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Donnerstag, 21. März 2019

Die Künstlerin Gerda Sprinchorn

Gerda Sprinchorn wurde am 19. April 1871 als Tochter eines Verwaltungsangestellten in Listelberga im Västmanland zur Welt, besuchte zwischen 1885 und 1890 die technische Abendschule um anschließend drei Jahre lang an der Technischen Schule in Stockholm Kunsthandwerk zu studieren. Im Anschluss daran besuchte Sprinchorn noch die Kunsthochschule um bei John Börjeson Skulptur und bei Axel Tallberg die Gravur zu studieren. Nach Beendigung des Kunststudiums ging Sprinchorn 1902 für ein Jahr nach Paris, bevorzugte jedoch anschließend eine ausgedehnte Studienreise durch Dalarna, Italien und Finnland.

Gerda Sprinchorn gehört zu jener Gruppe an Künstlern, die sich wenig für monumentale Kunstwerke interessierten, sondern insbesondere Statuetten schuf bei denen ihre künstlerische Stärke besonders hervortrat, nämlich die Arbeit an Details, die hervorragende Anatomie und der Realismus im Ausdruck der Figuren, unabhängig davon, ob es sich dabei um Arbeiten in Bronze oder Keramik handelte. Sehr viele dieser kleineren Kunstwerke arbeitete Sprinchorn auch in künstlerischen Alltagsprodukten, zum Beispiel in Lampen, ein. Für Sprinchorn war der Übergang von Kunst, zu Kunsthandwerk und zum Gebrauchsartikel nahezu schwimmend. Zumindest bei den Werken, die Sprinchorn zu Beginn des 20. Jahrhunderts schuf, zeigen sich auch sehr deutlich die Einflüsse der Nationalromantik dieser Epoche.

Unter den größeren Arbeiten Gerda Sprinchorns, die am 21. März 1951 in Stockholm starb, findet man einige Büsten von Künstlerkollegen, zum Beispiel jene von Hildegard Thorell. Das einzige öffentliche Werk der Künstlerin hat eine eine besondere Geschichte, denn bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Sprinchorn mit einer Büste des Botanikers Carl von Linné begonnen, aber es sollte 40 Jahre dauern bis die Büste dann tatsächlich fertiggestellt war. Das Werk der Künstlerin wurde dann, unter sehr vielen anderen, ausgewählt um 1948 an der Geburtsstädte des Künstlers aufgestellt zu werden. Werke der Künstlerin kann man heute auch im Nationalmuseum finden, auch wenn die Mehrheit der Kunstwerke in Privatbesitz sind.


21. März 1809: Die Konvention auf Åland
21. März 1833: Der schwedische Entomologe Carl Stål
21. März 1881: Anders Fryxell und der erste Geschichtsroman Schwedens
21. März 1894: Die Textilkünstlerin Hannah Ryggen
21. März 1917: Der schwedische Maler Arne Isacsson
21. März 1937: Der Järvsöbacken und das Skigebiet im Härjedalen
21. März 1940: Die Schriftstellerin und Designerin Helena Henschen
21. März 1966: Der schwedische Racerfahrer Kenny Bräck
21. März 1996: Göran Persson an der Spitze der Macht

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 28. Januar 2019

Die schwedische Künstlerin Tora Holmström

Als Tora Holmström am 28. Januar 1967 im Alter von 86 Jahren in Lund starb, gehörte sie zu jenen Künstlerinnen Schwedens, die nahezu bis zum Tode aktiv waren und sie hinterließ eine bedeutende Sammlung an Werken, die man  nicht nur in zahlreichen Museen des Landes, sondern auch im Nationalmuseum in Stockholm finden kann. Holmström gehörte mehreren Künstlergruppen an, unter anderem der Gruppe de tolv und hatte zu zahlreichen anderen Künstlerinnen Schwedens ein sehr enges Verhältnis, mit dem Ziel auch Frauen einen Platz innerhalb der Welt der Kunst zu erobern.

Tora Holmström kam am 2. März 1880 in Tottarp als Tochter eines Geologen zur Welt und erhielt dadurch nicht nur eine gute Bildung, sondern wurde auch sehr früh dazu ermuntert ihren eigenen Weg zu gehen. Mit 16 Jahren begann Holmström eine Kunstausbildung in Kopenhagen, ging dann nach Lund um ab 1897 unter Carl Wilhelmson an der Malerschule Valand in Göteborg zu studieren. Nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland und einigen Studienreisen konnte die Künstlerin dann 1906 erstmals an einer Gruppenausstellung teilnehmen und damit die Öffentlichkeit erreichen.

Wie sehr viele Künstler dieser Zeit, so waren die ersten Gemälde Tora Holmströms sehr stark von der Nationalromantik geprägt, die Anfang des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht hatte. Nach einem Studienaufenthalt an der Académie Colarossi in Paris und weiteren Studienreisen, öffnete sich die Künstlerin jedoch mehr und mehr dem Modernismus, dem Kubismus, dem Expressionismus und selbst dem Surrealismus, was im krassen Widerspruch zu den Anfangswerken stand, jedoch die Persönlichkeit der Künstlerin sehr deutlich ausdrückt. In diesen Jahren schuf Tora Holmström auch ein Netzwerk weiblicher Künstler, das sich über die gesamte südliche Hälfte Schwedens erstreckte und, unter anderem, auch Ellen Trotzig und Ester Almqvist mit einschloss.


28. Januar 1568: Das Schicksal des Kronprinzen Gustav Eriksson Vasa
28. Januar 1668: Die Gründung der schwedischen Universität Lund
28. Januar 1773: Der Regierungsbeamte Axel von Rosen
28. Januar 1859: Carl Adolph Agardh proklamiert die ökolische Forstwirtschaft
28. Januar 1929: Die Gründung des schwedischen Arbeitsgerichts
28. Januar 1938: Der Biochemiker und Nobelpreisträger Tomas Lindahl
28. Januar 1966: Die bedeutendste Schulreform Schwedens
28. Januar 1999: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft
28. Januar 2002: Astrid Lindgren, von Pippi Langstrumpf bis zu Emil und Ronja
28. Januar 2003: Das Rauchverbot in schwedischen Restaurants
28. Januar 2006: Das Schlittschuhunglück bei Ridö im Mälaren 

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 23. Februar 2018

Hjalmar Molin, Architekt und Künstler

Hjalmar Molin kam am 23. Februar 1868 als Sohn des Skulpteurs Johan Peter Molin zur Welt und besuchte von 1888 bis 1892 die Technische Hochschule in Stockholm um anschließend weitere drei Jahre Architektur an der Kunstakademie zu studieren, begleitet von einer Ausbildung als Kupferstecher bei Axel Talberg. Nach Abschluss des Studiums im Jahr 1895 begab sich Molin auf mehrere, insgesamt fünf Jahre dauernde, Studienreisen nach Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland und die Türkei um dort so viel wie möglich über die klassische Bauweise dieser Länder zu lernen und seine Eindrücke auch durch Aquarellmalereien festzuhalten.

Nach seiner Rückkehr begann Hjalmar Molin erst für die Architekten Agi Lindegren und Fredrik Lilljekvist mit Restaurationen von älteren Gebäuden zu arbeiten, um dann zu Ragnar Östberg zu wechseln. Molin war daher Mitten in die Diskussion zur Restauration von historischen Bauten geraten und gehörte zu jeder Gruppe, die möglichst viel der alten Baustile und Bausubstanzen erhalten wollte, was man auch sehr deutlich seinen zahlreichen Stichen und architektonischen Gemälden entnehmen kann, die uns heute nicht nur sehr viel über die Entwicklung der Architektur jener Epoche sagen, sondern auch damals eine wichtige Rolle spielten, denn Molin gelang es dadurch Kraft in seine Forderungen zur historischen Restauration zu bringen.

Auch wenn Hjalmar Molin in erster Linie ein Architekt war, so liegt seine tatsächliche Leistung in der Kunst, denn während sich andere Architekten vor allem um das Zeichnen und Bauen von Gebäuden kümmerten, hielt er Gebäude, sowohl historische des Mittelmeerraums, als auch geplante und aktuelle Projekte in Form von Stichen, Zeichnungen und Aquarellen fest, die er auch in zahlreichen Kunstausstellungen präsentierte und die man heute in den größten Museen Schwedens findet. Als Architekt konnte Molin sehen auf welche Details es bei der Darstellung von Gebäuden ankam, auch wenn Molin bis etwa 1930 vor allem ein Anhänger der Nationalromantik war und daher bei schwedischen Gebäuden die Neigung hatte immer einen nationalen Eindruck hinzuzufügen, ein Zug, der auch bei seinen Restaurationen von Bedeutung war.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1917: Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 10. Februar 2018

Der Nationalromantiker August Söderman

August Söderman starb am 10. Februar 1876 im Alter von nur 43 Jahren an eine Leberzirrhose, deren Ursache jedoch nicht bekannt ist. Trotz seines kurzen Lebens entwickelte sich Söderman, der in mehreren künstlerischen Zweigen gleichzeitig aktiv war, zu einem der wichtigsten Repräsentanten der schwedischen Nationalromantik, was sich insbesondere an seinen Kompositionen, Liedern, den Musikeinlagen bei Schauspielen und seiner Kirchenmusik zeigt. Auf Grund des nationalistischen Gedankengutes, das mit dieser Bewegung einherging, geriet Söderman dann jedoch weitgehend in Vergessenheit.

August Söderman kam am 17. Juli 1832 als Sohn eines Kapellmeisters zur Welt und zeigte ursprünglich wenig Interesse für Musik, aber er konnte nicht verhindern, dass ihn sein Vater erst zum Klavierunterricht zwang und er auch Oboe und Violine spielen lernte. Ebenfalls über den Vater wirkte Söderman dann in Orchestern mit, wo er als 18-jähriger von Edvard Stjernström entdeckt wurde, der den jungen Söderman dann zu seinem Orchesterleiter machte. Nach einigen Tourneen in Schweden und Finnland ließ sich der Musiker dann 1854 in Stockholm nieder um dort für das Mindre Teater zu arbeiten.

August Söderman erhielt auch den Auftrag festliche Musik für Kronprinzessin Lovisa zu schreiben und die Musik zur Hochzeit des Königs Oscar II., neben seinen Aufgaben als Kapellmeister der Oper und Autor mehrerer Operetten mit nationalem Einschlag. Die deutlichste Neigung des Komponisten, Sängers, Malers und Kapellmeisters für die nationalromantischen Werte findet man indes bei seinen schwedischen Volksliedern, den Quartetten und seinen Kompositionen für verschiedene Schauspiele, wobei Söderman in diesem Rahmen dem schwedischen Publikum auch das deutsche Volkslied Heidenröslein näher brachte, ein Volkslied, das auch den deutschen Nationalismus jener Zeit ausdrückt.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Januar 2018

Der schwedische Philosoph Vitalis Norström

Vitalis Norström kam am 29. Januar 1856 als Sohn eines Landvermessers in Åmål zur Welt und studierte am 1873 an der Universität Uppsala Philosophie, legte dort ein Examen nach dem anderen ab und begann nach seinem Doktortitel dort auch als Dozent zu arbeiten. Ab 1890 gab Norström dann an der Hochschule in Göteborg philosophische Vorlesungen und wurde dort drei Jahre später auch zum ordentlichen Professor ernannt. Im gleichen Jahr wurde Norström auch in der Akademie der Wissenschaften aufgenommen und vier Jahre später nahm er auf dem Stuhl 18 der Svenska Akademien Platz.

Vitalis Norström nimmt unter den schwedischen Philosophen eine sehr konservative Stellung ein, die geprägt ist von der Geschichte Griechenlands und den konservativen religiösen Strömungen seiner Zeit, verbunden mit einer Verehrung großer Helden der Geschichte. Für Norström hatte das Volk innerhalb der philosophischen Denkweise und Logik keinen Platz. Norström setzte daher innerhalb des philosophischen Denkens die Linie der beiden Philosophen Christopher Jacob Boström und Carl Yngve Sahlin fort, die bei fehlender Konsequenz die Logik Gott zuschrieben. Erst gegen die Jahrtausendwende wandte sich Norström dann von den Ideen seiner Vorgänger teilweise ab.

Im Laufe der Jahre entfernte sich Vitalis Norström mehr und mehr davon Philosophie mit der Realität zu verbinden, sondern er sah die Philosophie als rein wissenschaftliche Linie, die nicht grundsätzlich auch eine logische Erklärung erfordert. Gegen die Jahrtausendwende, mit dem Aufstreben der Nationalromantik, näherte sich Norström der Gedankenwelt Nietzsches und übernahm seine Lehre zur Kulturkritik, was sich sehr deutlich in den literarischen Werken des schwedischen Philosophen zeigt, der am 19. November 1916 im Alter von 60 Jahren in Alingsås starb.


29. Januar 1688: Emanuel Swedenborg, der große Mystiker Schwedens 
29. Januar 1850: Der Yrvädertisdagen in Schweden
29. Januar 1884: Der schwedische Ministerpräsident Rickard Sandler 
29. Januar 1904: Stockholm erhält das erste dauerhafte Kino 
29. Januar 1919: Der schwedische Künstler Richard Bergh
29. Januar 1920: Der schwedische Architekt Peter Celsing
29. Januar 1938: Das Skattefjällsmålet und das Recht der Samen
29. Januar 1949: Der grüne Politiker Birger Schlaug 
29. Januar 1990: Schwedische Banken schließen ihre Schalter 
29. Januar 1993: Die schwedische Schauspielerin Eva Britt Remaeus 
29. Januar 2008: Der schwedische Künstler Bengt Lindström

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 2. Mai 2017

Der schwedische Architekt Ragnar Hjorth

Ragnar Hjorth kam am 2. Mai 1887 als Sohn eines Pädagogen und Schulreformators in Stockholm zur Welt und studierte erst an der Tekniska Högskolen bevor er sich 1912 an der Kunstakademie einschrieb um zwei Jahre später sein Examen als Architekt abzulegen. Zwischen 1917 und 1921 war Hjorth mehrmals Lehrer für Geschichte der Architektur an der Kunsthochschule, parallel zu seiner Anstellung im schwedischen Bauamt. In diesem Zusammenhang wurde Hjorth auch ein Reisestipendium verliehen, das ihm 1921 eine einjährige Studienreise nach Frankreich, England und Italien ermöglichte.

Auch wenn Ragnar Hjorth während seiner Studienzeit zu einem Spezialisten in Jugendstil und der Nationalromantik ausgebildet wurde, sollte der Architekt weder in seiner staatlichen Aufgabe, noch als Privatarchitekt, je ein Gebäude in diesen beiden Stilen bauen, sondern sich während der erste Jahre dem Klassizismus widmete um dann in den 30er Jahren zu offenen Flächen und dem Funktionalismus zu finden, also ein Vorreiter der modernen Architektur Schwedens zu werden. Den neoklassischen Stil Hjorths findet man insbesondere im Gebäude der Nobelstiftung in Stockholm und den Übergang zum Funktionalismus dann beim Technischen Museum.

Mit der Zeit erhielt Ragnar Hjorth, der bis zu seiner Pensionierung im Bauamt arbeitete und seit 1927 auch als Schlossarchitekt tätig war, immer mehr Restaurationsaufträge, da er mehrere Baustile beherrschte und daher die Originalstrukturen der Bauten weitgehend erhalten konnte. In diesem Rahmen arbeitete Hjorth, unter anderem, am Schloss Haga, der Domkirche in Göteborg und der Klosterkirche Nydala. Bereits ab dem Ende der 30er Jahre strebte Ragnar Hjorth, der am 2. Mai 1971 in Stockholm starb, sowohl bei Neubauten als auch bei Restaurationen zu einer allgemeingültigen Architektur, im Gegensatz zur Romantik und der Einzigartigkeit eines Gebäudes, was ihn von vielen Architekten der Epoche unterschied.


2. Mai: Åsa, mehr als nur ein Namenstag
2. Mai 1754: Hedemora brennt bis auf wenige Häuser nieder
2. Mai 1797: Gustaf Engzell, der konservative Modernist der schwedischen Literatur
2. Mai 1844: Der Dichter und Priester Carl Fredric Dahlgren
2. Mai 1848: Harald Hjärne als Historiker und Politiker
2. Mai 1875: Der schwedische Künstler Gunnar Hallström
2. Mai 1981: Olle Bærtling, der gemobbte Künstler Schwedens
2. Mai 2007: Magnus Stenbock und die Ansicht eines Grafen

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. April 2017

Der Architekt Erik Julius Lallerstedt

Erik Lallerstedt kam am 19. April 1864 als Sohn eines Gutsbesitzers in Skå  zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife von 1882 bis 1886 Architektur an der Königlich Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm, und ergänzte diese Ausbildung mit einem Studium an der Kunsthochschule, das er 1889 abschloss. Bereits im folgenden Jahr öffnete Lallerstedt dann sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er bis 1944 betrieb, nahm jedoch auch Aufgaben im staatlichen Bauwesen an, wobei der Architekt auch ein dreijähriges Reisestipendium erhielt um sich mit der Bauweise in anderen europäischen Ländern vertraut zu machen.

Eine der ersten Arbeiten des Architekten Erik Lallerstadt war der Bau der Peterskirche in Stockholm, die eine Mischung aus Neugotik und Jugendstil präsentiert, also einen gewissen Kontrast zu seinen anderen Bauten jener Epoche ausmacht, da Lallerstedt die ersten 20 Jahre zeitgemäß vor allem im Jugenstil und der nordischen Nationalromantik baute, was man sehr deutlich am Trygghuset und der KTH in Stockholm feststellen kann, die beide in Ziegelsteinen gebaut wurden und beide Stilrichtungen der Zeit, wenn auch auf unterschiedliche Weise, sehr deutlich zeigen. Ab 1911 ging Lallerstedt dann, ebenfalls der Zeitströmung folgend, mehr und mehr zum Neoklassizismus über.

Da Erik Lallerstedt über 50 Jahre lang als Architekt arbeitete, sowohl an privaten als auch öffentlichen Aufträgen, und zudem versuchte die Zeitströmungen zu erfühlen, findet man unter seinen Werken alle architektonischen Linien vom Stilpluralismus Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Funktionalismus. Eine gewisse zwiespältige Einstellung hatte Lallerstedt, der am 2. Februar 1955 in Stockholm starb, zum Funktionalismus, der in die letzte Phase seines Wirkens fiel, denn einerseits schätze er die rationalistische Einstellung zur Raumschaffung, zum anderen versuchte er grundsätzlich frühere Silrichtungen hinzuzufügen um die nüchterne Bauweise etwas aufzulockern.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1864: Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt
19. April 1873: Die Künstlerin und Schriftstellerin Ruth Milles
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. April 2017

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg

Die Oscar Fredriks kyrka in Göteborg liegt auf einem Hügel im Stadtteil Olivedal, dem Dahlins berg, und beeindruckt von weitem mit ihrem Aussehen. Ihren Namen erhielt die Kirche nach König Oscar II., der die Oscar Fredriks kyrka 1898 persönlich besuchte und sich im Gästebuch eintrug. Der Hügel erhielt seinem Namen nach dem Kaufmann Samuel Dahlin, der nur eine kurze Strecke davon entfernt auch eine Reederei hatte und sich bedeutend für den Bau der Kirche einsetzte. Trotz ihrer Größe und dem imposanten Aussehen, handelt es sich bei der Oscar Fredriks Kirche lediglich um eine Stadtteilkirche, die deswegen kaum von Besuchern der Stadt entdeckt wird.

Eingeweiht wurde die Oscar Fredrik kyrka am 2. April 1893, einem Ostersonntag, vom Bischof des Stiftes, Edvard Herman Rohde. Der Bau als solches gehört mit zu den bedeutendsten Werke des Architekten Helgo Zettervall, der der Kirche nicht nur seinen neugotischen Stil gab, sondern dabei zu Ziegeln griff, die ein Kennzeichen der Nationalromantik sind, eine Kombination, die man bei keinem anderen Bauwerk Schwedens finden kann, da es sich dabei im Prinzip um einen Stilbruch handelt und gegen die architektonische Linie jener Jahre lief.

Die Oscar Fredriks Kirche unterscheidet sich aber auch noch in anderen Punkten von den traditionellen Kirchen Schwedens, denn der Kirchturm wurde am Chor gebaut, was dem Bau eine besondere Charakteristik verleiht. Zum weiteren findet man in der Kirche nicht einen einzigen Gegenstand, der älter wäre als die Kirche selbst, da man nie versuchte dort Kirchenschätze zu sammeln, sondern die Einheit erhalten wollte, trotz mehrmaligen Restaurationsarbeiten und einigen kleineren Umbauten. Wer das Innere der Kirche besucht, kann sogar noch die farbliche Entwicklung der Oscar Fredriks kyrka verfolgen, da man bei der letzten Restauration im Jahre 1974 zur Dokumentation Flächen mit den ursprünglichen Farben freilegte und seither erhält.


2. April 1796: Die schwedische Künstlerin Ulrika Pasch
2. April 1884: GAN, Gösta Adrian-Nilsson, und die moderne Kunst Schwedens
2. April 1900: Gustaf Åkerhielm, Ministerpräsident Schwedens
2. April 1904: Karl Ragnar Gierow holt das europäische Theater nach Schweden
2. April 1954: Der schwedische Künstler Lars Lerin
2. April 1954: LIN, die schwedische Fluggesellschaft Linjeflyg
2. April 1967: Die Stadtbibliothek in Göteborg
2. April 1974: Håkan Hellström, Musik aus Schweden
2. April 1995: Hannes Alfvén, ein Nobelpreisträger als Kernkraftgegner

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 7. März 2017

Das Rathaus in Borås

Das vermutlich am häufigsten fotografierte Gebäude in Borås ist das Rathaus, das noch heute mit seinem nationalromantischen Stil alle Augen auf sich zieht. Als das Rathaus Borås am 7. März 1910 eingeweiht wurde, fand man hier natürlich nicht nur, wie heute, ein Gerichtsgebäude und ein Restaurant, sondern im Rathaus fand man, wie zu jener Zeit üblich, auch die Stadtverwaltung und die Polizei, die beide längst in neue Gebäude umgezogen sind, so dass das Gericht nahezu den gesamten Platz einnehmen konnte. Aus dem einstigen Plenarsaal für den Stadtrat wurde mittlerweile ein Gerichtssaal. Die zahlreichen Kalkmalereien im Inneren waren ursprünglich für die Stadtverwaltung gedacht und wirken mittlerweile in einem Gerichtsgebäude etwas fehl am Platz.

Bereits im Juni 1906 hatte der Stadtrat in Borås sich für den Bau eines neuen Rathauses entschieden und eine Ausschreibung für Architekten bekannt gemacht. Es kamen 33 verschiedene Vorschläge, wobei sich die Stadt dann für die Arbeiten von Ivar Tengbom und Ernst Torulf entschied, zwei Architekten, die um diese Zeit auf der Spitze ihrer Karriere standen und einige der bedeutendsten nationalromantischen Gebäude Schwedens errichteten. Dass das Gebäude, trotz zügigem Baubeginn, erst 1910 fertiggestellt wurde, lag an zwei längeren Streiks bei denen die Arbeiten still lagen.

Das Rathaus in Borås wurde ganz aus handgeschlagenen Ziegelsteinen gebaut, wobei das Fundament aus Granit aus dem Bohuslän besteht. Sehr interessant sind nicht nur die zahlreichen Wand- und Deckengemälde, die weitgehend noch aus aus dem Jahr 1910 stammen, sondern auch der Brunnen Richtung Allégatan, den die beiden Architekten zeichneten und Phantasietier (Fanatsidjur) heißt. Seit 1944 findet man im südlichen Turm auch ein Glockenspiel, das man viermal pro Tag hören kann, erstmals um acht Uhr morgens und letztmals um 21 Uhr, als Zeichen dafür, dass der Tag zu Ende ist.


7. März 1768: Der Aufstieg des Grafen Carl Gustaf Löwenhielm
7. März 1785: Sklaverei in schwedischer Kolonie
7. März 1897: Der schwedische Sportklub Hammarby IF
7. März 1905: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
7. März 1910: Die Bergbahn in Åre, Bergbanan
7. März 1932: Ein dreifacher Mord und zwei Selbstmorde
7. März 1965: Lady Louise Mountbatten wird Königin von Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 18. Februar 2017

Hans Larsson, Philosoph und Schriftsteller

Hans Larsson wurde am 18. Februar 1862 als Sohn eines Landwirts in Östra Klagstorp geboren und schrieb sich, nach der Hochschulreife an der Kathedralschule in Lund, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Als Larsson 1893 den Doktor in Philosophie erworben hatte, wurde er auch zum Dezent in theoretischer Philiosphie an der Kronoberg Volkshochschule. Acht Jahre später, und einem Lehrauftrag in Uppsala, wurde Larsson dann im gleichen Fach zum Professor an der Universität Lund ernannt.

Der Philosoph Hans Larsson war ein starker Verfechter der Literatur und der philosophischen Denkweise der Zeit um 1880 und stellte Intuition und Ästhetik in Zusammenhang mit dem Kulturradikalismus, der diese Zeit prägte. Dabei stellte sich der Philosoph auch gegen die Denkweise von Verner von Heidenstam und Ola Hansson. Auf Grund seiner einfachen Herkunft war Larsson auch bereit die Philosophie in den Alltag zu bringen und einer breiten Schicht näher zu bringen, im Gegensatz zu Philosophen rein akademischer Herkunft. Dies verhalf Larsson auch dazu gewissermaßen eine eigene philosophische Richtung zu schaffen und die Denkweise innerhalb der Philosophie zu erneuern.

Hans Larsson gehört zu den wenigen Philosophen, die auch zur Belletristik griffen um ihre Denkweise nach außen zu tragen, wobei er mit seiner Logik, als bodenständiger Romantiker, auch gegen die Zeitströmung lief, da er die starke Nationalromantik, die immer mehr zu nationalistischen und antidemokratischen Gedanken führte, in dieser Konsequenz ablehnte. Dies zeigt sich auch sehr deutlich ab etwa 1910, als Larsson immer mehr in die politische Debatte einsteigt und seine Meinung auch in der Tagespresse ausdrückt. Dieser Charakterzug verhinderte es auch weitgehend dass Larsson, der am 16. Februar 1944 in Lund starb, innerhalb der Philosophie die Ehre erhielt, die ihm eigentlich zusteht.


18. Februar 1527: Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet
18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens
18. Februar 1928: Die schwedische Künstlerin Karin Larsson
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 6. Dezember 2016

Die schwedische Textilkünstlerin Maria Adelborg

Maria Adelborg kam am 6. Dezember 1849 als Tochter eines Kommandeurs in Karlskrona zur Welt. Obwohl die Textilkünstlerin für die schwedische Kunst eine ebenso wichtige Rolle spielt wie ihre Schwester Ottilia Adelborg, ist über sie heute weitaus weniger bekannt als die sechs Jahre jüngere Schwester. Die ersten Spuren als Textilkünstlerin hinterlässt Adelborg 1886, als sie bei der legendären Textilkünstlerin Selma Giöbel als Musterzeichnerin beschäftigt war. Giöbel war dafür bekannt nur exklusive und ausgewählte Textilkunst zu bieten, was darauf schließen lässt, dass Adelborg vor dieser Beschäftigung eine künstlerische Ausbildung erhalten hatte.

Im Jahre 1889 unternahm Maria Adelborg mit Hilfe eines Stipendiums eine Studienreise nach Holland und nach Frankreich und 1895 eine weitere Studienreise nach England, was der Künstlerin ein sehr breites Wissen über die Textilkunst Europas bot. Im Jahre 1900 begann Adelbord dann für den Verein Handarbetets Vänner zu arbeiten, den Sophie Adlersparre bereits 1874 gegründet hatte und in dem auch Selma Giöbel aktiv war, wobei die Textilkünstlerin allerdings bereits 1894 wegen ihrer hohen Leistungen mit dem Sofie Adlersparre Preis ausgezeichnet worden war.

Maria Adelborg zählt heute mit zu den Textilkünstlern, die den Weg zu einer modernen Textilkunst öffneten, da sie den Farben einen wichtigen Stellenwert gab und Ornamente schuf, die sowohl in der profanen als auch der kirchlichen Kunst ihren Durchbruch hatte. Die Motive holte Adlersparre insbesondere aus der altnordischen Kunst und dem Mittelalter, wobei sie sich dabei der nationalromantischen Strömung Schwedens anpasste. Zu den bekanntesten und künstlerisch wertvollsten Werken gehören die Alben, beziehungsweise Stolen, die die Künstlerin für die Sofiakyrkan in Stockholm schuf. Ihr Trollteppich bei dem Adelborg mit alten Zauberzeichen der Trolle arbeitete, ist leider in Privatbesitz, ebenfalls ein einzigartiges Werk der Künstlerin, die am 23. April 1940 in Gagnef starb.


6. Dezember 1723: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
6. Dezember 1829: Baltzar von Platen, der Gründer des Göta Kanals
6. Dezember 1830: Die Entstehung des schwedischen Aftonbladet
6. Dezember 1885: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
6. Dezember 1906: Das Oscarsteater in Stockholm wird eingeweiht
6. Dezember 1956: Das Valhallabadet (Walhallabad) in Göteborg
6. Dezember 1984: Prinzessin Sofia Hellqvist und Prinz Carl Philip 

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 6. November 2016

Der Gustav Adolfsdagen in Schweden

Nur einigen wenigen Königen Schwedens ist es gelungen so lebendig in den Köpfen der schwedische Bevölkerung zu bleiben wie Gustav Vasa und Gustav II. Adolf, denn um beide legendären Könige wurde geradezu ein Kult geschaffen, den Nicht-Schweden nur schwer nachvollziehen können. Gustav II. Adolf, der am 6. November 1632 bei der Schlacht in Lützen getötet wurde, erhielt nicht nur einen eigenen Jahrestag an dem auch die schwedische Flagge gehisst wird, sondern an seinem Todestag, und nur an diesem Tag, wird auch in fast ganz Schweden ein Backwerk mit seiner Silhouette verkauft, das an diesem Tag sicher eine Million mal über den Ladentisch der Konditoreien geht.


Der Gustav Adolfsdagen wurde in Schweden am 6. November 1832 erstmals gefeiert, da sich der Todestag zum 200. mal jährte. Sicher kann man sich fragen, warum gerade ein König, der in ganz Europa Schrecken verbreitete, diese große Ehre bekam, aber um dies zu verstehen, muss man nur die Kulturgeschichte Schwedens des 19. Jahrhunderts betrachten, denn in diesem Jahrhundert sah sich Schweden als Großmacht und Großreich, das seinen Ausgangspunkt bei den Wikingern und den alten nordischen Göttern suchte. Gustav II. Adolf war genau in diesem Bestreben sehr aktiv gewesen und im 19. Jahrhundert wollte man nichts mehr als diese Zeit wieder neu aufleben lassen, was sogar zu einem eigenen architektonischen Stil in Schweden führte.

Der Gustav Adolfsdagen wird insbesondere in Göteborg und Uppsala sehr groß begangen, denn Gustav II. Adolf hatte Göteborg gegründet und der Universität Uppsala sehr bedeutende Summen geschenkt, aber auch in Stockholm, und selbst in Finnland, und in nahezu allen Städten Schwedens denkt man an diesem Tag an den König. Während man an der gehissten Flagge vielleicht noch unbemerkt vorbeigehen kann, so kann man das Backwerk Gustav Adolfsbakelse auf keinen Fall übersehen, denn auch wenn das Gebäck Anfang des 20. Jahrhundert in Göteborg erstmals verkauft wurde, so findet man heute eine der Versionen in ganz Schweden. Und jedes Backwerk ist mit einer Silhouette des Königs in Schokolade oder Marzipan verziert.


6. November 1632: Gustav II. Adolf, König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1894: Der schwedische Künstler Axel Fridell
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

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Montag, 8. August 2016

Die schwedische Künstlerin Anna Ankarcrona

Anna Ankarcrona kam am 8. August 1886 als Tochter eines Disponenten der Waffenfabrik in Huskvarna in Tenhult im Småland zur Welt. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie 1894 nach Stockholm, wo Ankarström auch aufwuchs. Ab dem Jahrtausendwechsel verbrachte die junge Frau ihre Sommer überwiegend bei ihrem um 17 Jahre älteren Bruder in Dalarna, was ihre künstlerische Neigung anregte und auch dazu führte, dass man in ihren späteren Werken, insbesondere bei ihren Aquarellen, sehr häufig Motive aus der Umgebung Leksands findet.

Ab 1903 besuchte Anna Ankarcrona die Tekniska skolan in Stockholm, das heutige Konstfack, setzte jedoch anschließend ihre Studien noch an der Högre Konstindustriella Skolan fort, die sie 1908, mit einem Abschluss als Musterzeichnerin, verließ. Ab dieser Zeit machte sich Ankarcrona einen Ruf als Zeichnerin von sogenannten Hyllningsadresser zu, eine Artwork, die die Kunst des Zeichnens und der Kalligraphie verbindet und die als Vorläufer der künstlerischen Glückwunschkarten gelten kann. Die Motive Ankarcronas waren deutlich mit dem Jugendstil und der schwedischen Nationalromantik verbunden.

Aber auch wenn Anna Ankarcrona eine sehr persönliche Kunst lieferte und auch Aquarelle malte und zahlreiche Muster für Kleidungsstücke ausarbeitete, gelang ihr der Durchbruch als Künstlerin nur in einem sehr eingeschränkten Kreis, denn sie bekam ein Kind von einem verheirateten Mann, den sie später heiratete, als weibliche Künstlerin war sie in jenen Jahren zudem gerade einmal geduldet und letztendlich litt sie auch noch an Rheumatismus, der ihr es bereits im Alter von Mitte 40 unmöglich machte noch künstlerisch aktiv zu sein. Auf Grund dieses Handikaps nahm sich Ankarcrona am 22. September 1935 auch das Leben. Ihre einzige große Ausstellung fand bisher im Sommer 2013 im Kunstmuseum in Leksand statt, das 2006, nach dem Tode des Sohnes der Künstlerin, den gesamten Nachlass der Künstlerin erhalten hatte.


8. August: Krebspremiere und Krebsfeste in Schweden
8. August 1646: Johannes Rudbeckius und die erste Mädchenschule Schwedens
8. August 1807: Emilie Flygare-Carlén und der Regionalroman der Westküste
8. August 1828: Carl Peter Thunberg, ein Leben für die Botanik und die Medizin
8. August 1937: Cornelis Vreeswijk, eine musikalische schwedische Legende 
8. August 1973: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
8. August 1993: Eine JAS 39 Gripen stürzt in Stockholm ab
8. August 2008: Das letzte Konzert der Gruppe Broder Daniel

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 28. Juni 2016

Der politische Journalist Johan Abraham Björklund

John Abraham Björklund kam am 28. Juni 1844 in Uppsala zur Welt und studierte, nach seiner Hochschulreife, ab 1863 an der Universität Uppsala. Im Jahre 1872, nach Abschluss des Studiums, wurde Björklund unmittelbar beim Stockholms Dagblad angestellt, wechselte jedoch noch im gleichen Jahr zur Nya Dagligt Allehanda, bei der er 1891 Chefredakteur wurde und daher für den gesamten Inhalt der Zeitung verantwortlich war, was bedeutete, dass er den Zeitungsinhalt nahezu vollkommen seinen persönlichen politischen Ideen anpasste.

Johan Abraham Björklund gehörte als Journalist der konservativsten politischen Gruppe an, was bereits gegen 1890 dazu führte, dass er nahezu der einzige Journalist war, der in Zollfragen die Position der Regierung verbreitete, die die Steuern für gemahlenes und ungemahlenes Getreide neu festlegen wollte um damit eine Politik des Protektionismus durchzusetzen, was, mit geringfügigen Änderungen, dann auch glückte. Weniger Erfolg hatte Björklund jedoch mit seinem Kampf gegen die Unabhängigkeit Norwegens, die er durch den Vorschlag von Kompromissen verhindern wollte. Allerdings wechselte Björklund im Jahre 1906 auch seinen Arbeitsplatz und wurde Direktor der Presseagentur Svenska Telegrambyrån und hatte neue Aufgaben erhalten.

Der Journalist Johan Abraham Björklund spielte als Chefredakteur der Nya Dagligt Allehanda ein bedeutende Rolle in der Politik Schwedens, da die Zeitung während der nationalromantischen Bewegung das traditionelle Schweden hervorhob und daher eine sehr breite Leserschicht anzog, wobei er dabei allerdings auch für die Zukunft Schwedens arbeitete, denn er stützte bedeutend den Bau von Eisenbahnlinien und die Kommunikation innerhalb Schwedens, da er dabei ein geeintes Schweden sah, das sich jedoch stark auf Stockholm konzentrierte.


28. Juni 1588: Ritter Peder Banér, Reichsrat und Kammerherr
28. Juni 1791: Freiherr Carl Sparre und Gustav III.
28. Juni 1824: Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd
28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juni 2016

Die Dreifaltigkeitskirche (Trefaldighetskyrkan) in Arvika

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts tauchte im Handelsort Arvika Köping der Gedanke auf eine eigene Kirche zu bauen, da jene des ursprünglichen Arvikas zu klein geworden war und auf Grund der Industrialisierung und der Ankunft der Eisenbahnlinie Köping und Arvika zusammenwuchsen. Arvika hatte zu jener Zeit knapp 4000 Einwohner und Arvika Köping etwas über 2000 Einwohner, betrachteten sich jedoch immer noch als zwei Orte und Köping strebte daher auch nach einer eigenen Kirchengemeinde.

Erst 1905 wurde Arvika Köping dann offiziell eine eigene Kirchengemeinde und der Bau einer Kirche rückte in die Nähe. Etwas schwieriger war es dann jedoch einen Architekten zu finden, der beim Bau der Kirche die verschiedenen Wünsche der Bevölkerung erfüllen konnte. Es dauerte zwei Jahre bis man sich für den Vorschlag der Architekten Ivar Tengbom und Ernst Torulf bestimmte, unter der Voraussetzung, dass die beiden ausschließlich Material aus dem Värmland, wenn möglich sogar aus Arvika, benutzten, eine Herausforderung, die Tengbom und Torulf glänzend erfüllten.

Wenn man heute die Dreifaltigkeitskirche (Trefaldighetskyrkan) in Arvika betrachtet, so ist es sehr schwere einen klaren Stil zu finden, denn auch wenn die Architekten sich von der zu jener Zeit dominierenden Nationalromantik beeinflussen ließen, so entstand eine dreischiffige Basilika in der man vom Barock bis zur Nationalromantik jeden Stil finden kann, was die Kirche geradezu einzigartig macht. Ivar Tengbom ist auch für die gesamte Einrichtung der Kirche verantwortlich und beauftragte lokale Künstler mit der Dekoration, was natürlich auch dazu führte, dass auf der Altartafel einige bekannte Gesichter der Region auftauchten. Auch wenn die Trefaldighetskyrkan in Arvika bereits am 11. Juni 1911 offiziell eingeweiht wurde, so entstand die Malerei im Chor, die göttliche Suche des Menschen, erst im Jahre 1949.


11. Juni: Barnabas, der verschwundene Namenstag Schwedens
11. Juni 1743: Der Stora Daldansen, der Ruf nach Gerechtigkeit
11. Juni 1900: Walter Ljungquist und der psychologische Roman Schwedens
11. Juni 1904: Clas Theodor Odhner und die schwedische Geschichte
11. Juni 1912: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube
11. Juni 1972: Joakim Bonnier, der erste Autorennfahrer Schwedens
11. Juni 2006: Erik-Gunnar Eriksson und Hoppets Stjärna
11. Juni 1994: Mattias Flink, ein schwedischer Massenmörder
11. Juni 1997: Das Königliche Münzkabinett in Stockholm 

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 19. April 2015

Der schwedische Architekt Erik Lallerstedt

Erik Lallerstedt wurde am 19. April 1864 in Skå, einem Stadtteil des heutigen Ekerö im Uppland als Sohn eines Gutsbesitzers geboren und schrieb sich im Alter von 18 Jahren sowohl an der Königlichen Technischen Hochschule als auch der Kunstakademie in Stockholm ein um dort bis 1889 Architektur zu studieren, wobei er sich unmittelbar nach dem Studium als selbständiger  Architekt in Stockholm niederließ, was auch in jener Zeit ungewöhnlich war und ein gewisses Kapital und Beziehungen voraussetzte. Nur drei Jahre später wurde Lallerstedt, parallel zu seiner unabhängigen Aktivität, zum Architekten des staatlichen Bauamts ernannt.

Eines der ersten Werke von Erik Lallerstedt war die Sankt Peterskirche in Stockholm bei der der Architekt Jugendstil mit neugotischen Elementen mischte. Bereits in den Anfangsjahren machte sich Lallerstedt, der sehr bald vom Jugendstil auf die Nationalromantik überging, einen Namen als monumentaler Ziegelarchitekt, der sich vor allem mit seinem im Jahre 1910 fertiggestellten Trygghuset in Stockholm einen Namen verschaffte. Seine Anpassungsfähigkeit an die aktuellsten Strömungen der nordischen Architektur führte auch dazu, dass Erik Lallerstedt ab 1907 als Professor an die Königliche Technische Hochschule berufen wurde.

Nach Fertigstellung des Trygghuset wurde Erik Lallerstedt damit beauftragt im ganzen Land Banken, Telegrafenhäuser und Postgebäude zu bauen bei denen er bis zu drei Stilrichtungen der Epoche zusammenlaufen ließ, da sich zum Jugendstil und der Nationalromantik auch bald der Klassizismus hinzufügte und ab den 30er Jahren, wenn auch nur in eingeschränktem Masse, sogar der Funktionalismus, dem der Architekt jedoch sehr kritisch gegenüberstand. Wenn man den Bauten Lallerstedts, der am 2. Februar 1955 in Stockholm starb, chronologisch folgt, so sieht man dabei eine Entwicklung, die von der anfänglichen Stilarchitektur bis zum Funktionalismus führt, sich also im Laufe der Zeit sechsmal den Zeitströmungen anpasste.


19. April 1552: Olaus Petri und die schwedische Reformation
19. April 1632: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
19. April 1738: Der schwedische Bischof Johan Wingård
19. April 1892: Sigfrid Lindström und die moderne Welt der Sagen
19. April 1916: Der Trollhätte-Kanal wird für den Verkehr geöffnet
19. April 1958: Von Trelleborg nach Sassnit
19. April 1986: Der schwedische Komponist Dag Wirén
19. April 2004: Per Verner-Carlsson, der Revolutionär des schwedischen Theaters

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 20. Januar 2014

Der schwedische Architekt Ture Stenberg

Ture Stenberg wurde am 20. Januar 1863 in Norrköping in einem gut bürgerlichen Haus geboren und studierte von 1883 bis 1887 Architektur an der KTH, der Königlich Technischen Hochschule, in Stockholm. Nach seinem Studium ging Stenberg für fünf Jahre in die USA und arbeitete dort als freier Architekt. Bevor er sich dann in Stockholm niederließ, begab er sich noch auf Studienreisen durch Europa um seine Kenntnisse auszubauen.

Bereits nach seiner Ankunft in Stockholm hatte Ture Stenberg bedeutende Aufträge, denn ihm verdankt man die Birger Jarl Passage, zwei monumentale Gebäude am Strandvägen und einige andere Gebäude und Umbauten, die noch heute ein deutliches Zeichen der amerikanischen Einflüsse sind, auch wenn der Architekt diese dem nordischen Neubarock des Jugendstils anpasste. Seinen internationalen Ruf gewann Ture Stenberg jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als er nach Uppsala umzog.

Nach Uppsala kam Ture Stenberg, da er im Jahre 1901 das Gebäude für die Fakultät für Chemie bauen sollte. In der Tat war dies jedoch nur der Beginn einer langen Bautätigkeit in der Stadt, denn Stenberg gab Uppsala mit seinen Bauten den noch heute sichtbaren architektonischen Charakter. Bei einem Bummel durch die Stadt stößt man immer wieder auf seine Bauten, die in dieser Zeit die Zeichen der schwedischen Nationalromantik zu tragen begannen. Einen großen Wert legte Stenberg dabei auf Fassaden, Ausschmückungen und Volumen.


20. Januar 1156: Bischof Henrik wird während eines Kreuzzugs getötet
20. Januar 1798: Maria Kristina Kiellström, bekannt als Ulla Winblad 
20. Januar 1864: Mathilda Malling, von avantgardistischer Literatur zum Liebesroman
20. Januar 1891: Ernst Rolf, Schauspieler, Sänger und König der Revue
20. Januar 1949: Göran Persson an der Spitze der Macht 
20. Januar 1958: Weibliche Polizei in Schweden
20. Januar 1973: Alf Svensson, 31 Jahre lang Vorsitzender einer Partei


Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg