Posts mit dem Label Karikatur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Karikatur werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 4. Februar 2019

Der schwedische Künstler John Arsenius

John Arsenius kam am 4. Februar 1818 als Sohn eines Richters und Regierungspräsidenten in Klämmestorp zur Welt und studierte ab 1837 an der Universität Uppsala, um jedoch anschließend eine militärische Karriere zu beginnen und bis 1878 im Leibregiment zu dienen. Im Jahre 1849 entschied sich Arsenius dann jedoch, neben seiner militärischen Tätigkeit, zu einem Kunststudium an der Kunstakademie in Stockholm mit anschließenden Studienreisen nach Düsseldorf und Paris, wobei insbesondere ein Aufenthalt in Paris notwendig war um in Schweden als Künstler anerkannt zu werden.

Dass John Arsenius eine parallele Künstlerkarriere anstrebte, geht gewissermaßen bis zu seinen Jugendjahren zurück, als er als Amateurzeichner zahlreiche Karikaturen fertigte, während des Studiums einige seiner Kameraden porträtierte und sich an Pferdeportraits versuchte. Seit diesen Jahren führte Arsenius den inneren Kampf zwischen der Freiheit als Künstler und der Sicherheit im Militärdienst, der zwar mit Zwang verbunden war, auf der anderen Seite ihm jedoch sehr viel Freizeit ließ. Erst als der Künstler wirklich Erfolg mit seinen Gemälden hatte, entschied er sich ganz für die Kunst.

Als Künstler zeichnete sich John Arsenius insbesondere durch seine Pferdeszenen aus, auch wenn der Künstler im Laufe seines Lebens auch zahlreiche Portraits malte. Aber gerade bei Pferden konnte Arsenius seinen Beruf und die Kunst am besten verknüpfend, da er durch seine Anstellung in der Kavallerie ständig mit Pferden umging und damit auch jede freie Minute für seinen zweiten Beruf nutzen konnte. Arsenius gilt als einer der besten Pferdeporträtisten Schwedens, dem es gelang jede Charakteristik der Tiere einzufangen, egal, ob es sich um Kavalleriepferde oder Sportpferde handelte. John Arsenius starb am 30. Mai 1903 in Uppsala, wobei seine Gemälde in allen größeren Museen Schwedens zu finden sind.


4. Februar 1740: Carl Michael Bellman, der Nationalskalde Schwedens 
4. Februar 1862: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
4. Februar 1871: Die schwedische Schauspielerin Gerda Lundequist
4. Februar 1897: Der Künstler und Graphiker Nils Wedel
4. Februar 1991: Die schwedische Partei Ny Demokrati (NyD)
4. Februar 1995: Maria Leissner und die Wendung der schwedischen Volkspartei 
4. Februar 2002: Sigvard Bernadotte verzichtet auf Titel und Thron
4. Februar 2005: Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson
4. Februar 2009: Der Tag des Wolfes in Schweden 
4. Februar 2011: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 6. Januar 2018

Der Künstler und Karikaturist Pelle Hedman

Pelle Hedman kam am 6. Januar 1861 als Per Erick Pärsson in Gimsbärke bei Borlänge als Sohn eines Landwirts zur Welt und begann mit 17 Jahren eine Kunstausbildung an der Tekniska Skolan in Stockholm, dem heutigen Konstfack, die er anschließend an der Kunstakademie fortsetzte, bevor er seine Fähigkeiten bei einem Aufenthalt in Paris perfektionierte. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich arbeitete Hedman für alle größeren Zeitungen Stockholms, um sich erst mit 72 Jahren zu pensionieren, ein halbes Jahr vor seinem Tod am 10. August 1933.

Pelle Hedman, der zeitweise im Künstlerkreis um Anders Zorn verkehrte, war Zeit seines Schaffens der vermutlich am häufigsten engagierte Zeichner der Stockholmer Presse, da, vor der Zeit der Fotografie, nur Künstler wie Hedman Leben in eine Zeitung oder Zeitschrift bringen konnten. Erst mit Einbruch des 20. Jahrhunderts musste Hedman daher von der Illustration vor allem zur Karikatur wechseln, was ihm hervorragend glückte, da er mit allen künstlerischen Methoden eng vertraut war.

Pelle Hedman hatte auch in der Stadt seine Kindheit auf dem Bauernhof nicht vergessen, denn zahlreiche seiner Zeichnungen und Illustrationen schildern sehr deutlich das ländliche Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sein Erfolg lag jedoch nicht nur an den beeindruckenden Zeichnungen und Malereien, die das Leben der Bevölkerung schilderten, sondern der Künstler wagte sich, vor allem bei seinen Karikaturen, die Grenzen der offiziellen Darstellungen zu sprengen. Bereits 1895 veröffentlichte Hedman eine Zeichnung bei der sich der König Oscar II. und sein Gast, Senator Liss Olof Larsson, von hinten zeigen, sich also vom Künstler abwenden.


6. Januar 1430: Filippa von England wird in Schweden Königin 
6. Januar 1493: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
6. Januar 1493: Olaus Petri, der schwedische Reformator
6. Januar 1809: Der schwedische Naturwissenschaftler Sven Lovén
6. Januar 1912: Johnny Bode, der schwedische Skandalschriftsteller
6. Januar 1912: Johnny Bode, der erste Punkstar Schwedens
6. Januar 1852: Der schwedische Künstler Carl Kylberg
6. Januar 1963: Gunnar Bohman, mit der Laute zum Weltruhm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. März 2017

Eigil Schwab, Künstler, Illustrator und Karikaturist

Eigil Schwab wurde am 28. März 1882 in Stockholm geboren, wobei über seine Kindheit, seine Jugend auch seine Schulbildung nichts bekannt ist. Die Spuren Schwabs beginnen daher erst mit seinen ersten Werken, die er während seiner Ausbildung an der höheren kunstindustriellen Schule und an der Kunstakademie malte und der Künstler seine Zukunft noch in der Porträtmalerei sah. Sehr bald entschied sich Schwab jedoch dazu seine künstlerische Richtung zu wechseln und er entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Zeichner politischer Karikaturen seiner Zeit.

Am bekanntesten wurde Eigil Schwab durch seine Karikaturen in den den politisch-satirischen Zeitschriften Söndags-Nisse, Naggen und den Jahrbüchern Lutfisken, wo er mit seinen kraftvollen Linien die Leser fing. Im gleichen Stil zeichnete Schwab in diesen Jahren auch Plakate, Buchumschläge und illustrierte mehrere Bücher, was allerdings dazu führte dass sein Stil während der 20er Jahre immer weicher wurde und Schwab zurück zur Malerei fand, die ihn über Jahre hinweg kaum interessiert hatte.

Während die Karikaturen den Künstler Eigil Schwab am bekanntesten machten, entstand sein bedeutendes künstlerische Werk erst ab Ende der 20er Jahren, denen er auch verdankt 1939 zum Professor ernannt zu werden. Durch seine enge Verbindung zum Verlag Bonnier war es Schwab Ende der 20er Jahre gelungen den Verlag davon zu überzeugen ein mehrbändiges Prachtwerk über die schwedischen Landschaften zu veröffentlichen, das ganz von ihm bebildert werden und von lokalen Schriftstellern durch entsprechende Texte ergänzt werden sollte. Zwischen 1927 und 1936 reiste der Künstler daher mit seiner Frau durch ganz Schweden und legte Bonnier dann 375 Bilder vor. Bonnier wählte für jede Landschaft zwölf der Bilder aus und produzierte bis zum Zweiten Weltkrieg vier der sechs geplanten Bände. Bis heute wurde diese Buchreihe allerdings nicht fertiggestellt. Werke von Egil Schwab, der am 4. Juli 1952 in Stockholm starb, findet man heute im Nationalmuseum, dem Schloss Gripsholmen und 23 der Bilder Nordschwedens auch im Västerbotten Museum in Umeå.


28. März 1760: Georg Adlersparre, zwischen Feldherr, Literat und Revolutionär
28. März 1800: Der Kunstsammler Axel Bielke af Åkerö
28. März 1893: Der schwedische Architekt Gustaf Clason 
28. März 1922: Olle Länsberg, der verschollene Autor Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson und die christliche Frauenliteratur Schwedens
28. März 1927: Marianne Fredriksson, eine schwedische Schriftstellerin
28. März 1953: Der erste Roman Tjärdalen von Sara Lidman wird ein Erfolg
28. März 1962: Joakim Lindengren, Kapten Stofil und Faktum

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 13. September 2016

Der schwedisch-finnische Künstler Johan Knutson

Als Johan Knutson am 13. September 1899 in Helsingfors (Helsinki) starb, waren seine Landschaften aus Skåne (Schonen) und seine schwedische Herkunft nahezu verblasst, was sich noch heute daran zeigt, dass sich die größte Sammlung seiner Gemälde im finnischen Borgå (Porvoo) befindet. Dass Knutson heute nahezu schon als finnischer Künstler betrachtet wird, liegt aber auch daran, dass er mehrere Porträts von Johan Ludvig Runeberg malte und 48 der 120 Lithografien des Werkes Finland framstäldt i teckningar verwirklichte und bei dieser Arbeit auch Finnland sehr gut kennenlernte.

Johan Knutson war am 28. September 1816 in Allum in Skåne zur Welt gekommen und hatte in Lund, in Kopenhagen und schließlich auch an der Kunstakademie in Stockholm Kunst studiert. Als Knutson sein Studium im Jahre 1840 beendete, suchte Constantin Öhman einen Graveur und Zeichner für sein geplantes Werk über die finnischen Orte. Seine Wahl fiel auf Knutson, der sich sofort bereit erklärte dafür für einige Jahre nach Finnland zu ziehen. Der Künstler zog daher nach Helsingfors, auch wenn das geplante Werk nicht so schnell in Gang kam. Knutson verdiente sich daher sein Geld erst als Porträtmaler und machte gleichzeitig Karikaturen des Straßenlebens von Helsingfors, das er in Finnland jedoch nicht veröffentlichen durfte, da die Polizei diese Art der Karikaturen verbot. Erst 1844 begann Knutson den etwa ein Jahrzehnt lang Finnlands Landschaften und seine Orte zu zeichnen.

Johan Knutson galt in Finnland sein Leben lang als etwas eigenwilliger Künstler, der seine Stärke im Malen von Porträts und den Zeichnungen über Finnland zeigte, während in Schweden seine Karikaturen mit Schilderungen jener Epoche am meisten beeindruckten, was jedoch auch damit zusammenhing dass die Karikatur in Schweden ab den 30er Jahren als Gegenpol zur traditionellen Kunst ihren Durchbruch hatte, in Finnland jedoch um diese Zeit noch als abartig galt. Ab 1860 zeigt sich im Werdegang des Künstlers eine Wende, denn ab dieser Zeit begann er farbenstarke romantische Landschaften im Stil von Carl Larsson zu malen, die allerdings nicht zu seinen besten Werken zählen und nicht mit seinen Landschaften aus Finnland und Skåne konkurrieren können.


13. September 1612: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
13. September 1706: Der Frieden von Altranstädt beendet zwei Kriege
13. September 1757: Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse
13. September 1881: Stockholm wird mit Strom versorgt
13. September 1891: Der schwedische Pianobauer Johan Gustaf Malmsjö
13. September 1924: Der schwedische Architekt Lars Kellman 
13. September 1932: Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg
13. September 1943: Gunder Andersson, ein linker Autor der Sport zu Literatur macht

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Mai 2016

Martin Nilsson: Krikaturist, Schriftsteller und Liederautor

Martin Nilsson wurde am 23. Mai 1890 als Sohn eines Arbeiters in Stockholm geboren und ging mit 14 Jahren zur See. Als er nach drei Jahren abmusterte, hatte er nicht nur Erfahrung als Seemann gesammelt, sondern er hatte auch begonnen Karikaturen zu zeichnen. Noch 1907 zeigte er einige dieser Zeichnungen Hasse Zetterström, dem Chefredakteur der ironischen Zeitschrift Söndags-Nisse. Zetterström erkannte unmittelbar das Talent Nilssons und kaufte ihm nicht nur einige seiner Zeichnungen ab,sondern sorgte auch dafür, dass Nillson als Stipendiat an der Althins målarskola aufgenommen wurde um dort auch die Technik des Zeichnens von Grund auf zu lernen.

Nur ein Jahr später begann Martin Nilsson für die satirische Zeitschrift Pajazzo zu arbeiten, wobei der Zeichner bald darauf Aufträge für nahezu alle ironischen und satirischen Zeitschriften Schwedens erhielt, denn neben Söndags-Nisse arbeitete er für Strix, Puck, Nya Nisse, Kaspar und andere mehr. Bedeutend sollte für Nilsson jedoch die politische satirische Zeitschrift Naggen werden, die Erik Lindorm zum Simplicissimus Schwedens machte, denn bei dieser Zusammenarbeit entwickelte Nilsson seinen von Albert Engström beeinflussten persönlichen Stil, der den Zeichner zu einem der bedeutendsten Karikaturisten Schwedens machte, wobei die Stärke des Künstlers ab dieser Zeit die volkstümliche Anekdote war.

In den Jahre zwischen 1917 und 1919, als Martin Nilsson vor allem für Naggen zeichnete, begann er auch die ersten Seemannslieder zu veröffentlichen, die wiederum Ernst Rolf hörte und in einigen seiner Revuen verwendete. In den Folgejahren war Nillson als Liederschreiber extrem aktiv und gab mehrere Sammlungen von Seemannslieder heraus, die teilweise auch von Fred Åkerström übernommen wurden. Ab 1924 bis zu seinem Tod am 22. September 1963 entwickelte sich Martin Nilsson dann auch noch zu einem Schriftsteller von humoristischen Novellen, die er alle selbst bebilderte. Die meisten dieser Novellen erschienen in der damaligen Arbeiterpresse, also im Social-Demokraten und in Vi. Erst wesentlich später erschienen dann auch zwei Novellensammlungen Nilssons in Buchform.


23. Mai 1654: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
23. Mai 1843: Der schwedische Künstler Karl Konrad Simonsson
23. Mai 1891: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
23. Mai 1913: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre
23. Mai 1929: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson
23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1944: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens
23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
23. Mai 1962: Die neunjährige schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 16. Mai 2016

Der schwedische Karikaturist Edward Lindahl

Edward Lindahl wurde am 16. Mai 1907 als Sohn eines Bankdirektors in Malmö geboren. Noch vor seiner Hochschulreife verließ der spätere Karikaturist 1927 die Schule um in München unter Moritz Heyman Kunst zu studieren. Ein Jahr später unterbrach Lindahl auch dieses Studium und beschäftigte sich in Wien ein Jahr lang mit dem Zeichnen von Tieren. 1930 kehrte Lindahl zurück nach München und beendete dort auch sein Kunststudium. In diesen Jahren schickte Lindahl auch erste Karikaturen und Porträtzeichnungen an Söndags-Nisse Strix.

Söndagsnisse veröffentlichte die Zeichnungen von Edward Lindahl und, obwohl der Zeichner bald nach seiner Rückkehr nach Schweden auch als Buchillustrator, Holzschnitzer und Skulpteur zu arbeiten begann sowie in anderen Zeitungen und Zeitschriften mitarbeitete, sollte Lindahl Söndagsnisse bis 1941 mit Karikaturen versorgen und damit beitragen den Erfolg der humoristischen Zeitung zu stärken. Die Zusammenarbeit mit Söndagsnisse endete erst nach seiner Ehe und einem Vertrag als Zeitungszeichner bei Nya Dagliga Allehanda, die zwischen 1859 und 1944 in Stockholm erschien.

Als die Nya Dagliga Allehanda 1944 eingestellt wurde, gehörte Edward Lindahl zu den Mitgründern der Abendzeitung Expressen, die er bis zu seiner Pensionierung auch mit sehr kritischen politischen Karikaturen und Zeichnungen zu kulturellen Ereignissen versorgte. Auch wenn sich Lindahl, der sich deutlich als Gegner des Nationalsozialismus auszeichnete, auch als Natur- und Tierzeichner einen Namen machte, so lag seine Stärke in der Treffsicherheit seiner Karikaturen, die ihm einen Platz in der Elite der schwedischen Karikaturisten schaffte. In den 60er Jahren arbeitete Edward Lindahl, der am 13. Oktober 1986 starb, auch für Rörstrand und Gustavsberg. Wer sich für die Zeichnungen Lindahls interessiert, findet heute die größte Sammlung davon im Teckningsmuseet in Laholm.


16. Mai 1592: Christopher Ekeblad und die religiöse Poesie Schwedens
16. Mai 1767: Carl Zetterström, Mediziner und Wohltäter
16. Mai 1882: Elin Wägner, eine Kämpferin für die Rechte der Frauen
16. Mai 1900: Massenmord auf dem Mälaren
16. Mai 1923: Alkoholverkauf in Schweden und die Systembolaget
16. Mai 1930: Eine Ausstellung in Stockholm verändert die Architektur des Landes
16. Mai 2009: Das Nackareservat, ein Schutzgebiet und ein Ausflugsgebiet 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 4. März 2016

Der schwedische Künstler Gunnar Widholm

Gunnar Widholm wurde am 4. März 1882 als Sohn eines Schuhmachers in Stockholm geboren. Ohne größere Schulbildung besuchte Widholm sehr früh die Tekniska Skola, in der er auf eine künstlerische Ausbildung an der Kunsthochschule vorbereitet wurde.  Widholm schoss indes die Ausbildung an der Kunsthochschule nie ab und begann als 18-Jähriger als Zeichner und Karikaturist zu arbeiten, unter anderem für die humoristische Satirezeitschrift Kaspar. Bereits um diese Zeit zeichnete er sich als Zeichner von Frauen aus, da es ihm gelang diesen Frauen immer eine gewisse Eleganz zu verleihen.

Es dauerte nur wenige Jahre bis Gunnar Widholm dann vom Stockholms Dagblad als Zeichner beschäftigt wurde um die wichtigsten Ereignisse der schwedischen Hauptstadt auch bebildern zu können. Als Pressezeichner erhielt Widholm 1912 die Aufgabe die olympischen Kämpfer während der Olympiade in Stockholm zu zeichnen, was den Künstler zu einem Vorreiter der Sportzeichner und heutigen Sportfotografen macht, denn hier gelang ihm den richtigen Augenblick in seinen Zeichnungen festzuhalten. Diese Zeichnungen gelten als die bedeutendsten Kunstwerke Widholms.

Gunnar Widholm wurde jedoch nicht nur als Pressezeichner bekannt, denn er zeichnete auch zahlreiche Buchumschläge, Postkarten, Reklameplakate, malte Aquarellgemälde und die Altartafel der Kapelle in Grisslehamn. Während sein Stil zu Beginn zur Dokumentation neigte, findet man in den späteren Werken nahezu grundsätzlich die Zeichen eines Karikaturisten, der die Schwächen der Gesellschaft sehr deutlich auszudrücken versteht und eine Vermögen zur Ironie zeigt. Die größten Sammlungen des Künstlers findet man heute in den Museen in Norrtälje und Västerås, einige Aquarelle auch im Seefahrtmuseum in Göteborg.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 4. Februar 2016

Nils Egerbrandt und Soldat 91:an Karlsson

Als Nils Egerbrandt am 4. Februar 2005 im Alter von 78 Jahren starb, gehörte er zu den bedeutendsten Serienzeichnern Schwedens, der trotz zahlreicher Arbeiten, fast ausschließlich für seinen ewigen Soldaten 91:an Karlsson bekannt war, eine Figur, die er 1960 vom Gründer des Soldaten, Rudolf Petersson, übernommen hatte um sie rund 30 Jahre lang als schwedische Kultfigur zu erhalten, denn selbst jene Schweden die keine gezeichnete Serienzeitschrift lesen, kennen den Soldaten 91:an Karlsson, der trotz seiner Berühmtheit nie im Grad stieg.

Nils Egerbrandt war am 11. Mai 1926 in Högalid zur Welt gekommen und hatte bereits in seiner Jugend eine Neigung zum Zeichnen, die ihm vor allem von seinem älteren Bruder vermittelt wurde, der als Karikaturist arbeitete, aber auch von den zahlreichen Serienzeitschriften die Egerbrandt bereits als Kind verschlang. Da er jedoch der Zukunft als Zeichner kritisch gegenüberstand, machte Egerbrandt eine Ausbildung als Typograph und begann in der Freizeit an der Serie Mickel och Mackel zu arbeiten, die zwar 1950 veröffentlicht wurde, jedoch keinerlei Erfolg hatte. Zwei Jahre später wurde die Serie über den Eskimojungen Olli veröffentlicht, die dem Künstler den Umstieg ins das Lager der professionellen Serienzeichner ermöglichte, denn gleich mehrere Zeitschriften im In- und Ausland waren von seinen Zeichnungen, seinem Humor und den Erzählungen begeistert und kauften Olli ein.

Als Nils Egerbrandt im Jahre 1960 die Geschichten des Rekruten 91:an Karlsson fortsetzen sollte, zeigte sich dies als Herausforderung, denn nun sollte der Künstler plötzlich im Stil von Petersson arbeiten, da die Leser sich an die Ursprungsfigur gewöhnt hatten. In den ersten Ausgaben der Zeitschrift gelang Egerbrandt die Anpassung der Figur an seinen Vorgänger halbwegs, aber mit der Zeit verlieh er dem Soldaten dann doch seine persönlichen Züge. In den 60er Jahren war Egerbrandt voll mit dem Zeichnen für die Zeitschrift 91:an beschäftigt, da er mit der Zeit auch andere Serien dafür zeichnen und schreiben sollte. Erst in den 70er Jahren bekam der Künstler dann, durch Gunnar Persson, eine wertvolle Hilfe. Auch wenn Egerbrandt in den 90er Jahren die Arbeit am Soldaten 91:an Karlsson anderen Zeichnern übergab, so zeichnete er noch bis zu seinem Tod die Titelseite der Weihnachtsausgabe von 91:an.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. November 2015

Der schwedische Künstler Axel Fridell

Axel Fridell kam am 6. November 1894 als Sohn eines Möbelschreiners in Falun zur Welt und arbeitete nach seinem Volksschulabschluss erst als Laufbursche und später in der Grube seines Heimatorts. Gleichzeitig besuchte er die Abendschule in Falun und 1909 begann er, vor allem als Autodidakt, mit einer Kunstausbildung. Mit 19 Jahren entschied sich Fridell dann nach Stockholm zu ziehen, wobei er dort nur kurze Zeit die Malerschule Carl Wilhelmson besuchte bevor er in der Kunsthochschule der schwedischen Hauptstadt aufgenommen wurde und ernsthaft Kunst zu studieren begann.

Allerdings schloss Axel Fridell seine Ausbildung an der Kunsthochschule in Stockholm nie ab, da er 1916, gemeinsam mit seinem Freund Bertil Bull Hedlund, von der Schule verwiesen wurde da er zu häufig abwesend war und in den Augen seiner Lehrer sein Studium nicht ernst nahm. Aber dennoch war es Fridell in diesen Jahren bereits gelungen in Kunstkreisen bekannt zu werden und er hatte seine Technik gefunden, die sich mehr in der Graphik ansiedelte, denn Fridell war ein Meister des Kupferstichs geworden, mit einer Neigung zur Kaltnadelradierung. In diesen wenigen Jahren hatte der Künstler allerdings nicht nur die Technik des Kupferstichs gelernt, sondern auch einen etwas makabren humoristischen Zeichenstil entwickelt und dabei einige im ganzen Land bekannte Karikaturen geschaffen.

Axel Fridell, der eine sehr unruhige Natur war und am 26. Mai 1935 an Lungenkrebs in Stockholm starb, erhielt in sehr wenigen Jahren mehrere Stipendien, die ihm einige Auslandsreisen erlaubten und wurde auch mit Portraits einiger bedeutender schwedischer Persönlichkeiten beauftragt. Wirklich bedeutend sind jedoch seine Kupferstiche, die ein etwas mystisches Bild von Falun, Stockholm, London oder auch Paris zeigen, denn Fridell suchte überall das Verborgene, oder eine Stimmung die von der Wirklichkeit ablenkt. Heute gilt der Künstler als einer der bedeutendsten Graphiker Schwedens, wobei einige seiner bedeutendsten Werke im Museum in Falun zu entdecken sind.


6. November 1632: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 6. Oktober 2015

Der schwedische Künstler Einar Nerman

Einar Nerman kam am 6. Oktober 1888 als Sohn eines Buchhändlers in Norrköping zur Welt, der Stadt in der er auch eine für seine Zeit sehr freie Erziehung erhielt. Als Nerman nach einigen Schuljahren das Gymnasium abbrechen wollte um Künstler zu werden, so stieß er auf keinerlei Widerstand und sein Vater sorgte unmittelbar dafür dass der junge Nerman 1905 bei der Schule des Kunstverbands in Stockholm Malerei studieren konnte. Als die Schule nur drei Jahre später aufgelöst wurde, ging Nerman nach Paris um dort erst bei der Académie Colarossi und anschließend bei Matisse sein Studium fortzusetzen. Nach seiner Rückkehr nach Stockholm im Jahre 1910 besuchte er noch einige weitere Kunstschulen, jedoch nur bis 1912, als Nerman erneut die berufliche Richtung ändern wollte.

1912 schrieb sich Einar Nerman daher in der Schauspielschule von Elin Svensson ein und ein Jahr später nahm er zusätzliche Tanzstunden bei Anna Behle. Letztere verhalf Nerman dann auch zu Auftritten und Tourneen nach London und in die USA. Als sich der Tänzer dann in den 20er Jahren in London aufhielt, begann er Karikaturen bekannter Persönlichkeiten für die Zeitschrift The Tatler zu zeichnen, die ihn in diesem Bereich  sehr schnell bekannt machten. Ab dieser Zeit arbeitete Nerman gleichzeitig als Tänzer, zeichnete Karikaturen und begann bei Söndags-Nisse und anderen Zeitschriften zu arbeiten. Gleichzeitig illustrierte der Künstler noch Bücher von Selma Lagerlöf  und anderen Literaten seiner Zeit.

Ab den 30er Jahren kehrte Einar Nerman immer mehr zur Malerei zurück und 1936 entstand dann sein bekanntestes Bild, das jeder Schwede kennt, nämlich die Zeichnung Solstickan auf den Streichholzschachteln. Während des Zweiten Weltkriegs ging Nerman mit Familie nach Hollywood wo auch sein berühmtes Gemälde von Greta Garbo entstand, das man heute im Nationalmuseum in Stockholm findet. In den USA zeichnete er auch die größten Filmstars der Zeit für The American Journal, die den Künstler in den USA bekannter machten als in seiner Heimat. Heute gilt Einar Nerman, der am 30. März 1983 auf Lidingö starb, zu den bedeutendsten Karikaturisten Schwedens, der tausende von Zeitdokumenten in Karikaturform hinterließ.


6. Oktober 1550: Karin Månsdotter, die erste bürgerliche Königin Schwedens
6. Oktober 1820: Jenny Lind erscheint auf einem schwedischen Geldschein
6. Oktober 1821: Der schwedische Naturwissenschaftler Anders Jahan Retzius
6. Oktober 1869: Bo Bergman, zwischen Realismus und Belletristik
6. Oktober 1872: Der Sturz des Ministerpräsidenten Carl Gustaf Ekman
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und die Bibel für Mütter
6. Oktober 1942: Anna Wahlgren und das Barnaboken
6. Oktober 1946: Per Albin Hansson, ein Antialkoholiker als Ministerpräsident
6. Oktober 1958: Die Mosebackes Monarchie wird ausgerufen

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 22. September 2015

Der satirische Zeichner und Künstler Ivar Starkenberg

Auch wenn Ivar Starkenberg im Laufe seines Lebens sehr viele unpolitische Zeichnungen aus dem Sport- und dem Kulturleben veröffentlichte und auch als Künstler tätig war, galt er bei seinem Tod am 22. September 1947 als einer der wichtigsten politischen, satirischen Zeichner Schwedens. Noch weniger bekannt als seine kulturellen Zeichnungen waren allerdings seine Gedichte, die er unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht hatte. Von seinem schöngeistiges Jugendwerk, das er unter dem Namen Brutus veröffentlicht hatte, wollte der Künstler später selbst nichts mehr wissen und gab vor sich nicht mehr daran zu erinnern.

Ivar Starkenberg war am 27. Februar 1886 als Sohn eines Zöllners in Stockholm zur Welt gekommen und begann mit 13 Jahren in wechselnden Berufen zu arbeiten, zu denen man keine Ausbildung benötigte, verdankte es jedoch seiner Intelligenz zum Buchhalter aufzusteigen und wurde 1990 Hausmeister im Reichstag. Um diese Zeit begann sich Starkenberg auch für Karikaturen zu interessieren, parallel zu seinem Engagement in der immer stärker werdenden Arbeiterbewegung Schwedens, was sich in seinem Album Farbröder aus dem Jahre 1912 zeigt, einer Sammlung an Karikaturen der damaligen Parlamentarier. Obwohl Starkenberg auch als Zeichner ein Autodidakt war, begann er ab 1913 satirische Zeichnungen in der Presse der Arbeiterbewegung zu veröffentlichen.

Sehr früh wurden die Karikaturen von Ivar Starkenberg in Zeitungen wie dem Social-Demokraten, Söndags-Nisse und dem Grönköpings Weckoblad veröffentlicht, wobei er ab 1912, gemeinsam mit Erik Lindorm, auch die satirische Zeitschrift Naggen, den schwedischen Simplicissimus, herausgab, die bis 1922 existierte. Auch wenn Starkenberg sich im Grunde am Rande des extrem linken Flügel der Sozialdemokraten Schwedens bewegte, entwickelte er sich ab den 20er Jahren zum wichtigsten zeichnerischen Agitator der Partei und erhielt auch den Auftrag mehrere der Plakate der Sozialdemokraten zu malen. Eine besondere Eigenart des satirischen Zeichners war, dass er bei der politischen Satire keine Auftragsarbeit annahm, sondern grundsätzlich nur seine selbst geschaffenen Werke zur Veröffentlichung anbot.


22. September 1782: Fredrik Westin, vom Portraitmaler zum Maler von Altarbildern
22. September 1790: Anders af Botin und die Geschichtsschreibung Schwedens
22. September 1855: Der schwedische Architekt Gunnar Asplund 
22. September 1906: Oscar Levertin, Autor, Literaturkritiker und Professor
22. September 1932: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
22. September 1959: Johan Norberg und der moderne Jazz Schwedens
22. September 1993: Kommerzielle Radiostationen erreichen Schweden
22. September 2008: Olov Svedelid, Kriminalromane im Stockholmer Milieu

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Samstag, 19. April 2014

Der schwedische Bischof Johan Wingård

Johan Wingård wurde am 19. April 1738 in Kville im Bohuslän geboren und studierte nach seiner Hochschulreife in Göteborg an der Universität Uppsala Philosophie. Sein Aufstieg begann im Jahre 1767, als er Hofpredikant beim schwedischen Kronprinzen Gustaf, dem späteren Gustav III., wurde und sechs Jahre später auch Beichtvater und Oberhofprediger bei der Witwenkönigin Lovisa Ulrika, denn in dieser Zeit konnte der Priester und Philosoph im Königshaus sehr wichtige Kontakte knüpfen, die über seine gesamte Zukunft entscheiden sollten.

Johan Wingåd blieb bis 1780 in Stockholm, wo er ein Jahr früher auch seinen Doktor in Theologie abgelegt hatte, um jedoch anschließend als Bischof nach Göteborg zu kommen. Dort ernannte Wingård nicht weniger als 14 Proste, was eine erstaunliche Menge war, ihm jedoch jede Menge an Freizeit ließ. Als man dann in Göteborg einen Domprosten suchte, ließ Wingård seine Beziehungen am Hof spielen und suchte diese Stelle direkt über den König. Ohne dass dann gewählt wurde, erhielt der Bischof daher auch diese Stelle verliehen. Durch diese Manipulation, die man in Göteborg kaum schätzte, konnte sich Wingård seine finanzielle Zukunft sichern und wurde zu einem der am besten bezahlten Kirchenfürsten Schwedens.

Aber auch der Schutz des Königs konnte allerdings nicht verhindern, dass sehr bald bissige Karikaturen mit Johan Wingård als Hauptfigur in ganz Schweden auftauchten und er nicht gerade als gutes Beispiel für einen Bischofs galt. Auf Grund seines guten Verhältnisses zum König wurde Wingård bei der Gründung der Svenska Akademien auch direkt als Mitglied eingesetzt. Während der Reichstage zwischen 1778 und 1800 war Wingård zudem ein Abgeordneter des Priesterstandes und konnte bei zwei heimlichen Ausschüssen auch die Politik des Landes teilweise beeinflussen. Wingård starb am 12. Januar 1818 im Alter von 79 Jahren in Göteborg.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation 
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen 
19. April 1958: Mit der Fähre von Trelleborg nach Sassnitz 
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Februar 2014

Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse

Als am 16. Februar 1862 die politisch satirisch Wochenzeitung Söndags-Nisse erstmals erschien, hatten Gustaf Wahlbom als Verleger und Lorentz Reinhold Leonhard Götberg als Redakteur nicht nur die Presse Schwedens revolutioniert, sondern auch die erste illustrierte nordische Zeitung für Humor und Satire geschaffen bei denen die Illustrationen im Vordergrund standen, die zu Beginn zudem ohne jede Signatur veröffentlicht wurden, auch wenn man heute weiß, dass der Verleger und der Redakteur diese anfertigten.

Wahlbom und Götberg hatten die Idee für die Zeitung aus Amerika übernommen und sahen mit Söndags-Nisse die Möglichkeit auf ironische Weise aktuelles Zeitgeschehen an die Öffentlichkeit zu tragen, eine Methode, die der Zeitung sehr schnell zum Erfolg verhalf, wobei erstaunlich ist wie viele der „angesprochenen“ Themen noch heute, wenn auch auf modernere Weise, ihre Gültigkeit behalten haben und dem Leser das politische Denken aller Zeiten sehr deutlich näher bringen.

Die Zeitung Söndags-Nisse erschien von 1862 bis 1924 regelmäßig einmal die Woche und zog einige der bekanntesten Karikaturisten und Humoristen Schwedens an, allen voran Oskar Andersson, Frans Hodell und Hans Zetterström. Im Jahr 1924 vereinte sich Söndags-Nisse mit der humoristischen Zeitung Strix, die im Jahre 1897 entstanden war und unter seinen Autoren und Zeichnern Namen wie Gustaf Fröding, Verner von Heidenstam, Carl Larsson oder Bruno Liljefors zählte. Leider wurde die neue Zeitung Söndagsnisse-Strix dann im Jahre 1955 eingestellt. Eine kurze Auferstehung erlebte Nya Söndagsnisse-Strix nochmals als Beilage zum Grönköpings Veckoblad, das seinerseits im Jahre 1902 als Beilage zu Söndags-Nisse erschienen war. Wegen der schlechten finanziellen Lage wurde jedoch auch der Nya Söndagsnisse-Strix 2006 endgültig zu Grabe getragen.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der schwedischen Sprachforscher 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und die politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 19. Januar 2013

Axel Petersson, bekannt als Döderhultarn

Auch wenn Axel Petersson, der als künstlerischer Holzschnitzer unter dem Namen Döderhultarn bekannt wurde, bereits gegen 1890 seine ersten Skulpturen schnitzte und damals noch für 25 Öre pro Stück verkaufte, so wurde der Künstler erst am 19. Januar 1909 mit seinen „Ottenbyarna“ bekannt, an der Karikatur-Ausstellung von Hasse Z und Söndags-Nisse teilnahm und dort mit seinen einfach geschnitzten Gruppenbildern geradezu eine Sensation auslöste.

Der Döderhultarn aus Oskarshamn, der gegen 1880 Portraits zu schnitzen begonnen hatte, schnitzte seine ersten „Ottenbyarna“ im Jahre 1897, Figuren und Gruppen von Personen, die die Bevölkerung Smålands als geschnitzte Karikatur-Bilder darstellen. Niemand entkam ihm, denn er schnitzte Bauern, Priester, Amtspersonen und zahlreiche Tiere und Einrichtungsgegenstände. Meist stellte Axel Petersson nicht nur eine einzelne Person dar, sondern bettete sie in eine Gruppe ein und schuf damit Bilder von Beerdigungen, von Hochzeiten, Gerichtsverhandlungen und anderen Gelegenheiten des Alltags.

Heute kann man die Figurengruppen des Döderhiltarn in den bedeutendsten Museen Schwedens finden, zumal er sich als Künstler dadurch von anderen Holzschnitzern absetzte und hervorhob, dass er den Kernpunkt einer Person festhalten konnte und nie versuchte eine künstlerische Feinarbeit zu leisten. Die größte Sammlung seiner Werke findet man im sogenannten Dödarhultarmuseet in Oskarshamn, das permanent über 200 seiner Werke ausstellt. Wer sich mehr für die Arbeit des Künstlers interessiert, kann anschließend auch noch das Atelier von Axel Petersson besuchen, das nicht sehr weit entfernt vom Museum zu finden ist.


19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der romantische Skalde Schwedens
19. Januar 1790: Per Daniel Amadeus Atterbom, der letzte Skalde

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 16. Oktober 2012

Ulf Ivar Nilsson und die gezeichnete Gesellschaftskritik

Der Journalist, Schriftsteller und Karikaturist Ulf Ivar Nilsson, geboren am 16 oktober 1946 in Bollnäs, arbeitete von 1966 bis 1989 beim Arbetarbladet in Gävle, einer Stadt, die er in gewisser Weise nie verlassen hat, obwohl er mittlerweile in Stockholm wohnt und eine Medienfirma betreibt. Ulv Ivar Nilsson zeichnet aber weiterhin für Gävle und das Gästrikland, eine Tätigkeit, der er ursprünglich nur neben seiner Arbeit als Journalist und Reporter nachging.

Seine Karriere als Karikaturist begann der Journalist indes gleichzeitig mit seinen ersten journalistischen Schriften, auch wenn Ulf Ivar Nilssson damals noch nicht ganz klar war, dass ihm gerade diese Zeichnungen den großen Erfolg bringen sollten, denn bereits nach wenigen Jahren an Veröffentlichungen im Arbetarbladet kamen auch Anfragen vom Svenska Dagbladet, von der Norrskensflamman und schließlich auch Aufträge von Verlagen, die von ihm Illustrationen für Märchenbücher wollten.

Aber was macht eine Karikatur von Ulf Ivar Nilsson so einmalig? Vielleicht einfach die Tatsache, dass er sich an zeitnahen Themen heranmacht, die von nationalem und internationalem Interesse sind. Vielleicht aber auch die Tatsache, dass er mit seinen Karikaturen auch eine Geschichte erzählt, die meist mit schwedischem Verhalten zusammenhängt. Geradezu ein Sammelwerk wurde seine Geschichte Gävles in Form von Karikaturen, die seit 2002 jedes Jahr von der Stadt veröffentlicht wird und, im Gegensatz zu normalen Projekten einer Stadt, dieser sogar einen Gewinn beschert.


16. Oktober 1901: Erste schwedische Antarktisexpedition
16. Oktober 1944: Bunny Ragnerstam, Gesellschaftskritik im Kriminalroman 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 10. Juli 2012

Elov Persson und Familie Kronblom

Am 10. Juli 1894 wurde Elov Persson in Höstbo geboren, ein Serienzeichner, der im Jahre 1924 mit ”Kaspersson” die ersten Erfolge hatte und ab der ersten Veröffentlichung der Familie Kronblom am 17. Juli 1927 in der Wochenzeitschrift „Allt för Alla“ einen enormen Durchbruch hatte und bisher drei Generationen dazu bringt die ursprünglichen Figuren aufrecht au halten, denn Herr Kronblom wurde zu einer gezeichneten Kultfigur Schwedens der bisher knapp 10.000 Seiten an Zeichenpapier füllte.

Dass Elov Persson allerdings mit Serienzeichnungen sein Geld verdienen sollte und dabei auch noch berühmt wurde, war allerdings nicht einmal im Traum des Zeichners möglich, denn in der Schule hatte er im Zeichnen schlechte Noten, weil seine Neigung zur Karikatur bereits in diesem Alter durchbrach. Nach der siebten Klasse begann die körperliche Arbeit im Sägewerk, in der Ziegelfabrik, als Waldarbeiter und Elov hatte nur am Abend etwas Zeit zum Zeichnen. Von einer Ausbildung als Zeichner an einer Kunsthochschule wagte Elov Persson daher nicht einmal zu träumen. Erst als er als Fabrikarbeiter in Gävle arbeitete, hatte er etwas mehr Freizeit und wage er sich an einen Fernkurs zum Reklamezeichner, den er allerdings nie abschloss.

Elov Persson fühlte seine Personen nur in Karikaturen und Zeichnungen von Serien, was ihn schließlich zu seiner wichtigsten Figur führte, zu Kronblom. Kronblum ist ein Mann in den Vierzigern, der sein Leben überwiegend auf dem Sofa verbringt, was seine Frau Malin weniger begeistert und die Schwiegermutter Agata geradezu zur Weißglut bringt. Dieses gespannte Verhältnis zur Schwiegermutter bringt Kronblom in Bewegung, denn um sie los zu werden, ist ihm keine Mühe zuviel. Den Erlebnissen der Familie Kronblom und anderer Figuren kann man heute in der Serienzeitschrift 91:an und der Wochenzeitschrift Allers folgen.


10. Juli 1877: Die erste Straßenbahn rollt auf Schwedens Straßen 
10. Juli 1970: Der Weg der schwedischen Sängerin Helen Sjöholm

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. März 2012

Fritz von Dardels schwedische Kulturgeschichte

Fritz von Dardel wurde am 24. März 1817 in Neuchâtel in der Schweiz geboren, obwohl bereits seine Eltern überwiegend in Schweden lebten und 1810 auch in Schweden geadelt worden war. Mit sechzehn begann Fritz von Dardel dann seine militärische Laufbahn und wurde 1850 Adjudant beim damaligen Kronprinzen und späteren König Karl XV., was ihm einen tiefen Einblick in das Leben am Hofe bot.

Auch wenn Fritz von Dardel nur eine relativ oberflächliche Ausbildung als Künstler hatte, wurde er 1864 unter Karl XV. der Vorsitzende in der Akademie für Freie Kunst in Stockholm und nur drei Jahre später auch Sprecher des Nationalmuseums. In dieser Zeit wurde er dann als führender Kunstkenner in ganz Europa bei zahlreichen Kunstausstellungen in die Jury berufen, was er insbesondere seinen früheren Karikaturen und Zeichnungen verdankte, auch wenn diese nicht veröffentlicht worden waren.

Während die militärischen Leistungen von Fritz von Dardel, und auch seine öffentliche Arbeit, kaum über durchschnittliche Leistungen einer Person mit guten Beziehungen hinausgingen, hinterließ er mit seinen Karikaturen und Aquarellen, die vor allem zwischen 1840 und 1860 entstanden, einen bedeutenden kulturhistorischen Beitrag, da diese Zeichnungen, teilweise in Tagebuchform, das bürgerliche und das höfische Leben der Epoche sehr eindrucksvoll vermitteln. Fritz von Dardel hatte seine Werke in französisch kommentiert, wobei alle sieben Bände von seinen Söhnen ins Schwedische übertragen und dann posthum herausgegeben wurden.

24. März 1975: Streik der Waldarbeiter in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin