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Sonntag, 20. März 2016

Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet

Bei einer der Personen, die am 20. März 1600 während des Blutbades von Linköping hingerichtet wurden, war Reichsrat und Hofmarschall Gustav Axelsson Banér. Kurz bevor Banér vom Scharfrichter geköpft wurde, gebot er noch der wartenden Menge ein kurzes Schweigen und erklärte sich unschuldig, denn sein einziges Vergehen war dem vorherigen offiziellen König Sigismund die Treue gehalten zu haben. Banér schloss seine Rede damit, dass er dem Volk zurief, dass die Hinrichtung von vier Unschuldigen dazu führen würde dass nun 22 Kinder ohne Väter und vier Witwen täglich Gott anrufen würden.

Gustav Banér kam am 19. Mai 1547 auf Schloss Djursholm zur Welt und stand während des Aufstands gegen Erik XIV. der Gruppe um Herzog Karl, dem späteren Karl IX. nahe, was dazu führte, dass er bereits im Alter von 23 Jahren von Johan III. zum Reichsrat ernannt wurde und 1571 des finnische Heer anführte, eine Aufgabe bei der er allerdings versagte. Verhängnisvoll wurde für Banér jedoch dass er sich König Sigismund anschloss als dieser König Schwedens wurde da dies Herzog Karl ihm nie verzeihen sollte, da dieser sich selbst als einziger würdiger König Schwedens empfand und sich übergangen fühlte.

Ein weiteres Problem für Gustav Banér war, dass er im Auftrag von Johan III. und Herzog Karl zwischen dem schwedischen Königshaus und Sigismund vermitteln musste, dies jedoch so neutral wie möglich machte, obwohl er wusste dass seine indirekte Aufgabe war Sigismund von Schweden fernzuhalten um den katholischen Einfluss aus dem Reich zu verbannen, eine Aufgabe, die unmöglich zu erfüllen war. Gerade diese neutrale Einstellung schätzte wiederum Sigismund und machte Banér in den Augen von Herzog Karl zum Verräter. Als Banér daher nach der Schlacht bei Stångebro an Herzog Karl ausgeliefert wurde, konnte er auf Grund seiner Loyalität der Todesstrafe nicht entgehen.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Februar 2016

Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson

Knut Mikaelsson, der allgemein nur Meister Knut genannt wurde, wurde am 21. Februar 1527 auf dem Stortorget in Stockholm öffentlich hingerichtet, da er sich mit Peder Jakobsson zusammengeschlossen hatte und die Regierung von Gustav Vasa kritisiert hatte und dabei auch eine Revolution plante, den sogenannten ersten Dalupproret, der allerdings im Sande verlief, wie auch die beiden später folgenden geplanten Revolutionen, da es zu schwierig war die einfachen Bauern in Dalarna zu aufrührerischen Kriegern zu machen, die auch noch dem Heer des Königs trotzen konnten.

Dabei hatte die Karriere von Knut Mikaelsson sehr vielversprechend begonnen, denn nach seiner Hochschulreife wurde er zum Magister ernannt, später nahm er an der Versammlung teil bei der Kristian II. zum König Schwedens erklärt wurde, dann wurde Mikaelsson zum Dompropsten des Stiftes Västerås und letztendlich auch zum Kanzler unter Gustav Vasa, was auch bedeutete, dass er am Reichstag des Jahres 1523 teilnahm. Im gleichen Jahr wurde Mikaelsson dann auch noch, gemeinsam von Gustav Vasa und Papst Hadrianus V. zum Erzbischof Schwedens erhoben. Allerdings wurde er in diesem Amt nicht mehr offiziell eingeführt da er vorher wegen seiner Zusammenkünfte mit Peder Jakobsson als Revolutionär angeklagt wurde und dabei sämtliche Ämter verlor.

Nach der Anklage gelang es Knut Mikaelsson noch nach Norwegen zu entkommen, aber von dort wurde er unter Geleit zu seiner Verhandlung nach Stockholm gebracht. Hier zeigte sich sehr schnell dass Gustav Vasa sich nicht an seine Versprechen halten wollte, denn statt dem zugesagten kirchlichen Gericht wurde sein Fall vom Gericht des Königs verhandelt, was dazu führte, dass Mikaelsson des Hochverrats für schuldig befunden wurde. Auch wenn der Reichsrat den König anschließend darum bat Mikaelsson zu begnadigen, so wollte dieser Mikaelsson hingerichtet und ihn gedemütigt zum Schafott geführt sehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. Juli 2015

Die Hinrichtung von Tidericus auf Gotland

Im Laufe der schwedischen Geschichte wurden nur sehr wenige Personen lebend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine dieser Personen war der deutsche Kaufmann Tidericus, der am 1. Juli 1350 in Visby auf Gotland auf diese Weise sein Leben verlor. Tidericus war nach dem Stadtrat der Handelsstadt dafür verantwortlich, dass die Pest auf Gotland ausbrach, angeblich, weil Tidericus die Brunnen der Insel vergiftet hatte um die Christenheit der Insel auszurotten, eine Aussage, die darauf schließen lässt, dass der Kaufmann einer der ersten Juden war, die auf Gotland Handel betrieben.

Allerdings kamen nicht die Bewohner Gotlands auf die Idee dass Tidericus ein Giftmörder war, sondern das Gerücht war von Deutschland aus nach Visby geraten, denn im Lübeck jener Zeit sprach man davon dass Tidericus bereits in Deutschland auf seinen Reisen zahlreiche Brunnen vergiftet hatte um die Pest dort zu verbreiten. Nach dem Stadtrat Lübecks hatte der Händler das Gift von den Juden Aaron und Moses erhalten, die bestrebt waren das gesamte Christentum auszurotten. In diesem Zusammenhang darf man auch nicht vergessen, dass einflussreiche deutsche Kaufleute seit rund 30 Jahren  Mitglied des Stadtrats in Visby waren und Gotland um diese Zeit vom deutschen Handel abhängig war.

Die Verurteilung und Hinrichtung von Tidericus wird als die erste Judenverfolgung auf schwedischem Raum betrachtet, denn im gleichen Jahr wurden noch neun weitere Personen in Visby wegen der Vergiftung von Brunnen verurteilt und Dokumente belegen, dass mindestens zwei unter den Angeklagten Juden waren, die die Tat, wenn auch unter Folter, zugegeben hatten. Diese beiden Personen hatten zudem erklärt, dass sie bereits Brunnen in Stockholm, Västerås und Arboga vergiftet hatten, also die Pest über Schweden verbreitet hatten. Auch diese beiden Personen wurden zum Tode verurteilt, wobei es jedoch keinerlei Dokumente gibt, die über ihr tatsächliches Schicksal sprechen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo bereits 1349 nahezu alle Juden des Landes getötet worden waren, blieb es in Schweden jedoch bei der Hinrichtung oder den Hinrichtungen auf Gotland, dem einzigen Gebiet Schwedens in dem um diese Zeit mit Sicherheit auch einige Juden lebten.


1. Juli 1855: Die erste Briefmarke Schwedens
1. Juli 1885: Der schwedische Flugpionier Hjalmar Nyrop
1. Juli 1891: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
1. Juli 1971: Arbeitsregelungen für Hausangestellte in Schweden
1. Juli 1984: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
1. Juli 2000: Über die Öresundbrücke (Öresundsbro) nach Schweden
1. Juli 2009: Das Monopol für Apotheken wird in Schweden abgeschafft

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 20. März 2015

Das Blutbad von Linköping

Gründonnerstag der 20. März 1600 sollte als das Blutbad von Linköping in die schwedische Geschichte eingehen, da an diesem Tag fünf Reichsräte hingerichtet wurden, die sich beim Krieg zwischen Herzog Karl, dem späteren Karl IX., gegen Sigismund letzteren unterstützten. Diese Hinrichtung wird heute als einer der bedeutendsten Rechtsskandale Schwedens betrachtet, da sich die fünf Hingerichteten im Grunde nichts zu Schulden kommen lassen hatten, sondern lediglich zum offiziellen König des Landes gehalten hatten und die Revolution von Herzog Karl als unrechtmäßig betrachteten.

Das Problem entstand als Sigismund sich nicht an die ursprünglichen Abmachungen hielt, die es ihm ermöglicht hatten König Schwedens zu werden, denn er hatte mehrere katholische Adelige zu Stadthaltern in Schweden und Finnland gemacht und versuchte den Katholizismus erneut in Schweden einzuführen. Herzog Karl hielt sich daher nicht mehr an die Weisungen des Königs gebunden und baute ein Heer auf, das Sigismund verjagen sollte. Als Herzog Karl beim folgenden Bürgerkrieg im September 1598 die Schlacht bei Stångebro gewann, gab er sich nicht damit zufrieden, dass Sigismund nun Schweden die Treue schwor, sondern wollte selbst den schwedischen Thron besteigen. Um ein deutliches Zeichen zu geben, dass er keinen Widerstand als selbst ernannter Reichsvorstand erlaubte, ließ er zahlreiche Adelige gefangen nehmen, die bis dahin Sigismund treu gewesen waren.

Am 3. März 1600 richtete Herzog Karl dann in Linköping einen Gerichtshof ein bei dem er selbst als Ankläger gegen zahlreiche Adelige auftrat, die er 25 verschiedener Verbrechen beschuldigte, darunter auch des Staatsverrats, da dieser mit dem Tode bestraft wurde. Die Adeligen gaben mehrere der harmloseren Anklagepunkte zu, versicherten jedoch alle, dass sie keine Verräter waren, was für Herzog Karl jedoch keine Rolle spielte. Diejenigen, die sich ihm zu Füssen warfen und um Gnade baten, durften dann jedoch am Leben bleiben und nur fünf unter den Angeklagten wurden am 20. März des gleichen Jahres hingerichtet, verloren dabei auch jede Ehre und ihre Güter wurden von Herzog Karl eingezogen, was die Familien der Hingerichteten in die größte Armut warf.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten 
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten 
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström 
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. November 2014

Die Hinrichtung des Ritters Johan von Brunkow

Auch wenn die ältere Geschichte Schwedens wegen dem geringen Quellmaterial jener Zeit nur sehr oberflächlich bekannt ist, so findet man mehrere Hinweise zu den Geschehnissen unter König Birger Magnusson und der Hinrichtung seines Getreuen Johan von Brunkow am 1. November 1318 auf dem Brunkaberg im heutigen zentralen Stockholm. Von Brunkow hatte um diese Zeit bereits den Rang eines Drots und war damit, vermutlich in bereits sehr jungen Jahren, der wichtigste Mann des Reiches, unmittelbar nach dem König, geworden.

Johan von Brunkow war einer der treuesten Anhänger des Königs Birger Magnusson und gilt als die Person, die dafür verantwortlich war, dass der König 1317 während eines Festes seine beiden Brüder Valdemar und Erik festnehmen ließ, dem sogenannten Nyköpings gästabud. Nach existierenden Aufzeichnungen soll die Idee jedoch nicht von Brunkow selbst gekommen sein, sondern von der Königin Märta von Dänemark, die dadurch die Macht ihres Mannes stützen wollte. Von Brunkow war jedoch, im Gegensatz zur Königin, bei der Festnahme anwesend und hatte auch die entsprechende politische Macht.

Diese Festnahme sollte allerding Johan von Brunkow auch zum Verhängnis werden, denn als das Heer der beiden Brüder Stegeborg belagerte, die Burg in der sich Magnus Birgersson, der Sohn des Königs, aufhielt, wollte von Brunkow diesen befreien und die Belagerung durchbrechen. Bei diesem Versuch wurde er jedoch festgenommen und, als der bedeutendste Feind der Herzöge Valdemar  und Erik, zum Tode verurteilt und hingerichtet. Diese Hinricchtung war jedoch auch Nahestehenden des Königs willkommen, denn von Brunkow war als Einwanderer ohnehin nicht von allen geliebt und galt als der Günstling des Königs.


1. November 1735: Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.
1. November 1772: Allerheiligen in Schweden
1. November 1778: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
1. November 1876: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden
1. November 1961: Louise Boije af Gennäs und die schwimmende Grenze

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 21. September 2014

Jöran Persson wird gefoltert und hingerichtet

Nach vier Tagen Folter wurde Jöran Persson am 21. September 1568 öffentlich der Kopf abgeschlagen. Anschließend wurden seine Körperteile auf dem Brunkeberg im heute zentralen Stockholm sichtbar aufgehängt. Sein gesamter Besitz wurde beschlagnahmt und seine Ehefrau war gezwungen nach Åland zu fliehen, zumindest nach der zweiten überlieferten geschichtlichen Version. Diese Hinrichtung lief parallel zum Aufstand der Herzöge gegen Erik XIV., der dazu führte, dass der König nur acht Tage nach der Enthauptung Perssons im Stockholmer Schloss Tre Kronor gefangen genommen wurde und im Folgejahr endgültig seine Krone verlor.

Jöran Persson wurde nach seinem Jurastudium in Wittenberg unmittelbar von Gustav Vasa in Dienst genommen und nur wenige Jahre später wurde er zum Hofsekretär des Königs ernannt. Noch im Jahr 1558 wechselte der Jurist und Hofsekretär dann zu Herzog Erik, dem späteren Erik XIV., und entwickelte sich zu dessen engsten Vertrauten. Unter Erik XIV. wurde Persson zum Prokurator des Königs und zum königlichen Staatsanwalt ernannt. Die letztere Aufgabe erlaubte es dem Juristen auch großteils über Urteile zu entscheiden, wobei überliefert wurde, dass er auch für zahlreiche der 300 Todesurteile jener Epoche zuständig war, denn insbesondere die Feinde des Königs konnten bei ihm auf keinerlei Gnade hoffen.

Ab 1566 tauchte dann das Gerücht auf, dass Jöran Persson auch Personen, die nicht zum Tode verurteilt waren, hinrichten ließ, dass er bestechlich war, an Vergewaltigungen Spaß hatte und das Vermögen der Verurteilten an sich raffte. So lange jedoch Erik XIV. noch eine gewisse Macht hatte, verschonte dieser seinen treuesten Untergebenen. Erst als die Situation 1568 auch für den König aussichtslos wurde, musste er Persson seinen Feinden ausliefern, die ihn unmittelbar zu foltern begannen um die Pläne des Königs zu erfahren. Als Jöran Persson auch nach vier Tagen noch schwieg, wurde er hingerichtet. Leider ist bis heute nicht zu sagen welche Version über den Tod von Jöran Persson den Tatsachen entspricht, zumal beide logisch und plausibel sein können, denn Person war sowohl dem König als auch seinen Feinden ein Dorn im Auge geworden.


21. September 1568: Jöran Persson wird auf qualvolle Weise hingerichtet
21. September 1619: Die Stadt Alingsås erhält die Stadtprivilegien
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor zwischen Mythologie und Philosophie
21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte
21. September 1918: Die Werft Öresundsvarvet in Landskrona
21. September 1994: Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Copyright: Herbert Kårlin

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Mittwoch, 16. Juli 2014

Henrik Magnus von Buddenbrock wird hingerichtet

Henrik Magnus von Buddenbrock wurde am 16. Juli 1743 in Stockholm durch das Beil hingerichtet, da er als Befehlshaber des Heeres in Finnland eine der größten Niederlagen im Krieg gegen Russland verursachte, aber auch, weil das Volk des unsinnigen Krieges müde war den die Fanatiker der Hutpartei, darunter von Buddenbrock, angezettelt hatten. Da von Buddenbrock einer der eifrigsten Verfechter dieses Krieges war, lehnten Priesterschaft und Bauernbund letztendlich auch eine adelige Hinrichtung ab und der Freiherr wurde daher vor einer großen Volksmenge wie ein normaler Verbrecher geköpft.

Henrik Magnus von Buddenbrock, der am 22. Juli 1685 in Livland, das damals zu Schweden gehörte, geboren wurde, entschloss sich bereits mit 17 Jahren für eine militärische Karriere, stieg relativ schnell im Rang und nahm an der Schlachten bei Lesna und in Poltava teil, und stand an der Seite von Karl XII. als dieser über den Dnepr in die Türkei flüchtete. Von Buddenbrock begnügte sich allerdings nicht mit der Kriegsführung, sondern wurde in den 30er Jahren auch politisch sehr aktiv. 1739 war er dann einer der sechs Personen, die eine Verteidigungsplan ausarbeitetet bei dem Russland als die größte Gefahr für das Land bezeichnet wurde und ein Krieg daher als notwendig gesehen wurde.

Als es kurz darauf zum Krieg gegen Russland kam, zeigte sich schnell, dass die Kriegsherren eine sehr unterschiedliche Auffassung von Kriegsführung hatten und als Carl Henrik Wrangel sich dann auch noch gegen die Empfehlungen des Befehlshabers Henrik Magnus von Buddenbrock stellte, starben bereits bei der ersten Auseinandersetzung mit der russischen Armee etwa 2000 schwedische Soldaten. Der Russische Krieg führte zu einer Katastrophe für Schweden und die Hutpartei für die anschließend von Buddenbrock und Charles Emil Lewenhaupt verantwortlich gemacht wurden - und daher zum Tode verurteilt wurden.


16. Juli 1661: Der erste Geldschein kommt aus Schweden
16. Juli 1782: Königin Lovisa Ulrika von Preußen
16. Juli 1860: Der Tamms Kanal im Hälsingland
16. Juli 1868: Der schwedische Sprachforscher Johan Ernst Rietz
16. Juli 1952: HMS Halland, der letzte Zerstörer der schwedischen Marine
16. Juli 1983: Annie Lööf bringt der Zentrumspartei wenig Wähler

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Juni 2014

Hogenskild Bielke wird in Stockholm hingerichtet

Freiherr Hogenskild Bielke hatte am 3. Juni 1605 so starke Gicht in den Beinen, dass er auf einem Stuhl zum Richtplatz getragen werden musste um dort öffentlich hingerichtet zu werden, was bei Adeligen bedeutete, dass ihm der Kopf abgeschlagen wurde. Als abschreckendes Beispiel wurde sein Kopf dann auf der Stadtmauer Stockholms angebracht und nur der Körper durfte an der Riddarholmskyrkan begraben werden. Erst nachdem Karl IX. gestorben war, durfte die Familie dann Bielkes Körper wieder ausgraben und neben seiner Frau an der Ekebyborna Kirche beerdigen.

Dabei hatte Hogenskild Bielke, der unter anderem in Wittenberg studiert hatte, bereits unter Gustav Vasa mehrere hohe Ämter inne und wurde bei der Krönung von Erik XIV. zum Ritter geschlagen. Unter dem gleichen König wurde Bielke Reichsrat und zum obersten Befehlshaber im Småland und dem Västra Götaland ernannt. Als Erik XIV. 1568 entmachtet wurde, schloss sich Bielke König Johan an, der ihn zum Freiherrn machte und ihm in diesem Rahmen auch Läckö zur Verfügung stellte. Die Probleme Bielkes begannen jedoch als König Johan im Jahre 1589 seinen Sohn Sigismund in Reval treffen wollte.

Als der König in Reval war, stellte sich Hogenskild Bielke auf die Seite von Sigismund, da er der Meinung war, dass Sigismund dem Adel mehr Freiheiten und Rechte zusprechen würde als Johan. Johan erfuhr natürlich von der Konspiration die sich anbahnte und stellte Bielke vor den Reichsrat. Da dieser jedoch leugnete und seine Handlungen nicht bewiesen werden konnten, wurde er nur gefangen genommen, blieb jedoch am Leben. Im Gefängnis vergaß Bielke dann vorsichtig zu sein und führte einen Schriftwechsel mit dem Staatsfeind Krister Horn und den Unterstützern Sigismunds in Polen. Einige der Briefe wurden von Königstreuen abgefangen und Bielke landete erneut vor Gericht. Dieses Mal half auch das Leugnen nicht mehr und der Adelige wurde zum Tode verurteilt.


3. Juni 1720: Der dritte Frieden von Stockholm
3. Juni 1924: Der Nobelpreisträger Torsten Wiesel
3. Juni 1954: Monica Törnell, vom Kinderstar zum Eurovision Song Contest
3. Juni 1990: Die schwedische Schauspielerin Aino Taube

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 10. Februar 2014

Torgils Knutsson, der Gründer Viborgs

Am 10. Februar 1306 wurde Torgils Knutsson auf dem Pelarbacken in Stockholm der Kopf mit dem Schwert abgeschlagen, was einer Todesstrafe für Verbrecher gleichkam. Und wie ein Verbrecher, so sollte er auch nicht in geweihter Erde begraben werden. Allerdings wurden seine Gebeine aus unerklärten Gründen nur wenige Jahre später dann doch in die Riddarholmskyrkan gebracht und seine Ehre war damit wieder hergestellt.

Torgils Knutsson war bereits 1289 von Magnus Ladulås zum Ritter geschlagen worden und machte selbst für jene Zeit eine ungewöhnliche Karriere, da er als Vormund des späteren Königs Birger Magnusson eingesetzt wurde und diesen später mehrmals vertrat, also über lange Zeit hinweg sogar der Regent Schwedens war. Auch als Krieger zeichnete sich Torgils Knutsson aus, denn er eroberte Karelien, legte dort Viborg an und er drang mit seinem Heer selbst bis zur Mündung der Neva vor. Aber all dies konnte ihn später nicht von einem Todesurteil retten.

Im Grunde stolperte Torgils Knutsson über seine Hauptidee und den Gedanken, dass der Adel die Macht im Reich übernehmen müsse und nicht der König. Der Reichsmarschall Knutsson stärkte daher nicht nur Schweden und versuchte König Birger Magnusson zu steuern, sondern er überging diesen auch oft bei seinen Entscheidungen, was zwangsweise irgendwann zu Problemen führen musste. Am 6. Dezember 1305 war dann die Geduld des Königs zu Ende und er ließ Torgils Knutsson festnehmen. Im Einverständnis mit seinen Brüdern Erik und Valdemar wurde der damals zweite Mann des Reiches dann hingerichtet.


10. Februar 1050: Ingegerd Olofsdotter, eine russisch-orthodoxe Heilige 
10. Februar 1858: Nils Lovén, der schreibende Priester Skånes 
10. Februar 1881: Pauline Brunius, die erste Frau, die das Dramaten leitete
10. Februar 1914: Karl Staaff tritt mit der liberalen Regierung zurück

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 21. September 2013

Jöran Persson wird auf qualvolle Weise hingerichtet

Als Jöran Persson am 21. September 1568 im Alter von 38 Jahren starb, hatte er selbst eine für diese Zeit erstaunliche Karriere hinter sich und wurde, vermutlich ohne König Erich XIV. verraten zu haben, von diesem zum Tode verurteilt. Nach verschiedenen Aufzeichnungen wurde Persson bereits ab dem 18. September auf die grausamste Weise gefoltert um zu einem Geständnis gebracht zu werden. Die Leiden endeten auch am 21. September nur, weil Herzog Karl, der spätere König Karl IX., am Folterplatz vorbeiritt und Persson ihn um einen schnellen Tod bat und daraufhin den Kopf abgeschlagen bekam.

Jöran Persson war von seinem Vater, der ein angesehener Priester war, in jungen Jahren nach Wittenberg in Deutschland geschickt worden um dort unter den bedeutendsten Lehrern  dieser Zeit vor allem Jura zu studieren. Als Persson dann nach Schweden zurückkam, wurde er wegen seinen Leistungen unmittelbar von Gustav Vasa angestellt und wurde nach kurzer Zeit dessen Sekretär. Als er jedoch mit den Feinden des Königs in Verbindung gebracht wurde, hatte er die Wahl zum Tode verurteilt zu werden oder das Land für immer zu verlassen.

Jöran Persson wählte indes einen dritten Weg, denn er ging 1558 direkt zu Herzog Erich in Kalmar, dem späteren König Erich XIV., der ihn bei sich aufnahm und ihn nur wenige Jahre später sogar zu seinem Vertrauten machte. In dieser Rolle ging Persson auf die grausamste Weise gegen die Feinde des neuen Königs vor, was ihm jedoch letztendlich wenig half, denn als der König im September 1568 von den aufrührerischen Herzogen in Stockholm belagert wurde, ließ der König Jöran Persson gefangen nehmen, da er ihn des Verrates verdächtigte. Nur einen Tag nachdem Persson hingerichtet worden war, wurde allerdings auch Erich XIV. des Thrones enthoben und Johan III. wurde der neue König des Landes.


21. September 1895: Viktor Rydberg, der Autor, der Jesus zum Menschen machte 
21. September 1994: Die schwedische Fernsehserie Tre Kronor

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. September 2013

Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet

Johan Henrik Hästeko wurde am 8. September 1790 im Alter von 49 Jahren auf dem Ladugårdstorget (heute Östermalstorg) in Stockholm hingerichtet, da er sich dem Auftrag des Königs Gustav III. widersetzt hatte und sein gesamtes Regiment gegen den König aufbrachte. Auf Grund dieser Feststellung lehnte Gustav III. auch sein Ansuchen auf eine Begnadigung ab. In Wirklichkeit wollte der König jedoch mehr ein Exempel statuieren, das verhindern sollte, dass in Zukunft ein Offizier sich seinen Aufträgen widersetzte oder diese in Frage stellte.

Johan Henrik Hästesko hatte seine militärische Karriere sehr früh begonnen, denn bereits mit 13 Jahren schloss er sich als Kadett der Artillerie an und seine großen Leistungen während des preußisch-schwedischen Krieges verhalfen ihm dazu sehr schnell den Rang eines Kapitäns zu erreichen. Durch seine Ehe mit der wohlhabenden Beata Helena von Morian konnte er anschließend selbst den Rang eines Oberst kaufen. Mit diesem Rang war Hästesko zu einem der bedeutendsten Offiziere des schwedischen Reiches aufgestiegen.

Der Untergang von Johan Henrik Hästesko begann jedoch schon wenige Jahre später, als Gustav III. den russischen Krieg provozierte und Hästeskos Infanterieregiment nach Friedrichshafen verlegt wurde, denn der Offizier fand diesen Krieg als unsinnig und  sah einen Erfolg als aussichtslos an. Am 12. August 1788 unterzeichnete er dann, gemeinsam mit 112 weiteren Offizieren, den Anjalaakten in dem die Offiziere nicht nur erklärten, dass die Kriegserklärung von Gustav III. das geltende Recht brechen würde, sondern sie forderten auch unmittelbar Friedensgespräche mit Russland. Als sich der Krieg dann jedoch anders entwickelte als Hästesko vorausgesehen hatte, wurden alle Offiziere, die das Dokument unterzeichnet hatten, festgenommen. Später wurden sie alle begnadigt, mit einer einzigen Ausnahme, nämlich Hästesko, der öffentlich geköpft wurde. Sein gesamter Besitz wurde von der Krone beschlagnahmt.


8. September 1962: Wir Kinder aus Bullerbü - Alla vi barn i Bullerbyn 
8. September 1994: Umeå stellt alle Stadtbusse auf Ethanol um

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Dezember 2012

Hemming Gadh wird auf Schloss Raseborg hingerichtet

Hemming Gadt wurde am 16. Dezember 1520 auf dem finnischen Schloss Raseborg im Alter von 80 Jahren hingerichtet, da Kristian II., dem Gadt vorher bei der Eroberung Stockholms geholfen hatte und damit von der schwedischen Seite auf die dänische übergelaufen war, ihm nicht mehr vertraute. Unmittelbar nach dem Stockholmer Blutbad schickte er daher Abgesandte zu Gadt, der sich im Auftrag Kristian II. in Finnland aufhielt, um diesem den Hals abzuhacken, was eine übliche Hinrichtung dieser Zeit war.

Hemming Gadt hatte ursprünglich in Rostock studiert und eine hervorragende kirchliche Karriere zu erwarten. So sollte er unter anderem im Jahre 1491 Domprost in Linköping werden, was bedeutet hätte, dass er später zum Bischof aufgestiegen wäre, aber Gadt, der als Verschwender bekannt war, machte es mit diesem Dienst wie mit einigen anderen, die ihm vorher angeboten worden waren, er verkaufte ihn. Als Sten Sture ihn 1501 dann dennoch zum Bischof in Linköping machen wollte, verweigerte ihm der Papst die Ernennung, sondern sprach sogar den Kirchenbann gegen Gadt aus, da dieser Kirchengelder veruntreut hatte.

Dass ihm Kristian II. wenig Vertrauen schenkte, lag allerdings auch am sonstigen Leben von Hemming Gadt, denn Gadt war in zahlreiche ungereimte militärische Handlungen verstrickt, es lag ein Mordverdacht auf ihm und auch sonst hielt der Kirchenmann sehr wenig von den Regeln der Kirche, denn er besuchte regelmäßig Kneipen, war ständiger Gast in Bordellen und trat eher wie ein Wegelagerer auf als ein Diener der Kirche. Um sich sein Leben so angenehm wie möglich einzurichten, nahm er es auch nie so genau wie er an die dazu nötigen Summen kam.


16. Dezember 2008: Erdbeben in der schwedischen Region Skåne

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 23. Juli 2012

Erik Brahe will die schwedische Königsmacht stärken

Erik Brahe starb am 23. Juli 1756 auf dem Schafott, da er an einer Verschwörung beteiligt war, die die Königsmacht im Land stärken sollte. Er beendete damit seine bis dahin glänzende Laufbahn, die ihn vom einfachen Ritter in der Kavallerie Skånes bis zur ritterlichen Leibgarde des Königs bgebracht hatte. Als Graf hatte Brahe zudem im schwedischen Reichstag einen gewissen Einfluss erlangt. Leider ließ er sich in dieser Position von Königin Lovisa Ulrika in eine Konspiration verstricken.

Lovisa Ulrika wollte die Macht des Königs in Schweden ausdehnen und suchte daher in ihrer Umgebung so viele Verbündete wie möglich. In diesem Rahmen verpfändete sie selbst die Kronjuwelen, die jedoch Eigentum des Landes waren. Erik Brahe ließ sich nur zu gerne von dieser Änderung überzeugen, die nach dem Umsturz auch die Macht des Adels beschränkt sein sollte, was ihm einen höheren Einfluss und eine höheres Einkommen bringen konnte. Allerdings rechneten weder die Königin noch Brahe damit, dass die Hofdame Ulrika Strömfelt den Plan verraten würde.

Am 22. Juni 1756 wurde der Plan während eines Reichstags, bei dem auch Erik Brahe anwesend war, aufgedeckt und am 16. Juli fiel bereits das Urteil. Alle Beteiligten, außer dem Königspaar, wurden zum Tode verurteilt und sämtliche ihre Güter wurden eingezogen. Die 22-jährige Ehefrau Brahes, die gerade ein Kind erwartete, versuchte die Richter und den Reichsrat, der für Begnadigungen zuständig war, umzustimmen um das Leben ihres Mannes auf jede erdenkliche Weise zu retten, ohne jedoch irgendeinen Erfolg zu erreichen. Am 23. Juli 1756, nur eine Woche nach dem Urteil, wurde Erik Brahe öffentlich hingerichtet.


23. Juli 1373: Visionen der Heiligen Birgitta
23. Juli 1896: Untergang der S/S Freja af Fryken in den Frykensjöarna

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 7. Mai 2012

Abschaffung der Todesstrafe in Schweden

Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Todesstrafe die übliche Strafe in Schweden, wobei in einer Akte von 1734 sogar noch auf 68 verschiedene Vergehen die Todesstrafe stand. Noch 1858 gab es noch in jeder Region Schwedens einen Scharfrichter, da eine einzelne Person die Hinrichtungen in Schweden nicht leisten konnte. Erst am 7. Mai 1921 wurde dann bei einer Regierungsreform die Todesstrafe, mit Wirkung ab dem 30. Juni 1921, im Zivilleben abgeschafft.

Dies bedeutete jedoch nicht, dass Soldaten bei einem Vergehen nicht immer noch mit einer Hinrichtung rechnen musste, denn die Entscheidung von 1921 betraf ausschließlich die Zivilbevölkerung. Nach dem Militärgesetz von 1882 war bei Vergehen von Soldaten in Kriegszeiten weiterhin die Todesstrafe vorgesehen. Allerdings sollten die Betroffenen nach 1921 nur noch erschossen werden und nicht mehr durch das Beil sterben. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges galt dies allerdings auch wieder für einige Gruppen der Zivilbevölkerung.

Erst im Jahre 1973 wurde dann durch ein königliches Dekret die Todesstrafe auch für Soldaten abgeschafft und 1975 wurde das Grundgesetz dahingehend geändert, dass die Todesstrafe in ganz Schweden verboten wurde. Aber auch wenn die Gesetze damit eine klare Linie zogen, so war dies bei der Bevölkerung noch nicht der Fall, denn nach einer Sifos-Umfrage von 1997 erklärten noch 40 Prozent der Schweden für die Todesstrafe zu sein und als 2006 die kostenlose Tageszeitung Metro eine Untersuchung anstellte, waren noch 33 Prozent der Schweden der Meinung, dass bei gewissen Taten die Todesstrafe angebracht sei. Immerhin sprachen sich dann schon 56 Prozent der Schweden dagegen aus.


7. Mai 1697: Das königliche Schloss in Stockholm brennt nieder
7. Mai 1840: Der deutsch-schwedische Künstler Caspar David Friedrich 
7. Mai 1856: Die Erweckungsbewegung innerhalb der Svenska Kyrkan

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 19. Februar 2012

Georg Heinrich von Görtz wird hingerichtet

Am 19. Februar 1719 wurde Georg Heinrich von Görtz in Stockholm hingerichtet, ein deutscher Politiker des Hauses Holstein-Gottorp, der von Karl XII. zum wichtigsten Mann Schwedens, nach dem König selbst natürlich, ernannt wurde. Seine größte Leistung war, dass er den schwedischen Haushalt, der durch den nordischen Krieg extrem belastet war, ausgleichen konnte, wenn auch mit Maßnahmen, die ihn zur unbeliebtesten Persönlichkeit des Landes machte.

Um die Staatskassen zu füllen, durfte Georg Heinrich von Görtz die gesamte Wirtschaft und insbesondere den Export überwachen und steuern. Görtz zeigte sich hier sehr einfallsreich und belegte selbst auf Perücken und Tabak Steuern, was ihm die Feindschaft des Adels und der einfachen Leute gleichzeitig zuzog. Als er dann auch noch alle Kupfer- und Silbermünzen beschlagnahmte und gegen Notmünzen austauschte, gab es, außer dem König, kaum noch jemanden, der ihn bei seinen damals sogar absolut notwendigen Maßnahmen unterstützte.

Als Karl XII. dann im Jahre 1718 in Norwegen umkam, wurde Görtz unmittelbar von Fredrik von Hessen, dem Ehemann der Königin Ulrika Eleonora, im heutigen Tanumshede festgenommen und in Stockholm vor Gericht gestellt. Nach den Anklagen hatte der den schwedischen Staat ruiniert, den König zu gefährlichen Vorhaben verleitet und den nordischen Krieg künstlich in die Länge gezogen. Georg Heinrich von Görtz wurde, entgegen damaligem Recht, kein Verteidiger genehmigt und die Jury setzte sich ausschließlich aus seinen Feinden zusammen. Das Todesurteil war daher eine logische Folge. Um Görtz noch mehr zu erniedrigen, wurde ihm auch keine Beerdigung genehmigt, sondern sein Körper im Galgenhügel vergraben.

19. Februar 1859: Svante Arrhenius, der erste schwedische Nobelpreisträger

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Mittwoch, 19. Oktober 2011

Homosexualität keine Krankheit mehr in Schweden

Vor dem Jahre 1869 gab es in Schweden den Begriff der Homosexualität nicht, sondern sie fiel unter Sodomie, worauf die Todesstrafe stand. Erst als Gustav III. im Jahre 1778 verordnete, dass jede Hinrichtung von ihm genehmigt werden musste, wurden Homosexuelle nicht mehr hingerichtet. Bis 1933 riskierten Homosexuelle dennoch bis zu zwei Jahren Zuchthaus und verloren natürlich jedes Ansehen in der Gesellschaft, was in der Regel bedeutete, dass der Bestrafte auch keine Arbeit mehr fand.

Zwischen 1933 und 1944 war Homosexualität nach wie vor eine Straftat in Schweden und wurde entsprechend verfolgt, auch wenn die "Schuldigen" dann meist nur noch Geldstrafen bezahlen mussten. Die neuen Gesetze im Jahre 1944 erlaubten schließlich die Homosexualität unter Erwachsenen über 18 Jahren, was jedoch nicht bedeutete, dass die Gesellschaft dieser Entwicklung folgte, zumal ab diesem Zeitpunkt Homosexualität zwar erlaubt war, sie nun jedoch medizinisch gesehen als psychische Krankheit betrachtet wurde, also als abnormal zu sehen war.

Erst am 19. Oktober 1979 nahm das Socialstyrelse (Gesundheitsamt) Schwedens Homosexualität aus der Liste der Krankheiten, insbesondere deshalb, weil es der Medizin nicht gelungen war einen Beweis zu erbringen, dass Homosexualität in irgend einer Weise eine Krankheit sei, noch wie man sie heilen konnte und die Erklärungen der Ärzte und Psychologen in alle Richtungen gingen. Allerdings reichten 32 Jahre nicht aus um zu erreichen, dass Homosexualität in der schwedischen Gesellschaft allgemein akzeptiert und toleriert wird. Selbst die Hochzeit unter Homosexuellen ist in Schweden erst seit 1995 legalisiert.

19. Oktober 1072: Der deutsche Bischof Egino stirbt in Lund
19. Oktober 1975: Der schwedische Sänger und Musiker Lars Winnerbäck 

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