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Freitag, 2. Februar 2018

Die Schriftstellerin Julia Svedelius

Julia Svedelius, geborene Heijne, kam am 2. Februar 1870 in in einem gut bürgerlichem Heim in Helgarö zur Welt, erhielt jedoch wegen einer Augenkrankheit nur Privatunterricht, insbesondere von der sehr religiösen Mutter. Diese Situation führte auch dazu, das Svedelius etwa 30 Jahre lang bei ihren Eltern lebte und erst als sie den Schulrektor Carl Svedelius kennenlernte, einen Schritt in das gesellschaftliche Leben machte und in Montpellier Französisch lernte, da ihr späterer Mann, unter anderem den Königskindern, Französisch beibrachte.

Als Julia Svedelius aus Frankreich zurückkam, begann sie mit einer Aufgabe, die sie ihr Leben lang beschäftigen sollte, denn sie widmete alle ihre Freizeit der Wohltätigkeit und arbeitete unermüdlich daran den nordschwedischen Arbeiterkindern durch Ausbildung und dem Kampf gegen die Armut eine Zukunft zu bieten. Da Svedelius 1905 mit ihrem Mann nach Luleå gezogen war, erforderte diese Aufgabe auch sehr viele Reisen, da der ganze Norden Schwedens sehr arm war und Geldeinsammlungen daher nur in der südlichen Hälfte Schwedens möglich waren. Julia Svedelius blieb bis ein Jahr vor ihrem Tod aktiv im Kampf gegen die Armut des Nordens.

Als Julia Svedelius wenige Jahre später nach Stockholm zog, wo ihr Ehemann eine neue Arbeitsstelle bekam, setzte sie die Arbeit für die Arbeiterkinder fort, begann jedoch gleichzeitig eine Karriere als Schriftstellerin, die auch mit sehr vielen Vorträgen verbunden war. Während Svedelius in ihrem ersten Buch År mehr ihre Geschlechtergeschichte erzählt, erschienen anschließend vor allem Erzählungen über Lebensgeschichten aus Nordschweden, insbesondere ihr Schlüsselroman Vägröjare, in denen die Schriftstellerin dem Leser die Armut des nördlichsten Teil Schwedens zur Jahrtausendwende sehr deutlich näher bringt. Neben diesen Werken schrieb Svedleius, die am 6. Juli 1955 in Stockholm starb, auch einen Gedichtband und mehrere Romane, die gegenwärtig leider nur noch in wenigen Bibliotheken zu finden sind.


2. Februar 1250: Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende, wird König Schwedens
2. Februar 1455: Johan II. von Schweden (König Hans), König für vier Jahre
2. Februar 1621: Der schwedische Sprachwissenschaftler Johannes Schefferus
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des schwedischen Volkes
2. Februar 1900: Der Erzbischof und Politiker Anton Niklas Sundberg
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1913: Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft gewinnt Gold beim Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. September 2016

Die Entstehung der Universität Umeå

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte die Forderung nach einer Universität oder Hochschule im nördlichsten Teil Schwedens auf, da das Bildungsniveau im nördlichsten Teil des Landes sehr gering war und es auch kaum Zahnärzte, Ärzte, Lehrer und Juristen gab und die Gesundheit daher auf ähnlichem Niveau war wie die Bildung. Aber jeder Plan wurde von der schwedischen Regierung in Stockholm abgelehnt. Die erste Wende kam erst 1951, als man zumindest eine wissenschaftliche Bibliothek nach Umeå legte in die jeweils ein Exemplar jedes in Schweden gedruckten Werkes geschickt werden musste.

Fünf Jahre später erhielt Umeå dann eine Zweigstelle der Hochschule für Zahnmedizin in Stockholm und ein weiteres Jahr später wurde eine medizinische Hochschule gegründet, die ab 1959 ihre Arbeit aufnahm. Nun sollte es erneut vier Jahre dauern bis das Parlament Umeå das Recht gab von einer Universität zu sprechen. Am 17. September 1965 konnte dann Gustav VI. Adolf in Umeå die fünfte Universität Schwedens einweihen, eine Universität mit vier Fakultäten und einer Universitätsbibliothek. Mittlerweile hat sich die Universität Umeå in eine der wichtigsten Universitäten Schwedens verwandelt, die nicht nur die vier Fakultäten ausbaute, sondern der mittlerweile auch acht Hochschulen angegliedert wurden, wobei die letzte davon eine Sporthochschule ist, die erst 2013 die Ausbildung aufnahm.

An der Universität Umeå studieren mittlerweile jedes Jahr über 30.000 Studenten, wobei die Einrichtung auch Zweigstellen in Kiruna, Lycksele, Skellefteå und Örnsköldsvik hat, auch wenn sich das Zentrum um den Campus Umeå sammelt, wo sich auch die Forschungszentren befinden. Über fünf Prozent der Bevölkerung Umeås arbeitet heute an der Universität Umeå und rund ein Drittel ist in in irgendeine Weise an die Universität gebunden, was Umeå auch den Ruf der Stadt der Wissenschaften verleiht und erklärt warum das kulturelle Angebot Umeås sehr stark auf Studenten ausgerichtet ist. Nur der Tourismus mit seinen jährlich knapp 500.000 Übernachtungen hat in Umeå einen ähnlichen Stellenwert wie die Universität Umeå.


17. September 936: Der Hamburger Bischof Unni in Schweden
17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum
17. September 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. Sepember 1702: Der Naturforscher und Mediziner Olof Rudbeck der Ältere
17. September 1790: Israel Hwasser und die Naturphilosophie in der Medizin
17. September 1811: August Blanche und das Stockholmer Milieu des 19. Jahrhunderts
17. September 1868: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
17. September 1886: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 26. August 2016

Das Sameting in Schweden

Seit die Samen unter Gustav Vasa ihre Selbständigkeit verloren haben und das gesamte samische Volk verpflichtete Steuern in Schweden zu bezahlen, versuchte diese Volksgruppe erst eine gewisse Unabhängigkeit zu behalten und später, als die Regierung in Stockholm im 17. Jahrhundert das Land der Samen verteilte, seine Kultur und seine Rechte zu erhalten, wenn auch zum großen Teil erfolglos. Selbst als die Samen in Finnland und Norwegen bereits, in Form eines Sametingets, eine Mitsprache in Fragen, die ihr Leben betrafen, erhalten hatten, wurde in Schweden noch diskutiert ob man der Ursprungsbevölkerung des Nordens überhaupt Rechte geben solle.

Diese Frage wurde in Schweden ab 1982 diskutiert, wobei der damit beauftragte politische Ausschuss erst 1989 einen Vorschlag unterbreitete und erst als man sicher war die Rechte der Samen so weit wie nur möglich einzuschränken, kam es am 26. August 1993 zur Gründung des Sametingets in Schweden, auch wenn der Begriff Thing nur symbolisch gesehen werden darf, da den Samen damit keinerlei politischer Einfluss gegeben wurde und die gesamte Verwaltung in schwedischer Hand blieb. Selbst die alten Rechte auf Jagd und Fischfang müssen heute erst die Gerichte entscheiden.

Dass die Gründung des Sametingets in Schweden unter der Regie Schwedens funktionieren sollte, sieht man auch der Tatsache, dass die erste Sitzung am 26. August 1993 von König Carl XVI. Gustaf eröffnet wurde. Die Aufgaben des Sametingets ist heute weitgehend darauf beschränkt sich dafür einzusetzen die Kultur der Samen zu erhalten und eine Meinung in Fragen der Rentierhaltung zu äußern, nicht zuletzt auch deswegen, weil die samische Kultur immer mehr Touristen in den hohen Norden zieht. Bei allen Ausführungen und Vorschlägen ist das Sametinget auch heute noch an jede Entscheidung der Regierung in Stockholm gebunden und muss diese Entscheidungen auch im schwedischen Sápmi, dem Land der Samen, durchsetzen.


26. August 1551: Die schwedische Königin Margareta Eriksdotter
26. August 1861: Der Komponist, Dirigent und Violinist Johan Fredrik Berwald
26. August 1932: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu
26. August 1932: Olov Svedelid und der Stockholmer Kriminalroman
26. August 1977: Die schwedische Schwimmerin Therese Alshammar
26. August 1996: Sven Stolpe, der katholische Schriftsteller Schwedens
26. August 2005: Der Schwein- und Schlittschuhverein GOSF in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. August 2016

Der schwedische Schriftsteller Mikael Niemi

Mikael Niemi wurde am 13. August 1959 als Sohn eines Polizisten und einer Lehrerin im nordschwedischen Pajala geboren. Mit 15 begann Niemi Gedichte zu schreiben und träumte davon Schriftsteller zu werden. Nachdem diese Zukunft jedoch ungewiss schien, machte er eine Ausbildung als Telefontechniker. Nach der Ausbildung zog Niemi nach Luleå, wo er 20 Jahre lang bleiben sollte, und arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen, unter anderem auch als Telefontechniker, Lehrer und in einem kleinen Buchverlag. Als Niemi 29 Jahre alt war, erschien dann sein erstes literarisches Werk, der Gedichtband Näsblod under högmässan.

Auch wenn sich dieses erste Buch in keinen Bestseller verwandelte, so begann Mikael Niemi nun intensiver zu schreiben. Im Herbst 1994 erschien bereits sein erstes Jugendbuch Kyrkdjävulen, das von drei Jugendlichen in Pajala seines Heimatort, handelt, und drei Jahre später erschien der Folgeroman. Im Jahre 2000 kam dann der wirkliche Durchbruch Niemis, denn es erschien sein Roman Populärmusik från Vittula, der natürlich erneut in Pajala spielte. Dieser Roman wurde allein in Schweden rund eine Million mal verkauft und anschließend in 34 Sprachen übersetzt, ein Rekord für einen schwedischen Romanautor. Mit diesem Roman setzt der Schriftsteller auch Pajala auf die Weltkarte, einen Ort mit rund 2000 Einwohnern, wovon zehn Prozent nicht in Schweden geboren wurden.

Mikael Niemi kehrte nach Pajala zurück, heiratete Eelkje Tuma, eine Holländerin, die in Nordschweden Begräbnistraditionen erforschte, und wurde hauptberuflich Schriftsteller, der mittlerweile rund zehn Bücher und etwa 20 Theaterstücke herausbrachte. In Pajala, das nicht unbedingt auf der literatur-touristischen Route Schwedens liegt, findet Niemi seinen Stoff und in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Astronomie, einer idealen Beschäftigung in einer Gegend in der rund 100 Tage lang die Sonne nicht untergeht und ebenso lang hinter dem Horizont verborgen bleibt, aber das herrlichste Nordlicht zu sehen ist.


13. August 1135: Die Forsby kyrka bei Skövde
13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1840: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 23. Juni 2015

Karl Tirén und die Welt der Samen

Karl Tirén wurde am 23. Juni 1869 in Oviken im Jämtland als Sohn eines Priesters geboren und wurde in seiner Jugend stark von seinem älteren Bruder beeinflusst, der als Künstler vor allem Samenmotive malte. Tirén begann daher ebenfalls damit die nordschwedische Natur und Samen in ihrer  Umgebung zu malen, was ihm vor allem deswegen ermöglicht wurde, da er ab 1889 als Stationsvorsteher der schwedischen Eisenbahn in den verschiedensten Städten Nordschwedens, vor allem Lapplands, beschäftigt war und damit in engeren Kontakt mit der Lokalbevölkerung kam.

Bereits ab Beginn des 20. Jahrhunderts bereiste Karl Tirén dann das gesamte Lappland, allerdings nicht nur auf der Suche nach Motiven für seine Gemälde, sondern mehr und mehr als Sammler von Joiks, die er anfangs schriftlich und mit Noten versehen aufzeichnete, bald jedoch mit einem Phonograph aufnahm. Mit dieser Arbeit war Tirén nicht nur ein Pionier in der Tonaufzeichnung von Volkstraditionen, sondern er konnte dabei altes Volksgut bewahren, zumal im Jahre 1945 der Hugo Gebers Verlag einen Großteil seiner Aufzeichnungen veröffentlichte und damit einem breiten Publikum zugänglich machte.

Unter den künstlerischen Arbeiten Karl Tiréns wurden vor allem die Landschaftsgemälde und ein Altarbild mit samischen Motiven von größerer Bedeutung. Einige seiner Werke kann man heute im Länsmuseum in Östersund finden. Seine Archive zu Volkstraditionen und Dialekten liegen im Archiv DAUM in Umeå und die meisten seiner musikalischen Aufzeichnungen und Aufnahmen findet man im Schwedischen Liederarchiv (Svensk visarkiv). Tirén, der am 1. September 1955 in Stockholm starb, kämpfte auch um seinen einzigartigen Grabplatz bei seiner Stuga Nuoljalid bei Kiruna, der ihm nur mit Sondergenehmigung des damaligen Königs und durch die Unterstützung der Samen genehmigt wurde.


23. Juni 1743: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
23. Juni 1869: Karl Tirén und die Welt der Samen
23. Juni 1875: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens
23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus wird eingeweiht
23. Juni 1950: Carl Zetterström, bekannt unter der Signatur Carl Z
23. Juni 1952: Mittsommer (midsommar) in Schweden
23. Juni 1981: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
23. Juni 1982: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

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Donnerstag, 14. November 2013

Die nordländische Modeschöpferin Paula Fahlander

Noch heute ist die am 9. März 1970 geborene Paula Fahlander nur in Schweden wirklich ein Begriff als Modedesignerin, obwohl ihre Firma Re-Cover bereits am 14. November 1994 in Luleå gegründet wurde und ihre Mode in mehreren ausgewählten Geschäften in Nordschweden verkauft wird, über Internet zu erhalten ist und sich ihr Design bedeutend von der üblichen Mode schwedischer Designer unterscheidet, denn die Modemacherin legt nicht nur Wert auf Design, sondern auch auf die praktische Anwendung.

Auch wenn die Mode von Paula Fahlander das Gefühl, das Klima und die Natur Norrbottens als die wichtigsten Elemente ihres Schaffens bezeichnet, so legt die Modedesignerin auch sehr großen Wert auf Eleganz und fordert von ihrer Kleidung, dass sie haltbar und robust ist und nicht zur Gruppe der Wegwerfmode gehört. Das Material, das sie verarbeitet kommt aus der Natur, wobei Paula sich natürlich auch von der Mode anderer Länder Ideen holt, diese jedoch immer in einen eigenen Stil des hohen Nordens verwandelt.

Im Laufe von 17 Jahren hat sich Paula Fahlander einen bedeutenden Namen in Nordschweden gemacht und ihr Unternehmen dehnt sich immer weiter aus. Re-Cover wurde, auch dank mehrerer Ausstellungen, ein Lebensstil, der sich in den letzten Jahren immer weiter nach Südschweden ausdehnt. Fahlander blieb allerdings nicht bei Modedesign stehen, sondern sie suchte auch nach einem Parfum, das an die nordschwedischen Wälder erinnert und ließ bei einem Schweizer Unternehmen eine Duftnote schaffen, die an die Allackerbeere, die nordschwedische Brombeere (Rubus arcticus) erinnert.


14. November 1907: Astrid Lindgren und ein erfundenes Schweden 
14. November 2004: Der Tag des Käsekuchen (Ostkakans dag) in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. August 2013

Die Botniabanan wird in Nordschweden eingeweiht

Als man 1996 die Botniabanan plante, so hatte man damit mehrere Ziele im Sinne, denn zum einen war wegen des stark ansteigenden Bedarfs eine neue Eisenbahnlinie in Nordschweden nötig, zum anderen wollte man entlang der Küste eine moderne Eisenbahn bauen und zum dritten wollte man damit den Einzugsbereich von Umeå vergrößern, denn in der Tat konnte man mit der Botniabanan die Reisezeit zwischen Örnsköldsvik und Umeå auf die Hälfte verkürzen, was heute ein Pendeln zwischen den beiden Städten ermöglicht.


Die erste Eisenbahnstrecke nach Nordschweden, die sogenannte Stambanan, wurde bereits zwischen 1863 und 1894 gebaut. Da die Planung jedoch nach militärisch strategischen Gesichtspunkten erfolgte, wurde die Linie nicht an der Küste verlegt. Da man diesen Nachteil sehr schnell erkannte, entstand 1927 dann nur eine Linie an der Küste, die zwischen Gävle und Härnösand verkehrte, aber die geplante Verlängerung nach Umeå blieb bis zu den 90er Jahren in einer ewigen Planungsphase, da die Finanzierung nicht gesichert war und auch die Notwendigkeit dieser Strecke nicht von allen politischen Gruppen eingesehen wurde.

Als die Botniabanan dann am 28. August 2010 eingeweiht wurde, hatte sie insgesamt, ohne die Zinsen zu rechnen, 15 Milliarden Kronen verschlungen, was nicht verwunderlich ist, da man für die 190 Kilometer lange einspurige Eisenbahnstrecke insgesamt 140 Brücken, 25 Kilometer Tunnel und 22 Ausweichstellen für die dort verkehrenden Eisenbahnen benötigte. Hinzu kommt, dass die Strecke bereits ausgebaut wurde, dass hier auch Züge mit 250 Kilometer die Stunde verkehren können und damit Stockholm und Umeå verkehrsmäßig sehr eng zusammenrückten.


28. August 1649: Die Kattan sinkt auf der Fahrt nach Nya Sverige
28. August 2010: Jan Guillou hilft dem Kriminellen Keith Cederholm

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Februar 2013

Der Nationaltag der Samen in Schweden


Auch wenn man in der Liste der schwedischen Flaggtage den 6. Februar vergebens sucht, so wird man in vielen Teilen Schwedens an diesem Tag nicht nur die schwedische Flagge im Wind wehen sehen, sondern neben ihr noch eine weitaus weniger bekannte Flagge entdecken, die für das gesamte Sápmi, das Land der Samen, eine sehr große, wenn bisher auch nur symbolische, Bedeutung hat, denn es handelt sich um die Flagge der Samen.

Während der 15. Konferenz der Samen in Helsingfors (Helsinki) im Jahre 1992 entschied die Mehrheit der samischen Vertreter den 6. Februar zum Nationaltag der Samen zu ernennen und diesen Tag in ihrem gesamten Gebiet zu feiern. Das erste Mal wurde dieser Nationaltag am 6. Februar 1993 im Rahmen des Internationalen Jahres der Indigenen Völker in Jokkmokk gefeiert um sich von dort aus im Laufe in nahezu 20 Jahren über ganz Schweden auszubreiten.

Heute wird der Nationaltag der Samen nicht mehr nur in Nordschweden gefeiert, sondern auch zahlreiche Städte des Landes haben sich der Bewegung angeschlossen und hissen am 6. Februar nicht nur die samische Flagge, sondern es wird an einem öffentlichen Platz auch das Lied Sámi soga lávlla gesungen, das Nationallied der Samen, das Isak Saba im Jahre 1906 schrieb und von Arne Sörlie vertont wurde. Die samische Flagge vereint vier Farben, wobei Grün für die Natur und die Gewächse steht, Blau für das Wasser, Rot für das Feuer, die Wärme und die Liebe und Gold für die Sonne. Der Nationaltag ist auch der einzige Tag im Jahr wo man in ganz Schweden Joiks hören kann.


6. Februar 1900: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat
6. Februar 1914: Der letzte politische Machtbeweis der schwedischen Könige

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 8. September 2012

Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Die nordschwedische Stadt Umeå verfügt über elf zentrale Buslinien, eine Linie für den Fernverkehr und eine Buslinie vom Zentrum zum Flughafen, wobei die Geschichte des lokalen Busverkehrs relativ jung ist und nur bis zum Jahr 1965 zurückreicht, als die Firma Gabrielsson mit dem Warenzeichen Ultra (Umeå Lokaltrafik) die erste reguläre Linie einrichtete. Da der Name Ultra von der Stadt eingetragen wurde, kann man noch heute zahlreiche Busse in Umeå mit diesem Namen verkehren sehen.

Am 8. September 1994 war Umeå dann die erste Stadt Schwedens, die sämtliche Busse auf Ethanolbetrieb umstellte und damit den ersten Schritt zur umweltfreundlichsten Stadt Schwedens machte. Aber auch wenn der Ansatz sehr gut war, so änderte sich vieles als Veolia im Juni 2006 den städtischen Busverkehr übernahm. Veolia änderte nicht nur die Farbe der Busse, sondern wählte auch wieder überwiegend Diesel als Treibstoff. Wegen den hohen Kosten wurde der Vertrag mit Veolia jedoch bereits für 2008 gekündigt, eine Entscheidung, die auch die Umweltfragen wieder mehr ins Zentrum setzte.

Die Wende begann in der Tat im Jahre 2009 als die Stadt Umeå die ersten Hybridfahrzeuge erwarb und das lokale Unternehmen Hybricon die Technik auf Busse übertrug. Im Jahr 2011 investierte die Stadt dann 4,8 Millionen Kronen in den weltweit ersten schnell ladbaren Hybridbus, der jedoch in diesem Jahr noch als Testfahrzeug unterwegs war, da man wissen wollte wie sich diese Motoren bei der nordischen Kälte verhalten. Nach Abschluss des Testes verkehrt nun bereits ein Hybridbus regelmäßig zum Flughafen Umeå und 1914, wenn Umeå europäische Kulturhauptstadt wird, werden alle Besucher der Stadt die wachsende Flotte an Hybridbussen testen können, die so leise sind, dass der Busfahrer sich wieder Klingeltönen bedienen muss wenn er sich Haltestellen nähert.


8. September 1930: Mads Edvin Rydman, Poet und Filmschauspieler
8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. Juli 2012

Der Paltdagen (Knödeltag) in Schweden

Wann der Paltdagen (Knödeltag) das erste Mal in Schweden „gefeiert“ wurde, ist unbekannt, denn dieses Gericht der typisch nordländischen Hausmannskost scheint schon immer eine besondere Rolle in der Nähe des Polarkreises gespielt zu haben, wobei allerdings Piteå als die Hauptstadt des Palt (Knödel, Kloß) gilt und am 13. Juli einen außerordentlichen Paltdagen feiert an dem jeder Mitbürger und Besucher der Stadt in der Fußgängerzone zu Palt mit Preiselbeeren, Butter und Milch eingeladen wird. In kürzester Zeit werden hier an diesem Tag 5000 Palt verteilt.

Aber auch wenn der Paltdagen in Piteå sich geradezu zu einem nationalen Ereignis entwickelt hat, so wird dieser Tag auch in zahlreichen anderen Orten Nordschwedens in ähnlicher Weise gefeiert und wer als Besucher des nördlichsten Teil Schwedens am 13. Juli Palt nicht zumindest versucht, hat eines der bedeutendsten Gerichte Schwedens missachtet. Wer an einem anderen Tag des Jahres in Piteå ist, sollte vielleicht auch den Ort Öjebyn, der etwas außerhalb Piteås liegt, besuchen, denn dort findet man die weltweit einzige „Paltzeria“ mit einer nahezu erdrückenden Auswahl an Palt, einer Art gefüllter Kartoffelknödel.

Die klassischen „Pitepalt“ werden aus rohen, geriebenen Kartoffeln, die mit Weizenmehl gemischt werden und mit etwas Salz zu einem harten Teig verarbeitet werden, hergestellt. Aus diesem Teig werden dann die Paltar (Knödel) geformt, die mit Fleischstückchen gefüllt werden. Anschließend werden diese Klöße in Salzwasser gekocht, bevor man sie mit Preiselbeeren, Butter und einem Glas Milch serviert. Mit den zahlreichen Abwandlungen dieses Rezeptes, die mittlerweile angeboten werden, kann man heute bereits ein ganzes Kochbuch füllen.


13. Juli 1858: Der Berzelii Park und seine Statue in Stockholm
13. Juli 1954: Kernenergie und Kernreaktoren in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. März 2011

Die spanische Grippe in Schweden

Am 11. März 1918 wurde der erste große Ausbruch der Spanischen Grippe in Kansas in einem Ausbildungslager für 26.000 Soldaten festgestellt, die für den Einsatz im Ersten Weltkrieg trainiert wurden. Vieles spricht dafür, dass dort der Virus auch mutierte und von dort aus seinen Weg nach Europa fand.

Gegen Mittsommer des gleichen Jahres hatte die Spanische Grippe dann auch Schweden erreicht, wobei hier zwei Orte genannte werden von denen aus die Grippe das Land eroberte. Das Helsingborgs Dagbladet berichtet am 6. Juli von einem Fall in Hyllinge, bei dem ein Besucher aus Oslo zu Mittsommar den Virus einschleppte und am 4. Juli berichtet das Skånske Dagbladet von zwei Fällen in Malmö, wo deutsche Touristen den Virus aus Berlin mitbrachten.

Aber auch wenn nicht eindeutig bekannt wurde wie die Spanische Grippe nach Schweden kam, so starben an ihr zwischen 1918 und 1920, nach offizieller schwedischer Statistik, 37.573 Schweden. Auch wenn die Grippe über Südschweden das Land erreicht, so hatte sie im Norden Schwedens die höchste Todesrate, vor allem im Jämtland, wo nahezu drei Prozent der Bevölkerung an der Spanischen Grippe starben. Zu jener Zeit war der Grund für diese regionale Besonderheit nicht bekannt. Heute weiss man, dass sich das Immunsystem der Nordschweden genetisch von jenem der Südschweden in einigen Punkten unterscheidet, was die hohe Infektionsrate in Nordschweden erklären könnte.

11. März 1907: SKF, Kugellager aus Schweden
11. März 1958: Die arrangierte Ehe von Prinzessin Ingeborg 

Copyright: Herbert Kårlin