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Donnerstag, 23. Februar 2017

Helga Henschen, Schriftstellerin, Künstlerin und Illustratorin

Helga Henschel kam am 23. Februar 1917 als Tochter eines Medizinprofessors in Stockholm zur Welt und bereitete sich in der Maj Brings und der Otte Skölds Malerschule auf die Kunstakademie in Stockholm vor, die die Künstlerin von 1940 bis 1945 besuchte und wo sie, unter anderen, auch Isaac Grünewald und Arvid Fougstedt als Lehrer hatte. Bereits 1947 hatte Henschen dann die erste Separatausstellung, der im Laufe ihres Lebens mehrere bedeutende Ausstellung folgen sollten, unter anderem 1960 bei Färg und Form und 1972 in der Liljewalchs Kunsthalle.

Helga Henschen, die am 16. August 2002 im Alter von 85 Jahren in Sundbyberg starb, griff als Malerin vor allem zu Öl und Aquarell, war jedoch auch als Skulpteurin aktiv und hat in ihrer Eugenschaft als Künstlerin auch zahlreiche öffentliche Werke geschaffen, unter anderem die Ausschmückung der U-Bahn-Haltestelle Tensta und den Springbrunnen Dafne in Södertälje, die oft als die bedeutendsten Werke Henschens bezeichnet werden. Die Skulptur Gaia, die man seit 2001 im Europaparlament in Brüssel findet, geht neben diesen beiden Werken nahezu unter, trotz des starken Ausdrucks, den Henschen Gaia verleihen konnte.

Wenn man heute auf die gesamten Arbeiten von Helga Henschen zurückblickt, so stellt man jedoch sehr schnell fest, dass die Künstlerin in mehreren Bereichen sehr aktiv war, denn Henschen veröffentlichte zwölf Bücher, darunter drei Autobiographien, und illustrierte mehrere Bücher, unter anderem von Evert Taube, Gösta Knutsson und Ebbe Linde. Privat war Henschen zudem auch politisch sehr aktiv in der Friedensbewegung Schwedens, der Kulturarbeit der Sozialdemokraten und in Hilfsorganisationen, die sich um alles zwischen Tierschutz und dem Recht politischer Gefangener kümmerten. Lediglich im Privatleben hatte die Künstlerin weniger Glück, denn ihre beiden Ehen mit Schriftstellern hielten nur jeweils vier Jahre.


23. Februar 1717: Magnus Stenbock stirbt in dänischer Haft
23. Februar 1868: Anna Maria Viktoria Uddgren und die erste Strindberg-Verfilmung
23. Februar 1901: Ivar Lo-Johansson, ein Pfeiler der Arbeiterliteratur Schwedens
23. Februar 1967: Das Schloss Skokloster wird Museum
23. Februar 2002: Die schwedische Version von Chess kommt nach Schweden
23. Februar 2012: Prinzessin Estelle kommt zur Welt 

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 25. März 2016

Die schwedische Sängerin Sofia Karlsson

Sofia Karlsson kam am 25. März 1975 in Stockholm zur Welt und interessierte sich sehr früh für schwedische Volksmusik, was auch dazu führte, dass die Sängerin und Musikerin an der Königlichen Musikhochschule Volksmusik studierte. Ab 1998 war Karlsson Mitglied der Volksmusikgruppe Groupa, arbeitete jedoch parallel auch an mehreren anderen Volksmusikprojekten.  Im Jahre 2002 kam dann ihr erstes Album Folk Songs, das bei der Bonnier Amigo Music Group erschien und der Sängerin zwar eine gute Kritik, jedoch nicht den Durchbruch brachte, nicht zuletzt deswegen, weil es sich lediglich um eine Sammlung traditioneller schwedischer Volksmusik mit neuem Arrangement handelte, zum Beispiel dem Lied Den blomstertid.

Drei Jahre später erschien dann das zweite Album Sofia Karlssons, auf dem sie ausschließlich Balladen des schwedischen Dichters Dan Andersson interpretiert. Das Album Svarta  Ballader brachte der Sängerin mehrere Preise und wurde bisher über 60.000 Mal verkauft, was bei Volksmusik eine enorme Zahl ist. Gewissermaßen über Nacht war Karlsson eine der bekanntesten Folksängerinnen Schwedens geworden. Ab 2005 konnte Sofia Karlsson daher ganz von ihrer Musik leben. Als sie noch im gleichen Jahr im Duo mit Rikard Wolff Älskar dig präsentierte, gelang es dem Duo sogar sich für einige Zeit in die Svensktoppen zu halten.

In den beiden kommenden Jahren folgten für Sofia Karlsson jeweils über 100 Konzerte pro Jahr und zahlreiche Auftritte in Rundfunk und Fernsehen. Das dritte Album Visor från vinden mit Interpretationen von Lars Forssell, Fred Åkerström, Evert Taube und anderen bekannten Poeten. Bereits nach vier Wochen brachte das Album Karlsson eine Goldene Schallplatte ein und die Sängerin galt als die Erneuerin der schwedischen Volksmusik. Nach ihrem vierten Album Söder om kärleken im Jahre 2009 wurde es etwas ruhiger um Karlsson, denn es kam die Geburt eines Sohnes und eine Trennung. Nach einem Livealbum sollte erst wieder 2014 das Studioalbum Regnet faller utan oss erscheinen mit dem Sofia Karlsson ihr Publikum voll zurückerobern konnte.


25. März: Der Waffeltag in Schweden
25. März 1751: Fredrik I., König Schwedens dank seiner Ehefrau
25. März 1902: Sten Broman, ein schwedisches Original
25. März 1954: Massiver Widerstand gegen das Fernsehen in Schweden
25. März 2008: Bengt Helldal, der fitte Arzt aus Falkenberg
25. März 2012: Der schwedische Spion Bertil Ströberg 

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 24. November 2015

Der Schauspieler und Sänger Sven-Bertil Taube

Sven-Bertil Taube kam am 24. November 1934 als Sohn von Evert Taube und Astri Taube in Stockholm zur Welt und besuchte die Beskowska Schule, die er jedoch noch vor seiner Hochschulreife verließ um an der Cherry Lawn School in Connecticut eine entsprechende Prüfung abzulegen. Allerdings hatte Taube wenig Interesse an einem Studium, denn bereits in den USA nahm er eine Schallplatte mit traditionellen schwedischen Volksliedern auf und 1956, zurück in Europa, nahm er in Madrid Gitarrenstunden beim spanischen Gitarristen und Komponisten Quentin Esquimbre.

Als Sven-Bertil Taube 1958 nach Schweden zurückkehrte, bereitete er sich ein Jahr lang auf die Prüfung der Schauspielschule des Dramaten vor, wo er 1959 als Schüler aufgenommen wurde. Nur ein Jahr später stand Taube auf der Bühne des Dramaten, wobei sich der Schauspieler jedoch nicht auf eine bestimmte Art von Rollen festlegte, sondern sowohl in Dramen, als auch in Operetten und Musicals zu sehen war. Ab den 60er Jahren wechselte Taube, der bereits seit Jahren in London wohnt, zum Film, ohne allerdings wirklich eine internationale Karriere zu machen, auch wenn er mit einigen Rollen knapp davor stand.

Parallel zu seiner Karriere als Schauspieler trat Sven-Bertil Taube auch sehr früh als Sänger von Volksweisen in den Vordergrund, wobei er intimere Auftritte bevorzugte wo er Gesang, Schauspiel und Erzählkunst verbinden konnte. Als Sänger hatte Taube ab Ende der 50er Jahre einen bedeutenden Erfolg, da um diese Zeit das poetische Lied seinen Glanzzeit in Schweden hatte und Taube nicht nur Lieder seines Vaters und die bekanntesten Stücke von Carl Michael Bellman bot, sondern auch Leo Ferré und Mikis Theodorakis dem schwedischen Publikum näher brachte. Persönlich wird Taube noch heute als Frauenheld gesehen, da er mehrmals verheiratet war und auch mehrere amouröse Verhältnisse hatte, zumindest bis zu seiner Ehe mit der Tänzerin  Mikaela Rydén im Jahre 1985.


24. November 1655: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
24. November 1715: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
24. November 1741: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin
24. November 1825: Der Palast Makalös in Stockholm brennt ab
24. November 1939: Marit Paulsen, von der Arbeiterliteratur zur Politik
24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 29. August 2015

Bertil Almqvist und die Steinzeitkinder Hedenhös

Bertil Almqvist, bekannt als Bertila, kam am 29. August 1902 in Ulriksdal bei Solna zur Welt und studierte nach Ablegung der Hochschulreife im Jahre 1921 Literaturgeschichte und Kunstgeschichte an der Hochschule Stockholm und an der Universität Uppsala. Erst anschließend machte er in Stockholm eine Ausbildung als Zeichner, um unmittelbar danach in diesem Beruf für die Dagens Nyheter, die Stockholms-Tidningen, das Aftonbladet und für Söndagsnisse-Strix zu arbeiten. Um diese Zeit arbeitete Almqvist allerdings noch nicht unter dem Namen Bertila, sondern unter dem Pseudonym Trallgöken.

Auch wenn Bertil Almqvist neben seiner Arbeit als Zeichner auch mehrere Lieder für Evert Taube schrieb und, gemeinsam mit diesem, einige davon, Almqvist als Lautenspieler, aufnahm, während des Zweiten Weltkriegs den sogenannten schwedischen Tiger schuf, der alle Schweden daran erinnern sollte über interne Angelegenheiten des Landes grundsätzlich zu schweigen, sowie journalistisch aktiv war, ist Almqvist bis heute vor allem wegen seiner Kinderbuchserie Barna Hedenhös bekannt, die ab 1948 erschienen und weit über Schweden hinaus bekannt wurden.

Bertil Almqvist schuf mit der Serie Barna Hedenhö eine Familie, die zwar in der Steinzeit lebt, einer geschichtlichen Steinzeit mit viel Fantasie, aber immer wieder Ereignisse der Zukunft erlebt, unter anderem den ersten Vasalauf und den Vorgänger der Olympiade. Auch wenn die Erzählungen und detailreichen Zeichnungen von Bertil Almqvist, der am 16. Mai 1972 in Stockholm starb, überwiegend in Schweden spielen und manche Anspielungen in anderen Ländern kaum verstanden werden, gelang es dem Zeichner und Autor in vielen Ländern bekannt zu werden. Auch die Augsburger Puppenkiste hatte die Buchserie als das Puppentheaterstück „Die Steinzeitkinder“ im Programm, das 1972 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt wurde.


29. August 1708: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
29. August 1880: Die schwedische Künstlerin Maj Bring
29. August 1915: Ingrid Bergman, eine Karriere mit Unterbrechungen
29. August 1967: Die schwedische Krone wird um zehn Prozent abgewertet

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 21. Mai 2015

Der schwedische Künstler Kurt Jungstedt

Kurt Jungstedt kam am 21. Mai 1894 in Stockholm als Sohn eines Regisseurs und einer Opernsängerin zur Welt und begann 1909 an der kunsthandwerklichen Tekniska Skolan zu studieren bevor er 1911 zur Malerschule Carl Wilhelmson wechselte um dort Malerei zu lernen. Von der traditionellen Malerei begann sich Jungstedt dann jedoch erst 1917 zu lösen, als er in Dänemark in der schwedischen Künstlerkolonie begann mit dem Kubismus zu experimentieren und sich dem Expressionismus öffnete und nach einem persönlichen Stil suchte.

Von Beginn an erwies sich jedoch auch, dass sich Karl Jungstedt nicht nur als Maler sah, sondern gleichzeitig als Dekorationsmaler und Illustrator. Dies zeigte sich deutlich im Jahre 1919, als Jungstedt in Skagen auf Evert Taube stieß für den er unmittelbar das Werk Sju sjömansvisor och Byssan Lull illustrierte. Diese Arbeit machte den Künstler unmittelbar als Buchillustrator bekannt und führte auch dazu, dass er zwei Jahre später, als er in Paris das Atelier von Carl Larsson übernahm, neben der Malerei, für Zeitungen zu arbeiten begann, Plakate malte und die Dekoration für August Strindbergs Advent im Djurgårdsteatern malte.

Als Dekorateur machte sich Kurt Jungstedt international bekannt als er 1928 an der Einrichtung der M/S Kungsholm und ein Jahr später an der M/S Drottningholm teilnahm, denn beide Schiffe gelten noch heute als die weltweit künstlerisch wertvollsten Schiffe Schwedens, die je gebaut wurden. Nach einem längeren Ausflug in die sensuelle Aktmalerei, die Jungstedt allerdings damals eher Kritik einbrachte, übernahm der Künstler das Atelier von Anders Zorn in Stockholm und malte dort seine bekanntesten Ölgemälde, die man heute in den größten Museen Schwedens finden kann. Seine Ölgemälde jener Zeit sind gleichzeitig Dokumente des früheren Stockholm, da Jungstedt vom Fenster aus einen Blick auf Skeppsbron und die Gamla stan hatte.


21. Mai 1085: Knut der Heilige verleiht Helsingborg die Stadtrechte
21. Mai 1742: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
21. Mai 1751: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche Schwedens
21. Mai 1800: Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler
21. Mai 1875: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
21. Mai 1949: Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person
21. Mai 1968: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen
21. Mai 2010: Die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Dienstag, 3. Februar 2015

Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg

Die schwedische Sängerin Margareta Kjellberg wurde am 3. Februar 1916 in Nyadal im Schulhaus der Kinder der Angestellten eines Sägewerkes im Ångermanland geboren und begann mit 14 Jahren öffentlich als Sängerin aufzutreten. Vor dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Kjellberg  insbesondere als Jazzsängerin, im britischen Orchester Jack Hylton, musste allerdings 1935 nach Stockholm zurückkehren um dort dann mehr und mehr vom Jazz auf Volksweisen überzugehen.

Bereits 1935 trat Margareta Kjellberg in der Blanche-Revue in Stockholm auf, wurde ein Jahr später im neu gegründeten Verein Visans Vänner (Freunde der Volksweisen) Mitglied, die, unter anderen, von Evert Taube ins Leben gerufen wurde und machte sich vor allem durch ihre eigenen Interpretationen von Volksweisen einen Namen. Ihre Lieder begleitete die Sängerin meist selbst auf der Gitarre, dem Instrument, das sie als Jugendliche im Selbststudium erlernt hatte. Parallel zu ihren Auftritten als Sängerin wirkte Kjellberg in den 30er Jahren auch in drei Filmen mit, unter anderem in Ingmar Bergmans Smultronstället.

In den 40er und 50er Jahren war Margareta Kjellberg mit ihren Volksweisen ständig auf Tournee uund nahm 1954 auch das bekannte Lied Älvsborgsvisan auf, begann jedoch Ende der 50er Jahre auch häufig im Rundfunk und bei Fernsehen zu arbeiten, unter anderem im Familienprogramm Sigges Cirkus mit Sigge Fürst. In den 70er Jahren gehörte Kjellberg zu jenen Künstlern, die den Volksweisen zu einer Renaissance verhalfen. Ab den 80er Jahren traten dann jedoch die Volkslieder etwas mehr in den Hintergrund und Margareta Kjellberg wurde vor allem, gemeinsam mit Ewert Ljusberg, zur humoristischen Erzählerin in der Fernsehserie Har du hört den förut?, die bis 2005 einen großen Erfolg hatte. Margareta Kjellberg starb ab 10. September 2005 im Alter von 89 Jahren in Stockholm.


3. Februar 865: Sankt Ansgar, der Missionar Birkas, stirbt in Bremen 
3. Februar 1699: Jämtländer erhalten die schwedische Staatsbürgerschaft 
3. Februar 1816: Carl Olof Rosenius und die schwedische Freikirche 
3. Februar 1886: Der schwedische Künstler Sigfrid Ullman 
3. Februar 1948: Henning Mankell und Kommissar Kurt Wallander

Copyright: Herbert Kårlin

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Freitag, 13. September 2013

Der schwedische Jazzmusiker Bengt Hallberg

Bengt Hallberg wurde am 13. September 1932 in Göteborg geboren und wird noch heute als einer der bedeutendsten Jazzmusiker weltweit bezeichnet, auch wenn Hallberg sich nicht allein auf Jazz festgelegt hatte, sondern auch Unterhaltungsmusik, Filmmusik und selbst klassische Musik komponierte. Der Musiker begann bereits als Kind klassisches Piano zu studieren und zeigte sich geradezu als Wunderkind, denn sein erstes Jazzarrangement schrieb er mit 13 Jahren.

Mit 17 nahm Bengt Hallberg dann seine erste Schallplatte auf, die in Schweden mit der aufkommenden Jazzwelle einen enormen Erfolg hatte. In den 50er Jahren wurde Hallberg international bekannt, da er mit in diesem Jahrzehnt mit nahezu allen amerikanischen Jazzmusikern, die in Schweden auftraten, Schallplatten aufnahm, unabhängig davon um welchen Jazzstil es sich handelte. Hallberg zeigte sich im Jazz zu Hause und war Ende der 50er Jahre international anerkannt, auch wenn er erst in den 60er Jahren eine parallele Solokarriere begann.

Durch seinen Ruf als Jazzmusiker ist heute nahezu vergessen, dass Bengt Hallberg seine ersten Auftritte mit einer Tanzband hatte, hin und wieder mit seinem Akordeon auftrat und dabei auch Evert Taube interpretierte und zahlreiche Arrangements für Chormusik schrieb. Seine Biografie zeigt auch, dass er immer wieder zum Schreiben von Filmmusik engagiert wurde und häufig für das Fernsehen arbeitete. Noch mit 79 Jahren stand Hallberg im Studio um eine Platte aufzunehmen und weiter an seiner Karriere zu arbeiten, der sein Tod am 2. Juli 2013 ein plötzliches Ende bereitete.


13. September 1757: Schweden führt einen Krieg ohne Ergebnisse 
13. September 1881: Stockholm wird mit Strom versorgt

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 23. Dezember 2012

Astri Taube bleibt mit ihrer Kunst im Schatten

Am 23. Dezember 1980 starb Astri Taube, geborene Bergman, in Stockholm, eine Frau, die zu Beginn der 20er Jahre eine außerordentliche Zukunft als Künstlerin vor sich hatte und mit ihrer Ehe mit Evert Taube am 14. Januar 1925 freiwillig in den Schatten ihres Mannes trat. Astri Taube, die Tochter des Hofkunstgießers Herman Bergman, hatte Kunst in den bedeutendsten Kunststädten Europas studiert, so in Paris, Florenz, Rom und Neapel. Eine Zeit lang war sie auch Schülerin des bekannten schwedischen Künstlers Carl Milles.

Dass Astri Taube, die am 9. Dezember 1898 geboren worden war, während der Ehe mit Evert Taube die Kunst fehlte, konnte man nach ihrem Tod nur ihren Tagebüchern entnehmen, da sie nicht ein einziges Mal offen darüber sprach, sondern zur Perfektion die Ehefrau des Troubadours spielte. Ihre künstlerische Leistung kam ebenfalls erst retrospektiv zur Geltung, als das Röhsska Museum in Göteborg eine Ausstellung mit einem Teil ihrer Werke organisierte und Pia Schmidt de Graaf das Buch „Astri Bergman Taube“ veröffentlichte.

Vom 22. September bis zum 13. Januar 2013 präsentierte der Millesgården auf Lidingö die Ausstellung Astri och Evert, om kärleken till konsten und führt dabei das Leben der beiden Künstler zusammen, deren Liebesgeschichte für immer etwas mysteriös bleiben wird, denn Evert Taube verliebte sich mit 17 in ein neunjähriges Mädchen, das er 14 Jahre später in Florenz wiedertraf um sich mit ihr auf den Treppen der Kathedrale der italienischen Stadt zu verloben. Auf was Astri Taube tatsächlich verzichtete als sie sich für die Liebe entschied, das kann allerdings auch die Ausstellung im Millesgården dem Besucher nicht näher bringen.


23. Dezember 1943: Silvia Renate Sommerlalth wird in Schweden Königin
23. Dezember 1974: Lars Madsén, Radiojournalist und Schriftsteller der Dörfer 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 11. Februar 2012

Carl Michael Bellman, der Außenseiter unter den Skalden

Am 11. Februar 1795 starb der schwedische Skalde Carl Michael Bellmann im Alter von 55 Jahren in Stockholm, einer der wenigen Dichter Schwedens deren Größe erst lange nach seinem Tode wirklich erkannt wurde, denn heute wird Bellmann als der Shakespeare Schwedens betrachtet und seine Werke haben Evert Taube ebenso beeinflusst wie Cornelis Vreeswijk oder Fred Åkerström.

Carl Michael Bellmann begann 1757, völlig im Zeitstrom, mit religiösen Gedichten und arbeitete als Übersetzer. Aber schon nach wenigen Jahren fand er zur Parodie, wobei er 1760 mit Schnapsweisen begann wurde und dann zu Bibelparodien überging und sich auf humoristische Weise über die führende Gesellschaft Schwedens und den blinden religiösen Glauben lustig machte. Bellmans Problem war jedoch, dass er sich nicht der edlen Poesie zuwandte, sondern Alkoholprobleme, Prostitution und die einfache Bevölkerung mit in seine Werke einfließen ließ, dass für ihn kein literarisches Tabu bestand.

Da Carl Michael Bellman seine Leser vor allem in der unteren Gesellschaftsschicht fand, die ihn zwar bewunderten, aber kaum das Geld hatt ihn auch finanziell zu unterstützen, hatte der Dichter sein ganzes Leben lang finanzielle Probleme. Einmal musste er wegen unbezahlten Rechnungen nach Norwegen fliehen, ein anderes Mal wurde er im Stockholmer Schloss hinter Gitter gesetzt. Obwohl ihn einige seiner Freunde nach einiger Zeit befreien konnten, indem sie seine Schulden beglichen, erholte sich Bellman nicht mehr von diesem Gefängnisaufenthalt und der Dichter starb bald darauf.

11. Februar 1876: Anders Bjurholm und die schwedischen Bierflaschen

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 31. Januar 2012

Evert Taube, der abenteuerlichste Künstler Schwedens

Am 31. Januar 1976 starb Evert Taube in Stockholm, eine legendäre Figur unter den Künstlern und Troubadouren Schwedens. Evert Taube war Schriftsteller, Komponist, Troubadour und Lautenspieler, hat aber auch als Seemann und Gaucho gearbeitet bevor er sich ganz der Kunst widmete. Auch wenn Taube am 12. März 1890 in Göteborg geboren worden war, so verbrachte er seine gesamte Kindheit auf der kleinen Schäreninsel Vinga auf der sein Vater als Leuchtturmwärter beschäftigt war.

Willy Gordons Evert Taube in Grebbestad (Bohuslän)

Bis Evert Taube so bekannt wurde, dass er nun sogar dafür ausgewählt wurde die neuen 50-Kronen-Scheine Schwedens zu zieren, verging allerdings viel Zeit. Mit 16 lief er von zu Hause weg um in Stockholm Künstler zu werden. Nach zahlreichen Anstrengungen gelang es ihm sogar in der dortigen Kunstakademie aufgenommen zu werden, wobei er jedoch das Leben als Bohemien dem Studium vorzog. Als ihn sein Vater nach einem Jahr bei einem Besuch in Stockholm in desolatem Zustand vorfand, stellte er seinen Sohn vor die Alternative entweder eine Internatschule zu besuchen oder zur See zu gehen. Evert Taube zog die See vor, die er allerdings nach zwei Jahren wieder an den Nagel hing.

1910 ging Evert Taube dann für fünf Jahre nach Argentinien, wo er er sich durch die unterschiedlichsten Arbeiten über Wasser hielt. 1915 musste er, nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, jedoch wieder nach Schweden zurückkehren. Außer umfangreichen Erfahrungen und ausgedehnten Sprachkenntnissen brachte Evert Taube auch eine Gitarre mit ins Heimatland, die anschließend der Grundstock für seine Bekanntheit werden sollte. Evert Taube hat während seines Lebens 58 Bücher, sowie 156 Lieder geschrieben und zahlreiche Zeichnungen hinterlassen.

31. Januar 1982: Tomas Gustafson und der Weltrekord im Eisschnelllauf

Copyright: Herbert Kårlin