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Montag, 4. März 2019

Magnus Brahe, der erste Präsident des Oberlandesgerichts

Magnus Brahe kam am 25. September 1564 auf Tynnelsö zur Welt und wurde ausschließlich zu Hause durch Privatlehrer unterrichtet. Seine Kenntnisse über andere Länder und ausländische Politik gewann Brahe vor allem durch seine zahlreichen Auslandsreisen, die er teilweise auch als Kammerherr des Königs Sigismund I. unternahm. Als sich das Verhältnis zwischen Sigismund und Herzog Karl verschlechterte, schlug sich Brahe, nach einigem Zögern, auf die Seiten von Herzog Karl, was wiederum dazu führte, dass er von beiden Seiten als Verhandlungspartner akzeptiert wurde, aber auch dazu, dass Brahe das Schloss Visingsborg erhielt.

Magnus Brahe gehörte nach seinem Verhandlungsgeschick, zum engsten Kreis um König Karl IX., so dass Brahe an allen wichtigen Ereignissen des Königshauses teilnahm und sich einen hohen Status schaffen konnte. Von Vorteil war dabei, dass sowohl Karl IX. als auch Brahe den Adelsstand als die wichtigste Gruppe im Reichstag betrachteten, gleichzeitig aber mehr zu individuellen Entscheidungen neigten. Die einzige etwas negative Entscheidung für Brahe war, dass ihn der König auch zum Regierungspräsidenten des Småland machte, also jenem Teil Schwedens, der sich am meisten gegen Dänemark verteidigen musste.

Gerade das Småland sollte für Magnus Brahe einige Probleme mit sich bringen, denn der folgende König, Gustav II. Adolf, beauftragte Brahe damit das Småland gegen die geplanten Angriffe des dänischen Befehlshabers Gert Rantzaus zu verteidigen, und dies mit Hilfe des gewöhnlichen Volkes. Auch wenn Brahe das Vordringen nur teilweise verhindern konnte, beauftragte ihn Gustav II. Adolf später auch Stockholm zu verteidigen und er machte Brahe zum obersten Richter des Oberlandgerichtes, eine der bedeutendsten Entscheidungen in der schwedischen Geschichte, denn Brahe schuf damit ein unabhängiges Rechtssystem, das Staat und Bürger respektierte. Magnus Brahe starb am 4. März 1633 als wohlhabender Mann auf seinem Gut.


4. März 1574: Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm
4. März 1799: Der schwedische Kanzleipräsident Ulrik Scheffer 
4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1882: Der schwedische Künstler Gunnar Widholm
4. März 1923: Margit Nordin und der Wasalauf (Vasaloppet) 
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 13. April 2018

Der Reichsadmiral Klas Fleming

Klas Fleming kam gegen 1530 als Sohn eines adeligen Militärs in Pargas (Paraisten), im heutigen Finnland, zur Welt und begann daher ebenfalls eine militärische Laufbahn, die allerdings während der ersten Jahre sehr träge vor sich ging, da Fleming keinerlei höhere Bildung hatte. Erst als König Gustav Vasa während des russischen Krieges zu Ohren kam dass Fleming ein ausgezeichneter Skiläufer war, gab er diesem den Befehl über eine kleinere Einheit von Bauern aus Savolax (Savo). Dieser Auftrag führte letztendlich auch dazu, dass Fleming bei der Krönung des Königs Johan III. zum Freiherrn ernannt wurde und ein Jahr später Admiral wurde.

Eine wichtige politische Rolle bekam Klas Fleming im Jahr 1592, nach dem Tod von Johan III., denn nun schloss er sich König Sigismund an, der ihn zwei Jahre später als treuer Diener zum Reichsmarschall ernannte. Auf Grund dieses Schrittes entwickelte sich Klas Fleming, der am 13. April 1597 starb, zum bedeutendsten Gegner Herzog Karls, was sich auch dadurch ausdrückte, dass Fleming auch nach Ende des russischen Krieges im Jahr 1593 den Befehl über die in Finnland stationierten Truppen und Flotte behielt und nur den Befehlen Sigismunds folgte, was Herzog Karl bedeutende Probleme verursachte, da er damit einen bedeutenden Teil des Militärs gegen sich gerichtet sah.

Auch wenn Karl Fleming bei seinen Soldaten beliebt war, so keimte ab 1594 der Widerstand gegen den Kriegsherren, denn er zeigte sich gegenüber der Landbevölkerung Finnlands als Tyrann und zwang die Bauern seinen Soldaten Unterkunft und Nahrung zu bieten ohne ihnen auch nur die kleinsten Entschädigungen zu bieten. Fleming gelang es zwar die zwei kriegerischen Aufstände der Landbevölkerung Österbottens niederzuschlagen, aber er sah sich 1597 dennoch gezwungen  die Rückführung seiner Armee nach Schweden einzuleiten, mit dem Vorsatz dort gegen Herzog Karl zu ziehen. Allerdings sollte es zu diesem Schritt nicht mehr kommen, da Fleming 1597 dann plötzlich starb.


13. April 1714: Großbrand in Västerås
13. April 1812: Der letzte Reichstag in Örebro
13. April 1872: Der samische Künstler Nils Nilsson Skum
13. April 1876: Are Waerland, ein schwedischer Gesundheitsapostel
13. April 1888: Die Schriftstellerin Fredrika Wilhelmina Carstens
13. April 1909: Henrik Thore Cedergren und das erste Telefon Schwedens
13. April 1930: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 1. März 2018

Der Reichsrat Nils Gyllenstierna

Nils Gyllenstierna kam im Laufe des Jahres 1526 zur Welt und starb im Oktober 1601 auf Fågelvik bei Kalmar. Auch wenn der Name Gyllenstierna vor allem mit der Svenska Kyrkan verbunden wird, die er beim Uppsala Kyrkomöte am 1. März 1593 als Staatskirche festigte, so ist Nils Gyllenstierna auch der Stammvater des Adelsgeschlechtes Gyllenstierena und er war unter mehreren Königen der Stadthalter Smålands. Obwohl sich Gyllenstierna auch nicht aktiv in die Politik einmischen wollte, war er auch über sehr lange Zeit hinweg der bedeutendste Diplomat verschiedener Könige, der zahlreiche Krisen beilegen musste und dafür in die unterschiedlichsten Länder geschickt wurde.

Eine sehr bedeutende Rolle spielte Nils Gyllenstierna unter König Johann III., denn 1569 nahm er an den Friedensverhandlungen mit Dänemark teil, er spielte eine Rolle beim Frieden von Stettin und der König vertraute ihm 1570 den Oberbefehl über das gesamte Småland an. Im Jahr 1587 gelang es Gyllenstierna sogar, dank seiner diplomatischen Erfahrung, auch König Johann III. und seinen Bruder, Herzog Karl (Karl IX.), zu einem Vergleich zu bringen, der einen jahrelangen Streit beendete. Führten die Verhandlungen zu größeren Problemen, so griff Gyllenstierna zu einer sehr eigenen Diplomatie, denn er wurde krank bis sich das größte Problem von selbst gelöst hatte und er nur noch kleinere Probleme lösen musste.

Probleme traten für Nils Gyllenstierna im Grunde erst nach dem Tode des Königs Johan III. auf, da er dann ins Kreuzfeuer zwischen Herzog Karl und dem katholischen König Sigismund geriet, ein Problem, das ihm, zumindest vorübergehend, auch finanzielle Probleme brachte. Auch hier war es seine diplomatische Fähigkeit, und erneut eine längere Krankheit, die ihm die Gunst von Herzog Karl zurückbrachte, der Gyllenstierna, auch als König Karl IX., bis zu dessen Lebensende immer wieder um Rat fragte, auch wenn Gyllenstierna im Alter immer häufiger eine Krankheit vorschieben konnte um keine negative Antwort geben zu müssen.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1918: Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Januar 2017

Andreas Laurentii Björnram, Erzbischof in Uppsala

Andreas Laurentii Björnram wurde zu unbekanntem Zeitpunkt als Sohn eines Statthalters geboren und wurde nach seinem Theologiestudium an der Universität Rostock erst zum Priester in Umeå und später in Gävle ernannt. Nachdem sich Björnram um diese Zeit stark an die liturgischen Pläne des Königs Johan III. hielt und damit der erste Priester Schwedens wurde der sich an das röda boken anlehnte, wurde der Priester bereits 1577 zum Bischof des Stiftes Växjö ernannt. Dass sich Björnram in religiösen Fragen hinter Johan III. stellte, muss man jedoch als taktische Eigenschaft sehen, denn der Priester war weit davon entfernt Katholizismus und Protestantismus näher zusammenzuführen.

Trotz der offiziell unentschiedenen Haltung von Andreas Laurentii Björnram, wurde der Bischof 1583 vom König zum Erzbischof ernannt und hatte damit die Aufgabe dafür zu sorgen dass die neue Liturgie in ganz Schweden durchgesetzt wird, eine Aufgabe der Björnram nur sehr oberflächlich und nachlässig nachkam, obwohl Johan III. immer wieder versuchte Druck auf den Erzbischof auszuüben. Diese Haltung Björnrams könnte sich daraus erklären dass sich die Priester und Bischöfe Schwedens in Fragen der neuen Liturgie in zwei Gruppen geteilt hatten, die der Erzbischof indes zusammenhalten wollte, da das Risiko einer gespaltenen schwedischen Kirche bestand.

Während Johan III. die Macht und den Einfluss des Erzbischofs Andreas Laurentii Björnram, auch Bothniensis Bureus genannt, kannte und daher den Erzbischof nicht zu stark kritisierte, kam es zwischen Björnram und Herzog Karl zu einem Machtkampf, den der Herzog allerdings nicht gewinnen konnte. Der Höhepunkt dieser Auseinandersetzung war die Aussage des Erzbischofs dass Herzog Karl das Testament von Gustav Vasa wohl falsch auslegen würde. Als Folge dieser Auseinandersetzung kann man sehen dass Björnrams Stellung unter der Priesterschaft bei seinem Tod am 1. Januar 1591 ungebrochen war und der Erzbischof nahezu als Legende betrachtet wurde.


1. Januar 1516: Margareta Eriksdotter Leijonhufvud, Königin Schwedens
1. Januar 1747: Henrik Gahn, einer der bekanntesten Ärzte Schwedens
1. Januar 1942: Der schwedische Sprachforscher Knut Fredrik Söderwall
1. Januar 1879: Schweden führt die Normalzeit ein
1. Januar 1911: Eslöv in Skåne wird zur Stadt erhoben
1. Januar 1929: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz
1. Januar 1931: Hjalmar Bergman und die fiktive Stadt Wadköping
1. Januar 1980: Neues Thronfolgegesetz in Schweden
1. Januar 1993: Das schwedische Parlament unterschreibt den Europavertrag
1. Januar 2000: Die schwedische Kirche wird vom Staat getrennt

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. Oktober 2016

Die Gründung der Stadt Kristinehamn

Kristinehamn war bereits im 14. Jahrhundert eine Küstenstadt am Vänern und ein wichtiger Marktplatz, da die Stadt an der bedeutendsten Verbindung zwischen Schweden und Norwegen lag. Allerdings sprach man damals noch nicht von Kristinehamn, sondern von Broo. Als Herzog Karl sich 1572 dafür entschied ein Eisenwerk und eine Fabrik zur Holzverarbeitung im dortigen Ort zu bauen, wollte er Kristinehamn zur Hauptstadt des Värmlands machen, aber zwölf Jahre später änderte er seine Pläne und er vergab die Stadtprivilegien nicht an Kristinehamn, sondern an Karlstad.

Unabhängig von der Entscheidung des Herzogs wuchs Kristinehamn, dank der Eisenverarbeitung,  bedeutend an und bereits am 29. Oktober 1642 entschied sich Königin Kristina der Stadt Broo die Stadtrechte zu verleihen, allerdings ihr auch einen neuen Namen zu geben, nämlich Christinehamn, das später zu Kristinehamn wurde. Noch heute erinnert das Stadtwappen an die industrielle Vergangenheit der Stadt, denn das Boot im Wappen entspricht jenen, die das aus Bergslagen ankommende Eisen auf dem Wasserweg zu den verschiedenen Eisenhütten und Schmieden am Rande des Vänern weitertransportierten.

Die Stadt Kristinehamn entwickelte sich im Laufe der Zeit zum Zentrum des Eisen- und Holztransports aus Bergslagen, was sich noch verstärkte als 1842 mit dem Bau einer Eisenbahnlinie begonnen wurde und bei Kristinehamn der Kilometer Null entstand, die erste Haltestelle der Inlandsbanan, die mit ihren 1288 Kilometer Länge eine Verbindung zwischen Kristinehamn im Süden und Gällivare im Norden schuf. Heute ist allerdings nicht nur die Inlandsbanan eine touristische Attraktion, sondern auch ein nachgebautes Boot aus der Gründungszeit der Stadt, das im Sommer vor Kristinehamn seine Segel setzt.


29. Oktober 1642: Der Ort Järle bei Nora erhält die Stadtrechte
29. Oktober 1726: Daniel Melanderhjelm, Astronom und Mathematiker
29. Oktober 1908: Lorens Marmstedt, vom Filmkritiker zum Produzenten
29. Oktober 1950: König Gustav V., der älteste König Schwedens
29. Oktober 1956: Die Schauspielerin und Komikerin Babben Larsson
29. Oktober 1971: Der schwedische Nobelpreisträger Arne Tiselius
29. Oktober 1998: Ein Fest in Göteborg wird zum Feuerinfierno
29. Oktober 2012: Cordelia Edvardson und das überlebte Auschwitz

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 20. März 2016

Hofmarschall Gustav Axelsson Banér wird hingerichtet

Bei einer der Personen, die am 20. März 1600 während des Blutbades von Linköping hingerichtet wurden, war Reichsrat und Hofmarschall Gustav Axelsson Banér. Kurz bevor Banér vom Scharfrichter geköpft wurde, gebot er noch der wartenden Menge ein kurzes Schweigen und erklärte sich unschuldig, denn sein einziges Vergehen war dem vorherigen offiziellen König Sigismund die Treue gehalten zu haben. Banér schloss seine Rede damit, dass er dem Volk zurief, dass die Hinrichtung von vier Unschuldigen dazu führen würde dass nun 22 Kinder ohne Väter und vier Witwen täglich Gott anrufen würden.

Gustav Banér kam am 19. Mai 1547 auf Schloss Djursholm zur Welt und stand während des Aufstands gegen Erik XIV. der Gruppe um Herzog Karl, dem späteren Karl IX. nahe, was dazu führte, dass er bereits im Alter von 23 Jahren von Johan III. zum Reichsrat ernannt wurde und 1571 des finnische Heer anführte, eine Aufgabe bei der er allerdings versagte. Verhängnisvoll wurde für Banér jedoch dass er sich König Sigismund anschloss als dieser König Schwedens wurde da dies Herzog Karl ihm nie verzeihen sollte, da dieser sich selbst als einziger würdiger König Schwedens empfand und sich übergangen fühlte.

Ein weiteres Problem für Gustav Banér war, dass er im Auftrag von Johan III. und Herzog Karl zwischen dem schwedischen Königshaus und Sigismund vermitteln musste, dies jedoch so neutral wie möglich machte, obwohl er wusste dass seine indirekte Aufgabe war Sigismund von Schweden fernzuhalten um den katholischen Einfluss aus dem Reich zu verbannen, eine Aufgabe, die unmöglich zu erfüllen war. Gerade diese neutrale Einstellung schätzte wiederum Sigismund und machte Banér in den Augen von Herzog Karl zum Verräter. Als Banér daher nach der Schlacht bei Stångebro an Herzog Karl ausgeliefert wurde, konnte er auf Grund seiner Loyalität der Todesstrafe nicht entgehen.


20. März 1413: Landskrona, die Hauptstadt Skånes
20. März 1413: Landskrona wird Stadt und zum Handelszentrum
20. März 1600: Das Blutbad von Linköping
20. März 1786: Die Svenska Akademien, die Schwedische Akademie 
20. März 1799: Karl August Nicander, Aufstieg und Fall eines Poeten
20. März 1804: Der schwedische Astronom Nils Haqvin Selander
20. März 1902: Brita af Geijerstam, von Nalle Puh zu Liebesgedichten
20. März 1957: Der schwedische Gitarrist und Sänger Joakim Thåström
20. März 1989: Der Mord an Helén Nilsson in Hörby

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. März 2015

Stadthalter und Reichsrat Carl Carlsson Gyllenhielm

Carl Carlsson Gyllenhielm kam am 4. März 1574 als unehelicher Sohn von Herzog Karl, dem späteren König Karl IX. und seiner Geliebter, Karin Nilsdotter, zur Welt und erhielt daher seine Erziehung und seine Bildung auf Gut Julita, gemeinsam mit anderen adeligen Söhnen, jedoch weit entfernt vom Königshof. Um seine Bildung abzuschließen, wurde Gyllenhielm, der im Alter von 18 Jahren vom einem Vater in den Adelsstand erhoben wurde und seinen Namen erhielt, noch an den französischen Hof geschickt um die dortigen Sitten zu lernen und um auf internationalem Niveau auftreten zu können.

Als Carl Carlsson Gyllenhielm 1597 nach Schweden zurückkehrte, wurde er zum Kammerjunker ernannt und wurde einer der Vertrauten des Herzogs, der mit sehr bedeutenden Aufgaben betraut war. Sein Glück sollte jedoch nur wenige Jahre dauern, denn durch die Rückkehr von Sigismund kam es zu kriegerischen Handlungen mit Polen bei denen Gyllenhielm, gemeinsam mit Jakob De la Gardie, 1601 von den Polen gefangen genommen wurde und dort zwölf Jahre lang unter teilweise sehr schwierigen Verhältnis im Gefängnis auf einen Gefangenenaustausch warten musste. Nach  der Rückkehr aus der Gefangenschaft ernannte ihn sein Halbbruder Gustav II. Adolf dann zum Freiherren, anschließend zum Feldmarschall und 1617 auch zum Stadthalter.

Aber auch wenn Carl Carlson Gyllenhielm lebenslang mit politischen Aufgaben betraut war und selbst in der Vormundschaftsregierung von Königin Kristina zu finden war, so lag seine Fähigkeit mehr in der Industrie, denn als er 1915 Huseby als Leihgabe erhielt, baute er dort das Zentrum der südschwedischen Eisenindustrie auf, die 300 Jahre lang ihre Bedeutung behielt, und im Småland war Gyllenhielm der erste, der dort eine Glashütte anlegte und damit die Grundlage für einen ganzen Industriezweig der Region legte, dessen Spurten heute noch sehr deutlich zu finden sind.


4. März 1824: Der schwedische Philosoph Carl Yngve Sahlin 
4. März 1828: Erik Sjöberg und der Kampf gegen die literarischen Schulen 
4. März 1882: Die sozialdemokratische Bewegung in Schweden
4. März 1931: Die schwedische Jazzsängerin Sonya Hedenbratt 
4. März 1948: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 27. Dezember 2014

Gustaf Adolf Reuterholm regiert Schweden

Als Gustaf Adolf Reutersholm am 27. Dezember 1813 im damals dänischen Schleswig starb, war er einer der verhasstesten Männer Schwedens dem jedes Treffen mit dem schwedischen König versagt wurde, obwohl er einst selbst über das Land regiert hatte, wenn auch ohne offiziellen Auftrag, sondern als Vormund des minderjährigen Königs Gustav IV. Adolf und indem er sich jede Machtbefugnis einfach nahm ohne auf Widerstand zu stoßen. Die fünf Jahre in denen Reutersholm die Macht ausübte werden heute als das Regime Reuterholm bezeichnet wird.

Gustaf Adolf Reuterhom war im 7. Juli 1756 in Svidja im heutigen Finnland zur Welt gekommen und wurde 1778 bei Königin Sofia Magdalena Kammerherr, eine Aufgabe, die ihm den Zugang zum höfischen Leben ermöglichte und dazu führte, dass er bald ein vertrauter von Herzog Karl, dem zukünftigen König Karl XIII. wurde. Trotz der engen Verbindung zwischen Herzog Karl und Reutersholm, die sich vor allem durch die gemeinsame Mitgliedschaft bei den Freimaurern verstärkte, sah Gustaf III. Reutersholm als gefährlich an als er 1788 gegen Russland in den Krieg zog, denn der Adelige pflegte intensive Beziehungen mit Feinden Schwedens. Reutersholm war daher zum Exil in Paris gezwungen.

Nach der Ermordung von Gustaf III. konnte Gustaf Adolf Reuterholm nach Schweden zurückkehren und wurde, dank dem Einfluss von Herzog Karl, der Vormund von Gustaf IV. Adolf und entwickelte sich dabei zu einem Diktator der fünf Jahre lang über das Schicksal Schwedens entschied. Einer der ersten Schritte des Despoten war die Auflösung der noch sehr jungen Svenska Akademien. Als Gustav IV. Adolf im November 1796 die Regierung selbst übernahm, kannte dieser den Ruf Reuterholms und verwies ihn unmittelbar aus Stockholm. Als der König 1809 durch einen Staatsstreich des Amts enthoben wurde und Karl XIII. über Schweden regierte, hoffte Reuterholm auf eine glanzvolle Rückkehr, aber auch der neue König kannte nun den wahren Charakter des Adeligen und verweigerte ihm jede Audienz.


27. Dezember 1832: Anna Wästberg, Dichtung und Theater im 19. Jahrhundert
27. Dezember 1919: Die schwedische Filmindustrie SF wird gegründet
27. Dezember 1971: Das Wunder von Gottröra
27. Dezember 1973: Tobias Billström, schwedischer Migrationsminister
27. Dezember 1978: Jonas Hassen Khemiri und das multikulturelle Schweden
27. Dezember 1983: Der größte Stromausfall Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 23. November 2014

Reichsrat Mauritz Stensson Leijonhufvud

Auch wenn Mauritz Stensson Leijonhufvud bereits am 23. November 1607 im Alter von 48 Jahren auf Käggleholm in Närke starb, so spielte er unter Herzog Karl, dem späteren König Karl IX. eine bedeutende Rolle in der schwedischen Geschichte, die damit begann dass Leijonhufvud noch als Page im Jahre 1578 dem Herzog auf seiner Verlobungsreise nach Heidelberg folgte. Nahezu zwei Jahre lang blieb Leijonhufvud dann am Hofe von Ludwig VI. von der Pfalz um anschließend, vor seiner Rückkehr nach Schweden, noch Frankreich, Italien und Deutschland zu bereisen.

Unmittelbar nach seiner Rückkehr im Jahre 1584 wurde Mauritz Stensson Leijonhufvud dann von Herzog Karl im Kreise seiner Berater und im Reichsrat aufgenommen und erhielt mehrere bedeutende politische Aufgaben. Nur ein Jahr später schickte ihn Herzog Karl sogar als seinen persönlichen Vertreter zur Hochzeit des Königs Johan III., einer Aufgabe, der in den Folgejahren mehrere diplomatische Aufgaben als Abgesandter des Herzogs, unter anderem in Polen und in Holstein, folgen sollten.

Bald war Mauritz Stensson Leijonhufvud, der am 10. September 1559 auf Kärra zur Welt gekommen war, der engste Vertraute des Herzogs, in dessen Namen er 1592 auch dessen zweite Ehefrau, Christina von Holstein, an der Grenze zu Schweden empfing. Zwei Jahre bevor Herzog Karl zum König Schwedens wurde, war Leijonhufvud zum Reichsdrot aufgestiegen, dem höchsten Amt des Landes, was auch dazu führte, dass der Politiker während er Abwesenheit von Karl IX. im Jahre 1605 die gesamten Geschäfte des Königs in Schweden führte. Nach seinem plötzlichen Tode bezeichnete ihn der König als den klügsten und vornehmsten Vertreter des Reichsrates.


23. November 1833: Hausangestellte auf dem Lande in Schweden
23. November 1858: Albert Ranft, ein ungewöhnlicher Theaterdirektor Schwedens
23. November 1860: Hjalmar Branting verändert Schweden
23. November 1879: Die schwedische Künstlerin Sigrid Fridman
23. November 1899: Der moderne schwedische Künstler Sven Eriksson
23. November 1904: Die Skansen Kronan in Göteborg
23. November 1910: Der Tod durch die Guillotine in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 14. Juli 2014

Anders Fredrik Skjöldebrand, Feldherr und Künstler

Anders Fredrik Skjöldebrand wurde am 14. Juli 1757 in Algerien geboren, was den späteren Feldherrn und Künstler, nach eigenen Aussagen, fremde Kulturen näher brachte und ihm einen Hass auf Besserwisser und Machtmissbrauch vermittelte. Nach seinem Studium an der Universität Uppsala begann Skjöldebrand eine militärische Karriere und kam dabei bald Herzog Karl, dem späteren König Karl XIII., näher, den er in jedem seiner Bestreben unterstützte und der ihn 1812 auch zum Statthalter Stockholms ernannte.

Dass Anders Fredrik Skjöldebrand auch als Künstler in die Geschichte einging, verdanken wir der Tatsache, dass bereits zu Beginn seiner militärischen Laufbahn das Regiment zur Infanterie degradiert wurde und sich Skjöldebrand daher entschloss zehn Jahre lang Privatmann zu werden. Aus finanziellen Gründen entschied sich der junge Skjöldebrand dazu erst einmal sein Leben mit Kunst, Musik und Literatur zu verdienen. Während seine Literatur und seine Kunstwerke kaum aus der Masse hervorragen, wurde seine Umarbeitung des deutschen Dramas „Herman von Unna“ ein bedeutender Erfolg und brachte das Ritterdrama nach Schweden. Aus politischen Gründen und wegen zu deutlichen Anspielungen auf Herzog Karl wurde das Stück jedoch die ersten Jahre nicht am Königlichen Theater aufgeführt, ging jedoch als Übersetzung unmittelbar nach Deutschland und Dänemark.

Auch wenn sich Anders Fredrik Skjöldebrand als Kriegsherr nicht besonders hervorhob, so spielte er unter Karl XIII. dennoch eine wichtige Rolle, denn dieser schickte ihn mit einem politischen Auftrag zum Zaren in Russland und Skjöldebrand nahm am Feldzug nach Norwegen teil. Skjöldebrand gehörte auch zu jenem Kreis an Personen, die sich dafür einsetzten, dass Karl XIV. Johan aus dem Hause Bernadotte zum Nachfolger des Königs gewählt wurde, also das aktuelle Königshaus in Schweden seinen Ursprung nahm. Anders Fredrik Skjöldebrand, der Mitglied der Svenska Akademien war, starb am 23. August 1834 im Alter von 77 Jahren in Stockholm.


14. Juli 1866: Der schwedische Architekt Ragnar Östberg
14. Juli 1901: Folke, ein schwedischer Vorname am Aussterben
14. Juli 1918: Ingmar Bergman, eine schwedische Legende
14. Juli 1931: Der Marionettenspieler und Theaterdirektor Michael Meschke
14. Juli 1977: Kronprinzessin Victoria Ingrid Alice Désirée

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 26. März 2014

Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.

Elis Schröderheim wurde am 26. März 1747 als Sohn eines Bischofs in Stockholm geboren und kam sehr früh mit dem zukünftign König Gustav III. in Berührung, da sein Vater der geistige Lehrer des jungen Prinzen war und daher auch zeitweise auf Drottningholm wohnte. Als der Erbprinz schliesslich König wurde, war es für Schröderheim daher ein leichtes Spiel um im engsten Beamtenkreis des Königs aufgenommen zu werden, nicht zuletzt, weil er auch Humor zeigte und bei Verhandlungen ein äusserstes Geschick zeigte.

Der öffentliche Ruf von Elis Schröderheim, der von Gustav III. auch in den Reichstag geschickt wurde, begann jedoch ab 1786 zu verblassen, da Schröderheim nicht nur ein leichtsinniger Spekulant war, sondern sich sein Einkommen vor allem durch Korruption, insebsondere dem sogenannten Pastoratshandel, aufbesserte. Seine Unfähigkeit seine Privatfinanzen in den Griff zu bekommen, liessen den Namen Schröderheim ab dieser Zeit immer öfter mit Skandalen in Verbindung bringen.

Aber auch wenn sich der Adel und die Priesterschaft dann von Elis Schröderheim entfernten, so blieb er ein Günstling des Königs und wurde von diesem bei der Gründung der Svenska Akademien als eines der ersten Mitglieder ernannt. Da Schröderheim Gustav III. vermutlich am besten kannte, sind seine Schriften über den König noch heute von größter Bedeutung. Nach dem Tode des Königs gelang es Elis Schröderheim auch die Gunst von Herzog Karl zu gewinnen, was jedoch mit einem neuen Skandal im Jahre 1794 endete. Nur ein Jahr später, am 30. August 1795, starb Schröderheim dann als armer Mann.


26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden 
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård 
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens 
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. März 2014

Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm

Als Carl Carlsson Gyllenhielm am 17. März 1650 starb, konnte man auf einen ungewöhnlichen Werdegang des Adeligen zurückblicken. Gyllenhielm war das uneheliche Kind einer Verbindung von Herzog Karl und der Kammerjungfrau Karin Nilsdotter, die als Geliebte auch nach der Geburt des Sohnes noch vier Jahre lang mit dem Herzog zusammenlebte und erst als dieser 1578 um die Hand von Maria von Pfalz anhielt, das Gut Julita verließ, dort jedoch den Sohn zurückließ.

Herzog Karl sorgte auf Julita dafür, dass Carl Carlsson Gyllenhielm, gemeinsam mit einigen anderen adeligen Nachkommen, erzogen wurde und eine gute Schulbildung erhielt, die sich nicht nur auf allgemeines Wissen und Sprachen erstreckte, sondern auch die Sportarten eines Ritters einschloss. Als Gyllenhielm 18 Jahre alt war, wurde er von Johan III. geadelt und anschließend zur höfischen Bildung nach Frankreich geschickt, damit er nach seiner Rückkehr als höherer Beamter dem Reich dienen konnte.

Im Laufe der Jahre wurde Carl Carlsson Gyllenhielm einer der der wichtigsten Feldherren Schwedens, was jedoch fast zu seinem Untergang führte, da er während des polnischen Krieges gegen Sigismund im Jahre 1601 kapitulieren musste und anschließend 12 Jahre in polnischer Gefangenschaft verbrachte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden wurde Gyllenhielm von seinem Halbbruder Gustav II. Adolf zum Freiherren und Feldmarschall ernannt, was auch dazu führte, dass er in die Vormundschaftsregierung von Königin Kristina einging. Die Kriegsführung war jedoch für Gyllenhielm zu Ende. Auf den Gütern, die ihm der König lieh, gründete er die Eisenhütte in Huseby, die 300 Jahre lang das Zentrum der südschwedischen Eisenverarbeitung blieb und in Midingsbåte und Trestenshult richtete Gyllenhielm die ersten Glashütten Smålands ein.


17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer 
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz 
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater 
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden 
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 21. Januar 2014

Eine späte Beerdigung für Witwenkönigin Gunilla

Königin Gunilla wurde am 25. Juni 1568 geboren und ging auch unter Gunilla Bielke, Gunilla Johansdotter und Gunilla af Åkerö in die Geschichte ein und verdankt ihrem Aufstieg zur Königin im Grunde der Tatsache, dass sie bei Königin Katarina Jagellonica bereits in sehr jungen Jahren Hoffräulein war, denn als Königin Katarina am 16. September 1583 starb und König Johan III. nach einer neuen Königin suchte, fielen seine Augen auf die damals sechzehnjährige Gunilla Johansdotter.

Der Königshof versuchte alles um Johan III. von seiner Wahl abzuhalten und selbst Gunilla Johansdotter sagte bei der Werbung des Königs ein klares Nein. Auf Druck der eigenen Familie musste sie dann jedoch zurückstecken und auch der König ließ sich von niemandem an seiner Wahl hindern. Erst nach der Hochzeit am 21. Februar 1585 und der Krönung am folgenden Tag wurde der Widerstand gegen Königin Gunilla, die in den Augen der Geschwister des Königs, Herzog Karl und vielen anderen, durch ihre gesellschaftliche Herkunft weit unter dem Status lag, der von einer Königin gefordert wurde, für kurze Zeit etwas geringer.

Sehr bald zeigte sich jedoch die Hochzeit als Fehler, denn da Johan III. dem katholischen Glauben folgte und Königin Gunilla den protestantischen stützte, gab es zwischen den beiden Familien extreme Spannungen und da die Königin ihren Einfluss auch noch auf wohltätige Werke, aber auch zur Unterstützung ihrer Familie ausnutzte, war ihre Stellung am Hof bald unbedeutend geworden. Als daher Johan III. am 17. November 1592 starb, versuchte Herzog Karl ihre von ihrem Gemahl vorgesehenen Einkünfte in jeder Weise streitig zu machen. Die Auseinandersetzungen zwischen Herzog Karl und Königin Gunilla setzten bis zu ihrem Tod am 25. Juni 1597 fort, als sie nach sechs Wochen Fieber auf ihrem Schloss Bråborg starb. Und sie führten letztendlich auch dazu, dass Königin Gunilla erst sechs Monate nach ihrem Tod, nämlich am 21. Januar 1598, in der Domkirche in Uppsala beerdigt wurde.


21. Januar 1829: Oscar II. will die Macht des Königs retten 
21. Januar 1893: Gunnar Mascoll Silfverstolpe, der intime Alltagsdichter Schwedens
21. Januar 1972: Rickard Falkvinge, der Gründer der schwedischen Piratenpartei
21. Januar 2002: Der Tod von Fadime Sahindal bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin