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Sonntag, 10. Februar 2019

Der Möbeldesigner und Architekt Ernst Spolén

Ernst Spolén kam am 14. Oktober 1880 als Sohn eines Prosten in Halmstad zur Welt, wuchs jedoch in Fryksände im nördlichen Värmland auf. Spolén studierte nach seiner Hochschulreife an der Technischen Hochschule Chalmers, wo er auch den Künstler Ivar Arosenius kennen lernte mit dem ihm eine lebenslange Freundschaft verband. Nach seiner Hochzeit mit der Schwester des Künstlers ging Spolén 1905 nach Stockholm um dort seine Studien mit einem Architekturstudium an der Kunstakademie zu ergänzen. Nach Abschluss dieses Studiums im Jahr 1906 blieb das Ehepaar in Stockholm.

Ab 1906 arbeitete Ernst Spolén dann als Architekt bei Torben Grut, Ernst Stenhammar und Ivar Tengbom, die um diese Zeit bereits einen ausgezeichneten Ruf hatten. Nach den ersten Berufserfahrungen wurde Spolén von Ragnar Östberg angestellt und war damit auch an der Planung des Stockholmer Stadshuset beteiligt, was Spolén sehr wichtige Erfahrungen brachte, die ihm später zu seinem Ruhm verhalfen. Ab 1916 wurde Spolén nämlich für die Einrichtung des Gebäudes verantwortlich und er wurde zum Designer sämtlicher Möbel im Gyllene Saal und im Saal Tre kronor.

Ab dem folgenden Jahr ging die Karriere von Ernst Spolén dann parallel in zwei Richtungen, denn bereits 1917 nahm er mit einer Küche und einem Wohnzimmer, dessen Möbel er im gustavianischen Stil entworfen hatte, an einer Ausstellung in der Kunsthalle Liljevalch teil, aber er arbeitete auch als Architekt weiter. Wenige Jahre später wurde er zum Stadtarchitekten in Kristinehamn ernannt, anschließend in Filipstad und ab 1946 hatte er ein eigenes Architekturbüro in Karlstad, wo er bis zu seinem 80. Lebensjahr aktiv blieb. Ernst Spolén starb am 10. Februar 1974 in Bolum.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige aus Schweden
10. Februar 1306: Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes
10. Februar 1876: Der Nationalromantiker August Söderman
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück
10. Februar 2003: Der schwedische Regisseur Lars-Eric Kjellgren 
10. Februar 2013: Der Lomma Kanal am Öresund 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. April 2018

Der schwedische Künstler Olof Sager-Nelson

Olof Sager-Nelson kam am 13. September 1868 als Sohn eines Landwirts in By im Värmland zur Welt, wurde jedoch von seiner Großmutter und Tante väterlicherseits erzogen, da die Mutter starb als Sager-Nelson gerade einmal vier Jahre alt war und der Vater wenig später nach Amerika auswanderte, da er sonst wegen Veruntreuung vor Gericht gestanden hätte. Obwohl Sager-Nelson nur vier Jahre lang die Oberschule besucht hatte, schrieb er sich 1885 an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg ein um Ingenieur zu werden. Zwei Jahre später stelle Sager-Nelson jedoch fest, dass er das Studium kaum schaffen werde und wandte sich daher der Kunst zu.

Von 1888 bis 1890 studiert Olof Sager-Nelson dann an der Kunsthochschule Valand bei Bruno Liljefors das Malen und kam, dank des Künstlers Carl Larsson, mit dem Kunstmäzenen Pontus Fürstenberg in Kontakt, der sich entschied den angehenden Künstler finanziell zu unterstützen. Fürstenberg finanzierte Sager-Nelson im Jahr 1893 auch eine Studienreise nach Paris, wo Sager-Nelson Künstler wie Edouard Manet oder auch Gaugin traf, die ihn bei seinen späteren Werken stark inspirierten. Noch bedeutender war dann jedoch das Zusammentreffen mit den finnischen Symbolisten, die sich zu jener Zeit in Paris niedergelassen hatten.

Zurück in Schweden entstanden dann die bedeutendsten Werke des Künstlers, die  Sager-Nelson selbst so beschrieb, dass er nicht nur das äußere Erscheinungsbild der Personen darstelle, sondern auch die Seele und das Gefühl der abgebildeten Personen, was sich, unter anderem, auch dadurch ausdrückte, dass der Künstler alle Gesichter in einem grün-gelben Ton malte. Als Olof Sager-Nelson 1895 erneut für einige Tage nach Paris ging, brach dort die vermutlich seit langem ruhende Tuberkulose aus, die ihn letztendlich in ein Sanatorium in Algerien brachte, wo er am 11. Aril 1896 im Alter von nur 27 Jahren starb, in einem Hotel, das den symbolischen Namen Terminus hatte. Werke des Künstlers findet man im Nationalmuseum in Stockholm und im Göteborger Kunstmuseum.


11. April 1810: König Karl XIII. genehmigt den Bau des Göta Kanals
11. April 1833: Der schwedische Ministerpräsident Fredrik Wilhelm von Otter
11. April 1837: Der schwedische Kampf gegen den Alkohol
11. April 1860: Ferdinand Boberg, Architekt und Designer
11. April 1882: Ragnar Ring, ein Militär wird Regisseur und Schriftsteller
11. April 1899: Gustaf Emanuel Beskow und das Schulwesen
11. April 1940: Schweden rüstet sich gegen Deutschland
11. April 1955: Die schwedische Sängerin Lena Andersson
11. April 1973: Szenen einer Ehe, ein Film von Ingmar Bergman
11. April 1977: Die schwedische Sängerin Sara Löfgren
11. April 1990: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
 
Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. April 2017

Axel Kumlien, der Architekt für Bahnhöfe und Krankenhäuser

Axel Kumlien kam am 10. April 1833 in Härlunda bei Göteborg zur Welt und besuchte, gemeinsam mit seinem Bruder Hjalmar Kumlien, die Chalmers slöjdskola, den Vorläufer der heutigen Technischen Hochschule Chalmers und schloss seine Studien dann 1856 in der Architekturschule in Braunschweig fort, wo er auch an der Restauration des Kölner Doms mitarbeitete. Als Kumlien 1860 nach Schweden zurückkehrte, ließ es sich in Stockholm nieder und begann für Adolf W. Edelsvärd zu arbeiten. Insgesamt arbeitete der Architekt zwölf Jahre lang für Edelsvärd und war während dieser Zeit am Bau von mindestens 60 Bahnhofsgebäuden beteiligt.

Unter Edelsvärd lernte Axel Kumlien Wert auf großflächige Innenräume, Ausschmückungen in altnordischer Ornamenten und die Aufteilung der Flächen zu legen und die Räume verschiedenen Zielen anzupassen, was ihm bei seinen späteren Bauten sehr dienlich war. Der äußere Aspekt der Bahnhöfe unterschied sich nur selten, aber der Innenausbau musste sich jedem Ort und der Bedeutung eines Bahnhofs anpassen. Als die herausragendsten Arbeiten Kumliens dieser Zeit gelten die beiden Flügel des Hauptbahnhofs in Stockholm und die ehemalige Bergslagernas Eisenbahnstation in Göteborg, die heute als das „Weiße Haus“ bekannt ist und unter Denkmalschutz steht. Bei nahezu all diesen Bauten haben die Brüder Kumlien einen wichtigen Beitrag geleistet.

Mit der industriellen Entwicklung in Stockholm gegen Ende des Jahrhundert ging Axel Kumlien dann vom Bau der Bahnhofe zum Bau von Bürohäusern über, die sich vor allem durch Skulpturen und Ornamente auszeichneten, wobei der Architekt allerdings zu jener Zeit auch zahlreiche Miethäuser zeichnete. Ab 1874 kamen dann die Aufträge, die Axel Kumlien, aber auch seinen Bruder, den echten Durchbruch als Architekten brachte, denn sie wurden die offiziellen Baumeister für Krankenhäuser, denen sie einen eigenen Stempel gaben. Kumlien ging bei den Krankenhäusern dazu über, ähnlich der Bahnhöfe, Gebäude hinsichtlich ihrer Anwendung zu gestalten und vor allem mit Pavillons zu arbeiten, wobei er Abteilungen trennte und eine eigene Abteilung als Operationssaal schuf. Zu seinen bedeutendsten Krankenhausbauten gehören das Lazarett in Karlskrona, das Krankenhaus in Malmö und das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1902: Der Kunstsammler und Mäzen Pontus Fürstenberg
10. April 1929: Der schwedische Schauspieler Max von Sydow
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Mittwoch, 23. November 2016

Der schwedische Architekt Torsten Hansson

Torsten Hansson kam am 23. November 1928 in Göteborg zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg. Nach Abschluss seines Studiums fand der Architekt eine Anstellung bei HSB, der grössten Baukooperative Schwedens und wurde dadurch Teil der Bewegung zum schwedischen Folkhemmet. Die Aufgabe Hanssons war daher für möglichst viele Personen eine Wohnfläche zu schaffen, die einerseits modern und praktisch für die Zeit waren, zum anderen jedoch auch billig sein mussten. Eines seiner größeren Projekte war das Schaffen des Stadtteils Biskopsgården in Göteborg.

Die Architektur Torsten Hanssons zeichnete sich vor allem durch seine Funktionalität aus, unter anderem beim Bau von Schulen, denn die Philosophie des Architekten war, dass einfache Bauten ohne jede Ausschmückung billiger waren und dadurch mit gleichem Geld mehr Fläche geschaffen werden konnte, was von seiner Warte aus eine sinnvolle Idee war, jedoch in der Gegenwart, insbesondere bei Mietwohnungen, dazu führt, dass diese sehr einfachen Bauten für sehr viel Geld den aktuellen Bedingungen angepasst werden müssen, die Eigentümer der Bauten dafür jedoch kein Geld zurücklegten.

Dass Torsten Hansson, der auch als Politiker und Schriftsteller in Göteborg tätig war, trotz seiner relativ einfachen Bauten in die Geschichte der Architektur einging, liegt vor allem an seinen Theorien und Bauten, die ab den 60er Jahren entstanden, als Hansson über ein eigenes Architekturbüro verfügte und im Stadtrat in Göteborg auch einen gewissen Einfluss errungen hatte. In diesen Jahren schuf Torsten Hansson einige Kirchen für ärmere Kirchengemeinden Göteborgs und griff dabei zur Modulbauweise, was zu sehr simplen Kirchen führte in denen Gottesdienst und Versammlung im Zentrum standen, nicht der Bau als solches. In diesen Jahren kamen Hansson auch Zweifel am sogenannten Millionenprogramm des Wohnungsbaus und er kritisierte insbesondere die Stadtplanung und die Bauweise im Stadtteil Angered, die dann auch auf Hammarkullen und andere Randgebiete Göteborgs übergriffen.


23. November 1607: Reichsrat Mauritz Stensson Leijonhufvud
23. November 1833: Hausangestellte auf dem Lande in Schweden
23. November 1858: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
23. November 1860: Hjalmar Branting verändert Schweden
23. November 1879: Die schwedische Künstlerin Sigrid Fridman
23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson
23. November 1904: Die Skansen Kronan in Göteborg
23. November 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 1. April 2016

Der schwedische Architekt Lennart Kvarnström

Lennart Kvarnström wurde am 1. April 1915 in Linköping als Sohn eines Bahnhofsinspektors geboren und machte im Jahre 1936 seine Hochschulreife am Technischen Gymnasium in Norrköping. Kvarnström machte danach indes kein Studium, sondern er begann unmittelbar nach seiner Hochschulreife in Architekturbüros in Göteborg zu arbeiten und ergänzte sein praktisches Wissen der Architektur mit mehreren Studienreisen in unterschiedliche Länder Westeuropas. Im Jahre 1951 öffnete Kvarnström dann ein eigenes Architekturbüro, wobei er jedoch nur ein Jahr später bei Göteborgs Förorter Chefarchitekt wurde, was ihm einige Jahre später dazu verhalf studierten Architekten gleichgesetzt zu werden und er die Aufgaben eines Stadtarchitekten wahrnehmen durfte.

Neben seiner Planungstätigkeit als Architekt für mehrere Vororte Göteborgs war Lennart Kvarnström auch Bauberater für den damaligen Ort Råda, Dozent für Architektur an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg, Lehrer an der Sozialhochschule der gleichen Stadt und aktiv in der Planungsaktivität von Großgöteborg, wobei er hier auch einen Schwerpunkt auf das Sozialleben der Bewohner legte. In diesem Rahmen arbeitete Kvarnström intensiv mit Bertil Hultén zusammen, der um jene Zeit der Planungschef für die Entwicklung von Großgöteborg war. Diese Zusammenarbeit führte letztendlich auch zurück zur unabhängigen Tätigkeit als Architekt und dem Auftrag, gemeinsam mit Hultén, einen Villenvorort in Örebro zu planen und zu bauen.

Ohne Hochschulstudium in Architektur gelang es Lennart Kvarnström nicht Aufträge für monumentale Bauten zu erhalten, aber dennoch gelang es ihm nicht nur 1965 in Lund eine Professur in  Architektur zu erhalten, sondern ganzen Wohngebieten bei Göteborg, in Lund, Malmö, Borås und auch in Örebro seinen Stempel zu geben, da er gesamte Stadtteile mit Villen, Reihenhäuser, Mietshäusern und Schulen plante. Das bekannteste Werk des Architekten Kvarnström wurde jedoch das Hochhaus in Råda, das 1954 allerdings nur acht Stockwerke und doppelt so viele Mietwohnungen hatte und seit 2006 mit bedeutenden Umbauten und zwei weiteren Stockwerken weiterhin das Symbol des Råda torg im heutigen Mölnlycke darstellt.


1. April 1412: Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg
1. April 1643: Königin Kristina verleiht Åmål die Stadtrechte
1. April 1841: Knut Michaelson, vom Industriedisponent zum Theater
1. April 1843: Adolph Ribbing und der Mord an Gustav III.
1. April 1945: Totta Näslund und der Weg zu Bob Dylan
1. April 1953: Die erste männliche Krankenschwester Schwedens
1. April 1962: Gustaf VI. Adolf weiht den Flughafen Arlanda in Stockholm ein
1. April 1967: Sixten Sason und die Saab-Modelle
1. April 1997: Die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 29. Februar 2016

Der Komiker und Sänger Knut Agnred

Knut Agnred wurde am 29. Februar 1956 als Sohn eines Sportlers in Göteborg geboren, wuchs jedoch auf der Insel Käringö in den nördlichen Schären Göteborgs auf, einer Insel zu der der Komiker und Sänger auch noch heute ein enges Verhältnis hat. Als Student der Technischen Hochschule Chalmers gründete Agnred, gemeinsam mit drei anderen Studenten, 1979 ein Barbershopquartett unter dem Namen After Shave. Ein Jahr später nahm das Quartett an einem Talentwettbewerb des Aftonbladet teil und kam dabei ins Finale der Region, was die Gruppe in weiten Kreisen bekannt machte.

Knut Agnred, der mit drei Jahren Klavier zu spielen begonnen hatte und dafür bekannt ist, dass er immer besser und lauter singen will als alle anderen, schloss sein Studium als Elektroingenieur ab, aber mittlerweile war die Gruppe After Shave so bekannt und erfolgreich geworden, dass sich die vier Mitglieder nach Abschluss der Studien dazu entschlossen ganz auf eine künstlerische Karriere als Unterhalter zu setzten. 1982 schloss sich daher After Shave mit der Showgruppe Galenskaperna zusammen und begannen gemeinsam in Göteborg ihre außerordentliche Karriere.

Knut Agnred, der ursprünglich Knut Andersson hieß und als Künstler seinen Namen wechselte, hat, nach Claes Eriksson, vermutlich die meisten Texte für Galenskaperna och After Shave geschrieben und träg mit seinen Kompositionen bedeutend am Erfolg der Gruppe bei. In seinen Fernsehrollen und Filmen spielte Agnred oft die Rolle einer etwas verrückten lauten Person, die immer auffällt, wobei sein Sketch Knut på Linjen mehr verbreitet wurde als jeder andere Sketch Schwedens, denn noch heute soll man diesen als Sicherheitsvideo in den Fahrzeugen von Stena Line betrachten. 2004 erschien auch das bisher einzige Soloalbum des Sängers unter dem Titel Text & Musik.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Der Erfinder und Nobelpreisträger Gustaf Dalén

Gustaf Dalén starb am 9. Dezember 1937 im Alter von 68 Jahren an Krebs auf Lidingö, nur wenige Monate nach seiner selbst gewählten Pensionierung auf Grund der Krankheit. Dalén war am 30. November 1869 als Sohn eines Landwirts und unter dem Namen Gustaf Johansson in Stenstorp zur Welt gekommen und hatte dabei das Glück dass seine Familie einen hohen Wert darauf legte dass sämtliche Kinder eine gute Bildung erhielten. Dalén war dabei das einzige Kind der Familie, das mehr an praktischen Experimenten und Erfindungen interessiert war als an theoretischem Wissen. Nach seiner Ausbildung gründete Dalén einen Samenhandel, war als Imker aktiv, leitete eine kleinere Molkerei auf dem Gut der Eltern und ging seinem Lieblingsinteresse nach, der Reparation und der Verbesserung von landwirtschaftlichen Maschinen.

Vor  allem seine Nebentätigkeit als Mechaniker weckte bei Gustaf Dalén das Interesse für Maschinentechnik und Naturwissenschaft. Als der Erfinder ein Gerät entwickelt hatte das den Fettgehalt von Milch feststellen messen konnte, reiste er damit zu Gustaf de Laval nach Stockholm, der die Fähigkeiten Daléns sofort richtig einschätzte und ihm zu einer grundlegenden technischen Ausbildung riet und ihm nach der Abschlussprüfung auch eine Anstellung versprach. Nach einigem Privatunterricht und Selbststudien wurde Dalén an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg aufgenommen, wo er auch die Prüfung als Ingenieur ablegte. Nach dem Studium in Göteborg ging Dalén für ein weiteres Jahr ans Polytechnikum in die Schweiz, der damals leitenden technischen Ausbildungseinrichtung Europas.

Zurück in Schweden zerschlug sich zwar die Anstellung bei Laval, da dessen Unternehmen am Rande des Konkurses lag, aber Dalén gründete mit einem Studienfreund erst ein eigenes Unternehmen um jedoch bereits 1909 zum Geschäftsführer des angeschlagenen Unternehmens AGA (Aktiebolaget Gas-Accumulator) zu werden. Für AGA machte Dalén dann seine bedeutendsten Erfindungen, denn stufenweise verbesserte er die Technik der Leuchtturme und schuf die sogenannten AGA-Leuchttürme, die bis zu einem Jahr ohne Personal und Wartung auskommen konnten und damit einen wichtigen Beitrag zur sicheren Seefahrt leisteten. AGA erhielt daher auch den Auftrag den Panama-Kanal mit Leuchttürmen zu versehen. Im Jahre 1912 explodierte bei einem Versuch Daléns ein Ethin-Behälter und der Erfinder erblindete, ohne deswegen jedoch seinen Beruf aufzugeben. Nur kurze Zeit nach der Explosion wurde Gustaf Dalén für seine überragenden Leistungen mit dem Nobelpreis in Physik ausgezeichnet.

9. Dezember: Die Bedeutung des Annadagen (Annatag) in Schweden
9. Dezember 1594: Gustav II. Adolf wird König von Schweden
9. Dezember 1842: Carl David af Wirsén und die moderne Literatur
9. Dezember 1898: Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten
9. Dezember 1910: Der Zehnte als Kirchensteuer wird abgeschafft
9. Dezember 1936: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Lindman
9. Dezember 1975: Schweden führt Wahlrecht für ausländische Bürger ein

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 8. November 2015

Die Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) in Göteborg

Die Idee für den Bau der Älvsborg-Brücke (Älvsborgsbron) geht auf den Anfang der 60er Jahre zurück, da um diese Zeit der Verkehr zwischen dem Festland Göteborg und der Insel Hisingen so zunahm, dass die Hauptstrecke über die Götaälvbron vollkommen überlastet war und sich die Fahrzeuge in beide Richtungen nahezu rund um die Uhr im Stau befanden, da auf Hisingen die Industrie zu finden war, die meisten Arbeiter jedoch auf dem Festland wohnten. Hinzu kam, dass dies auch der einzige Weg nach Oslo und ins Bohuslän war. Noch bevor die heutigen Zufahrtsstraßen zur Älvsborgsbron geschaffen wurden, errichtete man diese Brücke, die zu Beginn nur mit der Stadtautobahn verbunden war und als Nebenstraße zur E6 galt.


Der Auftrag für den Bau der Älvsborg-Brücke ging an den jungen Architekten Sven Olof Asplund, der in den USA den Brückenbau studiert hatte und sich dabei auf Hängebrücken spezialisiert hatte. Der Bau der Älvsborg-Brücke sollte vier Jahre dauern, wobei die insgesamt 933 Meter lange Brücke allerdings bereits am 8. November 1966, ein Jahr vor der endgültigen Fertigstellung, vom damaligen Verkehrsminister Olof Palme eingeweiht und für den Verkehr freigegeben wurde. Mit seiner Spannweite von 418 Metern war die Älvsborgsbron zu jener Zeit nahezu ein Wunderwerk und schlug mit dieser Spannweite alle anderen skandinavischen Brücken, was allerdings auch den Nachteil mit sich brachte dass die Brücke noch heute bei starkem Sturm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss.

Zur Einweihung der Brücke durch Olof Palme, der am gleichen Tag bereits zwei andere Brücken eingeweiht hatte, hatten sich einige Studenten der Technischen Hochschule Chalmers einen besonderen Scherz ausgedacht, denn sie hatten eine Limousine gemietet, einen Studenten als Olof Palme verkleidet und wollten auf diese Weise als erstes auf die Rednerbühne gelangen und die Brücke für den Verkehr öffnen. Aber entweder kam Palme früher als geplant oder die Studenten hatten zu lange für ihre Vorbereitungen benötigt. In der Tat war jedoch der Minister dadurch zuerst auf der Rednerbühne und der Scherz missglückte.


8. November 1622: Karl X. Gustav, der deutsch-freundlichste König Schwedens
8. November 1777: Königin Desideria, die unschwedische Königin
8. November 1789: Anders Lindeberg kämpft für ein freies Theater
8. November 1890: Ester Lindin und der vergessene Bestseller
8. November 1903: Die Teilnehmer der Antarktisexpedition werden gerettet
8. November 1922: Carl Magnus von Seth, ein Schriftsteller, der nach Worten sucht
8. November 1923: Alfhild Agrell und die Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts
8. November 1942: Åke Göransson erkennt seine eigenen Gemälde nicht
8. November 2011: Die religiöse Künstlerin Eva Spångberg 

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 30. April 2015

Der studentische Karneval Chalmers Cortège

Niemand kann heute mit Exaktheit sagen ab wann die Studenten der Technischen Hochschule Chalmers nach ihrem Schlussexamen durch Göteborg zogen um dieses Ereignis zu feiern. Sicher ist jedoch, dass der erste Umzug, der die heute übliche Tradition einleitete, am 30. April 1909 seinen Beginn nahm und nur ein Jahr später der erste Karnevalsumzug stattfand, dessen Entwicklung man noch heute jeweils am 30. April jeden Jahres folgen kann, vorausgesetzt, man stellt sich frühzeitig an den Straßenrand, da jeder Umzug, genannt Chalmers Cortège, mittlerweile über 250.000 Zuschauer anzieht.

Im Grunde planten die Studenten der Technischen Hochschule Chalmers bereits 1890 eine Art Umzug und fragten bei der Polizei nah wie diese sich verhalten würde, wenn alle Abschlussstudenten in einem Gänsemarsch zum Schlosswald wandern würden. Die Antwort erstaunte wenig, denn die Polizei erklärte, dass alle Teilnehmer verhaftet würden, was diese Idee beendete. Bis 1909 mussten die Studenten sich daher damit zufrieden geben am 30. April nur entlang der Vasagatan zu gehen, einen Fuß auf der Straße und den anderen auf dem Bürgersteig. Pflicht dabei war auch seine Studentenmütze zu tragen.

Am 30. April 1909 mieteten die Studenten der Hochschule sämtliche zur Verfügung stehenden Pferdedroschken Göteborgs und fuhren damit in einem langen Zug durch Göteborg, was kaum unbemerkt bleiben konnte. Im Folgejahr entschied man sich dann jedoch einen jährlichen Umzug zu gestalten, der mit selbst gebauten oder dekorierten Fahrzeugen stattfinden sollte, wobei eine der Hauptattraktionen ein altes Fahrrad war, das vorne eine großes und hinten ein kleines Rad hatte, ein Fahrrad, das noch heute den Umzug anführt. Interessant sind jedoch nicht nur die teilweise sehr ausgefallenen Gefährte, sondern auch die Tatsache, dass jedes Fahrzeug eine ironische Botschaft trägt, die die politischen Ereignisse des letzten Jahres betreffen.


30. April: Die Walpurgisnacht in Schweden
30. April 1870: Maria Sandel, die erste Arbeiterschriftstellerin Schwedens
30. April 1910: In Göteborg findet der erste Chalmers Cortège statt
30. April 1926: Der schwedische Architekt Sten Samuelson
30. April 1929: Birger Sjöberg, vom Volkslied zum Modernismus
30. April 1946: Sven Nordqvist und die Phantasiewelt der Kinder
30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1976: Die Hoola Bandoola Band
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 17. März 2015

Der schwedische Künstler Johan Peter Molin

Johan Peter Molin kam am 17. März 1814 als Sohn eines Bäckers in Göteborg zur Welt und begann seine schulische Ausbildung im Alter von nur dreieinhalb Jahren. Auch wenn sich der Junge sehr begabt zeigte, verließ er auf Grund seiner Schmächtigkeit die Schule bereits im Jahre 1920 und musste ab dieser Zeit bei einem Verwandten in der Landwirtschaft arbeiten, bekam dort aber auch eine weitergehende Bildung geboten. Bei seiner Rückkehr ins Elternhaus begann Molin bei seinem Vater eine Ausbildung als Bäcker und mit zwölf begann er dann bei einem Händler zu arbeiten, der sein Geschäft im Wohnhaus der Familie hatte.

Als Johan Peter Molin dann 16 Jahre alt war, begann er sich Gedanken über seine Zukunft zu machen und kam zur Entscheidung, dass weder Bäcker noch Händler oder Landwirt etwas für ihn war, konnte sich jedoch nicht entscheiden, ob er Musiker, Schriftsteller oder Maler werden sollte, drei Berufe mit denen sein Vater nicht einverstanden war. Molin arbeitete daher weiter wie bisher, besuchte jedoch in seiner Freizeit bei Carl Palmstedt an der damaligen Schule für Kunsthandwerk Chalmers Kurse im Modellieren und Zeichnen. Die berufliche Wende kam jedoch erst im Jahre 1843, als seine Büste von Karl XIV. Johan in der Göteborger Börse zu sehen war und Aufmerksamkeit erweckte.

Die gehobene Schicht Göteborgs ermunterte nun Johan Peter Molin in seinem Kunstbestreben. Molin verkaufte die Bäckerei, die ihm mittlerweile gehörte und begann an der Kunstakademie in Kopenhagen Kunst zu studieren. Molin, der sich seinen Lebensunterhalt immer noch als Bäcker verdienen musste, setzte seine Studien in Paris und anschließend in Rom fort. Das Backen konnte Molin jedoch erst im Jahre 1847 endgültig an den Nagel hängen, denn in diesem Jahr kaufte Karl XV. eines seiner Werke, was für Molin der Beginn einer Künstlerkarriere war, denn anschließend bestellte die reiche Schicht Göteborgs ebenfalls Werke des Künstlers und bald darauf wurden auch Museen in London und Paris auf Molin aufmerksam.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm 
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz 
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden 
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. Januar 2015

Der schwedische Architekt Aron Johansson

Aron Johansson kam am 11. Januar 1860 als Sohn eines landwirtschaftlichen Pächters zur Welt und hatte das Glück dass der regionale Regierungspräsident J. A. Tornérhielm sehr früh die künstlerische Neigung Johanssons entdeckte und daher für eine gediegene Schulbildung des Jungen sorgte, die diesem anschließend ein Kunststudium ermöglichte. Da die Eltern Johanssons 1877 nach Amerika auswanderten, war der zukünftige Architekt sehr früh auf sich selbst gestellt und auf die finanzielle Hilfe anderer angewiesen.

Als Tornérhielm starb, übernahm vor allem der Gönner James Dickson aus Göteborg die Ausgaben für die Bildung von Aron Johansson, schickte ihn 1876 an die Schule für Kunsthandwerk Chalmers und finanzierte ihm fünf Jahre später auch die Ausbildung an der Kunstakademie in Stockholm, die Johansson mit großem Erfolg beendete. Bevor Johansson dann mit dem Bau des Reichstagsgebäudes endgültig den Durchbruch hatte, unternahm er noch Studienreisen nach Deutschland, Frankreich und Spanien um sich mit der dortigen Baukunst vertraut zu machen.

Die große Chance kam für Aron Johansson als ihn Helgo Zettervall als Assistenten für den Bau des Reichstagsgebäudes in Stockholm anstellte, dann jedoch auf Grund der auftauchenden Probleme auf den Bau verzichtete und Johansson mit der Verwirklichung des Mammutprojektes beauftragt wurde. In den Folgejahren wurde Johansson dann mit zahlreichen Monumentalgebäuden, unter anderem dem Bau von Bankhäusern, betraut, da es ihm gelang die Nationalromantik mit der neoklassischen Architektur zu verbinden, einer der Gründe, warum man in mehreren seiner bedeutendsten Gebäude auch Elemente aus der Renaissance und dem Barock entdecken kann.


Aron Johansson starb am 2. April 1936 im Alter von 76 Jahren und lebt in zahlreichen Gebäuden Schwedens weiter. Am Reichstagsgebäude in Stockholm findet man auch sein Profil in Stein.

11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht 
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Helge Zimdal, der Architekt, der Schulen baute

Der schwedische Architekt Helge Zimdal starb am 3. Oktober 2001 im Stadtteil Hovås in Göteborg. Seine Ausbildung erwarb Zimdal auf der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm und anschließend an der Kunsthochschule, ebenfalls in der Hauptstadt Schwedens. Noch im gleichen Jahr als er seine Ausbildung abschloss beteiligte sich Zimdal bereits mit Möbel und Textilien an der Stockholmausstellung 1930, wobei er auch bereits zu Beginn seines Studiums mit Nils Ahrbom ein Architekturbüro gegründet hatte, das die beiden Architekten lange Zeit gemeinsam führten.

Helge Zimdal, der am 27. April 1903 in Alingsås geboren worden war, machte sich zwischen 1936 und 1951, die Jahre, die er in Stockholm verbrachte, einen Namen als Architekt für den Bau von Schulen, auch wenn er dazwischen das Länsmuseum in Linköping zeichnete. Bei den meisten dieser Bauten handelte es sich um Gymnasien und Hochschulen. Seine Gebäude kann man noch heute in Städten wie Stockholm, Motala, Enköping oder auch Ludvika betrachten, wobei man dabei entdecken wird, dass man auch an Schulbauten die Handschrift eines Architekten sehr deutlich feststellen kann.

Als Helge Zimdal im Jahre 1951 als Professor an die Technische Hochschule Chalmers in Göteborg kam, änderten sich zwei Dinge. Zum einen nahm der Architekt den Namen an unter dem er bekannt ist, denn bis dahin schrieb man den Nachnamen Zimdahl, also mit einem zusätzlichen „h“. Zum anderen begann Helge Zimdal nun Bürohäuser, eine Kirche und im Jahr 1974 auch die schwedische Botschaft in Brasilia zu bauen. In der gleichen Zeit begann eine intensive journalistische Arbeit des Architekten, denn er wollte die Diskussion über Architektur in den Alltag bringen und der Architektur eine Seele geben. Helge Zimdal führte ab dieser Zeit einen ständigen Kampf gegen routinierte und gefühllose Massenbauten, wenn auch nur mit geringem Erfolg.


3. Oktober 1832: Lina Sandell-Berg und 1700 Gedichte
3. Oktober 1962: Hylands hörna, 20 Jahre Erfolg im Fernsehen
3. Oktober 1972: Der schwedische Sänger und Musiker Martin Stenmarck 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. August 2012

Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom

Am 6. August 1968 starb der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom in Stockholm, der Stadt in der sein vermutlich bekanntestes Bauwerk zu finden ist, das Konzerthaus. Die Firma Tengbom Arkitekter, existiert heute bereits in der dritten Generation, gehört mit seiner über 100-jährigen Existenz zu den weltweit am längsten heute noch existierenden Architekturbüros und ist noch heute für seine renommierten modernen Bauten bekannt, die überall in schwedischen Städten auftauchen.

Ivar Tengbom, der am 7. April 1878 in Nynäs geboren wurde, studierte erst an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg und anschließend an der Königlichen Kunstakademie in Stockholm Architektur, bevor er mehrere Studienreisen nach Dänemark und Frankreich unternahm. Nach seiner Rückkehr gründete er im Jahre 1906 in Stockholm ein Architekturbüro, das sich so stark entwickelte, dass es bereits nach zehn Jahren über 25 Angestellte verfügte, nicht zuletzt deshalb, weil Ivar Justus Tengbom in dieser Zeit bereits mehrere bedeutende Architekturpreise gewonnen hatte.

Zu den ersten wichtigen Bauten Tengboms gehören das Rathaus in Borås, die Engelbrektskyrkan in Stockholm, der Kungsträdgården in Stockholm und die Trefaldighetskyrkan in Arvika. Als Ivar Tengbom dann 1920 die Ausschreibung um das Stockholmer Konzerthaus gewann, ging es mit seiner Karriere nur noch aufwärts und ein bedeutendes Gebäude nach dem anderen entstand nach seinen Zeichnungen.  Das letzte Gebäude, das Tengbom, bereits gemeinsam mit seinem Sohn Anders Tengbom, zeichnete, war das Bonnierhuset in Stockholm. Den Stil Tengboms findet man aber auch in der Himmerfahrtskirche in Höganäs, dem Citypalatset in Stockholm, dem Tornparken in Sundbyberg und an den moderneren Elementen der Skara Domkirche.


6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström 

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Montag, 30. April 2012

Die Walpurgisnacht in Schweden

Walpurgis wird in Schweden jeweils am 30. April eines Jahres gefeiert und im Kalender als Valborgsmässoafton bezeichnet. Auch wenn touristische Organisationen diesen Tag nahezu mit dem deutschen Fest vergleichen und oft den Eindruck geben, dass auch in Schweden das Feuer am Abend am wichtigsten sei und das Fest im ganzen Land auf die gleiche Weise gefeiert wird, so liegt diese Aussage weit entfernt von der Realität, zumal die Heilige Walburga in Schweden sehr wenig Bedeutung hat und die Hexen in Westschweden bereits mit dem Osterfeuer vertrieben wurden und man dort daher in der Walpurgisnacht nicht überall einen Scheiterhaufen zu sehen bekommt.

Genau genommen gehen die Feiern des Valborgsmässoafton in Schweden auch weitaus weiter zurück als bis zum Erscheinen der ersten katholischen Mönche im Lande, denn diese Nacht entsprach in der nordischen Mythologie nahezu Allerseelen in Deutschland, denn in dieser Nacht war die Grenze zwischen Lebenden und Toten kaum noch vorhanden, so dass man in dieser Nacht mit den Toten Verbindung aufnehmen konnte. Und die Feuer dienten auch nicht der Hexenverbrennung, sondern dazu die Last des vergangenen Jahres zu verbrennen, damit man ein neues Jahr ohne Bürde angehen konnte, wobei hierbei auch der Frühling und das Licht begrüßt wurden.

Der Valborgsmässoafton hat in Schweden seit dem 19. Jahrhundert aber noch eine ganz andere Bedeutung, die in mehreren Städten Schwedens das Feuer weit in den Schatten stellt, denn der 30. April gilt in ganz Schweden als der Tag der Studenten. Wer daher die Möglichkeit hat diesen Tag in Göteborg, Lund oder Uppsala zu erleben, wird Traditionen finden, die wirklich ein Stück Schweden zeigen, wobei der Chalmers Cortègen in Göteborg wohl das eindrucksvollste Erlebnis dieses Tages sein kann, wenn die Studenten der Hochschule in einem großen Umzug, ähnlich einem Karnevalszug, lautstark durch die Stadt ziehen.


30. April 1946: Carl XVI. Gustaf Folke Hubertus, König von Schweden
30. April 1982: Der Tag der schwedischen Flagge 

Copyright: Herbert Kårlin