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Mittwoch, 7. März 2018

Der Künstler und Karikaturist Gunnar Wallin

Gunnar Wallin kam am 7. März 1896 als Sohn eines Zollbeamten in Göteborg zur Welt und entschied sich nach seinem Abitur im Jahr 1913 Schauspieler zu werden. Noch während er mit der Theatergesellschaft Hjalmar Selander im Nya teatern in Göteborg auftrat, begann Wallin jedoch auch eine Ausbildung als Zeichner an der Kunsthochschule Valand, die er 1918 abschloss um sich anschließend während einer Studienreise durch Deutschland, England, Frankreich und Spanien im Selbststudium in diesem Bereich zu verbessern. In dieser Zeit wurden auch seine ersten Zeichnungen in der Göteborgs Morgonpost veröffentlicht.

Nach seiner Rückkehr im Jahr 1919 wurde Gunnar Wallin von der Göteborgs-Tidningen als Karikaturist und Kolumnist angestellt. Bereits in sehr wenigen Jahre gelang es dem Künstler einen sehr persönlichen Stil zu finden, der noch dazu verstärkt wurde, dass er jede seiner Geschichten mit dem kleinen Hund JäJä beendete, der einen Kommentar zur Bildgeschichte abgab. Neben seiner Tätigkeit in der Göteborgs-Tidningen, die bis 1954 fortsetzte, zeichnete Wallin auch für ironischen Witzblätter Söndags-Nisse, Strix und Lutfisken und veröffentlichte mehrere Bücher mit seinen Serien, wobei er während dieser Zeit zu mehreren, unterschiedlichen Signaturen griff.

Neben seiner Arbeit als Karikaturist und Serienzeichner realisierte Gunnar Wallin, der am 11. November 1975 in Göteborg starb, auch mehrere öffentliche Werke, unter anderem im Vergnügungspark Liseberg, und er nahm an zahlreichen Ausstellungen, die humoristische Beiträge akzeptierten, teil. Im Jahr 1933 war Wallin auch die treibende Person für die Gründung des Göteborger Künstlerklubs, dessen Sekretär er dann während der folgenden 16 Jahre blieb. In den Jahren 1940 und 1941 war Wallin zudem Redakteur der Künstlerzeitschrift Paletten, die der Künstlerklub herausgab.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1910: Das Rathaus in Borås 
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. März 2017

Eigil Schwab, Künstler, Illustrator und Karikaturist

Eigil Schwab wurde am 28. März 1882 in Stockholm geboren, wobei über seine Kindheit, seine Jugend auch seine Schulbildung nichts bekannt ist. Die Spuren Schwabs beginnen daher erst mit seinen ersten Werken, die er während seiner Ausbildung an der höheren kunstindustriellen Schule und an der Kunstakademie malte und der Künstler seine Zukunft noch in der Porträtmalerei sah. Sehr bald entschied sich Schwab jedoch dazu seine künstlerische Richtung zu wechseln und er entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Zeichner politischer Karikaturen seiner Zeit.

Am bekanntesten wurde Eigil Schwab durch seine Karikaturen in den den politisch-satirischen Zeitschriften Söndags-Nisse, Naggen und den Jahrbüchern Lutfisken, wo er mit seinen kraftvollen Linien die Leser fing. Im gleichen Stil zeichnete Schwab in diesen Jahren auch Plakate, Buchumschläge und illustrierte mehrere Bücher, was allerdings dazu führte dass sein Stil während der 20er Jahre immer weicher wurde und Schwab zurück zur Malerei fand, die ihn über Jahre hinweg kaum interessiert hatte.

Während die Karikaturen den Künstler Eigil Schwab am bekanntesten machten, entstand sein bedeutendes künstlerische Werk erst ab Ende der 20er Jahren, denen er auch verdankt 1939 zum Professor ernannt zu werden. Durch seine enge Verbindung zum Verlag Bonnier war es Schwab Ende der 20er Jahre gelungen den Verlag davon zu überzeugen ein mehrbändiges Prachtwerk über die schwedischen Landschaften zu veröffentlichen, das ganz von ihm bebildert werden und von lokalen Schriftstellern durch entsprechende Texte ergänzt werden sollte. Zwischen 1927 und 1936 reiste der Künstler daher mit seiner Frau durch ganz Schweden und legte Bonnier dann 375 Bilder vor. Bonnier wählte für jede Landschaft zwölf der Bilder aus und produzierte bis zum Zweiten Weltkrieg vier der sechs geplanten Bände. Bis heute wurde diese Buchreihe allerdings nicht fertiggestellt. Werke von Egil Schwab, der am 4. Juli 1952 in Stockholm starb, findet man heute im Nationalmuseum, dem Schloss Gripsholmen und 23 der Bilder Nordschwedens auch im Västerbotten Museum in Umeå.


28. März 1760: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
28. März 1800: Der Kunstsammler Axel Bielke af Åkerö
28. März 1893: Der schwedische Architekt Gustaf Clason 
28. März 1922: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Mai 2016

Martin Nilsson: Krikaturist, Schriftsteller und Liederautor

Martin Nilsson wurde am 23. Mai 1890 als Sohn eines Arbeiters in Stockholm geboren und ging mit 14 Jahren zur See. Als er nach drei Jahren abmusterte, hatte er nicht nur Erfahrung als Seemann gesammelt, sondern er hatte auch begonnen Karikaturen zu zeichnen. Noch 1907 zeigte er einige dieser Zeichnungen Hasse Zetterström, dem Chefredakteur der ironischen Zeitschrift Söndags-Nisse. Zetterström erkannte unmittelbar das Talent Nilssons und kaufte ihm nicht nur einige seiner Zeichnungen ab,sondern sorgte auch dafür, dass Nillson als Stipendiat an der Althins målarskola aufgenommen wurde um dort auch die Technik des Zeichnens von Grund auf zu lernen.

Nur ein Jahr später begann Martin Nilsson für die satirische Zeitschrift Pajazzo zu arbeiten, wobei der Zeichner bald darauf Aufträge für nahezu alle ironischen und satirischen Zeitschriften Schwedens erhielt, denn neben Söndags-Nisse arbeitete er für Strix, Puck, Nya Nisse, Kaspar und andere mehr. Bedeutend sollte für Nilsson jedoch die politische satirische Zeitschrift Naggen werden, die Erik Lindorm zum Simplicissimus Schwedens machte, denn bei dieser Zusammenarbeit entwickelte Nilsson seinen von Albert Engström beeinflussten persönlichen Stil, der den Zeichner zu einem der bedeutendsten Karikaturisten Schwedens machte, wobei die Stärke des Künstlers ab dieser Zeit die volkstümliche Anekdote war.

In den Jahre zwischen 1917 und 1919, als Martin Nilsson vor allem für Naggen zeichnete, begann er auch die ersten Seemannslieder zu veröffentlichen, die wiederum Ernst Rolf hörte und in einigen seiner Revuen verwendete. In den Folgejahren war Nillson als Liederschreiber extrem aktiv und gab mehrere Sammlungen von Seemannslieder heraus, die teilweise auch von Fred Åkerström übernommen wurden. Ab 1924 bis zu seinem Tod am 22. September 1963 entwickelte sich Martin Nilsson dann auch noch zu einem Schriftsteller von humoristischen Novellen, die er alle selbst bebilderte. Die meisten dieser Novellen erschienen in der damaligen Arbeiterpresse, also im Social-Demokraten und in Vi. Erst wesentlich später erschienen dann auch zwei Novellensammlungen Nilssons in Buchform.


23. Mai 1654: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
23. Mai 1843: Der schwedische Künstler Karl Konrad Simonsson
23. Mai 1891: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
23. Mai 1913: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre
23. Mai 1929: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson
23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1944: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens
23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
23. Mai 1962: Die neunjährige schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Ivar Arosenius

Ivar Arosenius kam am 8. Oktober 1878 als Sohn eines Eisenbahningenieurs in Göteborg zur Welt und begann mit 15 Jahren seine erste künstlerische Ausbildung, wenn auch nur  bei einem Amateuraquarellmaler in seiner Schule. Diese Ausbildung führte jedoch Arosenius auf den Weg zum Künstler, denn nur ein Jahr später schrieb er sich an der Malerschule Valand, der heutigen Kunsthochschule Valand in Göteborg ein und wiederum ein Jahr später, parallel dazu, auch an der Kunsthandwerklichen Schule der westschwedischen Stadt. 1898 wurde Arosenius dann an der Kunstakademie Stockholm aufgenommen, aber da er mit dem dortigen Unterricht unzufrieden war, wechselte er 1998 zur Malereischule des Künstlerverbands in Stockholm und kehrte letztendlich zurück nach Valand.

Im Jahre 1902 hatte Ivar Arosenius seine erste Ausstellung in der die Werke der Schüler Valands ausgestellt wurden. Unmittelbar danach begann der Künstler eine Studienreise, die ihn erst nach München, anschließend nach Paris und schließlich in die Normandie führen sollte. Im August 1904 kehrte Arosenius nach Schweden zurück und ein Jahr später stellte er 86 Aquarelle in der Ausstellung der unabhängigen Künstler aus, allerdings ohne von den Kritikern besonders beachtet zu werden. Die größte Aufmerksamkeit erlangte der Künstler erst im Jahre 1907, als Hasse Zetterström eine Sondernummer von Söndags-Nisse herausgab in der ausschließlich Zeichnungen von Arosenius zu finden waren, auch wenn Arosenius sich hier vor allem als Satiriker auszeichnete und weniger als künstlerischer Maler.

Im Herbst 1907 zog Ivar Arosenius erst nach Göteborg und wenig später nach Älvängen, wo die Mutter seiner Frau ein kleines Häuschen besaß in dem sich die junge Familie niederlassen konnte. Nur ein Jahr Jahr später hatte Aosenius dann mit einer Ausstellung bei Valand seinen tatsächlichen Durchbruch als Künstler, den er jedoch nur kurze Zeit genießen konnte, da er bereits am 2. Januar 1909 an einem Blutpfropfen starb. Die größte Sammlung der Werke des Künstlers, der erst nach seinem Tod international anerkannt wurde, findet man heute im Kunstmuseum in Göteborg. Auch sein bekannteste Bilderbuch Katteresan wurde erst wenige Monate nach seinem Tod der Öffentlichkeit vorgestellt.


8. Oktober 1889: Anna Lovisa Öst, bekannt als Lapp-Lisa
8. Oktober 1926: Lars Jansson und die Familie Mumintroll
8. Oktober 1953: Natanael Beskow, ein Dichter moderner Psalmen
8. Oktober 1958: Der Herzschrittmacher, eine schwedische Erfindung
8. Oktober 1958: Åke Senning setzt im Karolinska den ersten Pacemaker ein
8. Oktober 1976: Der schwedische Künstler Arne Jones
8. Oktober 1978: Eine historische Eisenbahnlinie auf Gotland 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. September 2015

Der satirische Zeichner und Künstler Ivar Starkenberg

Auch wenn Ivar Starkenberg im Laufe seines Lebens sehr viele unpolitische Zeichnungen aus dem Sport- und dem Kulturleben veröffentlichte und auch als Künstler tätig war, galt er bei seinem Tod am 22. September 1947 als einer der wichtigsten politischen, satirischen Zeichner Schwedens. Noch weniger bekannt als seine kulturellen Zeichnungen waren allerdings seine Gedichte, die er unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hatte. Von seinem schöngeistiges Jugendwerk, das er unter dem Namen Brutus veröffentlicht hatte, wollte der Künstler später selbst nichts mehr wissen und gab vor sich nicht mehr daran zu erinnern.

Ivar Starkenberg war am 27. Februar 1886 als Sohn eines Zöllners in Stockholm zur Welt gekommen und begann mit 13 Jahren in wechselnden Berufen zu arbeiten, zu denen man keine Ausbildung benötigte, verdankte es jedoch seiner Intelligenz zum Buchhalter aufzusteigen und wurde 1990 Hausmeister im Reichstag. Um diese Zeit begann sich Starkenberg auch für Karikaturen zu interessieren, parallel zu seinem Engagement in der immer stärker werdenden Arbeiterbewegung Schwedens, was sich in seinem Album Farbröder aus dem Jahre 1912 zeigt, einer Sammlung an Karikaturen der damaligen Parlamentarier. Obwohl Starkenberg auch als Zeichner ein Autodidakt war, begann er ab 1913 satirische Zeichnungen in der Presse der Arbeiterbewegung zu veröffentlichen.

Sehr früh wurden die Karikaturen von Ivar Starkenberg in Zeitungen wie dem Social-Demokraten, Söndags-Nisse und dem Grönköpings Weckoblad veröffentlicht, wobei er ab 1912, gemeinsam mit Erik Lindorm, auch die satirische Zeitschrift Naggen, den schwedischen Simplicissimus, herausgab, die bis 1922 existierte. Auch wenn Starkenberg sich im Grunde am Rande des extrem linken Flügel der Sozialdemokraten Schwedens bewegte, entwickelte er sich ab den 20er Jahren zum wichtigsten zeichnerischen Agitator der Partei und erhielt auch den Auftrag mehrere der Plakate der Sozialdemokraten zu malen. Eine besondere Eigenart des satirischen Zeichners war, dass er bei der politischen Satire keine Auftragsarbeit annahm, sondern grundsätzlich nur seine selbst geschaffenen Werke zur Veröffentlichung anbot.


22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
22. September 1790: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
22. September 1855: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund 
22. September 1906: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
22. September 1932: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 13. August 2014

Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller

Frans Hodell kam am 13. August 1840 als Sohn eines Bäckermeisters in Stockholm zur Welt und gehörte daher zur Kleinbürgerklasse der schwedischen Hauptstadt. Auch wenn Hodell die höhere Schule begann, so war er wenig davon begeistert. Er brach daher die Ausbildung lange vor der Hochschulreife ab um Apotheker zu werden. Aber auch diesen Beruf fand er nicht sonderlich aufbauend, denn in seiner Freizeit schrieb er Theaterstücke und er las sehr viel. Bereits 1860 entschied sich Hodell dann für das Theater und trat der Selinderska Theatergesellschaft bei. Hier begann er nicht nur als Schauspieler, sondern er brachte auch gleich sein erster Theaterstück mit das von der Gruppe wohlwollend aufgenommen wurde.

Auch wenn Frans Hodell als Schauspieler nicht brillierte und sich daher immer mit kleineren Rollen zufrieden geben musste, so wurde er vor allem ab 1865 im Södra teatern, zu dem er in diesem Jahr wechselte, nahezu unentbehrlich, denn Hodell konnte schreiben und er sprach zudem Deutsch und Französisch. Sicher bekam er auch am Södra teatern erneut nur Nebenrollen, aber er leistete eine enorme Arbeit indem er Stücke übersetzte und selbst unermüdlich humoristische Lustspiele, die nahezu alle einen großen Erfolg brachten, für das Theater schrieb.

Im Jahre 1870 erkannte Frans Hodell selbst, dass er kein Talent für die Bühne hatte und er entschied sich nun vor allem an Theaterstücken zu arbeiten und verstärkte seinen Einsatz bei der humoristischen Zeitschrift Söndags-Nisse bei der er seit 1864 mitarbeitete. Als J. G. Schulz, der Herausgeber der Zeitung, 1869 an Tuberkulose erkrankte, wurde Hodell zum Chefredakteur und 1881 übernahm er als sogar Eigentümer die humoristischen Zeitschrift. Heute ist die kurze Karriere Hodells als Schauspieler ganz vergessen, denn er prägte Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur die bedeutendste Satirezeitschrift Schwedens Söndags-Nisse, sondern er gilt mit mehr als 100 Theaterstücken auch als einer der wichtigsten Lustspielschreiber Schwedens.


13. August 1135: Die Forsby kyrka (Kirche von Forsby) bei Skövde
13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Sonntag, 16. Februar 2014

Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse

Als am 16. Februar 1862 die politisch satirisch Wochenzeitung Söndags-Nisse erstmals erschien, hatten Gustaf Wahlbom als Verleger und Lorentz Reinhold Leonhard Götberg als Redakteur nicht nur die Presse Schwedens revolutioniert, sondern auch die erste illustrierte nordische Zeitung für Humor und Satire geschaffen bei denen die Illustrationen im Vordergrund standen, die zu Beginn zudem ohne jede Signatur veröffentlicht wurden, auch wenn man heute weiß, dass der Verleger und der Redakteur diese anfertigten.

Wahlbom und Götberg hatten die Idee für die Zeitung aus Amerika übernommen und sahen mit Söndags-Nisse die Möglichkeit auf ironische Weise aktuelles Zeitgeschehen an die Öffentlichkeit zu tragen, eine Methode, die der Zeitung sehr schnell zum Erfolg verhalf, wobei erstaunlich ist wie viele der „angesprochenen“ Themen noch heute, wenn auch auf modernere Weise, ihre Gültigkeit behalten haben und dem Leser das politische Denken aller Zeiten sehr deutlich näher bringen.

Die Zeitung Söndags-Nisse erschien von 1862 bis 1924 regelmäßig einmal die Woche und zog einige der bekanntesten Karikaturisten und Humoristen Schwedens an, allen voran Oskar Andersson, Frans Hodell und Hans Zetterström. Im Jahr 1924 vereinte sich Söndags-Nisse mit der humoristischen Zeitung Strix, die im Jahre 1897 entstanden war und unter seinen Autoren und Zeichnern Namen wie Gustaf Fröding, Verner von Heidenstam, Carl Larsson oder Bruno Liljefors zählte. Leider wurde die neue Zeitung Söndagsnisse-Strix dann im Jahre 1955 eingestellt. Eine kurze Auferstehung erlebte Nya Söndagsnisse-Strix nochmals als Beilage zum Grönköpings Veckoblad, das seinerseits im Jahre 1902 als Beilage zu Söndags-Nisse erschienen war. Wegen der schlechten finanziellen Lage wurde jedoch auch der Nya Söndagsnisse-Strix 2006 endgültig zu Grabe getragen.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der schwedischen Sprachforscher 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und die politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 28. November 2011

Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens

Am 28. November 1906 beging der schwedische Comiczeichner Oskar Andersson auf der Insel Ekerö Selbstmord. Oskar Andersson gilt als der erste Comiczeichner Schwedens, wobei viele seiner Zeichnungen bis heute aktuell geblieben sind und noch heute in regelmäßigen Abständen in Buchform erscheinen. Während seiner letzten Lebensjahre schuf Oskar Andersson, der seine Werke grundsätzlich nur mit OA zeichnete, seine beiden bekanntesten Serien, nämlich „Mannen som gör vad som faller honom in“ und „Hur ett barn ser världen“.

Oskar Andersson begann mit 13 Jahren in der Münzprägerei zu arbeiten, was ihm sehr wenig zusagte, so dass er bereits zwei Jahre später die Technische Schule besuchte und einige Jahre später die Högre Konstindustrielle Schule, wo er sich mit gewissem Erfolg zum Möbelzeichner ausbildete. Als er jedoch in diesen Jahren die Werke amerikanischer Comiczeichner entdeckte, lernte er in Abendkursen Zeichnen und begann diese Zeichenform auf die schwedische Gesellschaft anzupassen und veröffentlichte sehr bald seine Werke in der Sonntagszeitung Söndags-Nisse. Ab 1897 begann Oskar Andersson dann hauptberuflich als Comiczeichner bei Strix und Hazze Z zu arbeiten.

Während der Arbeit an seinen letzten beiden Sammlungen wurde Oskar Andersson immer menschenscheuer, schwermütig und war häufig deprimiert, wobei er im seinem letzten Lebensjahr auch sehr häufig legendäre spontane Wutausbrüche hatte. Als er dann im Herbst 1906 für eine Zeitung Zeichnungen zu einer Wehrübung machen sollte, bei der neue Waffen ausprobiert wurden, hatte er einen Nervenzusammenbruch. Da seine Eltern befürchteten, dass er diese Erlebnisse nicht verkraften würde, beobachteten sie ihren Sohn nahezu rund um die Uhr, konnten jedoch den Selbstmord nicht verhindern.

28. November 1898: Die schwedische Lebensrettungsgesellschaft
28. November 1972: Die deutsch-schwedische Prinzessin Sibylla von Sachsen-Coburg-Gotha


Copyright: Herbert Kårlin