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Sonntag, 5. Februar 2017

Die Linnéuniversität in Kalmar

Auch wenn die Linnéuniversität in Kalmar bereits am 1. Januar 2010 durch die Zusammenlegung der Universität Växjö und der Hochschule Kalmar entstanden war, so erfolgte die Einweihung dieser staatlichen schwedischen Universität erst am 5. Februar 2010. Die Gründung dieser Universität war im Grunde die Folge einer Zusammenarbeit, die bereits 2004 unter dem Namen Akademi Sydost begonnen hatte und 2008 so eng geworden war dass die Zusammenlegung geradezu eine logische Folge davon wurde. Heute hat die Linnéuniversität, die ihren Namen zu Ehren des Botanikers Carl von Linné erhielt, auch Zweigstellen in drei weiteren Orten des Småland.

Gegenwärtig bietet die Linnéuniversität 60 verschiedene Ausbildungsprogramme mit über 1200 Kursen in 50 Wissensgebieten an, oft jedoch nur als Basisausbildung, denn gegenwärtig kann man nur in 20 Fächern den Magister ablegen. Auch die Forschung ist relativ beschränkt, obwohl sie sowohl Geisteswissenschaft, Sozialwissenschaft, Naturwissenschaft und Technik umfasst. Für viele Studenten ist die Linnéuniversität daher nur das Sprungbrett zu einer der großen Universitäten mit sehr spezialisierten Kursen und der Möglichkeit einen höheren Abschluss zu erreichen.

Einen besonderen Ruf hat die Linnéuniversität bei Ausbildungen im Gesundheitswesen, da das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft jede Art von Krankenschwestern ausbildet, inklusive der psychiatrischen Pflege und der Geburtshilfe. In diesem Institut wird auch die intensivste Forschung der Universität betrieben, sowohl in Gruppen als auch individuelle Forschung. Im e-Gesundeheitsinstitut, das diesem Fachbereich angegliedert ist, erfolgt die Forschung aus Auswertung von IT-Unterstützung im Gesundheits- und Pflegewesen. Dass in der Linnéuniversitet die Ausbildung von Krankenschwestern im Vordergrund steht, geht historisch gesehen bis 1907 zurück, als im Lazarett im nahen Västervik bereits eine Schule für Krankenschwestern aufgebaut wurde.


5. Februar 1818: König Karl XIII. von Schweden
5. Februar 1818: Karl XIII. verkauft die schwedische Krone an Frankreich
5. Februar 1849: Mäster Palm, der Schneider wird zum Agitator
5. Februar 1852: Der schwedische Künstler Ferdinand Fagerlin
5. Februar 1892: Adam Smedberg und die Erweckungsbewegung in Närke
5. Februar 1892: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
5. Februar 1895: Berit Spong und die Kritik des Kleinstadtlebens
5. Februar 1928: Der Komiker und Schriftsteller Tage Danielsson
5. Februar 1945: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
5. Februar 1950: Die schwedische Strafrechtsanwältin Kerstin Koorti

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Clas Livijn

Als der Schriftsteller Clas Livijn am 12. Oktober 1844 in Stockholm starb, hinterließ er im Grunde nur ein einziges bedeutendes Werk, das 1824 erstmals unter dem Titel Spader Dame veröffentlicht wurde und die vermutlich beißendste Gesellschaftssatire seiner Zeit war, die den Autor auf das gleiche Niveau stellt wie E. T. A, Hoffmann. In Spader Dame findet man nicht nur eine deutliche Gesellschaftskritik, sondern Livijn zeigt dabei auch die gesamte Breite seines schriftstellerischen Könnens. Die Einzigartigkeit des Werkes drückt sich auch dadurch aus, dass Spader Dame noch 1997 von der Svenska Akademien neu aufgelegt wurde.

Clas Livijn war am 12. November 1781 als Sohn eines Priesters in Skänninge zur Welt gekommen. Als Livijns Vater zu Beginn der 80er Jahre starb und die Mutter über das Vermögen der Familie entschied, war Lilijn gezwungen sich einen Großteil seines Lebensunterhalts selbst zu verdienen, da die Mutter ihre Kinder nicht von ihrem Reichtum profitieren lassen wollte. Dieses Verhalten führte vermutlich auch zum Hass, den Livijn später gegenüber dem Bürgertum zeigte und in seinen Werken sehr deutlich ausdrückte. Livijn nabelte sich dabei auch von der gesamten Gesellschaft ab, denn er kritisierte auf satirische Weise alle anerkannten Poeten jener Epoche und stellte sich gegen die leichte Bestechlichkeit aller Beamter, die der Schriftsteller zudem als ungebildet bezeichnete.

Auch wenn die Karriere von Clas Livijn im Grunde festlag, da eine Linie von Priestern nur neue Priester hervorbringen konnte, und Livij sich mit 19 Jahren an der Universität Lund einschrieb um Theologie zu studieren und er sich, nach dem Tod des Vaters, dieses Studium 1802 an der Universität Uppsala fortsetzte, sollte der Geiz der Mutter diesem Plan ein Ende setzen. Als es Livijn 1804 dann auch nicht gelang ein Stipendium für ein wissenschaftliches Studium zu erringen, blieb ihm nur der Weg zu einer Beamtenlaufbahn und er begann, nach einem Examen in Jura, am Svea Hovrätt zu arbeiten. Aber auch dies sollte keine Karriere ermöglichen, da sich Livijn sich nie für eine gerade Linie entscheiden konnte und selbst innerhalb der Literatur bis zum Lebensende einen persönlichen Weg suchte.


12. Oktober 1617: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
12. Oktober 1831: Anders Gustaf Jönsson und die Abstinenzbewegung
12. Oktober 1908: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet
12. Oktober 1953: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
12. Oktober 1976: Die schwedische Hochspringerin Kajsa Bergqvist 

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 2. Oktober 2016

Entstehung und Entwicklung der Universität Göteborg

Der Gedanke zur Gründung einer Universität in Göteborg entstand bereits wenige Jahre nach der Gründung der Stadt durch Gustav II. Adolf, aber nach dem Frieden von Roskilde gewann Lund das Rennen und die Universität Lund wurde zur Universität des Reiches der Goten ernannt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die Diskussion zur Gründung einer Universität Göteborg geboren, und dank zahlreicher Stiftungen konnte dann am 15. September 1891 eine philosophische Hochschule in Göteborg geschaffen werden in der man fünf verschiedene Fächer studieren konnte. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde diese Hochschule ausschließlich über Stiftungen finanziert und erst ab Ende des Krieges wurden dann auch staatliche Mittel eingesetzt um die Hochschule wachsen zu lassen.

Der Weg von der Hochschule Göteborg zur Universität Göteborg sollte jedoch sehr lang werden, denn um sich Universität nennen zu dürfen, muss eine Hochschule in Schweden über mindestens zwei Fakultäten verfügen. Die Chance kam für Göteborg daher mit der Gründung einer Medizinischen Hochschule im Jahre 1945, der heutigen Sahlgrenska Akademien. Als sich nämlich die beiden Hochschulen 1954 zusammenschlossen, konnte am 2. Oktober 1954 die staatliche Universität Göteborg eingeweiht werden. Im Lauf der Jahre bildeten sich durch weitere Zusammenschlüsse zusätzliche Fakultäten, wodurch Göteborg seinen Ruf als Universitätsstadt international ausbauen konnte.

Heute gehört die Universität Göteborg zu den 200 weltweit besten Universitäten weltweit und zählt mit seinen mittlerweile acht Fakultäten insgesamt 37.000 Studenten und rund 6000 Angestellten. Bereits während der Grundausbildung arbeiten viele der Studenten eng mit der Forschung zusammen, da man dadurch hofft diese im Anschluss an ihr Studium für die Forschung zu gewinnen. Bedeutend für die Universität Göteborg war auch, dass im Jahr 2000 ihrem Professor Arvid Carlsson der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, die höchste Anerkennung, die einem Wissenschaftler zuteil werden kann.


2. Oktober 1870: Hilma Svedal, eine schwedische Abenteurerin aus Strömstad
2. Oktober 1905: Die Hallands Nyheter werden ein Sprachrohr für die Landwirtschaft
2. Oktober 1908: Ingrid Albiner und die christliche Literatur
2. Oktober 1927: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
2. Oktober 1973: Maria Wetterstrand und die grüne Bewegung Schwedens
2. Oktober 1979: Die schwedische Sängerin Maja Ivarsson
2. Oktober 2008: Der samische Künstler Lars Pirak 

Copyright: Herbert Kårlin

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Samstag, 17. September 2016

Die Entstehung der Universität Umeå

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts tauchte die Forderung nach einer Universität oder Hochschule im nördlichsten Teil Schwedens auf, da das Bildungsniveau im nördlichsten Teil des Landes sehr gering war und es auch kaum Zahnärzte, Ärzte, Lehrer und Juristen gab und die Gesundheit daher auf ähnlichem Niveau war wie die Bildung. Aber jeder Plan wurde von der schwedischen Regierung in Stockholm abgelehnt. Die erste Wende kam erst 1951, als man zumindest eine wissenschaftliche Bibliothek nach Umeå legte in die jeweils ein Exemplar jedes in Schweden gedruckten Werkes geschickt werden musste.

Fünf Jahre später erhielt Umeå dann eine Zweigstelle der Hochschule für Zahnmedizin in Stockholm und ein weiteres Jahr später wurde eine medizinische Hochschule gegründet, die ab 1959 ihre Arbeit aufnahm. Nun sollte es erneut vier Jahre dauern bis das Parlament Umeå das Recht gab von einer Universität zu sprechen. Am 17. September 1965 konnte dann Gustav VI. Adolf in Umeå die fünfte Universität Schwedens einweihen, eine Universität mit vier Fakultäten und einer Universitätsbibliothek. Mittlerweile hat sich die Universität Umeå in eine der wichtigsten Universitäten Schwedens verwandelt, die nicht nur die vier Fakultäten ausbaute, sondern der mittlerweile auch acht Hochschulen angegliedert wurden, wobei die letzte davon eine Sporthochschule ist, die erst 2013 die Ausbildung aufnahm.

An der Universität Umeå studieren mittlerweile jedes Jahr über 30.000 Studenten, wobei die Einrichtung auch Zweigstellen in Kiruna, Lycksele, Skellefteå und Örnsköldsvik hat, auch wenn sich das Zentrum um den Campus Umeå sammelt, wo sich auch die Forschungszentren befinden. Über fünf Prozent der Bevölkerung Umeås arbeitet heute an der Universität Umeå und rund ein Drittel ist in in irgendeine Weise an die Universität gebunden, was Umeå auch den Ruf der Stadt der Wissenschaften verleiht und erklärt warum das kulturelle Angebot Umeås sehr stark auf Studenten ausgerichtet ist. Nur der Tourismus mit seinen jährlich knapp 500.000 Übernachtungen hat in Umeå einen ähnlichen Stellenwert wie die Universität Umeå.


17. September 936: Der Hamburger Bischof Unni in Schweden
17. September 936: Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum
17. September 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. Sepember 1702: Der Naturforscher und Mediziner Olof Rudbeck der Ältere
17. September 1790: Israel Hwasser und die Naturphilosophie in der Medizin
17. September 1811: August Blanche und das Stockholmer Milieu des 19. Jahrhunderts
17. September 1868: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
17. September 1886: Adolf Eugène von Rosen und die schwedische Eisenbahn
17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 20. Juni 2014

Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses

Als Nils Adam Bielke am 20. Juni 1792 starb, hatte er seinen gesamten Einfluss am königlichen Hofe verloren, war von Feinden umgeben und galt dennoch immer noch als einer der treuesten Diener von König Gustav III., auch wenn man dies auf einen blinden Autoritätsglauben und die Leibe Bielkes zum höfischen Leben zurückführt, da der ehemalige Reichsrat fast nie eine eigene Meinung vertrat und die wenigen Male als er sich gegen die Kriegsführung aussprach, kein Gehör fand.

Dabei brachte Nils Adam Bielke, der am 30. Januar 1724 zur Welt gekommen war, alle Voraussetzungen mit um einer der bedeutendsten Politiker des 18. Jahrhunderts zu werden, denn da seine Mutter starb als er gerade einmal drei Jahre alt war, wurde er von der sehr reichen Großmutter Kristina Piper erzogen und erhielt eine selbst für jene Zeit extrem gute Ausbildung, denn Bielke besuchte sieben Jahre lang die Universität Lund, ein Jahr lang die Universität Uppsala und anschließend noch zwei Jahre lang die Universität Greifwalds, was ihm letztendlich auch zu einer Anstellung am Hof verhalf.

Nach einigen politischen Intrigen zu Ungunsten von Nils Adam Bielke wurde dieser im Jahre 1748 endgültig beim Hofe beschäftigt und, auf Grund seines hervorragenden höfischen Benehmens und seiner Bildung zum ständigen Begleiter des Prinzen Gustav ernannt. Dass Bielke diese Aufgabe anvertraut bekam, lag jedoch auch darin, dass er in jeder Linie die Politik des Königshauses verfolgte und daher ein idealer Fürsprecher der Hutpartei war. Auch wenn Bielke ein enger Vertrauter Adolf Fredriks und Gustav III. war und daher immer sehr früh in deren Pläne eingeweiht war und deren Politik nach Außen vertrat, ging der Reichsrat mit keinen eigenen Leistungen in die Geschichte ein.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1818: Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. April 2014

Die erstaunliche Karriere von Karin Kock-Lindberg

Als Karin Kock-Lindberg am 28. Juli 1976 starb, ging sie aus mehreren Gründen in die schwedische Geschichte ein, insbesondere jedoch dafür, dass die Feministin am 9. April 1947 der erste weibliche Staatsrat Schwedens wurde, nachdem sie bereits zwei Jahre vorher als erste Frau Schwedens auch eine Professur in Nationalökonomie erhalten hatte, in einem Bereich, der bis dahin nur von Männern dominiert war. Es sollte auch bis zu den 70er Jahren dauern bis die zweite Frau Schwedens dann eine Professur im gleichen Fachbereich angetragen bekam.

Offiziell waren Frauen seit 1873 an schwedischen Hochschulen und Universitäten zugelassen, aber nur wenige unter ihnen wagten sich in Bereiche wie Mathematik oder Nationalökonomie. Auch als Karin Kock 1929 ihre Doktorarbeit in Volkswirtschaft vorlegte, hatte sie noch einen weiten Weg vor sich, denn erst 1937 gelang es ihr stellvertretende Professorin in Nationalökonomie zu werden und erst 1945, als sie bereits ihr politisches Engagement in Wissenschaft und Frauenfragen bewiesen hatte, wurde ihr von der sozialdemokratischen Regierung der Titel eines Professors verliehen.

Einen Teil ihres Erfolges verdankte Karin Kock auch der Tatsache, dass sie von den Liberalen zu den Sozialdemokraten gewechselt hatte, denn 1933 erhielt sie dadurch ihren ersten größeren Regierungsauftrag und in den 40er Jahren unterstützte sie Gunnar Myrdal, was 1947 wiederum dazu führte, dass sie unter Tage Erlander Volkshaushaltsministerin wurde und zur führende Kraft in wirtschaftlichen Fragen des Landes aufstieg. Neben ihrer wissenschaftlichen und politischen Karriere war Kock auch in allen bedeutenden Frauenbewegungen Schwedens aktiv, auch wenn ihr Name in diesem Zusammenhang weitaus seltener genannt wird als jener Ellen Keys, die die Wissenschaftlerin mit ihrem Gedankengut stark beeinflusst hatte.


9. April 1689: Kristina von Schweden, die widerspenstige Königin 
9. April 1862: Anna Maria Roos, vom Schulbuch zum Drama und zum Kinderbuch
9. April 1944: Lars Norén und die schwedischen Außenseiter
9. April 1947: Maria-Pia Boëthius und der schwedischer Feminismus
9. April 2006: Der schwedische Skandalregisseur Vilgot Sjöman
9. April 2010: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. März 2014

Der schwedische Mathematiker Gösta Mittag-Leffler

Gösta Mittag-Leffler, der eigentlich den Vornamen Gustaf trug, wurde am 16. März 1846 in Stockholm geboren. Seine Neigung für die Mathematik zeigte sich sehr früh, denn in der Grundschule nahm er bald an den Mathematikkursen teil  die drei Klassen höher lagen und im Gymnasium wurde er ganz vom Mathematikunterricht befreit damit er sich mit der höheren Mathematik, die an der Universität unterrichtet wurde, beschäftigen konnte. Man sagt, dass sich Mittag-Leffler bereits damals mit der Funktionstheorie und den komplexen Variablen beschäftigte, einem Thema, das ihm später die höchsten Ehren einbringen sollte.

Im Jahre 1872 legte Gösta Mittag-Leffler seine Doktorarbeit in Mathematik vor und wurde unmittelbar Dozent in seinem Fach. Nur fünf Jahre später wurde der Wissenschaftler dann als Professor an die Universität Helsingfors (Helsinki) berufen, wo er allerdings nur bis 1881 blieb, da er in diesem Jahr die Chance bekam der erste Professor für Mathematik an der Universität Stockholm zu werden und ihm dies die Möglichkeit zu weitgreifenden Forschungen bot. Ein ersters Ergebnis dieses Umzugs war auch die Schaffung der mathematischen Zeitschrift Acta Mathematica.

Auch oder gerade weil Gösta Mittag-Leffler ein mathematisches Genie war, vergisst man heute oft, dass er zu seiner Zeit, trotz der hohen Ehren, ein sehr umstrittener Wissenschaftler war, der sämtliche seiner Beziehungen dafür einsetzte um die Stockholmer Universität zu einem Forschungsinstitut zu machen in der es weder eine Grundausbildung noch Prüfungen geben sollte. Für Mittag-Leffler sollte sich in Stockholm das reine Wissen konzentrieren, das von anderen Universitäten übernommen werden sollte. Auch politisch gesehen war der Wissenschaftler eine zweifelhafte Person, die sich auf dem extrem rechten Flügel aufhielt. Noch heute wird Mittag-Leffler in extremen rechten Schriften als Ideal und Vorbild bezeichnet.


16. März 1596: Ebba Brahe, die Geliebte des Königs Gustav II. Adolf
16. März 1757: Bengt Lidner, der Skalde, der in Ungnade fiel 
16. März 1792: Mord auf dem Maskenball
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
16. März 1835: Der Buchdrucker Nils Magnus Lindh wird zum größten Verleger 
16. März 1940: Selma Lagerlöf, christliche Literatur und Frauenbewegung
16. März 1957: Das Motel Gyllene Ratten in Stockholm
16. März 1968: Gunnar Ekelöf, der erste surrealistische Autor Schwedens 
16. März 1970: Karl Gustav Ossiannilsson, nationalistisches Denken für Arbeiter
16. März 1971: Der schwedische Stand-up Künstler Jakob Öqvist

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. März 2014

Gustaf Ljunggren und die klassische Literatur Schwedens

Gustaf Ljunggren wurde am 6. März 1823 in einer gut situierten Familie in Lund geboren, was ihm im Grunde eine gute Bildung garantierte, auch wenn das Studium Ljunggrens mit finanziellen Einschränkungen verbunden war, da er seinen Vater bereits im Alter von vier Jahren verloren hatte. Mit 21 Jahren machte Ljunggren an der Universität Lund seinen Magister in Ästhetik, begann im gleichen Fach als Dozent zu arbeiten und wurde 1859 zum Professor in Literaturgeschichte und Kunstgeschichte ernannt. Ab dieser Zeit wurde der Wissenschaftler als der größte Kenner der schwedischen Literatur genannt.

Seinen Ruf und seinen Einfluss verdankte Gustaf Ljunggren allerdings weniger seinem umfassenden Wissen, sondern dass er der konservativen Linie der schwedischen Literatur folgte und seine Forschung auf die historische Entwicklung der Literatur baute. Da er sich der romantischen Strömung jener Zeit und jeder Erneuerung der schwedischen Literatur widersetzte, wurden seine Werke als empirische Arbeit betrachtet, die in der Lage waren die Größe der akademisch anerkannten schwedischen Autoren hervorzuheben. Bis heute fließt ein Teil seiner Arbeiten in die moderne Literaturgeschichte ein, obwohl seine Moralvorstellungen es verhindern, dass einige der Literaten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf neutrale Weise gesehen werden.

Das bedeutendste Werk von Gustaf Ljunggren wurd das fünfbändige Werk Svenska vitterhetens häfder efter Gustaf III:s död, das als die umfangsreichste Geschichte der schwedischen Literatur dieser Epoche bezeichnet werden kann, auch wenn sich Ljunggen immer wieder in Detailschilderungen verliert, die ein Zeichen seiner rein akademischen Forschung sind. Der Wunsch des Autors ein vollständiges Grundlagenwerk zu schaffen, verhindert leider auch, dass man einen verständlichen Einblick in den Umfeld dieser Schaffensepoche gewinnen kann, was für ein tieferes Verständnis der Literaturgeschichte unumgänglich ist. Dieses Manko zeigt auch die größte Schwäche Ljunggrens, denn er konnte hervorragend in alten Quellen forschen und analysieren, war jedoch nicht in der Lage diese Kenntnisse auch schriftlich zu formulieren.


6. März 1859: Victoria Benedictsson und der Weg der weiblichen Befreiung 
6. März 1859: Victoria Maria Benedictsson, ein Selbstmord ohne Antwort 
6. März 1943: Eva Bysing aus Bysingsberg im Västmanland 
6. März 1962: Piratensender vor der schwedischen Küste
6. März 1988: Die schwedische Sängerin Agnes Carlsson

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Die Gründung der schwedischen Universität Lund

Bereits im Jahre 1425 fand man in Lund eine erste Universität mit einem „studium general“, was im Grunde bedeutet, dass Lund die älteste Universität im nordischen Raum besitzt. Allerdings war diese erste Universität katholisch und wurde, wie auch jene in Uppsala, mit der Reformation im 16. Jahrhundert geschlossen. Hinzu kommt, dass Skåne, also auch Lund, bis zum Frieden von Roskilde in dänischem Besitz war, dort also alle Einrichtungen von den Gunsten der dänischen Könige abhängig waren.


Mit dem Frieden von Roskilde sollte sich dies ändern und als Karl X. Gustav unmittelbar nach dem Friedensabkommen in Lund ankam, traf er auch Bischof Peder Winstrup, der für die gesamte Ausbildung der Region zuständig war. Winstrup forderte den König auf in Lund eine Universität nach dem Modell von Uppsala einzurichten, da dies zahlreiche inländische und ausländische Studenten anziehen würde, aber auch der Integration Skånes in das schwedische Reich dienlich sei, denn gerade die Ausbildung von Priestern war wichtig, die dann in der Region den Glauben verbreiten und einen bedeutenden Einfluss auf das Denken der Bürger ausüben.

Karl X. Gustav zögerte jedoch und starb zwei Jahre später ohne eine Entscheidung gefällt zu haben. Erst die Vormundschaftsregierung seiner Nachfolgers, Karl XI. führte  dann zur Gründung der Universität Lund. Am 19. Dezember 1666 unterzeichnet dann Hedvig Eleonora, die der Vormund des jungen Königs war, alle Papiere zur Gründung der Universität und gab ihr eine, von der Stadt unabhängige, Gerichtsbarkeit. Gleich zu Beginn ihrer Aktivität hatte die Universität, die in den Folgejahren mehrmals Geld vom König forderte, vier Fakultäten, nämlich Theologie, Philosophie, Recht und Medizin. Eingeweiht wurde die Universität Lund am 28. Januar 1668, also etwas über ein Jahr nach der offiziellen Gründung.


19. Dezember 1996: Die Schengener Abkommen in Schweden 
19. Dezember 2011: Das Ende der klassischen, schwedischen Saab Automobile

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Februar 2013

Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Als Wilhelm Erik Svedelius am 26. Februar 1889 im Alter von 72 Jahren in Uppsala starb, hatte er eine außerordentliche Karriere hinter sich, denn auch wenn er aus einem langen und anerkannten Geschlecht mit Priestern kam, so hatte er nach seinem Studium in Geschichtswissenschaft und Philosophie an der Universität Uppsala den wissenschaftlichen Weg gewählt. Svedelius hatte es dabei erreicht als derjenige betrachtet zu werden, der die Staatswissenschaft in Schweden zu einem eigenen und unabhängigen Fach machte.

Nach seinem Doktorat an der Universität Uppsala arbeitete Wilhelm Erik Svedelius erst an der gleichen Universität als Dozent für Statistik und Geschichte bis er 1950 langsam zum Professor in Geschichte ernannt wurde. Im gleichen Fach wechselte Svedelius dann 1856 an die Universität in Lund bis sechs Jahre später die Wende in seinem Leben kam und er sich ganz der Staatswissenschaft widmen konnte, was bis dahin nur innerhalb von Geschichte und Philosophie behandelt wurde.

Im Jahre 1962 wurde Wilhelm Erik Svedelius nämlich als skytteansk professor an die Universität in Uppsala berufen, eine Professur, die bereits 1622 von Johan Skytte in Form einer Stiftung eingerichtet worden war. Der berufene Professor hatte die Aufgabe den Studenten Rhetorik und Politik beizubringen. Für Svedelius hieß dies jedoch die Politik als Wissenschaft auszudehnen und zur Staatswissenschaft zu machen. In diesem Rahmen entstand dann auch das bekannteste Buch des Wissenschaftlers, das Handbuch Anteckningar för akademiska examina i statskundskap, das lange Zeit das schwedische Standardwerk für Staatswissenschaft wurde und noch heute regelmäßig neu aufgelegt wird.


26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. November 2012

Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie

Am 6. November 1964 starb Hans von Euler-Chelpin im Alter von 91 Jahren in Stockholm. Euler-Chelpin war 1873 im deutschen Augsburg geboren und studierte erst an der Kunstakademie in München Farbenlehre bevor er anschließend zwei Jahre lang Chemie in München und Berlin studierte und in diesem Fach auch promovierte. Ab 1897 arbeitete Hans von Euler-Chelpin an der Universität Stockholm, wo er bis zum Leiter des Instituts für Biochemie emporstieg und einen maßgeblichen Einfluss auf die Forschung der schedischen Hochschulen bekam.

Obwohl Euler-Chelpin bereits 1902 die schwedische Staatsangehörigkeit annahm, beteiligte er sich auf deutscher Seite aktiv am Ersten Weltkrieg, war Mitglieder einer Vereinigung, die später die Hitlerregierung in Deutschland förderte und er hielt während des gesamten Zweiten Weltkriegs sehr enge Verbindungen zu den Machthaber und der politischen Elite Deutschlands. Diese rechte Einstellung verhinderte jedoch nicht, dass er 1943 dem jüdischen Chemiker George de Hevesy, der sich damals in Kopenhagen aufhielt, vermutlich das Leben rettete indem er ihn als Mitarbeiter in sein Institut nach Stockholm holte.

Hans von Euler-Chelpin erhielt im Jahre 1929, gemeinsam mit Arthur Harden, den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten über die alkoholische Gärung und seine Forschung über die Enzyme. Allerdings hatte der Chemiker einen bedeutenden Stab an Mitarbeitern und Studenten, die ihn bei der Forschung unterstütze, so dass seine persönliche Leistung nicht festzustellen ist. Seine Arbeiten veröffentliche Euler-Chelpin grundsätzlich in deutscher Sprache, die für ihn bis zu seinem Lebensende die Sprache der Wissenschaft war.


6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. August 2012

Die Universität Uppsala wird allgemeine Universität

Am 1. August 1593 wurde die Universität Uppsala als allgemeine Hochschule gegründet und damit zur ersten Universität Schwedens, da Lund damals noch Teil des dänischen Reiches war, die Stadt, in der man bereits 1425 eine wissenschaftliche Hochschule geschaffen hatte, 52 Jahre bevor in Uppsala die rein katholische Hochschule geschaffen wurde, die oft als der Vorläufer der Universität mit „studium generale“ bezeichnet wird.

Als 1477 die damals nördlichste Universität Europas gegründet wurde, hatte sie nichts mit den mehr südlich gelegenen Universitäten zu tun, denn Uppsala war von der katholischen Kirche getragen und der Leiter der Ausbildungseinrichtung war der Erzbischof des Bistums Uppsala. Bis zur Reformation unter Gustav Vasa wurden dort ausschließlich höhere Priester und zukünftige Bischöfe ausgebildet, die sich mit Latein, der katholischen Theologie und der Philosophie von Aristoteles auseinandersetzen mussten. Allgemeine Wissenschaft war an dieser ersten Hochschule daher kein Thema.

Mit Gustav Vasa verlor die Universität Uppsala dann vorübergehend jede Bedeutung und erst nach dem Kyrkomötet von 1593 in Uppsala wurde der Universitätsbetrieb wieder aufgenommen und neu geordnet. Einige Monate nach dem Treffen wurde aus der kirchlichen Einrichtung eine wissenschaftliche Universität im heutigen Sinne. Der Aufschwung für die Universität Uppsala kam dann jedoch erst mit dem Großmachtdenken Schwedens unter Gustav II. Adolf, denn auch wenn die nun protestantische Theologie weiterhin eine Rolle spielte, so setzte der König auf Staatswissenschaft und Geschichte, wobei er als Vorbilder der Uppsala Universität Erfurt, Greifswald oder auch Paris sah. Erst aus dieser Idee entwickelte sich dann die heutige Universität mit neun Fakultäten und rund 23.000 Studenten.


1. August 1557: Olaus Magnus schreibt im Exil schwedische Geschichte
1. August 1929: Rückwanderer aus der Ukraine kommen in Trelleborg an

Copyright: Herbert Kårlin
 

Samstag, 26. Mai 2012

Karolina Widerström, die erste Ärztin Schwedens

Obwohl es Frauen ab 1870 erlaubt war sich an schwedischen Universitäten einzuschreiben und auch Medizin zu studieren, dauerte es bis zum 26. Mai 1888, dass auch die erste Schwedin alle Hürden genommen hatte um als Ärztin anerkannt zu werden. Im Alter von 32 Jahren präsentierte sich Karolina Widerström, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen, im Karolinska Institutet in Stockholm zur Abschlussprüfung, wobei sie sich entschlossen hatte sich auf Frauenkrankheiten zu spezialisieren.

Aber auch wenn Karolina Widerström eine Praxis hatte, so war ihr wichtigstes Ziel die Vorbeugung bei Frauenkrankheiten, die sie in gewisser Weise in Zusammenhang mit einer notwendigen Sexualaufklärung sah, da sich zu jener Zeit sehr viele Geschlechtskrankheiten auf Grund von schlechter Hygiene und Unkenntnissen der weiblichen Anatomie verbreiteten. Sie forderte ebenfalls eine gesündere Kleidung für Frauen, die die Verbreitung von Bakterien weniger fördert.

Bei ihren Bemühungen um sexuelle Aufklärung hatte sie zum Ziel gemacht sowohl Mädchen als auch Jungen so früh wie möglich aufzuklären, was in jenen Jahren mit großen Widerständen verbunden war. Immerhin gelang es Karolina Widerström ab 1887 ihre Kenntnisse in weiblicher Hygiene, also den Schutz vor Krankheiten, die Funktion des weiblichen Körpers und den Schutz vor Schwangerschaft an Lehrerinnen und Mädchen der Oberstufe weitergeben zu dürfen. 1907 war dann Sexualunterricht in allen Stockholmer Mädchenschulen Pflicht und 1921 hatte die Bewegung das ganze Land erreicht, allerdings immer noch beschränkt auf die Mädchenschulen.


26. Mai 1879: Der Streik von Sundsvall, der erste Großstreik Schwedens
26. Mai 1931: Sven Delblanc, Autor und Literaturwissenschaftler

Copyright: Herbert Kårlin