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Donnerstag, 1. März 2018

Der Reichsrat Nils Gyllenstierna

Nils Gyllenstierna kam im Laufe des Jahres 1526 zur Welt und starb im Oktober 1601 auf Fågelvik bei Kalmar. Auch wenn der Name Gyllenstierna vor allem mit der Svenska Kyrkan verbunden wird, die er beim Uppsala Kyrkomöte am 1. März 1593 als Staatskirche festigte, so ist Nils Gyllenstierna auch der Stammvater des Adelsgeschlechtes Gyllenstierena und er war unter mehreren Königen der Stadthalter Smålands. Obwohl sich Gyllenstierna auch nicht aktiv in die Politik einmischen wollte, war er auch über sehr lange Zeit hinweg der bedeutendste Diplomat verschiedener Könige, der zahlreiche Krisen beilegen musste und dafür in die unterschiedlichsten Länder geschickt wurde.

Eine sehr bedeutende Rolle spielte Nils Gyllenstierna unter König Johann III., denn 1569 nahm er an den Friedensverhandlungen mit Dänemark teil, er spielte eine Rolle beim Frieden von Stettin und der König vertraute ihm 1570 den Oberbefehl über das gesamte Småland an. Im Jahr 1587 gelang es Gyllenstierna sogar, dank seiner diplomatischen Erfahrung, auch König Johann III. und seinen Bruder, Herzog Karl (Karl IX.), zu einem Vergleich zu bringen, der einen jahrelangen Streit beendete. Führten die Verhandlungen zu größeren Problemen, so griff Gyllenstierna zu einer sehr eigenen Diplomatie, denn er wurde krank bis sich das größte Problem von selbst gelöst hatte und er nur noch kleinere Probleme lösen musste.

Probleme traten für Nils Gyllenstierna im Grunde erst nach dem Tode des Königs Johan III. auf, da er dann ins Kreuzfeuer zwischen Herzog Karl und dem katholischen König Sigismund geriet, ein Problem, das ihm, zumindest vorübergehend, auch finanzielle Probleme brachte. Auch hier war es seine diplomatische Fähigkeit, und erneut eine längere Krankheit, die ihm die Gunst von Herzog Karl zurückbrachte, der Gyllenstierna, auch als König Karl IX., bis zu dessen Lebensende immer wieder um Rat fragte, auch wenn Gyllenstierna im Alter immer häufiger eine Krankheit vorschieben konnte um keine negative Antwort geben zu müssen.


1. März 1593: Die Kirchen-Versammlung (Kyrkomöte) von Uppsala
1. März 1638: Die erste schwedische Kolonie in Amerika
1. März 1836: Die Lehrerin und Schriftstellerin Charlotte Lindholm
1. März 1879: Der schwedische Künstler Johan Albin Johansson
1. März 1884: Der schwedische Schauspieler Harry Bergvall
1. März 1900: Ernst Alm, der Sieger des ersten Wasalaufs im Jahre 1922
1. März 1914: Tor Aulin, der Lehrer von August Strindberg
1. März 1918: Else Fisher, Regisseurin, Tänzerin und Schauspielerin
1. März 1929: Eine Straßenbahn, die mit Benzin fährt
1. März 1937: Lebenslängliche Haft für den Spion Stig Bergling

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 18. November 2015

Die revolutionäre Bischöfin Caroline Krook

Caroline Krook kam am 18. November 1944 als Tochter eines Kriegsrates und einer Silberschmiedin in Stockholm zur Welt und musste sich sehr früh für eine Laufbahn innerhalb der Svenska Kyrkan entschieden haben, denn bereits 1969 wurde Krook zur Priesterin geweiht um anschließend eine bedeutende Karriere zu machen, denn 1990 wurde sie als erste Frau Schwedens zum Dompropst ernannt und acht Jahre später war Krook die Bischöfin des Stiftes Stockholm, was für die konservative Gruppe der Svenska Kyrkan allerdings ein gewisser Schock war.

Caroline Krook gehört zu den wenigen Glaubensvertretern der Schwedischen Kirche, die sehr stark von den 68-Jahren geprägt wurde und sich bei ihrer Lehre sehr wenig an die traditionellen Pfeiler der protestantischen Glaubenslehre hält. Krook hatte ihre Einstellung allerdings bereits vor der Priesterweihe gezeigt und eines der ersten Fotos nach der Priesterweihe zeigt eine sehr modern gekleidete junge Frau im Minirock, die sich mit einem Strafgefangenen in Malmö unterhält. Modernes Denken und Offenheit sollten ab dieser Zeit immer die Stärken der späteren Bischöfin sein

Sehr früh unterstützte Caroline Krook auch die Forderung Homosexueller, die eine kirchliche Ehe forderten, wobei sich die Bischöfin hier auf die Bibel berief, die sie allerdings auf ihre persönliche Weise gedeutet hatte. Nicht verwunderlich war es daher auch, dass Krook bei Stockholm Pride im Jahre 2004 die Eröffnungsrede hielt. Nur zwei Jahre später trat dann der Dompropst Stockholms zurück, da Caroline Krook die Fotoausstellung Uppenbar(a)t im Stockholmer Kulturhaus unterstützte und diese sogar mit 400.000 Kronen unterstützen wollte. Das Problem, das viele Priester der Svenska Kyrkan bei dieser Entscheidung sahen, war jedoch nicht die etwas eigenwillige Entscheidung der Bischöfin, sondern die Tatsache, dass dort Jesus als Mafiaboss dargestellt wurde und sich unter dem Kreuz eine nackte Frau befand, die den Kopf von Micky Maus trug.


18. November 1832: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
18. November 1844: Die inoffizielle schwedische Nationalhymne
18. November 1876: Der schwedische Künstler Olof Ahlberg
18. November 1888: Der schwedische Filmregisseur Gustaf Molander
18. November 1928: Der schwedische Stummfilmregisseur Mauritz Stiller
18. November 2003: Ein Super Puma stürzt vor Göteborg ins Meer

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. August 2012

Moderne Klöster in Schweden

Wer heute in Schweden Urlaub macht, findet zwar sehr viele Ruinen von Klöstern, jedoch nur wenige aktive Einrichtungen. Als Gustav Vasa im Jahre 1523 in Schweden an die Macht kam, gab es rund 50 katholische Klöster im Land und zusätzlich noch etwa 20 in den Regionen Skåne, Halland und Blekinge, die damals zu Dänemark gehörten. Mit der Reformation wurden  dann unter dem König und seinem Nachfolger alle Klöster geschlossen und alles Eigentum von der Krone beschlagnahmt. 1595 mussten dann auch die letzten noch verbliebenen Nonnen Schweden endgültig verlassen oder, wie in einem Fall in Vadstena, ihren Glauben aufgeben.

Es dauerte dann bis 1935 bis die ersten katholischen Nonnen wieder nach Schweden zurückkehren konnten, auch wenn der Birgittinorden in Vadstena mehr toleriert als akzeptiert war und auch kein geweihtes Kloster beziehen durfte, denn erst am 3. August 1963 entschied sich das schwedische Parlament ein einziges offizielles Kloster in Schweden über eine Sondergenehmigung zuzulassen. Nach dieser Entscheidung konnten dann ausschließlich die Karmeliter ein geweihtes katholisches Kloster in Glumslöv in Skåne beziehen. Aber erst ab 1977, als das Verbot Klöster in Schweden einzurichten aufgehoben wurde, gelang es dann auch anderen katholischen und orthodoxen Gruppen weitere Klöster in Schweden aufzubauen.

Aber auch wenn andere Religionen ab 1977 wieder Klöster in Schweden errichten durften, so galt dies noch lange nicht für die Svenska Kyrkan, obwohl die Protestantin Paulina Mariadotter bereits in den 60er Jahren in Vadstena eine Klosterversammlung eingerichtet hatte. Erstmals im Jahre 1992 nahm nämlich der Uppsala Stift die Frage zu einem Klosterleben innerhalb der Schwedischen Kirche auf und erst 2010 wird dann den protestantischen Mariadöttrarna das Klosterleben auf Versuchsebene zugebilligt. Heute gibt es zwei protestantische Klöster der Mariadöttrarna in Schweden, eines in der Nähe Uppsalas und das andere in Malmö.


3. August 1883: Gröna Lund, der Vergnügungspark in Stockholm
3. August 1963: Die Wiederauferstehung des Kloster Glumslöv 

Copyright: Herbert Kårlin