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Mittwoch, 12. Oktober 2016

Der schwedische Schriftsteller Clas Livijn

Als der Schriftsteller Clas Livijn am 12. Oktober 1844 in Stockholm starb, hinterließ er im Grunde nur ein einziges bedeutendes Werk, das 1824 erstmals unter dem Titel Spader Dame veröffentlicht wurde und die vermutlich beißendste Gesellschaftssatire seiner Zeit war, die den Autor auf das gleiche Niveau stellt wie E. T. A, Hoffmann. In Spader Dame findet man nicht nur eine deutliche Gesellschaftskritik, sondern Livijn zeigt dabei auch die gesamte Breite seines schriftstellerischen Könnens. Die Einzigartigkeit des Werkes drückt sich auch dadurch aus, dass Spader Dame noch 1997 von der Svenska Akademien neu aufgelegt wurde.

Clas Livijn war am 12. November 1781 als Sohn eines Priesters in Skänninge zur Welt gekommen. Als Livijns Vater zu Beginn der 80er Jahre starb und die Mutter über das Vermögen der Familie entschied, war Lilijn gezwungen sich einen Großteil seines Lebensunterhalts selbst zu verdienen, da die Mutter ihre Kinder nicht von ihrem Reichtum profitieren lassen wollte. Dieses Verhalten führte vermutlich auch zum Hass, den Livijn später gegenüber dem Bürgertum zeigte und in seinen Werken sehr deutlich ausdrückte. Livijn nabelte sich dabei auch von der gesamten Gesellschaft ab, denn er kritisierte auf satirische Weise alle anerkannten Poeten jener Epoche und stellte sich gegen die leichte Bestechlichkeit aller Beamter, die der Schriftsteller zudem als ungebildet bezeichnete.

Auch wenn die Karriere von Clas Livijn im Grunde festlag, da eine Linie von Priestern nur neue Priester hervorbringen konnte, und Livij sich mit 19 Jahren an der Universität Lund einschrieb um Theologie zu studieren und er sich, nach dem Tod des Vaters, dieses Studium 1802 an der Universität Uppsala fortsetzte, sollte der Geiz der Mutter diesem Plan ein Ende setzen. Als es Livijn 1804 dann auch nicht gelang ein Stipendium für ein wissenschaftliches Studium zu erringen, blieb ihm nur der Weg zu einer Beamtenlaufbahn und er begann, nach einem Examen in Jura, am Svea Hovrätt zu arbeiten. Aber auch dies sollte keine Karriere ermöglichen, da sich Livijn sich nie für eine gerade Linie entscheiden konnte und selbst innerhalb der Literatur bis zum Lebensende einen persönlichen Weg suchte.


12. Oktober 1617: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
12. Oktober 1831: Anders Gustaf Jönsson und die Abstinenzbewegung
12. Oktober 1908: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös
12. Oktober 1948: Emilie Rathou, die Gründerin des Vita bandet
12. Oktober 1953: Hjalmar Hammarskjöld, ein Jurist als Ministerpräsident
12. Oktober 1976: Die schwedische Hochspringerin Kajsa Bergqvist 

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 23. Mai 2016

Martin Nilsson: Krikaturist, Schriftsteller und Liederautor

Martin Nilsson wurde am 23. Mai 1890 als Sohn eines Arbeiters in Stockholm geboren und ging mit 14 Jahren zur See. Als er nach drei Jahren abmusterte, hatte er nicht nur Erfahrung als Seemann gesammelt, sondern er hatte auch begonnen Karikaturen zu zeichnen. Noch 1907 zeigte er einige dieser Zeichnungen Hasse Zetterström, dem Chefredakteur der ironischen Zeitschrift Söndags-Nisse. Zetterström erkannte unmittelbar das Talent Nilssons und kaufte ihm nicht nur einige seiner Zeichnungen ab,sondern sorgte auch dafür, dass Nillson als Stipendiat an der Althins målarskola aufgenommen wurde um dort auch die Technik des Zeichnens von Grund auf zu lernen.

Nur ein Jahr später begann Martin Nilsson für die satirische Zeitschrift Pajazzo zu arbeiten, wobei der Zeichner bald darauf Aufträge für nahezu alle ironischen und satirischen Zeitschriften Schwedens erhielt, denn neben Söndags-Nisse arbeitete er für Strix, Puck, Nya Nisse, Kaspar und andere mehr. Bedeutend sollte für Nilsson jedoch die politische satirische Zeitschrift Naggen werden, die Erik Lindorm zum Simplicissimus Schwedens machte, denn bei dieser Zusammenarbeit entwickelte Nilsson seinen von Albert Engström beeinflussten persönlichen Stil, der den Zeichner zu einem der bedeutendsten Karikaturisten Schwedens machte, wobei die Stärke des Künstlers ab dieser Zeit die volkstümliche Anekdote war.

In den Jahre zwischen 1917 und 1919, als Martin Nilsson vor allem für Naggen zeichnete, begann er auch die ersten Seemannslieder zu veröffentlichen, die wiederum Ernst Rolf hörte und in einigen seiner Revuen verwendete. In den Folgejahren war Nillson als Liederschreiber extrem aktiv und gab mehrere Sammlungen von Seemannslieder heraus, die teilweise auch von Fred Åkerström übernommen wurden. Ab 1924 bis zu seinem Tod am 22. September 1963 entwickelte sich Martin Nilsson dann auch noch zu einem Schriftsteller von humoristischen Novellen, die er alle selbst bebilderte. Die meisten dieser Novellen erschienen in der damaligen Arbeiterpresse, also im Social-Demokraten und in Vi. Erst wesentlich später erschienen dann auch zwei Novellensammlungen Nilssons in Buchform.


23. Mai 1654: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
23. Mai 1843: Der schwedische Künstler Karl Konrad Simonsson
23. Mai 1891: Pär Lagerkvist und ein Leben ohne Gott
23. Mai 1913: Folke Mellvig, der schwedische Krimiautor der 50er Jahre
23. Mai 1929: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson
23. Mai 1936: Der Stockholmer Flughafen Bromma
23. Mai 1944: Lena Nyman und die sündige Filmwelt Schwedens
23. Mai 1951: Tetra Pak, eine schwedische Marke und Erfindung
23. Mai 1962: Die neunjährige schwedische Grundschule

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. Juli 2015

Erik Zetterström, bekannt als Kar de Mumma

Als Erik Zetterström, mehr bekannt unter seinem Pseudonym Kar de Mumma, am 7. Juli 1997 in Stockholm starb, gab es kaum einen Schweden, der den humoristisch satirischen Schriftsteller und Kolumnisten nicht kannte und nur wenige hatten nicht mindestens eine seiner Revuen besucht, auch wenn sein Humor, allein wegen seiner sehr bürgerlichen Herkunft, einen ausschließlich konservativen Charakter hatte. Auf Grund seiner verständlichen Sprache, gelang es Kar de Mumma selbst Zugang zu jenen zu finden, die seine Einstellungen nicht teilten.

Erik Zetterström war am 14. August 1904 auf Östermalm in Stockholm geboren worden und wollte, als er bereits drei Kinderbücher veröffentlicht hatte, eigentlich Schauspieler werden. Aber nach zwei Nebenrollen im Film, musste Kar de Mumma einsehen, dass er diesen Traum begraben musste und er begann seine erste Revue zu schreiben, genauer genommen seine ersten Sketsche. Bereits seit erster Sketch sagte dem Stockholmer Revuekönig Ernst Rolf zu und Zetterströms Werk wurde innerhalb der Rolf-Revue im Jahre 1926 aufgenommen. In den darauf folgenden Jahren arbeitete Zetterström an mehreren Revuen, unter anderem auch für Karl Gerhard, bis er ab 1937 jährlich eine eigene Revue präsentierte, eine Arbeit, die er bis 1978 fortsetzte.

Auch wenn Kar de Mumma mit seinen eigenen Revuen einen großen Erfolg hatte, so trat seine satirische und humoristische Veranlagung noch mehr bei seinen Kolumnen zu Tage, da er hier über aktuelle Angelegenheit schrieb und dabei auch zu Worten griff, die man mehr in der Umgangssprache suchen muss als im Hochschwedischen. Zetterström hatte seine erste Kolumne 1922 im Svenska Dagbladet veröffentlicht und die letzte nur kurz vor seinem Tod in der gleichen Tageszeitung. Die meisten seiner Publikationen findet man in den insgesamt rund 90 Büchern, die Kar de Mumma im Laufe seines Lebens schrieb. Die Anzahl seiner Kolumnen erreichte insgesamt die stolze Zahl von 20.000, was einen Eindruck über die Arbeitsleistung Zetterströms bietet.


7. Juli 1810: Carl August Hagberg und die schwedische Literatur
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær und die schwedische Satire
7. Juli 1854: Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus
7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
7. Juli 1933: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 18. Juni 2015

Der schwedische Sänger Magnus Uggla

Magnus Uggla wurde am 18. Juni 1954 in der gehobenen Schicht Stockholms geboren. Das Adelsgeschlecht Uggla ist sogar unter der Nummer 100 im Riddarhuset (Ritterhaus) der schwedischen Hauptstadt vermerkt. Zu seiner Geschlechterreihe gehört, unter anderem, auch der Kunstsammler Ernest Thiel. Sicher hatte diese „gesellschaftliche Last“ auch einen gewissen Einfluss auf Magnus Uggla, der sich im Alter von 16 Jahren der Musik zuwandte und mit Freunden der Nachbarschaft seine erste Band gründete, allerdings eine Hardrockband, die keinen Erfolg hatte, bis Uggla die Gruppe verließ und mit seinem Vater in die Innenstadt zog.

Magnus Uggla ließ sich nicht entmutigen, wandte sich nun jedoch dem englischen Punkrock zu. Im Jahre 1975 präsentierte der Sänger dann sein erstes Album unter dem Namen Om Bobbo Viking, das in gewisser Weise an den frühen David Bowie erinnert. Der Titelsong wurde 2009 in die 1000 schwedische Klassiker aufgenommen. Zwei Jahre später kam Ugglas zweites Album und Kritiker bezeichneten ihn als den ersten schwedischen Punkrocker, was Ugglas allerdings nicht sonderlich gefiel, da er diesen Stempel nicht wollte. Seine beiden Alben hatten so großen Erfolg, dass Magnus Uggla schon 1979 seine Magnus Uggla Band gründete und mit dem Song Johnny the Rocker an der Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest teilnahm. Da Uggla damit den letzten Platz belegte, wurde er 1979 nicht der Vertreter Schwedens.

In diesen Jahren übersetzte Magnus Ugglas auch einige seiner Lieder ins Englische und plante eine internationale Karriere. Aber auch wenn einige der Singles in den 80er Jahren in den USA, Deutschland und anderen Ländern erschienen, so blieb dort der Verkaufserfolg völlig aus. Ab Mitte der 80er Jahren ging Uggla mehr und mehr zum schwedischen Pop über und wurde mit seinen satirischen Einlagen in seinen Songs zu einem Warenzeichen, das ihn bis heute zu einer Kultfigur macht der man nicht entgehen kann. Mit För kung och fosterland versuchte sich Uggla 2007 erneut an der Vorausscheidung zum ESC, gelangte jedoch auch hier nicht in die Endausscheidung. Der größte Erfolg kam für Magnus Uggla dann im Jahre 2012, als er in der Sendung Så mycket bättre Olle Ljungströms Jag och min far interpretierte. Mit diesem Song schlug Uggla ab 2012 viele Rekorde in den Svensktoppen.


18. Juni 1754: Anna Maria Lenngren, Frauenbewegung und Bourgeoisie im 18. Jahrhundert
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1796: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
18. Juni 1827: Der schwedischen Sängerprinz Gustaf Oscar
18. Juni 1870: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
18. Juni 1947: Die Örebro-Ausstellung: Handwerk und Kleinindustrie
18. Juni 2003: Die verschwundene DC-3 und die Catalinaaffäre

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 13. August 2014

Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller

Frans Hodell kam am 13. August 1840 als Sohn eines Bäckermeisters in Stockholm zur Welt und gehörte daher zur Kleinbürgerklasse der schwedischen Hauptstadt. Auch wenn Hodell die höhere Schule begann, so war er wenig davon begeistert. Er brach daher die Ausbildung lange vor der Hochschulreife ab um Apotheker zu werden. Aber auch diesen Beruf fand er nicht sonderlich aufbauend, denn in seiner Freizeit schrieb er Theaterstücke und er las sehr viel. Bereits 1860 entschied sich Hodell dann für das Theater und trat der Selinderska Theatergesellschaft bei. Hier begann er nicht nur als Schauspieler, sondern er brachte auch gleich sein erster Theaterstück mit das von der Gruppe wohlwollend aufgenommen wurde.

Auch wenn Frans Hodell als Schauspieler nicht brillierte und sich daher immer mit kleineren Rollen zufrieden geben musste, so wurde er vor allem ab 1865 im Södra teatern, zu dem er in diesem Jahr wechselte, nahezu unentbehrlich, denn Hodell konnte schreiben und er sprach zudem Deutsch und Französisch. Sicher bekam er auch am Södra teatern erneut nur Nebenrollen, aber er leistete eine enorme Arbeit indem er Stücke übersetzte und selbst unermüdlich humoristische Lustspiele, die nahezu alle einen großen Erfolg brachten, für das Theater schrieb.

Im Jahre 1870 erkannte Frans Hodell selbst, dass er kein Talent für die Bühne hatte und er entschied sich nun vor allem an Theaterstücken zu arbeiten und verstärkte seinen Einsatz bei der humoristischen Zeitschrift Söndags-Nisse bei der er seit 1864 mitarbeitete. Als J. G. Schulz, der Herausgeber der Zeitung, 1869 an Tuberkulose erkrankte, wurde Hodell zum Chefredakteur und 1881 übernahm er als sogar Eigentümer die humoristischen Zeitschrift. Heute ist die kurze Karriere Hodells als Schauspieler ganz vergessen, denn er prägte Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur die bedeutendste Satirezeitschrift Schwedens Söndags-Nisse, sondern er gilt mit mehr als 100 Theaterstücken auch als einer der wichtigsten Lustspielschreiber Schwedens.


13. August 1135: Die Forsby kyrka (Kirche von Forsby) bei Skövde
13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborger Kulturfestival 2013

Montag, 23. Juni 2014

Carl Zetterström, bekannt unter der Signatur Carl Z

Carl Zetterström wurde am 23. Juni 1950 als Sohn des Schriftstellers Kar de Mumma (Erik Zetterström) und der Schriftstellerin Viola (Marianne Zetterström) in Stockholm geboren und folgte ab 1968, im gleichen Jahr als er die Hochschulreife ablegte, mit dem Buch Varför lagar ni inte ert tak, Klosterhage? den Spuren seiner Eltern und seines Großvaters Hasse Z. (Harald Zetterström), wobei bereits sein erstes Buch seinen Humor und seine nahezu absurde Denkweise als Autor spiegelte und gewissermaßen auch ein Markenzeichen der Linie Zetterström war.

In der Tat begann Carl Zetterström allerdings schon weitaus früher zu schreiben, denn gerade einmal zehn Jahre alt zeichnete er als Herausgeber, Journalist und Zeichner des zweimal jährliche erscheinenden Carls Dagblad, die der Junge als Skandalzeitung bezeichnete und mit der er immerhin rund 100 permanente Leser ansprach. Weitaus ernster zu nehmen war dann jedoch die Arbeit Zetterströms ab 1968, denn ab dieser Zeit begann der Autor für die Theaterbühne zu schreiben, machte sich als Schriftsteller bemerkbar und zeichnete Buchumschläge und Plakate, Arbeiten, die ihm auch den Weg zur Presse öffneten.

Carl Zetterström wurde in den Folgejahren einer der produktivsten Revue-Autoren, dessen Revuen und Cabarets auf den bedeutendsten Bühnen Schwedens gespielt wurden. Neben dieser Tätigkeit arbeitete Zetterström für den Expressen, das Aftonbladet und andere Zeitungen, aber machte sich auch in den satirischen Zeitschriften Söndags-Nisse und Strix bemerkbar. Da seine Art von Humor bei der Bevölkerung sehr gut ankam, wurde Carl Zetterström mit den Jahren auch immer häufiger vom Rundfunk und Fernsehen gebeten Sketsche und Satiren zu schreiben. Carl Zetterström starb am 31. Oktober 2005 in Stockholm.


23. Juni 1743: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
23. Juni 1869: Karl Tirén und die Welt der Samen
23. Juni 1875: Carl Milles, einer der grössten Skulpteure Schwedens
23. Juni 1903: Birgit Th. Sparre, die unbekannte Schriftstellerin
23. Juni 1923: Stockholms Stadshus, das Stadthaus wird eingeweiht
23. Juni 1952: Mittsommer (midsommar) in Schweden
23. Juni 1981: Zarah Leander, eine Karriere in Deutschland
23. Juni 1982: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Februar 2014

Die politisch satirische Zeitung Söndags-Nisse

Als am 16. Februar 1862 die politisch satirisch Wochenzeitung Söndags-Nisse erstmals erschien, hatten Gustaf Wahlbom als Verleger und Lorentz Reinhold Leonhard Götberg als Redakteur nicht nur die Presse Schwedens revolutioniert, sondern auch die erste illustrierte nordische Zeitung für Humor und Satire geschaffen bei denen die Illustrationen im Vordergrund standen, die zu Beginn zudem ohne jede Signatur veröffentlicht wurden, auch wenn man heute weiß, dass der Verleger und der Redakteur diese anfertigten.

Wahlbom und Götberg hatten die Idee für die Zeitung aus Amerika übernommen und sahen mit Söndags-Nisse die Möglichkeit auf ironische Weise aktuelles Zeitgeschehen an die Öffentlichkeit zu tragen, eine Methode, die der Zeitung sehr schnell zum Erfolg verhalf, wobei erstaunlich ist wie viele der „angesprochenen“ Themen noch heute, wenn auch auf modernere Weise, ihre Gültigkeit behalten haben und dem Leser das politische Denken aller Zeiten sehr deutlich näher bringen.

Die Zeitung Söndags-Nisse erschien von 1862 bis 1924 regelmäßig einmal die Woche und zog einige der bekanntesten Karikaturisten und Humoristen Schwedens an, allen voran Oskar Andersson, Frans Hodell und Hans Zetterström. Im Jahr 1924 vereinte sich Söndags-Nisse mit der humoristischen Zeitung Strix, die im Jahre 1897 entstanden war und unter seinen Autoren und Zeichnern Namen wie Gustaf Fröding, Verner von Heidenstam, Carl Larsson oder Bruno Liljefors zählte. Leider wurde die neue Zeitung Söndagsnisse-Strix dann im Jahre 1955 eingestellt. Eine kurze Auferstehung erlebte Nya Söndagsnisse-Strix nochmals als Beilage zum Grönköpings Veckoblad, das seinerseits im Jahre 1902 als Beilage zu Söndags-Nisse erschienen war. Wegen der schlechten finanziellen Lage wurde jedoch auch der Nya Söndagsnisse-Strix 2006 endgültig zu Grabe getragen.


16. Februar 1758: Der Kriegsheld Georg Carl von Döbeln
16. Februar 1869: Oscar Patric Sturzen-Becker, ein literarischer Revolutionär 
16. Februar 1880: Hjalmar Lundgren, Literatur und Lakalpatriotismus 
16. Februar 1895: Fredrik August Dahlgren, der schwedischen Sprachforscher 
16. Februar 1945: Rudolf Värnlund, der unverstandene Arbeiterliterat 
16. Februar 1957: Ingmar Bergmans Film „Das siebente Siegel“
16. Februar 1962: Das Kriegsschiff Vasa wird in Stockholm geborgen 
16. Februar 1969: Harry Hjörne rettet die GP (Göteborgs-Posten) 
16. Februar 1987: Carl von Linné ersetzt König Gustav II. Adolf 
16. Februar 1999: Björn Afzelius und die politische Kritik

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 7. Juli 2012

Henrik Bernhard Palmær, Satire als Journalismus

Henrik Bernhard Palmær starb am 7. Juli 1854 im Alter von knapp 53 Jahren als einer der vielleicht bissigsten Satiriker der schwedischen literarischen Landschaft, der im Laufe seines Lebens nahezu mit allen seinen Feinden auf literarische Weise abrechnete und sich am wohlsten fühlte, wenn er sich mit der Dummheit, Grausamkeit, Oberflächlichkeit und dem überflüssigen Glanz der damaligen Oberschicht auseinandersetzen konnte.

Henrik Bernhard Palmær begann nach seinem Studium in Uppsala als Chemie- und Pharmazieassistent beim Karolinska Institutet in Stockholm und zeigte dort bereits die Züge mit denen er durch sein ganzes Leben ging. Er war unbeständig und wenig für eine regelmäßige Tätigkeit geeignet. Das Ergebnis war daher, dass er seinen Arbeitsplatz nach drei Jahren verlor. Nach ebenso kurzer Zeit musste er dann auch das Aftonbladet verlassen und als sein Antrag als Lehrer von Beginn an scheiterte, gründete er die Zeitung Östgöta Correspondenten, die heute noch existiert.

Ab dieser Zeit entwickelte er dann seine extrem bissige Satire mit der er alle persönlichen Feinde angriff, was auch dazu führte, dass er wegen seinem Artikel „Yttersta domen i Kråkvinkel“ wegen Gotteslästerung angezeigt und die Zeitung beschlagnahmt wurde. Nach dem Freispruch kommentierte er dann die Verhandlung ebenfalls auf seine Weise. Aber auch dieses Projekt fesselte Henrik Bernhard Palmær nicht sehr lange und schon bald übergab er einem Mitarbeiter die Zeitung. Da Palmær immer nach kurzer Zeit etwas Neues beginnen musste, reiht sich dann ein Projekt an das andere. Noch kurz vor seinem Tod setzte er dann die „Östgöta-Gazetten“ in die Welt, die mit seinem Tod und nach 19 Nummern eingestellt wurde.


7. Juli 1890: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg 
7. Juli 1976: Das Riddarfjärdssimningen, ein Schwimmwettbewerb in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Juni 2012

Göteborger Humor in Film und Theater

Am 26. Juni 1987 hatte der erste Film der Göteborger Humorgruppe „Galenskaperna/After Shaves“ Premiere. Der Film „Leif“, eine Geschichte zum illegalen Waffenverkauf, schlug unmittelbar ein, allerdings nicht nur wegen dem humoristisch bearbeiteten Thema zur Zeit, sondern auch, weil nach dem Zusammenschluss der satirische Theatergruppe „Galenskaperna“ mit der humoristischen Musikgruppe „After Shaves“ eine Mischung entstanden war, die in Schweden bis heute einmalig ist.

Die beiden Gruppen, die seit 1982 überwiegend gemeinsam auftreten, sind noch heute die erfolgreichste schwedische humoristisch-satirische Gruppe, die ab September zum 30-jährigen Jubiläum eine hoch geladene Show im Göteborger Lorensbergsteatern bieten wird. Der Erfolg der Gruppe zeigt sich auch an der Anzahl der bisherigen Produktionen, denn es handelt sich dabei um nicht weniger als 28 Bühnenshows, fünf Fernsehserien, acht Filme, 30 Musikalben und unzähligen Tourneen durch den ganzen Norden.

National bekannt wurde Galenskaperna und After Shaves durch die Fernsehserie „Macken“, die Autowerkstatt „Roys & Rogers Bilservice“, die bis heute zu einer der Kultsendungen Schwedens gehört und von kaum einem Schweden vergessen wurde. Alle Bühnenproduktion der Gruppe waren seit dieser Zeit ausverkauft, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Gruppe bei ihren Themen zum aktuellen Geschehen greift und dabei jeden Missstand auf humorvolle, satirische Weise einem breiten Publikum näher bringt.


26. Juni 1959: Ingo (Ingemar Johansson) wird Weltmeister im Schwergewicht
26. Juni 1977: Der schwedische Sozialmediziner und Sexologe Gunnar Inghe 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 27. Juli 2011

Pelle Svanslös, die gutgläubigste Katze Schwedens

Am 27. Juli 1939 kam der erste von zwölf Bänden über die Katze Pelle Svanslös auf den Markt, eine Serie, die in Schweden ebenso bekannt wurde als die Bücher über Pippi Långstrump und der größte Erfolg des schwedischen Kinderbuchautors Gösta Lars August Knutsson, der allgemein nur als Gösta Knutsson bekannt ist, wurde. Eigentlich hieß der Autor ursprünglich Johansson, aber er passte seinen Namen den alten schwedischen Traditionen an indem er dem Vornamen seines Vaters, Knut, den son anhing.

Pelle Svanslös ist eine von Knutsson geschaffene Katze aus Uppsala, die sich durch ihre Gutgläubigkeit auszeichnet. Auch die anderen Figuren in seinem Buch sind Katzen, allerdings alles Katzen, die die Züge von wirklichen Personen aus Uppsala tragen. Das satirische Werk, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, war ein Ausdruck Gösta Knutssons gegen den steigenden Nationalsozialismus in Schweden, der bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges einsetzte.

Während Pelle Svanslös und Maja Gräddnos den Autor und seine Frau darstellen, nimmt Måns die Züge von Hitler und Mussolini an. Pelle Svanslös ist eine gutherzige und gutgläubige Katze, dessen Schwäche grundsätzlich von Måns und seinen Helfern Bill und Bull ausgenützt wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pelle Svanslös (Petter Schwanzlos) zu einer Kinderoper, einem Zeichentrickfilm, zu Bilderbüchern, einem Kinofilm und 1997 lief er während der Adventszeit in Form eines Theaterstücks als Adventskalender im schwedischen Fernsehen.

27. Juli 1225: Die Visby Sankta Maria Domkyrka, die Kathedrale Visbys
27. Juli 1361: Valdemar Atterdag erobert die Stadt Visby 

Copyright: Herbert Kårlin