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Donnerstag, 17. Januar 2019

Der Verrat am Reichsrat Erik Puke

Der Reichsrat Erik Puke schloss sich sehr früh Engelbrekt Engelbrektsson an, der sich zum Ziel gesetzt hatte die Ausbeutung der Grubenarbeiter durch den König zu beenden und daher zu den Waffen griff. Puke war 1436 gewissermaßen die rechte Hand des Revolutionärs geworden und hatte damit eine bedeutende Menge an Kämpfern auf seiner Seite. Nach dem Tod Erikssons im Jahr 1936 war Puke der einzige Gegner des Reichsmarschalls Karl Knutsson geworden und hatte seine Verbündeten in Dalarna, Närke und dem Västmanland.

Der Aufstand Erik Pukes gegen den König, der als Pukefejden in der schwedischen Geschichte bekannt ist, führte bis Haraker im Västmanland, wo er Anfang 1437 mit den königlichen Truppen zusammenstieß. Auch wenn Karl Knutsson ein bedeutendes Heer auf seiner Seite hatte, führten die Kämpfe lediglich zu sehr vielen Toten auf beiden Seiten, ohne jedoch für eine der beiden Seiten zum Sieg zu führen. Die beiden Feldherren entschieden sich daher Verhandlungen zu führen, da beide sich nicht auf ein zweites Massaker einlassen wollten.

Erik Puke wollte eigentlich nur Zeit gewinnen, da Nachschub unterwegs war, und Knutsson war nicht sicher, ob ein Angriff zu seinen Gunsten ausgehen konnte, zeigte sich jedoch gegenüber Puke selbstsicher. Nachdem Erzbischof Olov Larsson und Bischof Thomas Puke einen  Geleitbrief ausgestellt hatte, zogen Puke und sein Stellvertreter Hans Mårtensson Richtung Västerås um sich dort in einem Kloster mit Knutsson zu treffen. Nach starken Rauchentwicklung im Verhandlungssaal wurde dann plötzlich die Sitzung ins Schloss Västerås verlegt. Als Puke und Mårtensson am 17. Januar 1437 dort ankamen, zeigte sich jedoch, dass es sich um einen Hinterhalt handelte und beide wurden unmittelbar gefangen genommen. Mårtensson wurde noch am gleichen Abend hingerichtet, Puke nach Stockholm transportiert und, nach einem Prozess, Ende März 1437 ebenfalls hingerichtet.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1918: Die Schriftstellerin und Künstlerin Elsa Grave
17. Januar 1938: Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien
17. Januar 1938: Die schwedische Skiläuferin Toini Rönnlund 
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Februar 2018

Der Erzbischof Uno von Troil

Uno von Troil wurde am 24. Februar 1746 als Sohn eines Hofprediger in Stockholm geboren und schrieb sich 1757 an der Universität Uppsala ein um dort Philosophie zu studieren und sich auf die Priesterlaufbahn vorzubereiten. 1770 wurde von Troil dann in Västerås zum Priester geweiht und begann seinen Aufstieg, denn nachdem er drei Jahre später noch Regimentspfarrer wurde, wurde er bereits 1775 zum Hofprediger ernannt, fünf Jahre später war er Bischof in Linköping und 1786, im Alter von 40 Jahren wurde von Troil, der wenige Jahre vorher bereits Doktor in Theologie geworden war, zum Erzbischof ernannt.

Uno von Troil hatte seine extrem schnelle Karriere vermutlich geplant und sich bei seiner Ausbildung stark an die Interessen von Gustav III. angepasst, der zwar erst 1772 zum König gekrönt wurde, was jedoch seit einigen Jahren erwartet worden war. Von Troil machte nämlich, wie üblich zu jener Zeit, nach seinem Studium eine ausgedehnte und mehrjährige Studienreise bei der er in Deutschland, England und Frankreich Kontakte mit der modernen, philosophischen Elite schuf und in Frankreich vor allem mit Rousseau, d'Alambert und Diderot Kontakte aufnahm, sich also eng mit der Aufklärung vertraut machte, jener Richtung, der sich auch Gustav III. näherte, ohne jedoch die Verbindungen von Troils zu haben.

Ob Uno von Troil tatsächlich religiös war, ist bis heute umstritten, da er sich in allen Punkten mehr den philosophischen Strömungen näherte als den theologischen, auch wenn er bei der Neufassung des Psalmbuches und des Kirchenbuches einen sehr großen Eifer zeigte, um jedoch aus den Werken nahezu jedes Fremdwort zu verbannen und die Texte seinem eigenen philosophischen Denken anzupassen, was auch erklären kann, warum er keinerlei Interesse an einer, im Grunde notwendigen, Bibelübersetzung zeigte, da es um jene Zeit unmöglich gewesen wäre eine philosophische Bibel zu verfassen. Da Uno von Troll am 27. Juli 1803 im Alter von 57 Jahren starb, konnte er jedoch nicht alle geplanten politischen und religiösen Änderungen verwirklichen.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1457: Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens
24. Februar 1673: Die barocke Ervalla Kyrka
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1741: Johan Henrik Hästesko wird in Stockholm hingerichtet
24. Februar 1910: Der schwedische Fußballklub Malmö FF
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung
24. Februar 1972: Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. Januar 2018

Die schwedische Sängerin Linda Thelius

Linda Thelius, auch bekannt als Linda Rosing, kam am 21. Januar 1974 als Linda Gedin in Västerås zur Welt und führte bis zu ihrem 29. Lebensjahr ein völlig normales Leben. Die Wende kam mit ihrer Teilnahme an Big Brother im Jahr 2005, als sie in der Direktsendung Sex mit einem anderen Teilnehmer hatte. Dies brachte Linda Thelius nicht nur Schlagzeilen in den schwedischen Medien, sondern führte auch zu mehreren Modellaufträgen in Herrenzeitschriften, die Thelius mit so wenig Kleidung wie möglich abbilden wollten.

Linda Thelius nutzte ihren Bekanntheitsgrad aus und hatte bereits 2009 dann eine eigenen Datingsendung im Kanal Fünf und trat in den unterschiedlichsten Programmen auf. In der Zwischenzeit hatte Thelius sich auch als Sängerin versucht, und da sie unter dem Namen Bionda auftreten wollte, ohne allerdings mit der italienischen Gruppe La Bionda Schwierigkeiten zu bekommen, so ließ sie ihren Namen offiziell in Linda Bionda ändern. Die Karriere blieb allerdings aus und Thelius suchte nach neuen Möglichkeiten an die Öffentlichkeit zu treten.

Linda Thelius schrieb eine Autobiografie, gründete eine politische Partei und stellte sich den Parlamentswahlen des Jahres 2006. Mit 222 Stimmen gelang ihr zwar kein Einzug ins Parlament, aber sie bezeichnete dies als Anfang einer politischen Karriere, die jedoch endete, als sie ein Jahr später bei einem Pornoproduzenten einen fünfjährigen Vertrag als Schauspielerin, Produzentin und Werbegesicht nach außen erhielt. Noch im gleichen Jahr gab Thelius dann jedoch bekannt, dass dieser Vertrag nicht mehr aktuell sei und sie verschwand weitgehend von den Schlagzeilen. Seit Thelius mit dem Sänger Peter Thelius vereihratet ist, gibt es keine Schlagzeilen mehr, auch wenn das Leben an der Öffentlichkeit nicht im Koffer liegt, sondern Thelius nun festes Mitglied der Musikgruppe Basic Element ist.


21. Januar 1598: Eine späte Beerdigung für Witwenkönigin Gunilla
21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten
21. Januar 1856: Die Stockholmer Stadtmission und ihre Entstehung
21. Januar 1860: Karl Staaf wird liberaler Ministerpräsident
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichte
21. Januar 1905: Der schwedische Serienschaffer Stig Cederholm 
21. Januar 1972: Rickard Falkvinge, der Gründer der Piratenpartei
21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Der schwedische Künstler Johan Henrik Scheffel

Als Johan Henrik Scheffel am 21. Dezember 1781 in Västerås starb, hinterließ er eine Vielzahl an Porträts, die meisten davon unsigniert, die im Auftrag der Adeligen und gehobenen Bürger seiner Zeit entstanden. Als die bedeutendsten Werke Scheffels gelten heute jene von Carl von Linné, Hedvig Charlotta Nordenflycht und Christopher Polhem, da die meisten Personen, die zu Scheffel kamen, heute keinerlei Bedeutung mehr haben. Die Gemälde des Künstlers findet man aus diesem Grund auch nur vereinzelt in Museen, sondern vor allem in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Johan Henrik Scheffel kam am 9. April 1690 in Wismar zur Welt und studierte in Berlin, Paris und Brabant bei mehreren Hofmalern die Porträtmalerei. Auch wenn Scheffel 1723 bereits ein vollendeter Porträtmaler war, nahm er 1723 bei seiner Ankunft in Stockholm noch Unterricht bei David von Krafft, der ihm allerdings kaum das Malen beibrachte, sondern Scheffel dabei half die richtigen Kontakte in Schweden zu bekommen um sich in der schwedischen Hauptstadt als Porträtmaler niederlassen zu können. Dank dieser Verbindung wurde Scheffel auch sehr schnell mit Aufträgen des Adels und der gehobenen Bürgerschicht überhäuft, ohne allerdings damit einen Zugang zum Hof zu erhalten.

Unter den rund 700 Porträts, die Johan Henrik Scheffel im Laufe seines Lebens malte, findet man zahlreiche Repliken und Variationen, was darauf schließen lässt dass der Künstler nur seine besten Arbeiten auslieferte. In der Schaffensperiode Scheffels kann man deutlich zwei Epochen unterscheiden, denn während seine frühen Portraits von den Farben her vollkommen in Barock gehalten sind, geht der Künstler nach 1745 auf die Farben und die Farbsetzung des Rokoko über. Scheffel, dessen Stärke es war die Charaktereigenschaft und die Haltung des Porträtierten zu fangen, hinterließ auch einige historische Gemälde und Darstellungen aus der Nordischen Mythologie, die künstlerisch jedoch nur zweitrangig zu sehen sind.


21. Dezember: Die Wintersonnenwende in Schweden
21. Dezember 1610: Katarina Vasa gewinnt Einfluss in Ostfriesland
21. Dezember 1624: Ein Holländer und eine neue schwedische Handelskompanie
21. Dezember 1875: Der schwedische Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman
21. Dezember 1904: Johannes Edfelt, der zeitlose Dichter des 20. Jahrhunderts
21. Dezember 1937: Der schwedische Künstler Harald Lyth
21. Dezember 1976: Die schwedische Schauspielerin Karin Ekelund

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 25. November 2016

Die Künstlerin und Schriftstellerin Sofia Ahlbom

Sofia Ahlbom, die auch Sophie Ahlbom geschrieben wird, kam am 25. November 1803 als Tochter eines Goldschmieds in Västerås zur Welt. Schon als sehr junges Mädchen war Ahlbom vom Zeichnen fasziniert, wobei ihre Detailtreue auch dem Kupfergraveur Lars Grandell auffiel, der als bereits 80-jähirger Ahlborn im Zeichnen und der Gravur unterrichtete, da um diese Zeit Frauen noch nicht in der Kunstakademie oder entsprechenden Einrichtungen aufgenommen wurden. Die Verbindung zu Grandell und die hohe Leistung Ahlboms führten sehr bald dazu dass die junge Frau in Västerås als Künstlerin anerkannt wurde und dort zahlreiche Aufträge erhielt.

Als Sofia Ahlbom 19 Jahre alt war, starb der Vater und Ahlbom gründete, gemeinsam mit ihrer Schwester, eine Mädchenschule, ohne jedoch ihre Arbeit als Graveurin aufzugeben. 1832 schloss die Schule wieder und Ahlbom zog mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Stockholm, da dort ein Künstler weitaus mehr Möglichkeiten hatte als in Västerås, wobei dieser Umzug nur dank der Unterstützung einer reichen Bekannten möglich war. Die Lithographin Ahlbom hinterließ aus dieser Zeit eine gravierte Stadtkarte von Stockholm und von Visby, die etwas später zu Aufträgen der schwedischen Navigationsschule führten. Auch wenn die Lithografien Ahlbom einige Preise einbrachten, so arbeitete die Künstlerin auch mit Kupfer, Silber und Gold und schuf Werke, die mehr für den Privatgebrauch geeignet waren.

Als Sofia Ahlbom von einem längeren Studienaufenthalt in Frankreich zurückkehrte, wo sie sich insbesondere mit Lithographie beschäftigt hatte, fügte sie ihrer Tätigkeit als Graveurin und Schriftstellerin die Fotografie hinzu und begann sich intensiv für die Rechte der Frauen einzusetzen. Ahlbom kämpfte in diesem Punkt insbesondere für das Pensionsrecht von Lehrerinnen, denn auch wenn es in jener Zeit für eine unverheiratete Frau möglich war in einigen wenigen Berufen ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so galt das Pensionsrecht ursprünglich nur für Männer, was unverheiratete Frauen völlig abhängig von ihrer Familie machte oder zu Armut führte. Auch wenn Ahlbom, eine Freundin von Fredrika Bremer, eine sehr wichtige Rolle in der Frauenbewegung Schwedens spielte, so ist die Künstlerin heute nahezu vergessen.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein
25. November 1786: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte
25. November 1909: Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås
25. November 1974: Das Industriemuseum Bergvik
25. November 1994: Ein Katastrophenkrankenhaus in Stockholm
25. November 2010: Die letzte Reise der HMS Visborg (A265)

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 19. August 2016

Das Västmanlands teater in Västerås wird eingeweiht

Erik Hahr, der damalig Stadtarchitekt von Västerås, baute 1915 in relativ kurzer Zeit ein Gebäude, das das zukünftige Theater der Stadt beherbergen sollte und dem schwedischen Funktionalismus entspricht, der damals modernsten Architektur, die weitgehend auf Ausschmückungen verzichtet, selbst bei einem Theater. Die Bauarbeiten gingen so zügig voran, dass das Gebäude bereits am 19. August 1915 eingeweiht werden konnte. Da das Västmanlands teater natürlich noch keine eigenes Ensemble hatte, führte am Abend das reisende Theater von Allan Ryding  das Stück Gustav Vasa von August Strindberg auf, ein Stück, das Strindberg in Schweden die Anerkennung gebracht hatte und im Dramaten in Stockholm seine Uraufführung hatte.

Als das Västmanlands teater fertig gestellt war, so verfügte es über etwa 500 Sitzplätze, die nach mehreren Modernisierungen auf 400 Plätze schrumpften, wobei das Theater dabei allerdings auch zwei weitere, kleinere Bühnen erhielt. Wie zu jener Zeit üblich, so wurden im Västmanlands teater natürlich zu Beginn nicht  nur Theaterstücke von reisenden Gesellschaften geboten, sondern auch lokale Revuen, und vor allem handelte es sich um ein Kino, das noch bis Mitte der 50er Jahre existierte. Theater und Kino waren in jenen Jahren in nahezu ganz Schweden als Einheit zu sehen, was auch zum Namen teaterbio, also Theaterkino, führte.

Mit dem Ende der Kinovorstellungen im Västmanlands teater tauchte im Stadtrat von Västerås auch erstmals die Frage nach einem eigenen Theaterensemble auf. Allerdings sollte es noch bis 1963 dauern bis der Stadtrat einen Intendanten anstellte, der sich mit dieser Frage ernsthaft auseinandersetzen sollte. Vier Jahre später verfügte das Theater in Västerås über ein eigenes Ensemble. Weitere zehn Jahre später war das Västmanlands teater dann zu einer regionalen Einrichtung geworden und das Ensemble wurde ebenfalls auf regionalem Niveau geschaffen. Seit einer weiteren Umstrukturierung des Theaters im Jahre 2012 verfügt das Västmanlands teater über elf fest angestellte Schauspieler.


19. August 1252: Die zweifelhafte Gründung von Stockholm
19 August 1745: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1826: Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Sonntag, 21. Februar 2016

Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson

Knut Mikaelsson, der allgemein nur Meister Knut genannt wurde, wurde am 21. Februar 1527 auf dem Stortorget in Stockholm öffentlich hingerichtet, da er sich mit Peder Jakobsson zusammengeschlossen hatte und die Regierung von Gustav Vasa kritisiert hatte und dabei auch eine Revolution plante, den sogenannten ersten Dalupproret, der allerdings im Sande verlief, wie auch die beiden später folgenden geplanten Revolutionen, da es zu schwierig war die einfachen Bauern in Dalarna zu aufrührerischen Kriegern zu machen, die auch noch dem Heer des Königs trotzen konnten.

Dabei hatte die Karriere von Knut Mikaelsson sehr vielversprechend begonnen, denn nach seiner Hochschulreife wurde er zum Magister ernannt, später nahm er an der Versammlung teil bei der Kristian II. zum König Schwedens erklärt wurde, dann wurde Mikaelsson zum Dompropsten des Stiftes Västerås und letztendlich auch zum Kanzler unter Gustav Vasa, was auch bedeutete, dass er am Reichstag des Jahres 1523 teilnahm. Im gleichen Jahr wurde Mikaelsson dann auch noch, gemeinsam von Gustav Vasa und Papst Hadrianus V. zum Erzbischof Schwedens erhoben. Allerdings wurde er in diesem Amt nicht mehr offiziell eingeführt da er vorher wegen seiner Zusammenkünfte mit Peder Jakobsson als Revolutionär angeklagt wurde und dabei sämtliche Ämter verlor.

Nach der Anklage gelang es Knut Mikaelsson noch nach Norwegen zu entkommen, aber von dort wurde er unter Geleit zu seiner Verhandlung nach Stockholm gebracht. Hier zeigte sich sehr schnell dass Gustav Vasa sich nicht an seine Versprechen halten wollte, denn statt dem zugesagten kirchlichen Gericht wurde sein Fall vom Gericht des Königs verhandelt, was dazu führte, dass Mikaelsson des Hochverrats für schuldig befunden wurde. Auch wenn der Reichsrat den König anschließend darum bat Mikaelsson zu begnadigen, so wollte dieser Mikaelsson hingerichtet und ihn gedemütigt zum Schafott geführt sehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. Februar 2015

Peder Jakobsson wird als Staatsfeind hingerichtet

Peder Jakobsson wurde am 18. Februar 1527 hingerichtet. Da Gustav Vasa selbst  als Ankläger auftrat, wurde er erst geköpft und anschließend sein Körper auf ein Rad geschlagen, das eine Woche lang auf dem öffentlichen Platz blieb, bis Jakobson schließlich beerdigt werden durfte. Die extrem harte Strafe sollte jedem Aufständischen zeigen, dass Gustav Vasa die Machte im Land hatte und jede Kritik und jeder Widerstand mit der härtesten Strafe geahndet wird, was auch den erwünschten Erfolg hatte, denn nach dieser Hinrichtung wagte niemand mehr den König in Frage zu stellen.

Peder Jakobsson war gegen 1470 zur Welt gekommen und wurde 1506 von Svante Nilsson zum Kanzler ernannt, dessen Ratgeber er auch war. Diese Aufgabe behielt er auch unter dessen Nachfolger Sten Sture dem Jüngeren bei, der den Getreuen 1510 zum Priester in Stockholm machte und 1515 zum Dekan in Västerås ernannte. Als Kristian II. dann in Schweden die Macht übernahm, begleitete Jakobsson den achtjährigen Sohn Sten Stures nach Gdansk. Von dort aus sollte er auch den Widerstand gegen Kristian II. aufbauen. Als dann jedoch Gustav Vasa gegen den gehassten König aufstand, schloss sich Jakobsson diesem an, was ihm nach dem Einzug von Gustav Vasa in Stockholm auch die Bischofswürde und die Ernennung zum Reichsrat brachte.

Die Probleme Peder Jakobssons begannen jedoch bald danach, denn Gustav Vasa wählte eine der früheren Vertrauten von Kristian II. als Ratgeber an den Hof und weigerte sich Knut Mikaelsson, einen Vertrauten von Jakobsson zum Erzbischof zu ernennen, sondern betraute Johannes Magnus mit dieser Aufgabe, der dem katholischen Glauben weitaus kritischer gegenüberstand als Mikalesson, was auch zu gewissen Spannungen zwischen Gustav Vasa und dem Papst führte. In dieser Zeit verfasste Peder Jakobsson einige Briefe, die die Handlungsweise des Königs stark kritisierten und, zum Unglück Jakobssons, in dessen Hände fielen. In jener Zeit war dies mit Verrat und Aufruhr gleichgesetzt, was letztendlich auch zum Todesurteil führte, wobei Gustav Vasa in diesem Fall auch das Kirchenrecht missachtete vor dem Jakobsson sich eigentlich zu verantworten hatte und den Rebellen vor ein gemischtes Gericht stellte in dem der König selbst den Ausgang bestimmen konnte.


18. Februar 1602: Per Brahe der Jüngere und Visingsö im Vättern 
18. Februar 1860: Anders Zorn, der internationalste Maler Schwedens 
18. Februar 1862: Die Männergesellschaft Concordia in Örebro 
18. Februar 1908: Das Dramaten in Stockholm, das Nationaltheater Schwedens 
18. Februar 1956: Ted Gärdestad und der Tod unter der Eisenbahn 
18. Februar 1960: Per Hallström, der Schriftsteller der nordischen Schwermut
18. Februar 1981: Ebba von Sydow, Trendbücher die eine Generation beeinflussen

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Montag, 10. Dezember 2012

Die letzte Hinrichtung in Västerås

Am 10. Dezember 1900 wurde in der schwedischen Stadt Västerås das letzte Mal ein Mörder hingerichtet. Es war die vorletzte Hinrichtung Schwedens und die letzte, die ein Scharfrichter mit dem Beil ausüben musste. Beim Hingerichteten handelte es sich um John Filip Nordlund, der am 17. Mai durch den Massenmord auf dem Dampfer Prins Carl in ganz Schweden bekannt geworden war und sich in einem Brief an seine Eltern und Brüder den Tod herbeigewünscht hatte.

Auch wenn vermutlich niemand mit John Filip Nordlund Mitleid hatte als er am 10. Dezember um acht Uhr morgens hingerichtet wurde, zumal der Mörder keinerlei Mitleid mit seinen Opfern zeigte und vor Gericht bedauerte, dass es ihm nicht gelungen war auch die Verletzten zu töten und er bei einem Fluchtversuch noch zwei Wächter schwer verletzt hatte, so war diese Hinrichtung eine Wende des schwedischen Strafvollzugs und es wurde ausgerechnet bei einem Massenmörder über die Abschaffung der Todesstrafe diskutiert.

Die Hinrichtung von John Filip Nordlund kam gerade zu jener Zeit, als man sich die Frage stellte ob ein Verbrecher seine Neigung geerbt hatte, als Hjalmar Branting sich deutlich gegen die Todesstrafe ausgesprochen hatte und man bei Verbrechen nach der Schuld der Gesellschaft suchte. Der Fall des Mälarmördaren war aber auch aus einem anderen Grund noch ein juristischer Sonderfall, da ein Psychologe in seinem Gutachten erklärte, dass der Mörder geisteskrank war, was für viele bedeutete, dass John Filip Nordlund zwar lebenslang eingesperrt werden musste, es aber nicht logisch war ihn hinzurichten auf Grund einer Krankheit.


10. Dezember 1898: Emil Kléen, der dekadente Poet des 19. Jahrhunderts
10. Dezember 1909: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis der Literatur

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 26. November 2012

Hans Jakob Lundborg und die schwedische Erweckungsbewegungen

Am 26. November 1867 wurde Hans Jakob Lundborg in einer Priesterfamilie in Gagnef geboren, was in jener Zeit auch nahezu richtungsweisend für die Kinder war, so dass Lundborg vom ersten Tag an auf seinen späteren Beruf innerhalb der Svenska Kyrkan vorbereitet wurde. Dennoch arbeitete Lundborg nach seinem Studium erst einige Jahre lang in Uppsala als Lehrer, bis er 1851 plötzlich den Ruf Gottes spürte. Bereits 1853 wurde Lundborg dann in Västerås zum Priester geweiht.

Da  Hans Jakob Lundborg, der sehr gut predigen konnte, im Amt jedoch deutlich zeigte, dass er das Priesteramt und die Lehre der Svenska Kyrkan etwas anders sah als die offizielle Lehre forderte und sich Lundborg geistig zudem der Erweckungsbewegung (Väckelserörelsen) angeschlossen hatte, wurde er ständig an neue Orte versetzt, in der Hoffnung, dass sich dadurch seine Theorien nicht bei der Bevölkerung festsetzen können, was sich jedoch sehr bald als Irrtum herausstellte, denn überall wo Lundborg ankam, kam auch der Kern der Erweckungsbewegung an.

Dass Hans Jakob Lundborg ganz zum Erweckungsbewegung kam, lag an einer Krankheit im Jahre 1855, denn dadurch bekam er einen längeren Erholungsurlaub und konnte seine Brieffreunde in Schottland und Irland besuchen, insbesondere aber auch James Lumsden von der freikirchlichen Universität in Aberdeen. Sein Aufenthalt dort vertiefte nicht nur seinen Glauben an die Erweckungsbewegung, sondern er erfuhr auch wie er diese Glaubensrichtung in Schweden verbreiten konnte, nämlich durch gedruckte Schriften. Zurück in Schweden begann Lundborg dann unmittelbar vier Zeitschriften zur Erweckungsbewegung herauszugeben, was der Bewegung in Schweden letztendlich zum Durchbruch verhalf.


26. November 1751: König Adolf Fredrik, ein Herrscher ohne Macht
26. November 1951: Bruno K. Öijer, das enfant terrible der schwedischen Poesie
26. November 1952: Sven Hedin, Abenteurer und Schriftsteller in fernen Ländern
26. November 1962: Der schwedische Schauspieler und Regisseur Hannes Holm 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 25. November 2012

Oscar Fredrik Wijkman, der „Gottvater“ von Västerås

Am 25. November 1909 starb Oscar Fredrik Wijkman, eine Person, die in Västerås als „Gottvater“ bezeichnet wurde, da ihm die gesamte industrielle Entwicklung von Västerås zu verdanken war und er sich, mit einer Ausnahme, auch im Stadtrat durchzusetzen wusste. Ab 1874 entschied Wijkman über nahezu alles was in Västerås geschah, wobei er natürlich nicht nur mit seinem Kapital eine gewisse Machtposition einnahm, sondern auch eine sehr starke Persönlichkeit war, der man sich besser nicht widersetzte.

Oscar Fredrik Wijkman war 1874 nach Västerås gekommen um dort die Mekaniska Verkstad zu gründen, die erste Industrieanlage der Stadt, die sich zu einem der größten Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen Schwedens entwickelte, 1898 im Unternehmen ASEA (Allmänna Svenska Elektriska Aktiebolaget) aufging und am 10. August 1987 durch eine Fusion zum Konzern ABB wurde, dessen schwedisches Hauptbüro noch heute in Västerås zu finden ist.

Die Industrieanlage von Oscar Fredrik Wijkman war die erste in Schweden, die sich voll auf eine Stromversorgung umstellte. Wijkman zwang 1872 den Stadtrat eine überhöhte Summe für die Wasserrechte an der Svartån zu bezahlen, damit sich ASEA nicht in Arboga oder Örebro niederließ, sondern nach Västerås kam. Der Industrielle gründete 1897 die Firma Nordiska Metall, die mittlerweile zum SSAB-Konzern und zum Luvata-Konzern wurden, die allerdings beide ihren Sitz verlagert haben. Als sich der Stadtrat beim Plan des Stadshotells am Fiskartorget erstmals gegen Wijkman stellte, legte er 1904 aus Protest alle seine politischen Ämter nieder.


25. November 1620: Gustav II. Adolf geht eine politische Ehe ein
25. November 1786: Anders Magnus Strinnholm und die schwedische Geschichte
25. November 2010: Die letzte Reise der HMS Visborg (A265) 

Copyright: Herbert Kårlin 

Mittwoch, 13. April 2011

Großbrand in Västerås

Am 13. April 1714 brach am Kyrkbacken in Västerås ein Großbrand aus, der nahezu die ganze Stadt in Schutt und Asche legte. Da an diesem Tag jedoch ein Nordwind blies, blieben die Häuser am Kyrkbacken fast alle erhalten, außer natürlich dem Stall des Buchdruckers Hagen, in dem das Feuer ausbrach.

Auch wenn es Jahre dauerte bis sich Västerås von dieser Katastrophe, die rund 200 Gebäude in Asche legte, erholte, so machte gerade dieser Brand Västerås in ganz Schweden bekannt, dank des deutschen Gärtners Bernhard Johan Bohnsack, der in Västerås als „der Gurkenmann“ bekannt wurde und die Stadt zur schwedischen „Gurkstaden“ machte.


Bernhard Johan Bohnsack sollte nämlich den beim Brand zerstörten Kungsträdgården wieder aufbauen und bepflanzen. Der Gärtner legte nun jedoch nicht nur den Park neu an, sondern begann auch Gurken (Druvgurka) zu züchten, eine Sorte, die heute noch in Västerås angebaut wird und nur von Juli bis September geerntet wird. Der Kungsträdgården, der bereits um diese Zeit der Öffentlichkeit zugänglich war, entwickelte sich nach der Neuanlage zu einem eindrucksvollen Park.


13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting 

Copyright: Herbert Kårlin