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Sonntag, 2. April 2017

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg liegt auf einem Hügel im Stadtteil Olivedal, dem Dahlins berg, und beeindruckt von weitem mit ihrem Aussehen. Ihren Namen erhielt die Kirche nach König Oscar II., der die Oscar Fredriks kyrka 1898 persönlich besuchte und sich im Gästebuch eintrug. Der Hügel erhielt seinem Namen nach dem Kaufmann Samuel Dahlin, der nur eine kurze Strecke davon entfernt auch eine Reederei hatte und sich bedeutend für den Bau der Kirche einsetzte. Trotz ihrer Größe und dem imposanten Aussehen, handelt es sich bei der Oscar Fredriks Kirche lediglich um eine Stadtteilkirche, die deswegen kaum von Besuchern der Stadt entdeckt wird.

Eingeweiht wurde die Oscar Fredrik kyrka am 2. April 1893, einem Ostersonntag, vom Bischof des Stiftes, Edvard Herman Rohde. Der Bau als solches gehört mit zu den bedeutendsten Werke des Architekten Helgo Zettervall, der der Kirche nicht nur seinen neugotischen Stil gab, sondern dabei zu Ziegeln griff, die ein Kennzeichen der Nationalromantik sind, eine Kombination, die man bei keinem anderen Bauwerk Schwedens finden kann, da es sich dabei im Prinzip um einen Stilbruch handelt und gegen die architektonische Linie jener Jahre lief.

Die Oscar Fredriks Kirche unterscheidet sich aber auch noch in anderen Punkten von den traditionellen Kirchen Schwedens, denn der Kirchturm wurde am Chor gebaut, was dem Bau eine besondere Charakteristik verleiht. Zum weiteren findet man in der Kirche nicht einen einzigen Gegenstand, der älter wäre als die Kirche selbst, da man nie versuchte dort Kirchenschätze zu sammeln, sondern die Einheit erhalten wollte, trotz mehrmaligen Restaurationsarbeiten und einigen kleineren Umbauten. Wer das Innere der Kirche besucht, kann sogar noch die farbliche Entwicklung der Oscar Fredriks kyrka verfolgen, da man bei der letzten Restauration im Jahre 1974 zur Dokumentation Flächen mit den ursprünglichen Farben freilegte und seither erhält.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. März 2017

Das Rathaus in Borås

Das vermutlich am häufigsten fotografierte Gebäude in Borås ist das Rathaus, das noch heute mit seinem nationalromantischen Stil alle Augen auf sich zieht. Als das Rathaus Borås am 7. März 1910 eingeweiht wurde, fand man hier natürlich nicht nur, wie heute, ein Gerichtsgebäude und ein Restaurant, sondern im Rathaus fand man, wie zu jener Zeit üblich, auch die Stadtverwaltung und die Polizei, die beide längst in neue Gebäude umgezogen sind, so dass das Gericht nahezu den gesamten Platz einnehmen konnte. Aus dem einstigen Plenarsaal für den Stadtrat wurde mittlerweile ein Gerichtssaal. Die zahlreichen Kalkmalereien im Inneren waren ursprünglich für die Stadtverwaltung gedacht und wirken mittlerweile in einem Gerichtsgebäude etwas fehl am Platz.

Bereits im Juni 1906 hatte der Stadtrat in Borås sich für den Bau eines neuen Rathauses entschieden und eine Ausschreibung für Architekten bekannt gemacht. Es kamen 33 verschiedene Vorschläge, wobei sich die Stadt dann für die Arbeiten von Ivar Tengbom und Ernst Torulf entschied, zwei Architekten, die um diese Zeit auf der Spitze ihrer Karriere standen und einige der bedeutendsten nationalromantischen Gebäude Schwedens errichteten. Dass das Gebäude, trotz zügigem Baubeginn, erst 1910 fertiggestellt wurde, lag an zwei längeren Streiks bei denen die Arbeiten still lagen.

Das Rathaus in Borås wurde ganz aus handgeschlagenen Ziegelsteinen gebaut, wobei das Fundament aus Granit aus dem Bohuslän besteht. Sehr interessant sind nicht nur die zahlreichen Wand- und Deckengemälde, die weitgehend noch aus aus dem Jahr 1910 stammen, sondern auch der Brunnen Richtung Allégatan, den die beiden Architekten zeichneten und Phantasietier (Fanatsidjur) heißt. Seit 1944 findet man im südlichen Turm auch ein Glockenspiel, das man viermal pro Tag hören kann, erstmals um acht Uhr morgens und letztmals um 21 Uhr, als Zeichen dafür, dass der Tag zu Ende ist.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Februar 2017

Der Globen in Stockholm

Am 19. Februar 1989 wurde eines der bekanntesten Gebäude Stockholms eingeweiht, das allgemein als Globen bekannt ist, auch wenn sein Gesamtname Ericsson Globe ist, nachdem der ursprüngliche Name Stockholm Globe Arena sich nicht richtig durchsetzen konnte. Als Attraktion des Globen gilt heute allerdings weder das Bauwerk, noch die Veranstaltungen, die dort abgehalten werden, sondern die Gondeln, genannt Skyview, die 2010 den Globen vervollständigten und das Gebäude von außen erklimmen um auf einer Höhe von 85,2 Meter über der Erde einen gigantischen Ausblick zu bieten, zumindest bei schönem Wetter.

Auch wenn der Globen eigentlich aus mehreren Bauten besteht, so versteht man darunter vor allem die gigantische Kuppel, den eigentlichen Globus, der einen Durchmesser von 110,4 Metern und eine Höhe von 85,2 Meter aufweist und vor allem aus Beton, Stahl, Aluminium, Gips und Glas besteht. Noch bevor die Gondeln auf den Globen fuhren, fand man hier für einige Monate eine weitere Attraktion, ein typisches rotes schwedisches Häuschen (Stuga), das der Künstler Mikael Genberg 2009 auf der höchsten Stelle des Bauwerks errichtet hatte um einem hochmodernen Bau die schwedische Tradition hinzuzufügen, die gewissermaßen den Globen dominiert.

Der Globen in Stockholm ist eine Multiarena, die sich für die unterschiedlichsten Ereignisse eignet, angefangen von sportlichen Ausscheidungen bis zu Konzerten von Weltkünstlern. Im optimalen Fall finden im Inneren des Globen über 16.000 Personen Platz. Bei großen Ereignissen ist der Globen, der bis 2009 nur rote Zahlen einbrachte, grundsätzlich ausgebucht.Als eines der wichtigsten regelmäßigen Ereignisse im Globen zählt die jährliche Endausscheidung des Melodifestivalen, die schwedische Endausscheidung für die Teilname am Eurovision Song Contest, der sowohl im Jahr 2000, als auch 2016, ebenfalls in diesem Globus ausgetragen wurde. Beim Anflug in Bromma ist der Globen heute geradezu ein Wahrzeichen Stockholms geworden.


19. Februar 1719: Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet
19. Februar 1733: Der schwedische Botaniker Daniel Solander
19. Februar 1734: Nils Philip Gyldenstolpe in adeligem Kreis
19. Februar 1841: Elfrida Andrée und der frühe Feminismus Schwedens
19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger
19. Februar 1865: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
19. Februar 1930: Kjell Espmark, ein Leben für eine unsterbliche Literatur
19. Februar 1978: Arvid Olson und die Filmanimation in Schweden
19. Februar 1990: Ingvar Carlsson wird dreimal schwedischer Ministerpräsident

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 2. Dezember 2016

Die Älvsereds kyrka im Halland

Die aktuelle Älvsered kyrka, die Kirche des Ortes Älvsered im Halland, wurde am 2. Dezember 1838 eingeweiht, eine kleinere Holzkirche in neoklassischem Stil, die auf einem kleinen Hügel in Toppered liegt. Um diese Zeit wurden die meisten Kirchen Schwedens bereits in Stein gebaut, was jedoch bei dieser Kirche gar nicht erst in der Diskussion stand, denn die Kirchengemeinde war sehr klein und sehr arm. Um eine neue Kirche zu bekommen, konnte man daher nur zu jedem Material greifen das in der Umgebung reichlich vorhanden war, nämlich zu Holz.

Natürlich war die Älvsereds kyrka nicht die erste Kirche der Gemeinde, sondern nur zwei Kilometer entfernt hatte man bereits im 13. Jahrhundert eine Holzkirche gebaut, die jedoch abgerissen wurde als die heutige Kirche entstand. Über diese erste Kirche ist relativ wenig bekannt und heute erinnert nur noch ein Erinnerungsstein an das Gebäude und hin und wieder werden dort auch noch Freilichtgottesdienste abgehalten. Die Verbindung zwischen der alten und der neuen Kirche bilden jedoch vor allem zwei Gegenstände, die von besonderem Interesse sind und in beiden Kirchen einen wichtigen Platz einnahmen.

Neben einem einzigen Messingleuchter des 18. Jahrhunderts, der noch von der alten Kirche kommt, findet man in der Älvsereds kyrka ein Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert, das im Nachbarort Fagered hergestellt wurde, einer bedeutenden Werkstatt für Taufbecken des Mittelalters. Der historisch bedeutendste Schatz der Älvsered kyrka ist jedoch eine der beiden Kirchglocken, die im 14. Jahrhundert von Meister Håkan gegossen wurde, denn hierbei handelt es sich um eine der ältesten noch erhaltenen Kirchglocken Schwedens, die sogar noch mit Runenzeichen versehen ist, die in diesem Jahrhundert schon von der lateinischen Schrift ersetzt worden war, aber noch vereinzelt verwendet wurde.


2. Dezember 1766: Schweden verfügt über das erste Gesetz zur Pressefreiheit
2. Dezember 1836: Der Politiker und Erzbischof Carl von Rosenstein
2. Dezember 1933: Der Schauspieler, Dichter und Revueschreiber Kent Andersson
2. Dezember 1941: Ellen Palmstierna und der Kampf für eine andere Zukunft
2. Dezember 1961: Fredrik Böök verändert die literarische Landschaft Schwedens
2. Dezember 1996: Tomas Tranströmer bekommt Augustpriset und Nobelpreis
2. Dezember 2005: Der Komiker, Sänger und Schauspieler Mikael Dubois 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 20. September 2016

Der Wanderweg KullaRulla für Ältere und Behinderte

KullaRulla ist eine Teilstrecke des sogenannten Kullaleden, der wiederum ein Teil des Skåneleden SL 5 ist, eines Wanderwegs auf dem man große Teile der Region Skåne (Schonen) zu Fuß entdecken kann. Der Wanderweg KullaRulla wurde am 20. September 2014 eingeweiht und hat die Besonderheit dass die 30 Kilometer lange Strecke über keine besonderen Steigungen verfügt und daher auch von Rollstuhlfahrern und älteren Personen problemlos benutzt werden kann und man entlang des Weges auch für diese Gruppe angepasste Rastplätze und Toiletten findet.

Natürlich kann man den KullaRulla nicht an einem einzigen Tag zurücklegen, sondern man kann entweder nur kleinere Teile des Wanderwegs benutzen, oder aber den vier Etappen folgen, zumal die längste der Etappen nur 9,4 Kilometer lang ist und man entlang der Strecke auch mehrere Unterkünfte findet, die auch für die Benutzer von Rollstühlen geeignet sind. Vom KullaRulla aus kann man auch einige der Sehenswürdigkeiten bewundern, die nur von sehr ausdauernden Wanderern besucht werden können, aber allein der Blick auf die Anhöhen ist bereits die eigene Mühe wert.

Der gut ausgeschilderte KullaRulla beginnt am Hauptbahnhof in Mölle, dem Ort, der vor 100 Jahren einer der bekanntesten Badeorte Schwedens war, was sich noch heute an einigen der Bauten zeigt. Der Weg führt durch die verschiedensten Kulturlandschaften Skånes und ist an vielen Stellen nur wenige Meter vom Meer entfernt. Neben den Naturerlebnissen streift, oder rollt, man auch durch eine Gegend, die sich mit der Töpferei einen Namen machte und noch heute zahlreiche Künstler anzieht. Und wenn man den KullaRulla zur warmen Zeit des Jahres nimmt, so sollte man auch eine Pause beim Revier der Störche einlegen, die in Schweden fast nur noch in Skåne vorkommen.


20. September 1396: Beschluss in Nyköping verändert die schwedische Regierung
20. September 1685: Die Admiralskirche Ulrica Pia in Karlskrona
20. September 1776: Großbrände in Gävle
20. September 1816: Fredrik August Dahlgren, der Forscher der schwedischen Sprache
20. September 1862: Ernest Florman, der erste Filmer Schwedens
20. September 1879: Victor David Sjöström, der Stern des schwedischen Stummfilms
20. September 1937: Monica Zetterlund, ein Leben im Rampenlicht und im Schatten
20. September 1974: Olle Hedberg, der Autor, der seine Vergangenheit verbrannte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden