Posts mit dem Label Bahnhof werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bahnhof werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 1. Januar 2019

Katrineholm wird zur Stadt erhoben

Auch wenn das Gebiet um Katrineholm nachweislich bereits vor etwa 6000 Jahren bewohnt war, sollte es sehr lange dauern bis dort auch eine Stadt entstand, denn zu Beginn des 17. Jahrhunderts fand man hier nur das Gut Folbonäs, das um diese Zeit Jacob von der Linde gehörte. Als dieser dann eine Tochter bekam, der er den Namen Catharina gab, gab er auch seinem Gut einen neuen Namen und aus Folbonäs wurde Katrineholm.

Allerdings sollte die langsam wachsende Gemeinde erst mit dem Bau der Eisenbahnlinie Västra Stambanan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wirklich Bedeutung erlangen, denn nachdem 1862 dort eine Bahnhof eingeweiht wurde und Katrineholm zudem, mit dem Bau der Östra Stambanan, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt wurde, siedelten sich dort immer mehr Industrien an und 1880 konnte man im Ort bereits 400 Einwohner zählen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Katrineholm dann auch eine Bank und ein Hotel, ein deutliches Zeichen des Aufstiegs.

Zur Stadtentwicklung trug allerdings auch bei, dass der Architekt Adolf W. Edelsvärd den Ort rund um den Bahnhof plante, was dazu führte, dass sich der Aufbau der Stadt im Grunde seit 1870 nicht mehr änderte. Als Katrineholm dann am 1. Januar 1917 die Stadtrechte erhielt, war aus dem ehemaligen Gut Folbonäs eine Stadt mit 6615 Einwohnern geworden. Heute zählt die Stadt Katrineholm, die ihre Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt längst wieder verloren hat, etwas über 20.000 Einwohner und nur noch einige wenige Gebäude der Gemeinde und einige kleinere Industrieunternehmen zeugen von der einstigen Größe Katrineholms.

1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1591: Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1869: Der Meteoritenschauer von Hessle
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. April 2017

Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser

Axel Kumlien kam am 10. April 1833 in Härlunda bei Göteborg zur Welt und besuchte, gemeinsam mit seinem Bruder Hjalmar Kumlien, die Chalmers slöjdskola, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule Chalmers und schloss seine Studien dann 1856 in der Architekturschule in Braunschweig fort, wo er auch an der Restauration des Kölner Doms mitarbeitete. Als Kumlien 1860 nach Schweden zurückkehrte, ließ es sich in Stockholm nieder und begann für Adolf W. Edelsvärd zu arbeiten. Insgesamt arbeitete der Architekt zwölf Jahre lang für Edelsvärd und war während dieser Zeit am Bau von mindestens 60 Bahnhofsgebäuden beteiligt.

Unter Edelsvärd lernte Axel Kumlien Wert auf großflächige Innenräume, Ausschmückungen in altnordischer Ornamenten und die Aufteilung der Flächen zu legen und die Räume verschiedenen Zielen anzupassen, was ihm bei seinen späteren Bauten sehr dienlich war. Der äußere Aspekt der Bahnhöfe unterschied sich nur selten, aber der Innenausbau musste sich jedem Ort und der Bedeutung eines Bahnhofs anpassen. Als die herausragendsten Arbeiten Kumliens dieser Zeit gelten die beiden Flügel des Hauptbahnhofs in Stockholm und die ehemalige Bergslagernas Eisenbahnstation in Göteborg, die heute als das „Weiße Haus“ bekannt ist und unter Denkmalschutz steht. Bei nahezu all diesen Bauten haben die Brüder Kumlien einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mit der industriellen Entwicklung in Stockholm gegen Ende des Jahrhundert ging Axel Kumlien dann vom Bau der Bahnhofe zum Bau von Bürohäusern über, die sich vor allem durch Skulpturen und Ornamente auszeichneten, wobei der Architekt allerdings zu jener Zeit auch zahlreiche Miethäuser zeichnete. Ab 1874 kamen dann die Aufträge, die Axel Kumlien, aber auch seinen Bruder, den echten Durchbruch als Architekten brachte, denn sie wurden die offiziellen Baumeister für Krankenhäuser, denen sie einen eigenen Stempel gaben. Kumlien ging bei den Krankenhäusern dazu über, ähnlich der Bahnhöfe, Gebäude hinsichtlich ihrer Anwendung zu gestalten und vor allem mit Pavillons zu arbeiten, wobei er Abteilungen trennte und eine eigene Abteilung als Operationssaal schuf. Zu seinen bedeutendsten Krankenhausbauten gehören das Lazarett in Karlskrona, das Krankenhaus in Malmö und das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 21. Oktober 2013

Der schwedische Architekt Folke Zettervall

Als Folke Zettervall am 21. Oktober 1862 geboren wurde, so wurde ihm seine berufliche Zukunft nahezu in die Wiege gelegt, denn sein Vater war ein bekannter Architekt für den Bau von Kathedralen und wie selbstverständlich ging Zettervall nach dem Gymnasium erst auf die Tekniske Selskabs Skole in Kopenhagen, setzte sein Studium dort an der Kunstakademiets Arktiektskole fort und beendete seine Ausbildung mit einem Besuch der Kunstakademie in Stockholm, ebenfalls im Fachbereich Architektur. Ebenso selbstverständlich war für den Architekten dann bei seinem Vater zu arbeiten.

Als Folke Zettervall im Jahre 1890 vom Architekten Adolf Wilhelm Edelsvärd für das Architekturbüro der schwedischen Eisenbahn geworben wurde, baute Zettervall nur noch wenige Kirchen, sondern er folgte den Spuren Edelsvärds im Bau von Bahnhöfen. Insgesamt sollte der Architekt etwa 260 Bahnhöfe bauen, aber auch Wohnungen für das Personal, Stellwerke, Lager und andere Gebäude, die in Zusammenhang mit der Eisenbahn standen. Seine Fähigkeiten verhalfen ihm letztendlich auch dazu, dass ihn Edelsvärd zu seinem Nachfolger wählte und Zettervall ab 1898 der Chefarchitekt der Eisenbahngesellschaft wurde.

Die besondere Leistung von Folke Zettervall bestand vor allem darin, dass er sich bei seinen Gebäuden von Bauwerken in Deutschland, Frankreich und Italien beeinflussen ließ, diese jedoch der schwedischen Tradition anpasste. Eine weitere Besonderheit war, dass Zetterval vorausdachte und sämtliche Bahnhöfe bereits so baute, dass die Entwicklung der Orte in den kommenden 50 Jahren mit berücksichtigt wurde, sowohl vom Standort her als auch von ihrer Größe. Eine besondere Herausforderung jener Zeit war, dass jeder größere Bahnhof nach künstlerischen Aspekten geplant werden musste und keinem anderen existierenden Bahnhof ähneln sollte, wobei nicht zu vergessen ist, dass damals ein Bahnhof nicht nur drei verschiedene Wartehallen für die unterschiedlichen Reiseklassen haben musste, sondern auch eine Poststelle, Verkaufsstellen und vieles mehr, was man heute durch zahlreiche Umbauten leider meistens nicht mehr sehen kann. Folke Zettervall starb am 12. März 1955 im Alter von 92 Jahren.


21. Oktober 1833: Alfred Nobel, der Erfinder des Dynamits
21. Oktober 1990: Blondinbella, Erfolgsbloggerin in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 28. Juni 2012

Der schwedische Bahnhofsarchitekt Adolf Wilhelm Edelsvärd

Am 28. Juni 1824 wurde Adolf Wilhelm Edelsvärd in Östersund geboren. Wie sein Vater, so folgte auch er einer militärischen Karriere, bei der er allerdings seine wahre Berufung fand. Als er vom Dalregimentet in die Ingenieurtruppe für Befestigungsanlagen verlegt wurde, wurde sein Interesse für monumentale Bauwerke geweckt, ein Interesse, das seine gesamte Zukunft beeinflussen sollte und ihn, zumindest über seine Bauwerke, unvergesslich machte.

Als Adolf Wilhelm Edelsvärd 1855 die militärische Laufbahn hinter sich ließ, wurde er, auf Grund seiner Erfahrungen beim Bau von Befestigungsanlagen, von der schwedischen Eisenbahn als Chefarchitekt eingestellt, noch ein Jahr, bevor die erste offizielle Eisenbahnstrecke überhaupt eröffnet wurde. 40 Jahre lang leitete Edelsvärd dann das Architektenbüro der staatlichen Eisenbahn, eine Zeit, in der er 5725 Gebäude bauen ließ, darunter 297 Bahnhöfe.

Wer heute heute in den Hauptbahnhöfen in Stockholm, Göteborg, Malmö, Uppsala, Örebro und anderen ankommt, betritt grundsätzlich eines der Gebäude des Bauingenieurs und Architekten Adolf Wilhelm Edelsvärd. Um die Arbeit zu rationalisieren und dem hohen Bedarf an Gebäuden nachzukommen, entwickelte Edelsvärd sehr bald zehn Modelle, die er nach den ersten Gebäuden, die er in diesem Stil gebaut hatte, benannte. Trotz kleinerer Änderungen und Anpassungen kann man noch heute auf Anhieb sehen, nach welchem Edelsvärd-Stil ein Eisenbahngebäude erbaut wurde. Allerdings wurden mittlerweile sehr viele der kleineren Gebäude entweder abgerissen oder umgebaut, so dass bald nur noch die monumentalen Bauten erhalten bleiben.


28. Juni 1896: Filmvorführungen und Kinos in Schweden
28. Juni 2000: Nils Einar Poppe und das missglückte Drama

Copyright: Herbert Kårlin