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Samstag, 6. April 2019

Der Sprachforscher Bengt Ivar Hesselman

Bengt Ivar Hesselman kam am 21. Dezember 1875 als Sohn eines Fabrikanten in Stockholm zur Welt und schrieb sich 1893, nach seiner Hochschulreife, an der Universität Uppsala ein um dort nordische Sprachen zu studieren. Bereits während seiner Studienzeit beschäftigte sich Hesselman mit den verschiedenen Dialekten Schwedens und der Herkunft von Ortsnamen. Seine späteren Veröffentlichungen zu diesen Themen sollen ein bedeutender Beitrag zur Sprachforschung werden und sind bis heute großteils gültig.

Mit der Erforschung zum Beginn einer schwedischen Reichssprache, konnte Bengt Ivar Hesselman nachweisen, dass es erst ab dem 17. Jahrhundert zur Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache kam und alle vorhergehenden Lexika von dialektalen Ausdrücken geprägt waren. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts legte Hesselman damit eine Grundlage für die Entwicklung eines modernen Schwedisch, was sich auch bei den folgenden Ausbildungsreformen deutlich zeigte. Hesselman ging damit den Weg der Svenska Akademien, die eine offizielle Hochsprache in Schweden anstrebt.

In den 30er Jahren begann sich Bengt Ivar Hesselman, der am 6. April 1952 starb, mit der Sprachentwicklung im nordischen Raum zu beschäftigen und versuchte Geschichte, Kulturgeschichte und Sprachgeschichte von der Zeit der Wikinger bis heute zu verbinden und zu erklären. Diese, von heutiger Warte, sehr konservative Sprachforschung führte auch dazu, dass Hesselman 1935 in die Svenska Akademien aufgenommen wurde, auch wenn seine Ergebnisse in diesem Rahmen mehr unter nationalistischer Sicht gesehen werden müssen als innerhalb einer modernen Sprachforschung.


6. April 1664: Arvid Horn, der heimliche Regent Schwedens
6. April 1827: Frithiof Grafström und das Dilemma zum Skalden gezwungen zu sein 
6. April 1847: Hans Järta, revolutionäre Schriften und die Wandlung
6. April 1864: Die Stadt Ronneby brennt ab und ändert den Stadtplan
6. April 1888: Dan Andersson, zwischen Arbeitergedichten und Wildmark
6. April 1944: Die Schriftstellerin Viveca Lärn
6. April 1950: Christer Sjögren, von der Tanzband zum schwedischen Schlager
6. April 1962: Eva Mobergs Buch Kvinnor och Människor
6. April 1974: Die schwedische Gruppe Abba erobert die Welt 
6. April 1977: Sara Svensson, die religiöse Mörderin Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 27. Januar 2019

Der Archäologe und Forscher Hjalmar Stolpe

Als Hjalmar Stolpe am 27. Januar 1905 im Alter von 63 Jahren in Stockholm starb, ging er zwar als einer der bedeutendsten Archäologen seiner Zeit in die schwedische Geschichte ein, aber er nahm auch einige seiner Geheimnisse mit ins Grab, trotz der zahlreichen Aufzeichnungen und Plänen, die der Wissenschaftler hinterließ. Denn bis heute konnte nicht nachgewiesen an welchen Stellen Stolpe auf Björkö nach den ältesten Ansiedlungen suchte, die sich durch die sogenannte schwarze Erde auszeichnen.

Hjalmar Stolpe kam am 23. April 1841 als Sohn eines Beamten in Gävle zur Welt und studierte ab 1860 Zoologie, Botanik und Mineralogie an der Universität Uppsala. Bald nach seinem Studienabschluss im Jahre 1870 begann sich Stolpe für Björkö und Birka zu interessieren, allerdings nicht als Archäologe, sondern weil er dort ungewöhnlich viel Bernstein mit Einschließungen fand. Stolpe begann daher mit Ausgrabungen um zu erfahren, ob dort Bernstein auf natürliche Weise entstanden war, oder ob es sich dabei um eine Handelsware handelte. Bei dieser Arbeit stieß der Forscher auf eine ungeahnte Menge an historischen Funden, die er parallel zu seinen Arbeiten erkunden wollte und erhielt vom König die Genehmigung und die Mittel dort als Archäologe tätig zu werden. Stolpe wurde auf diese Weise einer der wichtigsten Archäologen auf den Spuren der Wikinger im Mälartal.

Noch während seiner Arbeiten auf Björkö tauchte dann der Gedanke auf in Stockholm ein Ethnographisches Museum zu schaffen, was den Forschungsdrang von Hjalmar Stolpe weckte, denn ab 1877 unternahm er dann eine große Menge an Forschungsreisen in die ganze Welt und sammelte dort das Basismaterial des heutigen Museums. Bei diesen Reisen halfen ihm auch seine archäologischen Erfahrungen, denn in Peru gelang es Stolpe auch ein altes Indiograb auszugraben und konnte einige Funde mit nach Schweden bringen. Diesen Reisen verdankte es Stolpe auch, dass er 1903 zum Intendant des drei Jahre vorher gegründeten Ethnographischen Museums wurde und den Professorentitel verliehen bekam.


27. Januar 1786: Der Kanzleipräsident und Politiker Joachim von Düben
27. Januar 1808: Der schwedische Architekt Jonas Lidströmer 
27. Januar 1875: Das Svenska Teatern in Stockholm
27. Januar 1880: Der schwedische Künstler Frank Heyman
27. Januar 1937: Fred Åkerström, ein schwedischer Troubadour
27. Januar 1947: Björn Afzelius und politische Kritik
27. Januar 1959: Der schwedische Politiker Göran Hägglund
27. Januar 1977: Dagmar Hagelin verschwindet in Buenos Aires spurlos
27. Januar 2004: Ingrid Thulin, von Sollefteå nach Hollywood

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. November 2016

Der Gustav Adolfsdagen in Schweden

Nur einigen wenigen Königen Schwedens ist es gelungen so lebendig in den Köpfen der schwedische Bevölkerung zu bleiben wie Gustav Vasa und Gustav II. Adolf, denn um beide legendären Könige wurde geradezu ein Kult geschaffen, den Nicht-Schweden nur schwer nachvollziehen können. Gustav II. Adolf, der am 6. November 1632 bei der Schlacht in Lützen getötet wurde, erhielt nicht nur einen eigenen Jahrestag an dem auch die schwedische Flagge gehisst wird, sondern an seinem Todestag, und nur an diesem Tag, wird auch in fast ganz Schweden ein Backwerk mit seiner Silhouette verkauft, das an diesem Tag sicher eine Million mal über den Ladentisch der Konditoreien geht.


Der Gustav Adolfsdagen wurde in Schweden am 6. November 1832 erstmals gefeiert, da sich der Todestag zum 200. mal jährte. Sicher kann man sich fragen, warum gerade ein König, der in ganz Europa Schrecken verbreitete, diese große Ehre bekam, aber um dies zu verstehen, muss man nur die Kulturgeschichte Schwedens des 19. Jahrhunderts betrachten, denn in diesem Jahrhundert sah sich Schweden als Großmacht und Großreich, das seinen Ausgangspunkt bei den Wikingern und den alten nordischen Göttern suchte. Gustav II. Adolf war genau in diesem Bestreben sehr aktiv gewesen und im 19. Jahrhundert wollte man nichts mehr als diese Zeit wieder neu aufleben lassen, was sogar zu einem eigenen architektonischen Stil in Schweden führte.

Der Gustav Adolfsdagen wird insbesondere in Göteborg und Uppsala sehr groß begangen, denn Gustav II. Adolf hatte Göteborg gegründet und der Universität Uppsala sehr bedeutende Summen geschenkt, aber auch in Stockholm, und selbst in Finnland, und in nahezu allen Städten Schwedens denkt man an diesem Tag an den König. Während man an der gehissten Flagge vielleicht noch unbemerkt vorbeigehen kann, so kann man das Backwerk Gustav Adolfsbakelse auf keinen Fall übersehen, denn auch wenn das Gebäck Anfang des 20. Jahrhundert in Göteborg erstmals verkauft wurde, so findet man heute eine der Versionen in ganz Schweden. Und jedes Backwerk ist mit einer Silhouette des Königs in Schokolade oder Marzipan verziert.


6. November 1632: Gustav II. Adolf, König von Schweden
6. November 1853: Der schwedische Philosoph Samuel Grubbe
6. November 1894: Der schwedische Künstler Axel Fridell
6. November 1907: Gustav Jonsson und das Kinderdorf Skå
6. November 1926: Der schwedische Ministerpräsident Carl Swartz
6. November 1962: Örnulf Tigerstedt und die rechte schwedische Literatur Finnlands
6. November 1964: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
6. November 2011: Der schwedische Architekt Carl Nyrén

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Montag, 24. Oktober 2016

Die Lidingöbrücke als Verbindung zwischen Stockholm und Lidingö

Die Insel Lidingö war bereits zur Zeit der Wikinger bewohnt, später kam die Landwirtschaft und ab 1775 begannen reiche Bürger Stockholms dort Häuser zu kaufen und zu bauen. Diese Entwicklung führte auch dazu dass der Ruf nach einer Lidingöbrücke (Lidingöbro) zwischen Stockholm und Lidingö laut wurde. Die erste schwimmende Brücke war dann bereits 1803 fertiggestellt und war mit einer Länge von 800 Metern eine der längsten schwimmenden Brücken weltweit. Auch wenn der Transport von Waren und landwirtschaftlichen Gütern damit verbessert wurde, so zeigten sich auch die Nachteile einer schwimmenden Brücke im Norden Europas, denn die Brücke, die auch immer wieder für die Schiffahrt geöffnet werden musste, wurde durch Stürme, Treibeis und Unwetter immer wieder sehr stark beschädigt und im 20. Jahrhundert war es unausweichlich an eine neue und stabilere Lösung zu denken.

¨Dieser ersten Brücke sollten noch mehrere Brücken folgen bis Anfang des 20. Jahrhunderts eine stabile Brücke entstand, die vierte feste Verbindung zwischen Lidingö und dem Norden Stockholms, die auch für eine Straßenbahnverbindung gedacht war und dem regen Automobilverkehr des nächsten Jahrhunderts gerecht werden sollte. Schon rund 50 Jahre später war klar, dass der Verkehr weitaus mehr anstieg als geplant und die Bevölkerung auf Lidingö ein sehr bedeutendes Wachstum aufwies. 1963 entschieden sich daher Stockholm und Lidingö eine neue, noch stabilere und weitaus breitere Lidingöbrücke zu bauen. Heute ist die sogenannte "alte Lidingöbrücke" für den Autoverkehr gesperrt und kann nur noch von Fußgängern, Radfahrern und Mopedfahrern benutzt werden, neben der Lidingöbanan, einer Straßenbahnlinie, die das südliche Lidingö mit Stockholm verbindet.

Nur fünf Jahre nach der Entscheidung eine neue Lidingöbücke zu bauen, begannen die Arbeiten und am 24. Oktober 1971 wurde die fünfte und bisher stabilste Brücke zwischen Stockholm und Lidingö eingeweiht, eine Brücke, die tief im bergigen Grund am Meeresboden verankert ist und insgesamt 997 Meter lang ist. Während jedoch die früheren Brücken immer zu knapp bemessen wurden, wurde die neue Lidingöbrücke überdimensioniert, da man davon ausging dass sich der Verkehr im gleichen Rhythmus weiterentwickeln würde als während der 60er Jahre. Aus diesem Grund führen in jede der beiden Richtungen drei Spuren, die lediglich während des Berufsverkehrs mehr oder weniger ausgelastet werden.


24. Oktober 1719: Jacob Gadolin, Wissenschaftler, Bischof und Politiker
24. Oktober 1746: Die vielseitige Karriere des Eric Ruuth
24. Oktober 1858: Die schwedische Hofdame Ebba Munck af Fulkila
24. Oktober 1998: Der Datenschutz in Schweden
24. Oktober 2004: Der Södra Länken in Stockholm und der Stadtverkehr
24. Oktober 2011: Das Flößermuseum Siljansfors bei Mora 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 17. August 2015

Nya Lödöse, ein Vorläufer der Stadt Göteborg

Wenn man heute durch den Göteborger Stadtteil Gamlestaden (Altstadt) geht, so findet man, außer einigen wenigen Grabsteinen, kaum noch ein Zeichen einer Altstadt, trotz seines Namens. Und nur Eingeweihte wissen heute, dass sich hier einst die Stadt Nya Lödöse befand, die am 17. August 1473 ihre Stadtrechte bekam, ursprünglich Göthaholm heißen sollte und einer der Vorläufer der heutigen Stadt Göteborg war, die um diese Zeit noch überwiegend ein Sumpfgebiet war und kaum für eine Besiedelung geeignet schien. Bei Ausgrabungen konnten keine Zeichen mehr das frühere Kloster entdeckt werden und die letzte Kirche Nya Lödöses wurde 1993 abgerissen.

Wie später auch Göteborg, so war Nya Lödöse eine Stadt, die aus strategischen Gründen entstanden war und das frühere Lödöse ersetzte, das zwar zur der Zeit der Wikinger eine große Rolle spielte, jedoch im 15. Jahrhundert den Feinden zu sehr ausgesetzt war um überleben zu können. Im Jahre 1526 entzog daher Gustav Vasa Lödöse die Stadtprivilegien und betonte, das nun Nya Lödöse als wichtige Handelsstadt befestigt werden müsse. Da die Befestigung sich jedoch verzögerte, wollte der König 1542 die neue Stadt zum Schloss Älvsborg verlegen, aber musste, auf Grund der Dackefejden, dann auf diesen Schritt vorerst verzichten.

Als Gustav Vasa denn 1547 den Umzug durchsetzen konnte und die Stadt Älvsborg zu Füssen des gleichnamigen Schlosses entstand, sollte dies jedoch nur von kurzer Dauer sein, denn bereits 1563 zerstörten die Dänen diese neue Stadt und die Bewohner konnten zurück nach Nya Lödöse ziehen. 1612 nahm dann der dänische König Kristian IV. auch Nya Lödöse ein und ließ die gesamte Stadt abbrennen. Erneut war eine Verlegung der Stadt geplant, wobei erst Alingsås in Diskussion stand, dann erneut Älvsborg, bis Gustav II. Adolf schließlich das heutige Zentrum Göteborgs, die Stadt innerhalb des Wallgrabens, gründete. Nur drei Jahre nachdem Göteborg die Stadtprivilegien erhalten hatte, zwang der König dann alle Bewohner aus Nya Lödöse in seine neue und stark befestigte Stadt umzuziehen. In diesem Rahmen ließ der König auch die alte Stadt abbrennen.


17. August 1605: Die Schlacht bei Kirkholm und ein Verlust ohne Folgen
17. August 1801: Fredrika Bremer, ein Pionier der schwedischen Frauenbewegung
17. August 1850: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Kinderbücher aus Nordschweden
17. August 1908: Laura Fitinghoff, Literatur gegen Schundliteratur
17. August 1947: Prinz Eugen von Schweden und die Kunst
17. August 1995: Der Mord an John Hron bewegt Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 13. August 2015

Die Forsby kyrka bei Skövde

Nur etwa sechs Kilometer von Skövde entfernt findet man die Forsby kyrka (Kirche von Forsby), die älteste datierte Kirche Schwedens, denn hier findet man sehr deutlich die Inschrift  XIII KL AUG DED MCXXXV ANN, was bedeutet, dass diese Kirche am 13. August 1135 eingeweiht wurde und damit vermutlich auch eine wichtige Rolle in der Christianisierung Schwedens spielte. Natürlich kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Mönche, die die Schweden um diese Zeit zum „wahren Glauben“ bringen wollten, nicht schon vorher Kapellen oder auch Kirchen bauten, aber es gibt hierfür keinerlei Beweise und Skara, das nicht weit entfernt von der Forsby kyrka liegt, spielte um in dieser Epoche ein sehr wichtige Rolle für die Christianisierung des Landes.

Die Forsby kyrka ist jedoch nicht nur wegen ihres Alters von großer Bedeutung, sondern auch deswegen, weil sie auf einem Grabhügel der Eisenzeit gebaut wurde und hier bei Ausgrabungen im Jahre 2002 eine mittelalterliche Kalkbrennerei entdeckt wurde. Hinzu kommt, dass man in der Nähe der Kirche auch die zwei einzigen husabyar Västergötlands findet, also Königshöfe, die man sonst vor allem im Mälartal sieht. Dies lässt darauf schließen, dass die Umgebung der Kirche bereits zur Zeit der Wikinger ein wichtiges Machtzentrum mit einem bedeutenden Markt war. Weitere Ausgrabungen könnten daher zusätzliche Erkenntnisse bringen und Teile des schwedischen Geschichtsbilds verändern.

Die Bauweise der turmlosen Forsby kyrka zeigt deutliche Einflüsse der romanischen Bauweise Skånes (Schonen), auch wenn die Kirche mittlerweile mehrmals renoviert und teilweise umgebaut wurde. Dass die Kirche von Forsby erhalten blieb, gilt nahezu als Wunder, da sie als katholisches Zentrum während der Reformation unter Gustav Vasa nicht mehr benutzt werden durfte und sich daher nahezu bald darauf in eine Ruine verwandelte und erst im 17. Jahrhundert wieder instand gesetzt wurde. Auch der daneben stehende Glockenturm und das nahe Vorratsgebäude der damaligen Gemeinde entstanden erst im 17. Jahrhundert. Zu den interessantesten Inventaren der Forsby kyrka gehört ein kleines Madonnengemälde, das aus dem frühen Mittelalter stammt. Die beeindruckende Deckengemälde der Kirche verdankt man dem Künstler Johan Risberg, der 1745 ursprünglich fünf davon malte, aber da die Darstellung der Hölle so erschreckend war, dass die Gläubigen die Kirche nicht mehr betreten wollten, wurde diese letzte Malerei wieder entfernt.


13. August 1645: Der Frieden von Brömsebro unter Königin Kristina
13. August 1814: Das Nordlicht und Anders Jonas Ångström
13. August 1824: Der schwedische Uhrmacher Victor Kullberg
13. August 1833: Elias Wilhelm Rudas Weg zur Literatur
13. August 1840: Frans Hodell, Schauspieler und Schriftsteller
13. August 1889: Bertil Malmberg und die göttliche Lyrik
13. August 1905: Norwegen entscheidet sich gegen eine Union mit Schweden
13. August 1970: Lisa Nilsson, zwischen Jazz, Pop und schwedischer Volksmusik

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 12. Juni 2015

Sankt Eskil, der Schutzheilige des Södermannlands

Auch wenn der Vorname Eskil, der am 12. Juni jeden Jahres gefeiert wird, nicht zu den Modenamen Schwedens gehört, so ist er weit verbreitet und hat eine lange nordische Geschichte, so dass er sogar als ursprünglich nordischer Name gilt, obwohl die Geschichte des Namens nach England führt, da der Mönch Eskil zur Blütezeit der Wikinger, gemeinsam mit dem legendären Sankt Sigfrid, nach Schweden kam und den Auftrag hatte das Södermanland vom heidnischen Glauben zum wahren Glauben zu führen, dem Katholizismus. Wie auch Mönch Sigfrid, so kam Eskil auf Einladung des christianisierten Königs Inge der Ältere nach Schweden, vermutlich im Glauben, dass der König mehr Macht in Schweden hatte als tatsächlich der Fall war.

Die Geschichte des Heiligen Eskils ist nur in Form von Legenden bekannt, denn seine Name taucht erstmals nach 1120 in der Legende um Knut den Heiligen auf, über 40 Jahre nach dem Tod des Apostels des Södermanlands, und seine Biografie wurde sogar erst rund 200 Jahre später, vermutlich von Bischof Brynolf Algotsson, im Eskilsofficium aufgezeichnet. Der Wahrheitsgehalt der Legende um Eskil muss daher mit gewisser Vorsicht betrachtet werden, da die Mönche und Bischöfe jener Zeit sehr viel mit Wundern arbeiteten um die sogenannten Heiden davon zu überzeugen, dass ihr Gott mächtiger sei als die heidnischen Götter.

Nach der Legende hatte Eskil große Fortschritte im Södermanland erreicht, aber als in Strängnäs erneut ein heidnisches Opferfest gefeiert werden sollte, reiste Eskil in den Ort um dort eine Strafpredigt zu halten. Als Eskil, umgeben von einer revoltierenden Volksmenge, Gott um Hilfe anrief, schickte dieser einen Sturm mit Schnee, Hagel und Regen, der den Opferplatz zerstörte und alle traf, außer Eskil selbst. Ein heidnischer Wahrsager verletzte anschließend den Heiligen am Kopf und schleppte ihn zum neuen König Blot-Sven, der Eskil zum Tode verurteilte. Als der Mönch dann zu seiner eigenen Kirche zur Beerdigung gebracht werden sollte, legte sich bei Eskilstuna ein dichter Nebel über die Gruppe und der Körper des Heiligen wurde so schwer, dass er nicht mehr weiter transportiert werden konnte. Aus diesem Grund wurde an dieser Stelle eine Kirche zu Ehren des Heiligen gebaut und die Stadt Eskilstuna entstand.


12. Juni 1550: Gustav Vasa gründet die Stadt Helsingfors (Helsinki)
12. Juni 1789: Die Schlacht bei Porrassalmi und Gustav III.
12. Juni 1912: Carl David af Wirsén und der Widerstand gegen moderne Literatur
12. Juni 1916: Ulla Isaksson und ein Blick in die Seele der Frau
12. Juni 1946: Kostenloses Schulessen in Schweden
12. Juni 1947: Rose Lagercrantz und das kritische Jugendbuch Schwedens
12. Juni 1979: Robin Carlsson, bekannt unter dem Künstlernamen Robyn

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 13. Dezember 2014

Lucientag und Lucienfest in Schweden

Der 13. Dezember jeden Jahres gehört in Schweden zu den wichtigsten Tagen des Jahres, auch wenn der Lucientag erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts in ganz Schweden zur Tradition wurde und erst 1973 die Zeitschrift Året Runt offiziell die Lucia des Jahres wählte. Man nimmt allgemein an, dass dieser Brauch in Westschweden oder im Värmland entstanden ist und von dort aus das Land erobert hat. Das was man heute als Lucienfest betrachtet, geht auf jeden Fall auf das Jahr 1927 zurück, als das Stockholms Dagblad in einem Wettbewerb Schwedens Lucia suchte. Die Belohnung war, dass die junge Frau mit einer elektrischen Lichterkrone auf dem Kopf in einem Umzug durch Stockholm ging. Ab dem 13. Dezember 1927 verbreiteten sich dann diese Wettbewerbe auch in anderen Teilen Schweden und jede junge Frau und jedes Mädchen träumte davon einmal die Lucia ihres Ortes zu sein.

Natürlich gab es den Lucientag als solches in Schweden nachweislich bereits im  18. Jahrhundert, allerdings in anderer Weise, denn die Reichen des Landes feierten diesen Tag mit einem reichhaltigem Essen und viel Alkohol und die Bauern verbanden diese Nacht mit der Macht übernatürlicher Wesen und waren überzeugt davon dass in dieser Nacht alle Tiere reden konnten. Dass der Lucientag, wenn auch nicht unter diesem Namen, als solches sogar schon ab dem 13. Jahrhundert eine besondere Bedeutung hatte, lag an der Zeitrechnung Schwedens, denn nach dem Julianischen Kalender jener Zeit fiel der Lucientag, also der 13. Dezember, auf den Wintersonnenstand, die längste Nacht des Jahres.

Die schwedische Lucia hat daher sehr wenig mit der Heiligen Lucia auf Sizilien zu tun, denn auch wenn der Name Lucia auf die Heilige zurückgeht, so war der Lucientag in Schweden eher beim Volksglauben der Wikinger zu suchen, die den Jahreszeiten und der Sonnenwende jeweils eine mystische Bedeutung gaben. Das heutige Lucienfest, das auch in allen Kindergärten und Schulen gefeiert wird, zeichnet sich im Grunde dadurch aus, dass eine jungen Frau oder ein Mädchen, die zur Lucia gewählt wurde, mit einem weißen Kleid, einem roten Band und einer Lichterkrone singend einen Umzug anführt. Der Lucia folgen zuerst weitere Frauen oder Mädchen, die tärnor (Luciajungfrauen). Nach diesen kommen die Sternsinger (stjärngossar), die Pfefferkuchenmännchen (pepparkaksgubbar) und schließlich noch die Wichte (tomtar), wobei alle im Umzug eine brennende Kerze tragen. Am Lucientag serviert man normalerweise Glögg, eine Art Glühwein, Pfefferkuchen und natürlich die Lussebullar, die auch Lussekatter genannt werden.


13. Dezember 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa
13. Dezember 1621: Katarina Stenbock und der schwedische König Gustav Vasa
13. Dezember 1638: Katarina Vasa und der Übergang in ein neues Königsgeschlecht
13. Dezember 1805: Der Schauspieler und Theaterdirektor Pierre Deland
13. Dezember 1810: Das Karolinska Institut in Solna bei Stockholm
13. Dezember 1881: Anders Österling, der Landschaftsdichter Skånes
13. Dezember 1939: Schweden bekommt eine Sammelregierung (samlingsregering)

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 9. September 2014

Die Seeschlacht bei Svolder, der bekannteste Kampf der Wikinger

Die Seeschlacht bei Svolder ist die am besten dokumentierte Schlacht der Wikinger, auch wenn sich die Aufzeichnungen zum Teil widersprechen, der Tag und der Ort der Schlacht nicht eindeutig bekannt sind und selbst der Anlass in gewissen Punkten sehr unterschiedlich geschildert wird. Geschichtswissenschaftler, die noch heute an den verschiedenen Theorien arbeiten, legen die Schlacht jrdoch mehrheitlich auf den 9. September 1000, können jedoch nach wie vor nicht sagen ob sich die Ereignisse eher bei Rügen, im Öresund oder aber bei Sjæland abspielten.

Einig ist man sich jedoch darüber dass die Schlacht tatsächlich stattfand und sich zwischen Norwegen, Dänemark und Schweden abspielte.Die tatsächliche Ursache der Schlacht bei Svolder findet man vermutlich bei der rücksichtslosen Christianisierung des Nordens durch den norwegischen König Olav Tryggvason, der in diesem Zusammenhang auch Ländereien der Dänen und der Schweden eroberte. Als Tryggvason dann die Erbschaft seiner Frau Tyra in Pommern eintreiben wollte, sahen der dänische König Sven Tveskägg, der schwedische König Olof Skötkonung und der norwegische Jarl Erik Håkansson, der sich gegen die Machausdehnung Tryggvasons auflehnte, ihre Chance und bereitetem dem norwegischen Machthaber einen Hinterhalt.

Auf Grund der immensen Übermacht der Feinde hatte Olav Tryggvason keine Chance und konnte sich nur kurze Zeit verteidigen. Nach allen Überlieferungen wurde das Schiff des Königs als letztes der vermutlich elf Fahrzeuge geentert. Das Schicksal des Königs ist allerdings unbekannt, denn nach Notitzen von Adam von Bremen beging er Selbstmord, nach einigen Sagen verschwand er durch einen Blitz und die isländischen Sagen berichten davon, dass er sich schwimmend retten konnte. Die Folgen dieser Schlacht waren indes, dass Norwegen unter den drei siegenden Königen aufgeteilt wurde und die Geschichte Norwegens damit eine bedeutende Wende nahm. Da die Schlacht bei Svolder erst rund 200 Jahre nach dem Ereignis erstmals aufgezeichnet wurde, wird sie allerdings auch weiterhin ihre Rätsel aufgeben.


9. September 1566: Der schwedische Admiral Klas Horn
9. September 1861: Der Innere Hafen ändert die Zukunft Karlstads
9. September 1912: Marianne Zetterström, die Autorin der wenigen Worte
9. September 1922: Arvid Nordquist, eine Erfolgsgeschichte Schwedens
9. September 1960: Jussi Björling, ein schwedischer Hofsänger
9. September 1962: Liza Marklund zwischen Politik und Kriminalroman
9. September 1962: Liza Marklund und die Revolte gegen die Buchlandschaft
9. September 1986: Die schwedische Liga der Maskierten

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Mai 2014

Knut der Heilige verleiht Helsingborg die Stadtrechte

Helsingborg zählt heute zu einer der ältesten Städten Schwedens, wobei archäologische Funde belegen, dass es im Raum der heutigen Stadt bereits während der Wikinger eine Siedlung gab. Erstmals schriftlich genannt wird Helsingborg im Jahr 1070, als der deutsche Bischof Adam von Bremen die Bewohner des Nordens als grausame Barbaren beschrieb, eine Meinung, die noch heute viele Gewchichtswissenschaftler übernehmen, jedoch nichts anderes als Vorurteile sind und dabei hilft die Wikinger als mörderische Piraten zu beschreiben.

Die Bedeutung Helsingborgs in der ältesten nordischen Geschichte beruht vermutlich bereits darauf, dass sich hier die engste Stelle des Öresund befindet und Helsingborg zu dieser Zeit fest in dänischer Hand war und ein schneller Zugang nötig war. Skåne, und damit auch Helsingborg, wurde erst mit dem Frieden von Roskilde im Jahre 1658 schwedisch. Genau genommen wurde Helsingborg daher von den Dänen und nicht von den Schweden gegründet. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die Stadtrechte, die schriftlich bis zum 21. Mai 1085 zurückreichen, vom dänischen König Knut dem Heiligen ausgefertigt wurden.

Knut der Heilige, auch als Knut IV. bezeichnet, gehörte zu jenen Königen, die von einem Grossdänemark träumten und daher als Kriegskönig bezeichnet werden kann. Dass Knut IV. heilig gesprochen wurde, beruht im Grunde nur darauf, dass seine Erben unmittelbar alles in die Wege setzten um den König nach seinem Tod unsterblich zu machen und ein unbekannter Mönch eine Legende verfasste, die den König zu einem Märtyrer machte. Wenn man in Schweden vom Knutdagen spricht, der jedes Jahr auf den 13. Januar fällt, so hat dies nichts mit dem Heiligen Knut zu tun, der vor allem von der römisch katholischen Kirche gefeiert wird, sondern man bezieht sich auf Knut Lavard, einen Neffen des Königs, der neben Olav dem Heiligen, einer der populärsten Personen des nordischen Mittelalters war.


21. Mai 1742: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
21. Mai 1751: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche Schwedens
21. Mai 1800: Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler
21. Mai 1894: Der schwedische Künstler Kurt Jungstedt
21. Mai 1949: Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person
21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen
21. Mai 2010: Die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 14. Juni 2012

Jan Fridegård, der Autor der modernen Klassik Schwedens

Am 14. Juni 1897 wurde Jan Fridegård, der mit vollem Namen Johan Fridolf Fridegård hieß, in Enköping-Nä im Uppland geboren, ein Autor, der in den 90er Jahren über sein Medium Mariana Stjerna aus dem Jenseits einige weitere Bücher veröffentlichen ließ. Mariana hatte mit dem verstorbenen Autor Kontakt bekommen und von ihm den Auftrag erhalten seine Erfahrungen aus dem Jenseits niederzuschreiben. Mariana Stjerna hat bisher sieben Bücher „nach dem Diktat“ von Jan Fridegård geschrieben.

Die Bücher, die Jan Fridegård während seines Lebens schrieb, sind alle von seinen eigenen Erfahrungen geprägt, insbesondere aus seiner Zeit als er Soldat war und wegen Diebstahls acht Monate im Gefängnis verbringen musste, wo er, wie er selbst sagte, der Gröbste unter den Groben sein musste, damit er überlebte. Diese acht Monate inspirierten den Autor zu seiner Trilogie „Jag Lars Hård“, „Tack för himlastegen“ und „Barmhärtighet“ mit der Hauptfigur Lars Hård. Bevor Jan Fridegård dann tatsächlich vom Schreiben leben konnte, versuchte er sich in den verschiedensten Berufen, jedoch ohne sonderlichen Erfolg, so dass er bisweilen selbst im Freien schlafen musste.

Die ersten Bücher von Jan Fridegård wurden vor allem wegen seiner sexuellen Freizügigkeit und den rohen Ausdrücken häufig kritisiert. Erst gegen Ende seines Lebens begannen Kritiker und Literaturwissenschaftler seine Werke mit neuen Augen zu betrachten und erklärten die Bücher des Autors zu modernen Klassikern der schwedischen Literatur. Jan Fridegård, der auch zwei Runensteine entdeckte, hatte eine gewisse Neigung zur Geschichte Schwedens, was sich auch deutlich an seiner Trilogie über den Trälen (Leibeigenen) Holme der Wikingerzeit ausdrückte, bei der man deutliche Parallele zwischen geschichtlicher und moderner Zeit entdecken kann. Jan Fridegård starb am 8. September 1968 in Uppsala.


14. Juni 1874: Das Grand Hotel in Stockholm entsteht
14. Juni 2001: EU-Gipfel in Göteborg mit Unruhen

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. Januar 2012

Die Stabkirche in Skaga wird durch einen Brand zerstört

Als am 2. Januar 2000 die Feuerwehr in Karlsborg ausrücken müsste, war eines der kulturhistorisch bedeutendsten Gebäude in Brand, nämlich die Stabkirche in Skaga, eine der seltensten Kirchen Schwedens, die zudem eine Geschichte hat, die bis zum 12. Jahrhundert zurückreicht. Da die gesamte Kirche aus Holz errichtet war und auf Holzpfeilern, den Stäben, ruhte, war die Kirche allerdings nicht zu retten. Die Stabkirche Skaga war jedoch nicht nur eine der seltensten Kirchen Schwedens, sondern auch die Kirche, um die die meisten Legenden kreisen.

Die erste Stabkirche Skaga wurde gegen 1137 auf einem alten Opferplatz der Wikinger errichtet. Nach einer alten Sage soll hier Skaga, die Tochter des Wikingerfürsten Ramunder auf dem Opferplatz eine Kirche für ihren Mann bauen lassen haben. Aber auch wenn dies nie bestätigt werden konnte, so ist sicher, dass an der Stelle der ursprünglichen Kirche in der vorchristlichen Zeit Opfer stattgefunden haben. Dies führte jedoch auch dazu, dass selbst Jahrhunderte später noch regelmäßig Pilger zur Stabkirche kamen und dort ihre Opfer brachten um von den Göttern eine besondere Gunst zu erlangen.

Auf Grund dieses Opferkults zerstörte man im Jahre 1826 die ursprüngliche Stabkirche, was man jedoch bald zu bereuen begann, da Skaga auch sehr viele Besucher in die Gegend gebracht hatte. Zwischen 1957 und 1960 wurde daher eine Rekonstruktion der Stabkirche Skaga an ihrem ursprünglichen Platz errichtet. Diese Rekonstruktion brannte jedoch am 2. Januar 2000 restlos ab. Mittlerweile war die Kirche zwar kein Opferplatz mehr, aber ein beliebter Ausflug für Touristen geworden. Schon wenige Monate später wurde daher erneut eine Rekonstruktion der Stabkirche gebaut, die dann Mittsommer 2001 eingeweiht wurde.

2. Januar 1926: Gustaf Lagerheim, der Gründer der Pollenanalyse

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Oktober 2011

Schweden schafft die Sklaverei ab

Für die Wikinger war die Sklaverei eine der bedeutendsten Handelsaktivitäten, wobei es sich bei den Sklaven jener Zeit um sehr verschiedene Gruppen an Personen handelte, denn Arme verkauften sich selbst als Sklaven, andere wurden wegen Strafvergehen zum Sklavendasein verurteilt und wieder andere wurden bei Überfällen geraubt und später weiterverkauft. Die Wikinger verkauften ihre Sklaven in der Regel an arabische oder jüdische Sklavenhändler und nur junge Frauen behielten sie für sich selbst.

Als dann Magnus Eriksson im Jahre 1335 die Sklaverei in Schweden abschuf, so stand in den Gesetzen nur, dass Christen innerhalb Schwedens keine Sklaven mehr sein konnten und ließ damit weiterhin den Sklavenhandel in Übersee offen, was dann im 17. Jahrhundert dazu führte, dass sich Schweden in Cabo Corso und Saint-Barthélemy Handelsniederlassungen schuf, die sich überwiegend mit Sklavenhandel beschäftigten, auch wenn die Ausmaße dieses Handels, im Verhältnis zu anderen Kolonisatoren, relativ gering blieben.

Nach schriftlichen Aufzeichnungen wurden im 17. und 18. Jahrhundert auf rund 50 schwedischen Schiffen Sklaven transportiert. Ursache war jedoch weniger, dass Schweden sich kein größeres Stück Kuchen abschneiden wollte, sondern dass vor allem die Engländer den schwedischen Handel mit sehr geteilter Meinung sahen und vielfach zur Bedrohung für die schwedischen Sklavenschiffe wurden. Am 9. Oktober 1847 schuf die schwedische Regierung schließlich endgültig ein Gesetz, das die Sklaverei ganz abschaffte und die letzten 595 Sklaven, die sich noch auf Saint-Barthélemy befanden, wurden freigelassen.

9. Oktober 1970: Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport
9. Oktober 2006: Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

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Samstag, 17. September 2011

Bischof Unni führt Birka zurück zum Christentum

Am 17. September 936 wurde in der Wikingerstadt Birka am Mälaren der deutsche Bischof Unni getötet. Dieser Tag ist das erste konkrete Datum der schwedischen Geschichte, auch wenn er der deutschen Kirchengeschichte entstammt, da der Tod des Bischofs Unni die Wikinger wenig berührte und daher auch nicht von ihnen festgehalten wurde. Nicht festgehalten wurden daher auch die Informationen wann Unni im Jahre 935 in Birka ankam, noch weiß man wer ihn getötet hat.

Unni sollte in Birka das Werk des Mönches Ansgar fortführen, der gegen 837 Birka zwar nicht christianisieren konnte, aber dafür sorgte, dass in der Umgebung Birkas mehrere Kirchen gebaut wurden, die alle von einem Priester besetzt waren und damit den christlichen Glauben erneut im Wikingerreich verbreiten sollten. Wie erfolgreich diese Aktion war, ist unbekannt. Sicher ist jedoch, dass es bereits gegen 870 keine Priester mehr im Svealand gab und selbst die zum Christentum übergetretenen Wikinger waren wieder zum altnordischen Glauben zurückgekehrt.

Als daher der Bischof Unni 935 in Birka ankam, musste er die Missionierung von neuem beginnen. Das Ziel der Missionierung war in jener Zeit jedoch weniger wahre Christen zu schaffen, sondern es war wichtig, dass die Heiden christliche Werte übernahmen, da dies die Handelsbeziehungen vereinfachte. Unni hatte sich daher die Genehmigung zur Christianisierung von den Königen des Sveareiches, die ebenfalls an einem ausgedehnten Handel interessiert waren, vor seiner Arbeit eingeholt. Der Vorteil bei der Christianisierung war, dass die Wikinger sich mit allen Göttern gut stellen wollten und daher einen weiteren Gott ohne Probleme in ihrem Glauben aufnehmen konnten. Da es jedoch 936 auch eine Widerstandsbewegung gegen die Christianisierung gab, überlebte Unni nur ein knappes Jahr in Birka. Bereits 30 Jahre nach seinem Tod waren jedoch alle Wikinger in Birka, auf Druck ihrer Führer, getauft und damit offiziell zu Christen geworden. In der Realität hatte sich jedoch ein Mischglaube entwickelt, der erst bei späterer Missionierung abgeschafft wurde.

17. September 1941: Eine Explosion auf zwei Kriegsschiffen gleichzeitig
17. September 1948: Folke Bernadotte wird in Israel ermordet

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Mittwoch, 8. Juni 2011

Die Wikinger, der Beginn einer Geschichte

Der 8. Juni 793 wird allgemein als der Tag betrachtet, an dem die Wikinger ihre erste Erscheinung in der Geschichte machten und damit über mehrere hundert Jahre die Geschichte Skandinaviens beeinflussten. Bis heute weiß niemand, woher diese Wikinger so plötzlich kamen, ob aus Schweden oder Norwegen. Sicher ist jedoch, dass ihre Geschichte mit einem spektakulären Überfall begann.

Am 8. Juni 793 überfiel eine Gruppe Wikinger, die mit ihren Booten an der Nordostküste Englands anlangte, das Kloster Lindisfarne von wo aus zu jener Zeit nahezu ganz England christianisiert wurde. Die Nordmänner verbreiteten Angst und Schrecken, da sie das Kloster plünderten und die Mönche, die nicht fliehen konnten, töteten. Auch wenn es vermutlich Zufall war, dass diese Wikingergruppe nach Lindisfarne kam, so war dieser Überfall dennoch ein Ereignis, das den Ruf der Wikinger besiegelte, denn die Wikinger hatten ausgerechnet ein Kulturzentrum des Christentums angegriffen, das in Verbindung mit ganz Europa war.

Allein wegen diesem ersten Überfall werden die Wikinger noch heute als schreckliche Kämpfer des Nordens gesehen, obwohl ihre Haupttätigkeit Schiffbau und internationaler Handel war und die reinen Überfälle als Piraten eher die Aktionen einer Minderheit war.

Vieles über den Beginn der Wikingerzeit ist noch heute unbekannt und so mancher Überfall war sicher nicht als solcher geplant, denn die Wikinger wollten bisweilen in anderen Ländern Soldaten anwerben, Waren tauschen und suchten vor allem Frauen, die sie mit in die Heimat nehmen wollten. Wegen ihrem Ruf wurden sie jedoch häufig mit Waffen empfangen, was dann meist zur Eroberung durch die Nordmänner führte, die Waren gestohlen wurden und Frauen als Sklavinnen zu folgen hatten.

8. Juni 1435: Die berühmteste Kathedrale Schwedens wird eingeweiht 
8. Juni 1941: Alf Robertson, vom Seemann zum Sänger

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Messetermine in Göteborg