Mittwoch, 16. Januar 2013

Die finnischen Kriegskinder kommen in Schweden an

Im Winterkrieg 1939/40 entstanden im Norden mehrere Hilfsorganisationen, die das Ziel hatten finnische Kinder aus Kriegsgebieten in Sicherheit zu bringen. Die Mehrheit dieser Kinder kamen nach Schweden, aber auch Norwegen und Dänemark, die später in den Zweiten Weltkrieg einbezogen wurden, nahmen zu Beginn einen Teil dieser Kinder auf. Der erste Zug mit den sogenannten finnischen Kriegskindern kam am 16. Januar 1940 in Haparanda an.

Insgesamt kamen zwischen 1940 und 1944 rund 72.000 finnische Kinder mit einem Namensschild um den Hals in Schweden an. Jene, die nach Haparanda kamen, hatten das Glück, dass sie sich zumindest bis zur Verschickung in andere Gegenden Schwedens noch verständigen konnten. Jene, die mit dem Boot in Stockholm ankamen und nicht aus den schwedischsprachigen Teilen Finnlands kamen, konnten nur Zeichen der Erwachsenen interpretieren und wussten oft nicht einmal, dass sie in einem anderen Land angekommen waren.

Von den 72.000 Kindern kehrten, aus sehr verschiedenen Gründen, etwa 15.000 nicht mehr in die Heimat zurück. Einige lebten nach dem Ende des Krieges weiterhin bei Pflegefamilien, andere wurden adoptiert oder waren bis sie erwachsen waren in einem Kinderheim untergebracht. Für Kinder, die sehr jung nach Schweden gekommen waren und fünf Jahre später wieder nach Finnland zu ihren Eltern zurückkehrten, war die Rückkehr erneut ein Schock, denn sie konnten sich mit ihren Eltern nicht mehr verständigen und landeten in einer unverstandenen Kultur. Die Geschichte dieser Kinder wird in mehreren Filmen und Büchern sehr deutlich geschildert.


16. Januar 1936: Schwedische Streichhölzer und die Stiftung Solstickan
16. Januar 1940: Kjell E. Genberg, der Vielschreiber unter den schwedischen Autoren 

Copyright: Herbert Kårlin

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