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Mittwoch, 27. Februar 2019

Der Reichsantiquar und Historiker Johan Gustaf Liljegren

Johan Gustaf Liljegren wurde am 27. Februar 1791 als Sohn eines Gutsbesitzers in Fryele im Småland geboren und schrieb sich 1811, nach seinem Schulgang in Växjö, an der Universität Lund ein um dort Philosophie zu studieren. Liljegren begann 1818 an der Königlichen Bibliothek zu arbeiten und machte dann im Laufe der Jahre als Amtsmann eine Karriere, die ihn 1835 bis zum Reichsrat des Reichsarchivs führte. Liljegren zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er Archive organisierte und sich in diesem Rahmen auf historische Dokumente stützte, die auch die Basis für einige seiner Veröffentlichungen wurden.

Johan Gustaf Liljegren, der ab 1826 als Reichsantiquar tätig war, veröffentlichte 1829 sein erstes Werk, das Svensk Diplomatarium, eine Sammlung mittelalterlicher Texte, die bis heute eine bedeutende Rolle in der Geschichtsforschung spielen, da Liljegren auf die chronologische Ordnung der Dokumente größten Wert legte. Im gleichen Stil veröffentlichte Liljegren 1832 eine Runenlehre und ein Jahr später das Werk Run-urkunder, in dem alle damals bekannten nordischen Runeninschriften aufgenommen wurden, ein Werk, das geradezu als die Bibel der Runeninschriften gelten kann, auch wenn das Werk nicht vollständig ist und einige der genannten Runeninschriften mittlerweile verloren gingen.

Auch wenn Johan Gustaf Liljegren eine immense schriftliche Inventurarbeit leistete und auch archäologische Ausgrabungen in Birka und Visby in die Wege leitete, so blieben seine Verdienste innerhalb der Geschichtswissenschaft und Archäologie beschränkt, denn Liljegren konnte schriftliches Material sammeln und einordnen, aber er war nicht in der Lage Fundstücke in der gleichen Weise zu präsentieren und zu dokumentieren, und er war, trotz seines hohen Amtes, nicht in der Lage die ausgearbeiteten Texte und Dokumente in verständlicher Form zu präsentieren. Alle Schriftstücke Liljegrens, der am 2. Juni 1837 in Stockholm starb, mussten von Helfern umgeschrieben werden, was zu jener Zeit extrem ungewöhnlich war.


27. Februar 1477: Der schwedische Erzbischof Jakob Ulvsson
27. Februar 1705: Der schwedische Naturwissenschaftler Peter Artedi
27. Fabruar 1793: Elise Frösslind, Opernsängerin und Schauspielerin
27. Februar 1862: Die schwedische Textilkünstlerin Agnes Branting
27. Februar 1869: Der Göta Kanal, vom Lastverkehr zum Tourismus
27. Februar 1921: Willy Kyrklund und die existentielle philosophische Literatur Schwedens
27. Februar 1953: Gustaf Hellström und das gesellschaftliche Leben in Kristianstad
27. Februar 1974: Der König Schwedens wird politisch entmachtet
27. Februar 1981: Die Eisenhütte Domnarvet bei Borlänge in der Krise
27. Februar 1984: Die schwedische Fußballspielerin Lotta Schelin 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Januar 2019

Der Archäologe und Forscher Hjalmar Stolpe

Als Hjalmar Stolpe am 27. Januar 1905 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, ging er zwar als einer der bedeutendsten Archäologen seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, aber er nahm auch einige seiner Geheimnisse mit ins Grab, trotz der zahlreichen Aufzeichnungen und Plänen, die der Wissenschaftler hinterließ. Denn bis heute konnte nicht nachgewiesen an welchen Stellen Stolpe auf Björkö nach den ältesten Ansiedlungen suchte, die sich durch die sogenannte schwarze Erde auszeichnen.

Hjalmar Stolpe kam am 23. April 1841 als Sohn eines Beamten in Gävle zur Welt und studierte ab 1860 Zoologie, Botanik und Mineralogie an der Universität Uppsala. Bald nach seinem Studienabschluss im Jahre 1870 begann sich Stolpe für Björkö und Birka zu interessieren, allerdings nicht als Archäologe, sondern weil er dort ungewöhnlich viel Bernstein mit Einschließungen fand. Stolpe begann daher mit Ausgrabungen um zu erfahren, ob dort Bernstein auf natürliche Weise entstanden war, oder ob es sich dabei um eine Handelsware handelte. Bei dieser Arbeit stieß der Forscher auf eine ungeahnte Menge an historischen Funden, die er parallel zu seinen Arbeiten erkunden wollte und erhielt vom König die Genehmigung und die Mittel dort als Archäologe tätig zu werden. Stolpe wurde auf diese Weise einer der wichtigsten Archäologen auf den Spuren der Wikinger im Mälartal.

Noch während seiner Arbeiten auf Björkö tauchte dann der Gedanke auf in Stockholm ein Ethnographisches Museum zu schaffen, was den Forschungsdrang von Hjalmar Stolpe weckte, denn ab 1877 unternahm er dann eine große Menge an Forschungsreisen in die ganze Welt und sammelte dort das Basismaterial des heutigen Museums. Bei diesen Reisen halfen ihm auch seine archäologischen Erfahrungen, denn in Peru gelang es Stolpe auch ein altes Indiograb auszugraben und konnte einige Funde mit nach Schweden bringen. Diesen Reisen verdankte es Stolpe auch, dass er 1903 zum Intendant des drei Jahre vorher gegründeten Ethnographischen Museums wurde und den Professorentitel verliehen bekam.


27. Januar 1786: Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben
27. Januar 1808: Der schwedische Architekt Jonas Lidströmer 
27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. März 2018

Der Archäologe und Volksforscher John Nihlén

John Nihlén kam am 8. März 1901 als Sohn eines Lehrers in Kristinehamn zur Welt und machte nach privatem Unterricht 1919 sein Abitur. Ein Jahr später schrieb sich Nihlén an der Universität Uppsala ein um dort Archäologie zu studieren. Nach seiner Disputation im Jahre 1927 unternahm Nihlén mehrere archäologische Untersuchungen auf Gotland, seinem Spezialgebiet. Bereits bei seiner Abschlussarbeit an der Universität hatte der Archäologe die Ansiedlungen aus der Steinzeit auf Gotland zum Thema, und zeigte dabei seine wissenschaftliche Eigenheit, sich nämlich nicht auf eine Richtung festlegen zu lassen, sondern bei seinen Forschungen Informationen aus allen Wissensbereichen einzubeziehen.

Kein anderer Archäologe Schwedens lieferte so viel Material über Gotland wie John Nihlén, denn auf der Suche nach archäologischen Werten setzte er, nach Einführungskursen, nahezu die gesamte Bevölkerung Gotlands ein, die ihm jede Kleinigkeit berichten sollte. Dank Nihlén wurde es möglich die Geschichte Gotlands bis zur Zeit der Völkerwanderung zurückzuverfolgen, wobei der Forscher auch ein sehr ausführliches Kartenmaterial und mehrere Bücher zum Thema hinterließ. John Nihlén zeichnete sich auch dadurch aus, dass er historische Bauten Gotlands so weit wie nur möglich rekonstituierte, da der Archäologe davon ausging, dass die Mehrheit der Bevölkerung dadurch einen besseren Zugang zur Geschichte finden kann.

Das zweite große Interesse von John Nihlén galt der Geschichte der Eisenherstellung in Schweden, was im Grunde mit einem Besuch in der Eisenhütte Laxå bruk in den 20er Jahren begonnen hatte. In Fragen der Eisenherstellung forschte Nihlén insbesondere auf Gotland und im Småland, wobei er jedoch nicht an einzelnen Eisenhütten interessiert war, sondern die Eisenherstellung in Regionen zusammenstellte um Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Orten und der verschiedenen Methoden der Eisenherstellung übergreifend erfassen zu können. Auf diese Weise gelang es Nihlén zu beweisen, dass die Eisenherstellung in Schweden bis zum Mittelalter zurückreicht, ein Ergebnis, das andere Forscher erst Jahre später bestätigen konnten. Ab den 70er Jahren interessierte sich John Nihlén, der am 26. März 1983 in Lund starb, vor allem für Energie- und Umweltprobleme.


Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. August 2015

Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums

Als Bror Emil Hildebrand am 30. August 1884 in Stockholm starb, ging er aus mehreren Gründen in die Geschichte ein, denn zum einen war er der Gründer des Historischen Museums, zum anderen hatte er als Archäologe als erster Ausgrabungen an den Königshügeln in Uppsala unternommen. So nebenbei hatte Hildebrand dann auch noch das Dreiperiodensystem in Schweden eingeführt, die Sphragistik zu einer wissenschaftlichen Forschung erhoben und die Zeitschrift Antikvarisk tidskrift gegründet.

Bror Emil Hildebrand war am 22. Februar 1806 in Madesjö im Småland zur Welt gekommen und begann nach seiner Hochschulreife ein Studium der Theologie an der Universität Lund, stellte jedoch sehr schnell fest, dass seine Interessen zur Geschichtswissenschaft neigten, was dazu führte, dass er bald auf diesen Zweig umstieg. 1826 schloss Hildebrand sein Studium mit einem Magister in Philosophie ab und begann eine wissenschaftliche Karriere, die ihn, beim Tod von Hans Järta, sogar für einige Zeit das Amt de Reichsarchivars einbrachte.

Dass Bror Emil Hildebrand in die Geschichte einging, verdankte er ausschließlich seinen persönlichen Leistungen, denn seine extrem konservative Einstellung brachte ihm wenig Freunde und sein Pessimismus und die Depressionen im Winterhalbjahr machten ihn zu einem wenig geliebten Mitarbeiter und Vorgesetzten. Hildebrand forderte auf der einen Seite Höchstleistungen von allen Mitarbeitern, vertraute jedoch Zeit seines Lebens nur sehr wenigen Menschen. Letztendlich ernannte er auch seinen Sohn zum Nachfolger, was natürlich sehr viel Kritik herausforderte.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg
30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
30. August 1795: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III. 
30. August 1884: The Svedberg und ein Nobelpreis in Chemie
30. August 1888: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
30. August 1915: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. August 2015

Die schwedische Sängerin Cajsa-Stina Åkerström

Cajsa-Stina Åkerström wurde am 16. August 1967 als Tochter des Troubadours Fred Åkerström geboren, der seiner Tochter den Vornamen nach Fredman första epistel des Dichters Carl Michael Bellmann gab, was sehr viel über den Vater der Sängerin aussagt. Mit 13 begann Åkerström  an der Seite ihres Vaters aufzutreten, was allerdings dazu führte, dass die Sängerin nach dem Tod des Vaters im Jahre 1985 die Musik in die Schublade steckte und in Lund Archäologie studierte, denn Musik war für die junge Künstlerin auch mit Alkohol, langen Abenden in den Kneipen und dem sehr exzentrischen Auftreten ihres Vaters verbunden.

Aber auch wenn Cajsa-Stina Åkerström den Alkohol vermeiden konnte, so konnte sie sich kaum von der Musik lösen, denn als sie in Kalmar als Archäologin arbeitete, hatte sie Kontakt zu einem Reporter, der sie 1991 bat an einem Radioprogramm teilzunehmen. Zum ersten Mal präsentierte die Sängerin nun ihre eigenen Lieder, die beim Publikum sehr gut ankamen. Bald schon kam für Åkerström die Archäologie an zweiter Stelle und 1994 präsentierte sie ihr erstes Album CajsaStina mit dem Erfolgshit Fråga stjärnorna, das an Anhieb einschlug, 130.000 mal verkauft wurde und zu einer Tournee mit Magnus Uggla, Orust und Just D. führte. Nur zwei Jahre später kam ihr zweites Album Klädd för att gå und, parallel dazu, begann die Sängerin, als Verfasserin von Texten, eine Zusammenarbeite mit Lill Lindfors, Åsa Jinder und anderen bekannten Künstlern.

Im Jahre 1998 kam für Cajsa Stina Åkerström erneut eine Pause als Sängerin, denn die Angst vor der Bühne und vor anderen Menschen war so groß geworden, dass sie einige Jahre an sich arbeiteten musste um dieses Problem wieder zu überwinden. Erst 2002 kam dann erneut ein Album der Sängerin, das sie Picknick nannte und, unter anderem, den Song Himmel över dig enthält und von ihrem eigenen Label produziert wurde. Nach mehreren weiteren Alben nahm Åkerström 2014 mit dem eigenen Sång En enkel sång erstmals an der Vorausscheidung des Eurovision Song Contests teil, kam allerdings nicht ins Finale,auch wenn ihr Lied anschließend einen bedeutenden Erfolg aufweisen konnte.


16. August 1537: Anna von Österreich wird Königin in Schweden
16. August 1740: Der Landesverräter Göran Magnus Sprengtporten
16. August 1912: Fingerabdrücke als Beweismittel in Schweden
16. August 1921: Hans Asplund, der Architekt des Brutalismus
16. August 1958: Steve Sem-Sandberg, der Autor der offenen Fragen
16. August 1989: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 22. Februar 2014

Bror Emil Hildebrand, der Gründer des Historischen Museums

Bror Emil Hildebrand wurde am 22. Februar 1806 in Madesjö im Småland geboren und hatte sich im Grunde dazu entschlossen die Laufbahn eines Priesters zu ergreifen, denn 1820 schrieb er sich im Alter von 14 Jahren in der theologischen Fakultät der Universität Lund ein. Sehr schnell erkannte Hildebrand jedoch, dass Religionswissenschaft nicht seinen wahren Interessen entsprach und er ging zur Geschichtswissenschaft über, machte 1826 den Magister in Philosophie und nur drei Jahre später wurde er Dozent für Numismatik. Im Jahre 1831 nahm der Wissenschaftler dann eine Stelle beim Münzkabinett in Stockholm an und wenig später wurde er, unter Hans Järta, Kanzleiangestellter im Reichsarchiv.

Die Geschichtsinteressen von Bror Emil Hildebrand waren sehr weitgreifend, denn er begnügte sich nicht mit der rein wissenschaftlichen Laufbahn, der Archivierung von Material und seinen Publikationen, sondern er dehnte seine Aufgabe auch auf die praktische Archäologie aus und nahm an mehreren Ausgrabungen im Västergötland teil. Hildebrand war auch der erste Archäologe Schwedens, der sich an die Königshügel in Uppsala machte und dabei die Ausgrabungen des Hügel Odens leitete, der heute als Östhögen (Osthügel) bezeichnet wird. Erst die Ausgrabung des dritten Hügels übergab Hildebrand dann einem seiner Schüler, zumal nicht zu erwarten war, dass man dort einen wirklich bedeutenden Fund machen würde.

Neben seiner Tätigkeit auf dem Feld und der Lehre, machte sich Bror Emil Hildebrand vor allem verdient durch seinen Einsatz für die geschichtlichen Sammlungen Schwedens, denn 1846 konnte er Gelder einsammeln, die es ihm ermöglichten größere Räume für die historischen Sammlungen zu erhalten und acht Jahre später gelang es ihm sogar für das gesamte Museum einen Platz im Nationalmuseum zu erhalten. Da diese Sammlungen bereits unter Hildebrand immer umfangreicher wurden, war der Platz für die Abteilung „Historisches Museum“ dort jedoch bald zu eng und 1936 wurde der Traum des am 30. August 1884 verstorbenen Historikers erfüllt und die Sammlungen erhielten ein eigenes Gebäude, das Statens Historiska Museum in Stockholm.


22. Februar 1812: Die Künstlerin und Schriftstellerin Emily Nonnen
22. Februar 1832: Christina Charlotta Cederström, eine unveröffentlichte Dichterin 
22. Februar 1979: Umweltskandal in Skåne 
22. Februar 2011: Laila Westersund, eine Karriere mit bereits vier Jahren

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Februar 2014

Der Archäologe und Reichsantiquar Hans Hildebrand

Auch wenn sich Hans Olof Hildebrand vor allem für die schwedische Geschichte und die Entwicklung Schwedens interessierte, ging er bei seinem Tod am 2. Februar 1913 als einer der bedeutendsten Archäologen in die Geschichte ein, denn Hildebrand, der am 5. April 1842 in Stockholm geboren worden war, hatte die Archäologie mit einer bedeutenden neuen Methode bereichert, der sogenannten Typologie, oft auch als Typographie bezeichnet, also der Klassifikation von Objekten nach ihrer Form und ihrem Material, eine Einteilung, die die Archäologie vollständig revolutionierte.

Das Interesse für Archäologie, Numismatik und schwedische Geschichte wuchs bei Hans Hildebrand bereits während seines Studium an der Universität Uppsala ab 1860, denn bereits in dieser Zeit begann er während der Ferien im staatlichen historischen Museum zu arbeiten und nach seiner Promotion mit Auszeichnung im Jahre 1865 wurde Hildebrand in der königlichen Akademie für Geschichte angestellt um bereits ein Jahr später verantwortlicher Sekretär für die Herausgabe von Abhandlungen zur schwedischen Geschichte zu werden.

Das Gesamtwirken von Hans Hildebrand, der 1895 in die Svenska Akademin aufgenomen wurde, ist bis heute sehr schwer einzustufen, da der Wissenschaftler einer der produktivsten wissenschaftlichen Schriftsteller seiner Zeit war, der sich nahezu mit der gesamten Breite der Wissenschaft auseinandersetzte. Seine Abhandlungen und Werke gehen von der Archäologie und Geschichte bis zur Ethnographie, Sprachwissenschaft und Kunstgeschichte. Auch in diesem Rahmen war Hildebrand seiner Zeit weit voraus, denn bereits 1873 begann er, gemeinsam mit seinem Vater, Zeichnungen aus dem staatlichen Museum als Buch zu bearbeiten um damit die Sammlungen einer breiten Schicht zugänglich zu machen.


2. Februar 1250: König Erik Eriksson, der Lispelnde und Hinkende 
2. Februar 1854: August Bondeson, der Schriftsteller des Volkes 
2. Februar 1911: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
2. Februar 1948: Ture Sventon, der merkwürdigste Privatdetektiv Schwedens
2. Februar 1983: Carolina Klüft und der Siebenkampf
2. Februar 1987: Karin Söder, erste weibliche Vorsitzende einer schwedischen Partie

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 2. Januar 2013

Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse

Am 2. Januar 1926 starb der schwedische Botaniker Gustaf Lagerheim in Djursholm, ein Verwandter von Olof Celsius dem Älteren, dem Gründer der Bryologie und von Anders Celsius, der die Celsius-Skala einführte. Das Interesse für Botanik wurde ihm von seinem Vater und seinem Großvater vermittelt, was letztendlich dazu führte, dass Lagerheim in Uppsala Astronomie und Botanik studierte. Sein Hauptinteresse galt dabei der Mikrobiologie, Kenntnisse, die er bei Robert Koch in Berlin anschließend vervollständigte.

Nach Abschluss seiner Studien widmete sich Gustaf Lagerheim vor allem dem Erforschen von Pilzen und Algen und bald entwickelte sich der Wissenschaftler zu einem Spezialisten von Süßwasseralgen und parasitischen Pilzen. In diesem Rahmen entdeckte er, dass die Lebensmittelindustrie zahlreiche giftige Zusätze verwendete und durch den Zusatz von Algen und Pilzen auch Lebensmittel verfälschte, die dadurch gesundheitliche Schäden nach sich führen konnten.

Die wichtigste Entdeckung von Gustaf Lagerheim war jedoch die Pollenanalyse, die nicht nur ein bedeutender Schritt für die Botanik war, sondern auch in der Archäologie angewendet werden konnte. Interessant ist dabei, dass Pollen, die jahrtausendelang in Torf gelagert werden noch Auskünfte über die Entwicklungsgeschichte der Erde liefern können. Dank der Pollenanalyse ist es, unter anderem, möglich die Entwicklungsgeschichte der Wälder Europas von der Eiszeit bis heute zu verfolgen.


2. Januar 2000: Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 22. Juni 2012

Elfjähriger findet Menschen aus dem Mittelalter

Am 22. Juni 1936 machte der elfjährige Thure G. Johansson eine der bedeutendsten Entdeckungen des vorigen Jahrhunderts als er seinem Vater half ein Moorgebiet dafür vorzubereiten, dass Torf gestochen und getrocknet werden kann. Am Tag vor Mittsommer war Thure damit beschäftigt mit den Pferden das Moos an der vorgesehenen Stelle zu beseitigen, als sich in der Gerätschaft plötzlich ein größerer Gegenstand verhakte. Als Thure, der zuerst dachte, dass es sich um einen Sack handelte, den Gegenstand näher betrachtete, entdeckte er, dass es sich dabei um Skelettteile handelte.

Der Vater Thures informierte dann den Polizisten, der gleichzeitig Kirchendiener war, den Arzt und den zuständigen staatlichen Juristen, da er davon ausging, dass es sich bei dem Toten um einen jüngst Ermordeten handelt, was sich jedoch sehr schnell als Irrtum herausstellte, da der Arzt sehr bald erklärte, dass die Knochen sehr alt seien, auch wenn er das tatsächliche Alter nicht einmal schätzen konnte. Noch am Mittsommertag kam dann der Museumsdirektor aus Varberg an die Fundstelle und informierte dann, wegen der Bedeutung des Fundes, das Naturhistorische Museum in Stockholm, das wiederum unmittelbar Fachkräfte nach Varberg schickte.

Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen zeigten dann, dass Thure G. Johansson einen der bedeutendsten Funde des letzten Jahrhunderts gemacht hatte, da es sich bei dem Toten um einen maximal 35-jährigen Mann handelte, der vermutlich zu Beginn des 14. Jahrhunderts gelebt hatte und damals ermordet wurde. Da die Leiche im Moor lag, war es möglich den Bockstensmannen weitgehend zu restaurieren, insbesondere auch was seine Kleidung betraf, die im Moor kaum beschädigt wurde. Der restaurierte Bockstensmannen kann noch heute im Museum von Varberg besucht werden.


22. Juni 1622: Umeå, die schwedische Stadt der Birken 
22. Juni 1942: Die S/S Ada Gorthon sinkt vor Öland

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 11. November 2011

Gustav VI. Adolf, der König mit Interesse für Archäologie

Am 11. November 1882 wurde im Stockholmer Schloss der schwedische König Gustav VI. Adolf geboren, der von 1950 bis 1973 auf dem Thron saß und der erste König seit dem 17. Jahrhundert war, der nicht in Riddarsholmen in Stockholm begraben werden wollte, sondern in der königlichen Grabesstätte in Solna. Gustav VI. Adolf war auch der letzte schwedische König, der noch die Bezeichnung „Sveriges, Götes och Vendes konung“ trug, eine Bezeichnung, die bis zu König Gustav Vasa zurückreichte.

Gustav VI. Adolf hatte zwei besondere Interessen. Zum einen sammelte er chinesische Kunst, die heute im Ostasiatischen Museum in Stockholm betrachtet werden kann, und zum anderen hatte er einen guten Ruf als Amateurarchäologe, der es sich nicht nehmen ließ an mehreren Ausgrabungen in Italien, Griechenland und dem Vorderen Orient teilzunehmen. Nach mehreren Quellen soll Gustav VI. Adolf sogar schon als 16-jähriger an den Ausgrabungen am Tullgarns Schloss teilgenommen haben.

Gustav VI. Adolf, der während der Regierungskrise im Jahre 1957 ein einziges Mal in das politische Geschehen des Landes eingriff, kann auch in einem unterhaltenden Film gesehen werden, denn er spielte 1962 in „Nils Holgerssons underbara Resa“, dem bekanntesten Buch von Selma Lagerlöf, sich selbst. Gustav VI. Adolf starb am 21. August 1973 an Lungenentzündung in Helsingborg. Sein Nachfolger wurde der heutige König Schwedens, Carl XVI Gustaf.

11. November: Der Tag der Schokolade (Chokladens Dag) in Schweden
11. November 1887: Anton Nilson, ein Held als Verbrecher 

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg