre später, nach Rom führte. Auch wenn sich Fogelberg nun ganz der italienischen Skulpturlehre zuwandte, so waren seine Hauptthemen bis zum Ende seines Lebens mit der nordischen Mythologie verknüpft. Zu seinen Auftragsarbeiten innerhalb der Monumentalskulptur gehörten allerdings auch Statuen von Karl XIII., Birger Jarl, Karl XIV. Johan und natürlich Gustav II. Adolf, wobei allerdings die Statue des letzteren bei einem Schiffbruch versank, dann in Bremen landete und für Göteborg eine neue Statue gegossen werden musste.


22. Dezember 1775: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum Verleger
22. Dezember 1878: Carl Wilhelm Böttiger, der wissenschaftliche Lyriker Schwedens
22. Dezember 1952: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
22. Dezember 1957: Der schwedisch Schwergewichtsboxer Anders Eklund
22. Dezember 1984: Jonas Erik Altberg, bekannt als Basshunter
22. Dezember 1998: Brandattentat auf das Stockholmer Kaufhaus PUB

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 20. Juni 2015

Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland

Königin Charlotta, Herzogin vom Södermanland starb am 20. Juni 1818, nur wenige Monate nach dem Tod ihres Mannes, Karl XIII., in Stockholm, als Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte, bereits an der Macht war. Hedvig Elisabet Charlotta von Holstein-Gottorp, die am 22. März 1759 im deutschen Eutin zur Welt gekommen war, war von Gustav III. als zukünftige Partnerin für Prinz Karl ausgewählt worden, in der Hoffnung dadurch die Thronfolge in gerader Linie  garantieren zu können. Charlotta war gerade einmal 15 Jahre alt als sie mit dem zukünftigen König verheiratet wurde und nach Stockholm kam und sollte sich vor allem in zwei Punkten von den früheren Königinnen unterscheiden.

Zum einen war Königin Charlotta eine sehr lebenslustige Person, die sehr wenig von den gesellschaftlichen Protokollen und Regeln hielt, denn sie stürzte sich in das gesellschaftliche Leben des Hofes. In kurzer Zeit gelang es der zukünftige Königin das gesamte höfische Leben Schwedens zu prägen, wobei sie sich auch nicht davon abhalten ließ selbst Rollen im Amateurtheater des Hofes anzunehmen, und dies, obwohl Schauspielerinnen um diese Zeit Luxusprostituierten gleichgesetzt wurden, ein Ruf,d er sich auch bald auf Charlotta übertrug und sie 1783 letztendlich dazu zwang dieses Vergnügen aufzugeben, da die Gerüchte um diese Zeit alle Grenzen überschritten hatten.

Selbst wenn Königin Charlotta während des schwedisch-russischen Krieges auch politisch eine gewisse Rolle spielte, so sind vor allem ihre persönlichen Tagesbuchaufzeichnungen zwischen 1775 und 1817 von größtem Interesse, denn hier deckte sie schonungslos das höfische Leben und die Doppelmoral des Hofes auf und konnte damit, wenn auch erst bei Herausgabe der Tagebücher zu Beginn des 20. Jahrhunderts, einen einzigartigen Einblick in das höfische Privatleben bieten. Wohlweislich verschwieg sie in diesen Tagebüchern ihre eigenen Liebschaften, die jedoch durch ihren erhaltenen Briefwechsel aufgedeckt werden konnten.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1792: Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. März 2015

Der Hofkanzler und Staatsrat Gustaf Lagerbielke

Gustaf Lagerbielke kam am 22. März 1777 als Sohn des Admirals Gustaf Lagerbjelke in Stockholm zur Welt und hatte daher nicht nur eine ausgezeichnete Bildung sondern auch alle Voraussetzung für eine politische Karriere am schwedischen Hof. Entsprechend schnell verlief auch die Karriere von Lagerbielke, denn mit 18 wurde er in der Kanzlei angestellt und nur ein Jahr später war er Sekretär im Kabinett für ausländischen Briefwechsel. Auf Grund seiner ausgezeichneten Sprachkenntnisse begann er um diese Zeit auch Gustav IV. Adolf auf nahezu allen seinen Reisen zu folgen.

Gustaf Lagerbielke stieg 1804 bereits zum Staatsekretär auf und war als Berater nahezu permanent an der Seite des Königs, der mehr unterwegs war als sich im Heimatland um die Regierungsgeschäfte zu kümmern. Sämtliche Regierungsgeschäfte gingen daher auf schriftlichem Weg über Lagerbielke, der dadurch am Hof einiges Vertrauen verlor, da ihm nachgesagt wurde mehr seinen Ideen als jenen des Königs zu folgen. Als Lagerbielke im Jahre 1806 Gustav IV. Adolf davon überzeugen wollte nach Schweden zurückzukehren und seinen Aufenthalt in Deutschland abzubrechen, wurde er  von diesem als Hofkanzler nach Stockholm zurückgeschickt.

Nur drei Jahre später kam in Schweden Karl XIII. an die Macht, der Gustaf Lagerbielke wegen seiner guten Beziehungen zu Frankreich und seinen Sprachkenntnissen als Botschafter nach Paris schickte. In Paris neigte Lagerbielke bald zur Verschwendung und einem oberflächlichem Leben, hatte jedoch den Vorteil, dass er engere Beziehungen zu Jean Bernadotte und zu Napoleon hatte. Als daher Jean Bernadotte zu Karl XIV. Johan wurde, kam Lagerbielke zurück nach Stockholm, wurde dort 1821 zum Grafen erhoben und 1825 zu einem der Herren des Reiches . Seine größte Leistung in dieser Zeit war die Erneuerung des schwedischen Theaters nach französischem Vorbild.


22. März 1544: Johannes Magnus und die Geschichte der schwedischen Könige 
22. März 1544: Johannes Magnus zwischen Katholizismus und Protestantismus
22. März 1851: Göran Wahlenberg und die Ökologie der Pflanzen 
22. März 1978: Christer Gustav Svensson, genannt Stoffe, und das Heroin
22. März 1996: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 27. Dezember 2014

Gustaf Adolf Reuterholm regiert Schweden

Als Gustaf Adolf Reutersholm am 27. Dezember 1813 im damals dänischen Schleswig starb, war er einer der verhasstesten Männer Schwedens dem jedes Treffen mit dem schwedischen König versagt wurde, obwohl er einst selbst über das Land regiert hatte, wenn auch ohne offiziellen Auftrag, sondern als Vormund des minderjährigen Königs Gustav IV. Adolf und indem er sich jede Machtbefugnis einfach nahm ohne auf Widerstand zu stoßen. Die fünf Jahre in denen Reutersholm die Macht ausübte werden heute als das Regime Reuterholm bezeichnet wird.

Gustaf Adolf Reuterhom war im 7. Juli 1756 in Svidja im heutigen Finnland zur Welt gekommen und wurde 1778 bei Königin Sofia Magdalena Kammerherr, eine Aufgabe, die ihm den Zugang zum höfischen Leben ermöglichte und dazu führte, dass er bald ein vertrauter von Herzog Karl, dem zukünftigen König Karl XIII. wurde. Trotz der engen Verbindung zwischen Herzog Karl und Reutersholm, die sich vor allem durch die gemeinsame Mitgliedschaft bei den Freimaurern verstärkte, sah Gustaf III. Reutersholm als gefährlich an als er 1788 gegen Russland in den Krieg zog, denn der Adelige pflegte intensive Beziehungen mit Feinden Schwedens. Reutersholm war daher zum Exil in Paris gezwungen.

Nach der Ermordung von Gustaf III. konnte Gustaf Adolf Reuterholm nach Schweden zurückkehren und wurde, dank dem Einfluss von Herzog Karl, der Vormund von Gustaf IV. Adolf und entwickelte sich dabei zu einem Diktator der fünf Jahre lang über das Schicksal Schwedens entschied. Einer der ersten Schritte des Despoten war die Auflösung der noch sehr jungen Svenska Akademien. Als Gustav IV. Adolf im November 1796 die Regierung selbst übernahm, kannte dieser den Ruf Reuterholms und verwies ihn unmittelbar aus Stockholm. Als der König 1809 durch einen Staatsstreich des Amts enthoben wurde und Karl XIII. über Schweden regierte, hoffte Reuterholm auf eine glanzvolle Rückkehr, aber auch der neue König kannte nun den wahren Charakter des Adeligen und verweigerte ihm jede Audienz.


27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet
27. Dezember 1971: Das Wunder von Gottröra
27. Dezember 1973: Tobias Billström, schwedischer Migrationsminister
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden
27. Dezember 1983: Der größte Stromausfall Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 14. Juli 2014

Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler

Anders Fredrik Skjöldebrand wurde am 14. Juli 1757 in Algerien geboren, was den späteren Feldherrn und Künstler, nach eigenen Aussagen, fremde Kulturen näher brachte und ihm einen Hass auf Besserwisser und Machtmissbrauch vermittelte. Nach seinem Studium an der Universität Uppsala begann Skjöldebrand eine militärische Karriere und kam dabei bald Herzog Karl, dem späteren König Karl XIII., näher, den er in jedem seiner Bestreben unterstützte und der ihn 1812 auch zum Statthalter Stockholms ernannte.

Dass Anders Fredrik Skjöldebrand auch als Künstler in die Geschichte einging, verdanken wir der Tatsache, dass bereits zu Beginn seiner militärischen Laufbahn das Regiment zur Infanterie degradiert wurde und sich Skjöldebrand daher entschloss zehn Jahre lang Privatmann zu werden. Aus finanziellen Gründen entschied sich der junge Skjöldebrand dazu erst einmal sein Leben mit Kunst, Musik und Literatur zu verdienen. Während seine Literatur und seine Kunstwerke kaum aus der Masse hervorragen, wurde seine Umarbeitung des deutschen Dramas „Herman von Unna“ ein bedeutender Erfolg und brachte das Ritterdrama nach Schweden. Aus politischen Gründen und wegen zu deutlichen Anspielungen auf Herzog Karl wurde das Stück jedoch die ersten Jahre nicht am Königlichen Theater aufgeführt, ging jedoch als Übersetzung unmittelbar nach Deutschland und Dänemark.

Auch wenn sich Anders Fredrik Skjöldebrand als Kriegsherr nicht besonders hervorhob, so spielte er unter Karl XIII. dennoch eine wichtige Rolle, denn dieser schickte ihn mit einem politischen Auftrag zum Zaren in Russland und Skjöldebrand nahm am Feldzug nach Norwegen teil. Skjöldebrand gehörte auch zu jenem Kreis an Personen, die sich dafür einsetzten, dass Karl XIV. Johan aus dem Hause Bernadotte zum Nachfolger des Königs gewählt wurde, also das aktuelle Königshaus in Schweden seinen Ursprung nahm. Anders Fredrik Skjöldebrand, der Mitglied der Svenska Akademien war, starb am 23. August 1834 im Alter von 77 Jahren in Stockholm.


14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
14. Juli 1901: Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende
14. Juli 1931: Der Marionettenspieler und Theaterdirektor Michael Meschke
14. Juli 1977: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Juli 2014

Karl August wird unter Karl XIII. Kronprinz Schwedens

Der schwedische Kronprinz Karl August wurde am 9. Juli 1768 als Fredrik Kristian August von Augustenburg in Dänemark geboren und folgte nach seinen Studien in Leipzig einer militärische Laufbahn, wobei er sich erst bei der Kavallerie in Österreich verpflichtete und 1804, als General, einen Dienst in Norwegen annahm. Nach dem Frieden von Tilsit wurde der spätere Prinz Karl August zum Vertreter Norwegens ernannt, was sich jedoch bald zu einer bedeutenden Herausforderung entwickelte, da Dänemark auf Druck Napoleons Schweden den Krieg erklären musste in den wiederum Norwegen einzugreifen hatte.

Als Georg Adlersparre dann 1809 gegen Stockholm zog um Gustav IV. Adolf abzusetzen, versicherte Karl August diesem nicht einzugreifen, hatte dabei aber den Hintergedanken, dass erst der dänische König Fredrik IV. zum König Schwedens gewählt würde und damit ein geeintes Skandinavien geschaffen wird, das er später selbst übernehmen konnte. Adlersparre hatte jedoch andere Pläne und als es diesem Gelang eine neue Königswahl in Schweden durchzusetzen, wurde Karl XIII., der damalige Reichsvorstand, König Schwedens.

Mit dieser Wahl wurde wiederum die Zukunft von Fredrik Kristian August von Augustenburg gesichert, denn Karl XIII. adoptierte ihn und machte ihn damit 1810 zum Kronprinzen, der nach seinem Tod Schweden regieren sollte. Seine Pläne ein mächtiges Skandinavien zu schaffen gingen für den Kronprinzen, der bei der Adoption den Namen Karl August angenommen hatte, allerdings nicht in Erfüllung, da er bereits am 28. Mai 1810 auf dem Rücken eines Pferdes einen Schlaganfall erlitt an dem er noch am gleichen Tag starb. Auch wenn die Ärzte bei einer Obduktion den Schlaganfall bestätigten, so zirkulierte im Reich über Jahre hinweg das Gerücht, dass der Kronprinz vergiftet worden sei.


9. Juli 1702: Die Schlacht bei Klissow und der schwedische Sieg
9. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm
9. Juli 1790: Die Schlacht bei Svensksund oder bei Ruotsinsalmi
9. Juli 1836: Sophia von Nassau wird Königin Schwedens
9. Juli 1836: Sofia von Nassau wird Königin in Schweden
9. Juli 1865: Johan Henrik Thomander und die Kirchengeschichte Schwedens
9. Juli 1992: Waldbrand bei Torsburgen auf Gotland

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. April 2014

Carl Johan Adlercreutz nimmt den schwedischen König fest

Carl Johan Adlercreutz wurde am 27. April 1757 auf Gut Kiala im heute finnischen Nyland (Uusimaa) geboren und gehört zu jenen militärischen und politischen Größen, die der schwedischen Geschichte eine Wende brachten, da sie in entscheidenden Momenten nicht dem König treu waren, sondern an das Wohl des Volkes und des Landes dachten, auch wenn dies mit großen Risiken verbunden war und Adlercreutz daher in manchen Augen auch als Verräter galt.

Bereits mit 13 Jahren hatte sich Carl Johan Adlercreutz für eine militärische Karriere entschieden, was bedeutete, dass er unter Gustav III. am russischen Krieg teilnahm und auf Grund seines Mutes schon 1790 den Rang eines Majors erworben hatte. Gustav IV. Adolf ernannte Adlercreutz dann erst zum Befehlshaber der Dragoner und anschließend erhielt er von ihm die Führung des neu entstandenen Infanterieregiments. Da der König jedoch nach dem Krieg gegen Frankreich auch noch den finnischen Krieg anzettelte, geriet er beim Adel und vor allem bei mehreren militärischen Führern in Ungnade, die auf Grund der Engstirnigkeit des Königs einen Bürgerkrieg in Schweden sahen, da Herzog Karl (später Karl XIII.) bereits sein Heer im Värmland auf einen Kampf vorbereitete.

Am 13. März 1809 entschied sich daher Carl Johan Adlercreutz König Gustav IV. Adolf unter Hausarrest auf Schloss Gripsholm zu setzen und am 10. Mai wurde der König seines Amtes erhoben und Karl XIII. übernahm die Macht in Schweden. Durch die Machtübernahme verloren auch sämtliche Nachfolger des Königs das Recht auf die Krone. Als General und Staatsrat erlebte Adlercreutz dann noch zwei wichtige Änderungen im Laufe der schwedischen Geschichte, denn da Karl XIII. keine Erben hatte, kam mit Karl XIV. Johan das Geschlecht Bernadotte an die Spitze Schwedens, ein König, dem er auf seinem Feldzug gegen Napoleon folgte und für den er am Feldzug gegen Norwegen teilnahm, der 1814 zur schwedisch-norwegischen Union führte. Am 21. August 1815, nur ein Jahr nach der Gründung der Union, starb Adlercreutz.


27. April 1792: Der schwedische Mörder Jacob Johan Anckarström
27. April 1861: Stockholm wird mit reinem Wasser versorgt
27. April 1900: Die Gründung der Stadt Kiruna
27. April 1900: Die Geburt Kirunas und die Flucht der Stadt
27. April 1903: Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute 
27. April 1971: Inge Schiöler, der schwedische Maler der kräftigen Farben 
27. April 1974: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 13. April 2014

Der letzte Reichstag in Örebro

Bereits unter Gustav Vasa wurden die Reichstage in Örebro abgehalten, wobei der König 1540 auch im dortigen Schloss über die Erbmonarchie Schwedens entschied. Ab dieser Zeit spielte Örebro eine sehr wichtige Rolle in der schwedischen Politik. Im Grunde sollte dann jedoch 1810 mit der Wahl eines Thronfolgers der letzte Reichstag in Örebro abgehalten werden und anschließend ganz nach Stockholm verlegt werden, das sich immer mehr als die wichtigste und größte Stadt Schwedens profilierte.

Allerdings sollte auch der kommende Reichstag ab dem 13. April 1812 nochmals nach Örebro verlegt werden, denn Karl XIII. war sich nicht sicher, ob in Stockholm die nötige Sicherheit für die Teilnehmer garantiert werden konnte. Der Anlass für diesen Reichstag war der zu erwartende Krieg zwischen Frankreich und Russland, der auch eine Bedrohung für Schweden darstellte. Das Hauptziel der Verhandlungen war daher die militärische Macht des Landes zu stärken, was letztendlich auch dazu führte, dass eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer zwischen 20 und 25 Jahren eingeführt wurde.

In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Krieg kam es allerdings auch noch zu anderen wichtigen Entscheidungen während des Reichstags, denn im Falle eines Krieges sollte die Regierung durch Steuererhöhungen sechs Millionen Reichstaler für die Verteidigung des Landes erhalten und die erst 1809 gelockerte Pressefreiheit Schwedens wurde nun stark eingeschränkt, eine Beschränkung, die anschließend bis 1949 in nahezu unveränderter Form gültig blieb. Gleichzeitig kam es während dieses Reichstags zum Frieden von Örebro, einem Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Dezember 2013

Das Karolinska Institut in Solna bei Stockholm

Die Gründung des Karolinska Institut in Solna am 13. Dezember 1810 geht auf König Karl XIII. zurück, der erkannt hatte, dass Schweden gut ausgebildete Chirurgen (fältskärar) brauchte, die im Kriegsfall an der Front eingesetzt werden konnten. Eine bedeutende Rolle dabei nahm Jacob Berzelius ein, der sich seit 1802 als medizinischer Forscher an der Kirurgiska Skolan, dem Vorläufer des Instituts, hervorgehoben hatte und zu dieser Zeit dort bereits Professor für Medizin und Pharmakologie war.

Das Karolinska Institut nimmt in Schweden eine besondere Rolle ein, denn hier findet rund 40 Prozent aller medizinischer Forschung des Landes statt und hier werden rund 30 Prozent der Ärzte Schwedens ausgebildet. Im Gegensatz zu den anderen Einrichtungen des Landes wird das Karolinska von Politikern geleitet und ist daher als Amt zu betrachten, auch wenn die Forschungstätigkeiten in den 22 verschiedenen Institutionen in großen Zügen relativ frei sind. Hinsichtlich der Finanzierung steuert die Regierung jedoch gewisse zukunftsgerichtete Bereiche.

Etwa 80 Prozent aller Tätigkeiten des Karolinska Institutet sind der medizinischen Forschung, oft in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen in anderen Ländern, gewidmet, was bedeutet, dass man hier jedes Jahr etwa 2000 Studenten auf eine Forschungstätigkeit vorbereitet und hier jedes Jahr rund 300 Studenten ihren Doktorhut erwerben. Die Forschung im Karolinska erstreckt sich auf alle Bereiche der Medizin, wobei auch die Ausbildung sehr breit gefächert ist und die Fortbildung von Forschern und Medizinern einschließt. Gegenwärtig verfügt das KI (Karolinska Institutet) über knapp 4000 Angestellte und ist damit der größte Arbeitgeber im klinischen Forschungsbereich.


13. Dezember 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
13. Dezember 1939: Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. August 2013

Der ungewöhnliche Aufstieg von Anders Fredrik Brander

Als Anders Fredrik Brander am 23. August 1834 in Stockholm starb, kannte ihn niemand mehr unter seinem Geburtsnamen, denn nachdem er in den Adelsstand aufgenommen worden war, ging er als Anders Fredrik Skjöldebrand in die Geschichte ein und galt als eine der wichtigsten Personen Schwedens, dessen Einfluss in nahezu alle politischen und gesellschaftlichen Bereiche reichte.

Dabei sah die Zukunft von Anders Fredrik Brander eigentlich nicht so vielversprechend aus, denn nach seinem Studium in Uppsala diente er als Kornettbläser in der Kavallerie. Erst als Brander 1789 Adjudant unter Herzog Karl wurde und dabei an der Seeschlacht bei Öland teilnahm, ging die Karriere rapide nach oben. Unter der Gunst von Karl XIII., dem ehemaligen Herzog Karl, wurde der geadelte Anders Fredrik Skjöldebrand im Jahre 1810, nach dem Lynchmord von Axel von Fersen, der Stadthalter Stockholms und gleichzeitig Direktor des königlichen Theaters.

Anders Fredrik Skjöldebrand, der sich auch bedeutend für die Wahl von Jean Baptiste Bernadotte als Thronfolger eingesetzt hatte, legte bereits 1812 seine Arbeit als Stadthalter wieder ab und arbeitete anschließend vor allem als Hintergrundmann für den König und zeigte sich als kunstinteressierter Politiker. Neben seiner Ernennung zum Ritter und der Aufnahme in die bedeutendsten Orden der Zeit, wurde Skjöldebrand 1818 in die Kungliga Vitterhets Akademien, 1819 in die Kungliga Vetenskapsakademien und 1822 in die Svenska Akademien aufgenommen. Seinen Aufstieg und seinen Einfluss verdankte er jedoch vollständig seinem Gönner und kaum seinen tatsächlichen Leistungen.


23. August 1521: Kristian II, König Schwedens für ein Jahr
23. August 1973: Geiseldrama in der Kreditbanken in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 26. Juli 2013

Der letzte Krieg Schwedens, ein Feldzug gegen Norwegen

Nach den Kriegen Napoleons gehörte die Union Dänemark-Norwegen zu den Verlierern und als am 14. Januar 1814 beim Frieden in Kiel entschieden wurde, dass Norwegen in Zukunft zu Schweden gehören solle, entschieden sich die Norweger für die Unabhängigkeit und unterzeichneten am 17. Mai 1814 die norwegische Konvention, was auf schwedischer Seite mit großem Unwillen aufgenommen wurde, denn ein unabhängiges Norwegen kam für Karl XIII. nicht in Frage.

Der Widerstand der Norweger führte daher am 26. Juli 1814 zum letzten schwedischen Krieg, der vom neu ernannten Thronfolger Jean Baptiste Bernadotte gleitet wurde, der nicht nur eine gut ausgerüstete und starke Armee unter sich hatte, sondern als ehemaliger General Napoleons auch ein sehr erfahrener Feldherr war. Dieser Krieg sollte bereits am 14. August wieder zu Ende gehen als das schwedische Heer bereits von der norwegischen Hauptstadt Kristiania stand. Die Norweger wollten ihre Hauptstadt nicht zerstört sehen und gingen daher einen Friedensvertrag mit Schweden ein.

Die Konvention in Moss am 14. August 1814 war die Basis für die schwedisch-norwegische Union die nach einer Änderung des norwegischen Grundgesetzes im November des gleichen Jahres und den Reichsakten im folgenden Jahr bis zum Jahre 1905 fortsetzen sollte und im Grunde nur eine Kompromisslösung war, da die Norweger sich bei diesem Abkommen den Schweden nicht vollständig unterwerfen mussten und Norwegen für Schweden auch kein Ersatz für das verlorene Finnland darstellte. Der Gewinner war indes Jean Baptiste Bernadotte, der spätere König Karl XIV Johan, der erste König der heutigen Königslinie, da er durch diesen Sieg das schwedische Reich ausgedehnt hatte und dabei seine Stärke zeigte.


26. Juli 1829: Der Bellmansdagen in Schweden 
26. Juli 1919: Bienenhaltung, Imkerverband und Honig in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Juni 2013

König Karl XIII. von Schweden

Auch wenn Karl XIII. nicht der direkte Thronfolger des Königs Adolf Fredrik war, so wurde er nach der Ermordung seines Bruders und nach der Landesverweisung dessen Sohnes am 29. Juni 1809 dennoch in Stockholm zum König Schwedens gekrönt und war vorher bereits 85 Tage lang der Reichsvorstand des Landes gewesen. Im Jahre 1814 wurde Karl XIII., unter dem Namen Karl II., auch zusätzlich König von Norwegen. Der König behielt beide Kronen bis zu seinem Tod am 5. Februar 1818.

Karl XIII. war im Grunde jedoch nur ein vorübergehender Notkönig, der zudem gezwungen wurde den dänischen Prinzen Kristian August zu adoptieren und damit zum Nachfolger zu machen. Als Kristian August 1810 an einem Schlaganfall starb, sprach man sofort von Giftmord, was unter anderem zum Mord an Axel von Fersen führte und Karl XIII. dazu zwang, unter Empfehlung von Kaiser Napoleon I., einen anderen Nachfolger zu bestimmen. Karl XIII. musste daher den Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte (später Karl XIV. Johan) adoptieren, den ersten Bernadotte der heutigen Königslinie.

Während Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, bereits vor der Adoption von Jean Baptiste Bernadotte nur sehr wenig Macht hatte, so übernahm sein Adoptivsohn bereits ab 1812 sämtliche Amtsgeschäfte und der König war in seinem Land nur noch eine Marionette. Da Karl Johan im Jahre 1814 Norwegen zu einer Union mit Schweden gezwungen hatte, was Karl XIII. offiziell auf den norwegischen Thron brachte, hatte der zukünftige König von Beginn an eine sehr starke Position in Schweden und ihm wurde sogar verziehen, dass er Finnland nicht wieder aus den russischen Fängen befreit hatte.


29. Juni 1763: Hedvig Charlotta Nordenflycht, mit Lyrik in den Tod
29. Juni 1900: Die Nobelstiftung und der Nobelpreis Alfred Nobels

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. August 2012

Der letzte Reichstag in Örebro

Auch wenn man heute grundsätzlich davon ausgeht, dass alle politischen Entscheidungen Schwedens in Stockholm gefällt werden, so war Stockholm in der Geschichte bei weitem nicht immer das politische Machtzentrum des Landes. Allerdings muss man bis zum 18. August 1812 zurückgehen, wenn man den letzten Reichstag außerhalb der Hauptstadt sucht, denn der Reichstag, der an diesem Tag in Örebro endete, war der letzte außerhalb Stockholms.

Dabei war der Reichstag in Örebro zwischen dem 13. April und dem 18. August 1812 von größter Bedeutung, nachdem Schweden erst drei Jahren vorher Finnland an Russland abgeben musste und sich nun ein neuer Krieg zwischen Frankreich und Russland anbahnte in den Schweden verstrickt werden konnte. Eine der wichtigsten Fragen war daher die Wehrbereitschaft zu erhöhen, die Einberufung aller junger Männer vorzubereiten und die Steuern zu erhöhen, damit die Kosten für die Verteidigung bezahlt werden konnte. So nebenbei wurde bei diesem Reichstag auch noch die Pressefreiheit eingeschränkt.

Der Reichstag in Örebro wurde in der dortigen Nikolaikirche abgehalten, wobei sich zu dieser Gelegenheit auch der Kronprinz Karl Johan erstmals mit einer Rede an den Reichsrat wendete. Geleitet wurde der Reichstag von Karl XIII., der zu dieser Gelegenheit im Schloss in Örebro wohnte. An diesem Reichstag nahmen, außer dem König, die Vertreter von drei Ständen teil, nämlich jener des Adels, die kirchlichen Würdenträger und die Vertreter der Bauernschicht. Im Rahmen dieses Reichstags in Örebro kam es auch zum Friedensvertrag zwischen Schweden und Großbritannien, sowie jenem zwischen Großbritannien und Russland.


18. August 1810: Die Bernadottes übernehmen die Macht in Schweden
18. August 1951: Kaffeerationierung in Schweden

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Montag, 26. März 2012

Die missglückte Ehrung von Karl XIII.

Am 26. März 1822 verordnete Karl XIV. Johan, der erste Bernadotte der schwedischen Monarchie, dass der Kungsträdgården, die königliche Gartenanlage, zu Ehre seines Adoptivvaters in Zukunft Karl den Trettondes Torg heißen solle. Karl XIV. Johan wollte mit dieser Geste seinem Vorgänger seinen Dank ausdrücken, da er nur durch diese Adoption zum König Schwedens geworden war und damit eine bedeutende politische Rolle in der Geschichte Europas erhalten hatte.

Bereits ein Jahr vorher hatte Karl XIV. Johan, der eigentlich Jean Bernadotte geheißen hatte und den Namen Karl von seinem Adoptivvater übernommen hatte, eine Statue seines Vorgängers im Kungsträdgården aufstellen lassen. Leider ahnte er dabei nicht, wie unbeliebt Karl XIII. beim Volke war, das die Statue regelmäßig beschädigte und den neuen König dazu zwang rund um die Uhr Wachen vor der Statue aufzustellen. Auch die Namensgebung der Gartenanlage wurde vom Volk mit wenig Freude aufgenommen.

Bereits bevor Jean Bernadotte zum schwedischen König auserkoren war, erhielt er von Napoleon das italienische Fürstentum Pontecorvo, so dass er bereits geadelt und unter dem Namen Jean Baptiste Jules von Pontecorvo nach Schweden kam. In Schweden nahm er dann den Karl von seinem Adoptivvater an und verwandelte den Jean in den schwedischen Johan. Seit Karl XIV. Johan dann zum König Schwedens wurde, wurde in das große Reichswappen auch die weiße Brücke von Ponecorvo mit aufgenommen, die seit dieser Zeit das Geschlecht Bernadotte repräsentiert, obwohl der König noch vor der Adoption auf das Fürstentum verzichtet hatte.

26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden

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Sonntag, 5. Februar 2012

Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich

Am 5. Februar 1818 starb der schwedische König Karl XIII., der gleichzeitig in Norwegen König Karl II. war. Mit seinem Tod endete eine lange Dynastie an schwedischen Königen des Hauses Oldenburg und die Krone ging an das französische Haus Bernadotte über, die seither die königliche Krone von Generation zu Generation weitervererbt. Ursache dafür war, dass der einzige Sohn und Thronerbe von Karl XIII. im Alter von nur einer Woche starb.

Eine weitere Ursache des Thronwechsels war die Ermordung seines Bruders Gustav III., unter dem Karl XIII. als Admiral im russischen Krieg teilnahm. Bis heute weiß man nicht welche Rolle Karl XIII. bei diesem Mord spielte, sicher ist jedoch, dass er sehr enge Kontakte zur Opposition hatte und gegen die Regierungsart seines Bruders war. Der Tod kam ihm jedenfalls erst einmal willkommen.

Die Erbfolge war für Karl XIII., der am 7. Oktober 1748 geboren wurde, vom ersten Tag an ein Problem, denn der Adoptivsohn Karl August des Oldenburger Hauses starb und der zweite Adoptivsohn, Kristian August aus Dänemark, erlag einen Schlaganfall. Der König war daher gezwungen nach einem dritten Adoptivsohn Ausschau zu halten. Das Ergebnis war, dass die schwedische Thronfolge dann an den französischen Feldmarschall Jean Baptiste Bernadotte verkauft wurde. Als daher Karl XIII. am 5. Februar 1818 starb, ging die schwedische Macht über an Karl XIV. Johan aus dem Geschlecht Bernadotte.

5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator

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Montag, 20. Juni 2011

Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden

Am 20. Juni 1810 wurde auf offenen Straßen der schwedische Reichsmarschall Axel von Fersen auf Grund von Gerüchten während eines Leichenzuges vom Volk attackiert, misshandelt und schließlich gelyncht. Der sogenannte Fersenska mordet gehört zu den aufsehenerregendsten Morde der schwedischen Geschichte, zumal es sich später herausstellte, dass die Gerüchte aus der Luft gegriffen waren.

Die Ursache des Gerüchtes war, dass Karl XIII., der kinderlos war, und daher keinen Thronfolger hatte, den dänischen Prinzen Carl August als Nachfolger einsetzte. Am 28. Mai 1810 verstarb jedoch der Prinz nach einem Schlaganfall. Da Axel von Fersen gegen eine konstitutionelle Monarchie war und den Kronprinz Gustav als Nachfolger wollte und nicht Carl August, verbreitete sich in Stockholm das Gerücht, dass er den dänischen Prinzen aus diesen Motiven heraus vergiftet hätte.

Nach dem Mord wurden nahezu tausend Personen über den Tathergang befragt, ohne dass man jedoch den Vorgang wirklich aufklären konnte, da auf den Straßen ein Chaos herrschte. Ein Teil der Bevölkerung hoffte durch die Ereignisse auf eine schwedische Revolution, und der andere Teil wollte der gustavianischen Monarchie den Garaus machen, wobei selbst die königstreuen Bürger noch auf zwei verschiedenen Seiten standen. Hinzu kam auch, dass der freie Alkoholausschank an diesem Tag alle Stockholmer in einen euphorischen Zustand versetzte.

20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt 


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