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Donnerstag, 4. April 2019

Die Künstlerin und Regisseurin Fia-Stina Sandlund

Fia-Stina Sandlund kam am 4. April 1973 in einer liberalen, links orientierten Familie zur Welt und verbrachte ihre Kindheit in Linköping, einem Ort der Bürgerschicht in der die ganze Familie, die in Hippiekleidung unterwegs war, geradezu einen schreienden Kontrast bildete und Fia-Stina auch kaum akzeptiert wurde. Diese Situation änderte sich erst als Sandlund 1998 ein Studium an er Fotohochschule in Göteborg begann, das sie dann ab dem Jahr 2000 mit einem Studium am Konstfack in Stockholm ergänzte, wobei Sandlund von Beginn an vor allem eine Neigung zur Performance, Installationen und zum Filmen zeigte.

Bekannt wurde Fia-Stina Sandlund bereits 2001, als sie gemeinsam mit Joanna Rytel während der „Fräulein Schweden Gala“ die Bühne stürmte und die beiden Frauen eine Banderole mit der Aufschrift „Alter-Männer-Schleim“ hochhielten. Dabei ist Sandlund nicht einmal Feministin, sondern Künstlerin, die die Welt zum Nachdenken bringen will, damit in allen Bereichen des Lebens die Gleichstellung von Personen erreicht wird. In diesem Sinn sieht Sandlund auch die Grenzen der Kunst fließend, wenngleich sie bei allen ihren Werken Wert auf eine politische Botschaft legt, die man in der aktuellen Gesellschaft nur als radikal bezeichnen kann.

Die bisher bedeutendste Arbeit Fia-Stina Sandlunds ist die feministische Film-Trilogie Fröken Julie, bei der sie die frauenfeindlichen Meinungen August Strindbergs zerlegt und die Machtstrukturen der Gesellschaft zeigt. Sandlund, die zwischen 2007 und 2015 an diesen Kinofilmen arbeitete, schreibt mit diesem Film eine moderne Geschichte, die bei den meisten Betrachtern ein Unwohlsein hinterlässt, da Sandlund eine mögliche Gesellschaft zeigt, die jedoch erfordert, dass die Mehrheit der Bevölkerung den Mut dazu findet in das kalte Wasser zu springen um Vorurteile zu überwinden. Fia-Stina Sandlund provoziert in der Kunst, in der Literatur und im Film, auch wenn sie weiß, dass sie damit nicht als Gesellschaftskritikerin gesehen wird, sondern als radikale Feministin, denn noch immer ist die Männergesellschaft nicht Vergangenheit.


4. April 1611: Schweden und Dänemark kämpfen bei Kalmar
4. April 1764: Gustaf Johan Gyllenstierna wird zu Johan Axelsson
4. April 1773: Der Schauspieler und Sänger Carl Magnus Craelius
4. April 1812: Joseph Magnus Stäck, Künstler und Kunstprofessor
4. April 1869: Johan Göth und die Lokalgeschichte Smålands
4. April 1892: Edith Södergran, die erste Modernistin der schwedischen Literatur
4. April 1895: Der Operakällaren in Stockholm
4. April 1904: Der schwedische Kapellmeister Arne Hülphers
4. April 1915: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
4. April 1930: Victoria von Baden wird schwedische Königin
4. April 1957: Peter Englund und die Geschichte Schwedens
4. April 1966: Der schwedische Filmer Lorens Marmstedt
4. April 1973: Gösta Knutsson und Pelle Svanslös

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 26. Januar 2019

Der schwedische Künstler Harald Lindberg

Harald Lindberg kam am 26. Januar 1901 als Sohn eines Seemanns in Rumshamn auf Åland zur Welt und wurde im Alter von 15 Jahren Matrose um in die Spuren des Vaters zu treten. Im Jahr 1922 kehrte der spätere Künstler dann jedoch ganz zurück nach Åland und bereitete sich auf eine künstlerische Tätigkeit vor. Zwischen 1925 und 1929 besuchte Lindberg dann die Kunstakademie in Stockholm und hatte als Lehrer Carl Wilhelmson, der als Landschaftsmaler des Bohuslän einen bedeutenden Ruf erlangt hatte und seine Faszination auch an seinen Schüler weitergeben konnte.

Nach Abschluss seines Studiums widmete sich Harald Lindberg insbesondere der Landschaftsmalerei, die das Meer, die Küste und die Schären sehr gefühlvoll darstellen. Aber auch wenn Lindberg seine gefühlvollsten Leistungen in der Landschaftsmalerei brachte, so wurde er auch mit zahlreichen Portraits wichtiger Persönlichkeiten beauftragt, die heute teilweise in der staatlichen Portraitsammlung auf Gripsholm zu finden sind und er illustrierte die Jubiläumsausgabe Hemsöborna des schwedischen Schriftstellers August Strindberg.

Zugleich wurde Harald Lindberg auch mit der Verwirklichung zahlreicher öffentlicher Werke beauftragt, die von einem Fresko im Spånga Gymnasium über eine Wandmalerei in der Brantingschule in Uppsala bis zu Stockholmschilderungen im Zollamt der schwedischen Hauptstadt reichen. Selbst in vielen Kirchen Schwedens findet man Werke des Künstlers Harald Lindberg, der sein Atelier in der Nähe von Slussen hatte. Neben Altartafeln und Wandmalereien findet man in neun Kirchen Schwedens auch Glasmalereien des Künstlers, und für die Sankt Botvids Kapelle in Huddinge schuf er selbst einen fünf Meter hohen Gobelin. Lindberg starb am 4. August 1976 im Alter von 75 Jahren in Stockholm.


26. Januar 1818: Karl XIV. Johan erhält die Krone Schwedens
26. Januar 1865: Axel Wallengren, ein Humorist als Schriftsteller
26. Januar 1900: Die schwedische Künstlerin Agnes Börjesson
26. Januar 1912: Ein Kreuzer für Kriegszwecke aus privaten Mitteln
26. Januar 1924: Alice Nilsson, die schwedische Sängerin Alice Babs
26. Januar 1931: Carl Bildt, Diplomat, Schriftsteller und Kammerherr
26. Januar 1940: Die Zensur der schwedischen Presse ab 1940
26. Januar 1947: Prinz Gustaf Adolf, der Sportler der Bernadottes
26. Januar 1947: Der Flugzeugabsturs, der Schwedens Zukunft veränderte
26. Januar 1954: Der schwedische Künstler Carl Eldh
26. Januar 1979: Radon in schwedischen Häusern
26. Januar 2003: Gustaf von Platen, journalistische Romane ohne Skandale

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 22. April 2018

Der Schriftsteller Otto von Feilitzen

Otto von Feilitzen kam am 22. Aril 1820 in Skeda zur Welt und schrieb sich nach seiner Hochschulreife in Linköping 1838 an der Universität Uppsala ein um sich auf eine Karriere in der Administration vorzubereiten. Nach seinem Magister im Jahr 1845 begann von Feilitzen im Reichsarchiv zu arbeiten, wurde jedoch ab 1851 gleichzeitig Direktor des Stockholmer Gymnasiums. Auch wenn die Arbeit im Reichsarchiv üblicherweise mit der Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke verbunden war, veröffentlichte von Feilitzen nur sehr wenige historische Werke in jener Zeit, die zudem sehr oberflächlich gehalten waren und daher, in wissenschaftlichen Kreisen, wenig Einfluss hatten.

Ein weitaus größeres Interesse zeigte Otto von Feilitzen am Ausbildungssystem, sowie den religiösen und humanitären Problemen der Gesellschaft. Im Schulwesen strebte von Feilitzen eine durchgreifende Reform an, die vom reinen theoretischen Unterricht zur Schaffung einer rein intellektuellen Schicht mehr zu einem Ausgleich von Theorie und Praxis führen sollte, damit auch die gehobene Schicht Schwedens die Bedeutung und den Werk von körperlicher Arbeit verstehen könne. Um sein Ziel zu erreichen, veröffentlichte von Feilitzen hierüber zahlreiche Broschüren und auch umfassendere Publikationen, die insbesondere auch August Strindberg beeindruckten und dessen Anschauen zum schwedischen Schulwesen beeinflussten.

Otto von Feilitzen hatte bereits mit 20 Jahren sein erstes literarisches Werk Granneran i skärgården verfasst und sah sich in den Spuren des Schriftstellers Carl Jonas Love Almqvist, sowohl in seiner konservativen Einstellung zur Religion als auch den humanistischen Werten und der Darstellung des Lebens der Landbevölkerung. Otto von Feilitzen, der am 3. September 1889 in Stockholm starb, verfasste mehrere Romane zur Volksschilderung, die jeweils in mehreren Auflagen erschienen und auch ins Dänische und Finnische übersetzt wurden, wobei man jedoch diesen Werken, von heutiger Warte, kaum überzeugt ist, da von Feilitzen zu sehr seinem Idol nacheiferte als wirklich eine eigene Persönlichkeit in seinen Werken zu entwickeln.


22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1672: Georg Stiernhielm, der Vater der schwedischen Skalden
22. April 1796: Bernhard von Beskow die die konservative Literatur Schwedens
22. April 1822: Der schwedische Künstler Bengt Nordenberg
22. April 1872: Henning Berger und der desillusionierte Auswandererroman
22. April 1894: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
22. April 1919: Der Schriftsteller Torsten Ehrenmark
22. April 1929: Funktionalismus im Stockholmer Kaufhaus NK
22. April 1935: Der eigenwillige schwedische Architekt Carl Bergsten
22. April 1964: Karl Gerhard, der König der schwedischen Revue
22. April 2003: Maria Wine, die schwedische Poetin der Liebesgedichte

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 17. März 2018

Der schwedische Schauspielerin Augusta Lindberg

Augusta Lindberg kam am 17. März 1866 als Augusta Blomstedt in Stockholm zur Welt und begann 1880 in der Schauspielschule des königlichen Theaters Dramaten. Allerdings kam Lindberg mit der Leiterin der Schule nicht zurecht und suchte daher eine andere Möglichkeit Schauspielerin zu werden. Über eine andere Schülerin kam die junge Frau dann 1882 an August Lindberg, der vor kurzem eine Schauspielschule gegründet hatte, in Kontakt. Die angehende Schauspielerin konnte Lindberg überzeugen und wenige Tage nach dem Vorsprechen war sie Teil seiner Theatergesellschaft.

Nur zwei Jahre nach dem Treffen mit dem Theaterdirektor heirateten Augusta Lindberg und ihr Arbeitgeber. Vom ersten Tag an gelang es der Schauspielerin ihr Publikum zu fangen, da sie auch mit ihrer Persönlichkeit überzeugte und jede Bühnenrolle zur eigenen Rolle machte. Nach Susanna in Figaros Hochzeit und einer Reihe an Rollen in Ibsen-Stücken kam, nach Meinung der Kritik, ihre überzeugendste Rolle in Strindbergs Brott och brott, einem Stück, das für jede Schauspielerin eine enorme Herausforderung ist, da diese innerhalb des Stückes die unterschiedlichsten Gefühle überzeugend ausdrücken muss.

Auch wenn Augusta Lindberg insgesamt sechs Jahre lang bei der Theatergesellschaft ihres Mannes engagiert war, so trat sie auch mehrere Jahre lang im Stora Teatern in Göteborg auf, stand im Svenska Teatern in Helsingfors (Helsinki) ein Jahr lang auf der Bühne und wurde ab 1898 bis 1901 am Dramaten beschäftigt. Im Jahr 1919 bekam Lindberg  dann in Victor Sjöströms Film Hans nåds testamente ihre erste Filmrolle, der zwei weitere Filme folgten sollten, bis die Schauspielerin, die am 3. Dezember 1943 in Stockholm starb, an das Oscarsteatern als Schauspielerin und Theaterpädagogin ging.


17. März 1650: Die Karriere von Carl Carlsson Gyllenhielm
17. März 1719: Ulrika Eleonora wird Königin von Schweden
17. März 1735: Axel Wrede Sparre und die schwedischen Freimaurer
17. März 1796: Der schwedische Architekt Carl Fredrik Adelcrantz
17. März 1814: Der schwedische Künstler Johan Peter Molin
17. März 1858: Harald Molander, ein Leben für das Theater
17. März 1862: Der Architekt und Bauherr Wilhelm Klemming
17. März 1908: Weibliche Polizei in Schweden
17. März 2005: Czesław Słania, ein schwedischer Künstler der Miniatur
17. März 2008: Ein Doppelmord in Arboga 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 8. April 2017

Claes Malmberg, Schauspieler und Stand-Up-Comedian

Claes Malmberg kam am 8. April 1961 in Göteborg zur Welt und teilt sein berufliches Leben zwischen der Schauspielerei und der Stand-Up-Comedy, wobei er in beiden Bereichen einen großen Erfolg hat, zumindest seit seiner komischen Rolle Ronny Jönsson, in der man den Künstler ab 1988 im Rundfunk, Fernsehen und auf der Bühne finden konnte. Im Kontrast dazu bekennt sich Malmberg zum Buddhismus und einem sozialistischen Denken. Der Schauspieler und Komiker tritt auch aktiv für die Selbständigkeitsbewegung Tibets ein. Malmberg lebt zur Zeit in Stockholm und kann sich eine Rückkehr in die Provinzstadt Göteborg nicht vorstellen, da man dort nur über kumpelhafte Beziehungen etwas erreichen könne.

Nach dem ersten großen Erfolg als Ronny Jönsson wandte sich Claes Malmberg dann jedoch erst einmal der Stand-Up-Comedy zu, und ging mit Lennie Norman, einem Musiker und Stand-Up-Comedian, auf Tournee. Das Duo machte sich sehr schnell einen Namen und wurde dann für das Fernsehprogramm Måndagsklubben engagiert, wobei Malmberg in dieser Zeit auch parallel dazu in der TV-Satire Parlamentet zu sehen war. Es zeigte sich jedoch schnell, dass Claes Malmberg nicht ohne Film und Theaterbühne leben konnte. Seine erste bedeutende Rolle als Schauspieler war dann 1990 Thénardier in Les Miserables im Cirkus in Stockholm.

Für Claes Malmberg folgen dann zahlreiche weitere Auftritte, sowohl in ernsthaften, als auch in komischen Rollen, wobei er für die seine Rolle in der schwedischen Version des Broadway-Musicals Det våras för Hitler eine begehrte Goldmaske für die beste männliche Hauptrolle überreicht bekam. Malmberg zeigte ab den 90er Jahren seine volle künstlerische Breite, denn er stand nicht nur in bedeutenden Rollen auf der Bühne, sondern wirkte auch in den Astrid Lindgren Filmen mit und war in zahlreichen Unterhaltungsprogrammen im Fernsehen zu sehen. 2013 nahm er sogar, als Mitglied der Gruppe Ravaillasz an der schwedischen Vorausscheidung des Eurovison Song Contests teil. Seine bisher letzte große Rolle hatte Claes Malmberg in August Strindbergs Hemsöborna im Stadttheater in Stockholm.


8. April 1864: Die Karriere des schwedischen Schauspielers Oskar Textorius
8. April 1888: Die Sophiakirche in Jönköping wird eingeweiht
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt, der religiöse Dichter des 20. Jahrhunderts 
8. April 1931: Erik Axel Karlfeldt: Mit Poesie zum Nobelpreis der Literatur
8. April 1938: Der schwedische Einzelhandelgigant ICA
8. April 1956: M/S Gripsholm, von Schweden nach Amerika
8. April 1957: Sten Selander, vom Poeten zum Naturschützer Schwedens
8. April 1966: Mia Leche-Löfgren und die autobiographische Literatur Schwedens
8. April 1966: Die schwedische Pazifistin Mia Leche-Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 26. März 2017

Åke Grönberg, Schauspieler, Sänger und Regisseur

Åke Grönberg kam am 26. März 1914 als Sohn eines Schmiedes in ärmeren Verhältnissen in Stockholm zur Welt und hatte als Jugendlicher lediglich als Süßigkeitenverkäufer mit dem Kino Kontakt. Anschließend bildete sich Grönberg zum Schmied aus, aber da ihm der Beruf wenig sagte, wechselte er er mehrmals die berufliche Richtung. Seine wirkliche Karriere begann dann Anfang der 30er Jahre als Statist im Dramaten, denn während dieser Zeit entdeckte man sein Talent als Unterhalter, Schauspieler und Sänger. Schon 1936 arbeitete Grönberg dann an der Freilichtbühne im Skansen und in den Folgejahren zog er mit Theatergesellschaften durch Schweden.

Noch während der 30er Jahre entschied sich Åke Grönberg für eine sehr breite Aktivität, denn neben dem unterhaltenden Theater spielte er in Revuen und nahm die ersten Schallplatten auf, unter anderem mit den Erfolgshit Den gamla dansbanan. Innerhalb von nur zehn Jahren war Grönberg in ganz Schweden bekannt und trat auf den größten Bühnen des Landes auf. Insgesamt nahm Grönberg rund 300 Schallplatten auf, und auch auf der Theaterbühne überzeugte er mit einem extrem breiten Repertoire, das von einem Zirkusartisten und Landstreicher bis zu einer Rolle in August Strindbergs Fröken Julie reichte.

Åke Grönberg, der ohne jede Ausbildung zum Schauspiel gekommen war, hatte 1936 in Anders Henriksons 65, 66 och jag auch seine erste Filmrolle, der knapp 90 weitere Filmrollen folgen sollten, unter anderem in Paradis Oskar, der ersten Filmversion von Astrid Lindgrens Luffaren und Rasmus und in Ingmar Bergmans Gycklarnas afton. Gegen Ende seiner Karriere kehrte Grönberg mehr und mehr zum Theater zurück und ging dabei vom Lustspiel auf ernstere Rollen über, insbesondere im Dramaten und im Stadttheater in Stockholm. Åke Grönberg starb am 15. September 1969 im Alter von 55 Jahren an einem Herzinfarkt.


26. März 1747: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
26. März 1822: Die missglückte Ehrung von Karl XIII.
26. März 1828: Elisabeth Olin, die erste Primadonna Schwedens
26. März 1888: Elsa Brändström, der „Sibirische Engel“ aus Schweden
26. März 1920: Die schwedische Studentenzeitung Lundagård
26. März 1940: Christina Odenberg wird erster weiblicher Bischof Schwedens
26. März 1948: Jugendrevolte in Schweden
26. März 1963: Das Stadtviertel Krämaren wird die Galerie Krämaren
26. März 2015: Der Schriftsteller und Nobelpreisträger Tomas Tranströmer 

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Sonntag, 26. Februar 2017

Karin Smirnoff, die unbekannte Tochter Strindbergs

Karin Smirnoff kam am 26. Februar 1880 als Tochter von August Strindberg und Siri von Essen in Stockholm zur Welt. Als die Elfjährige von der Mutter erfuhr dass die Scheidung bevorstand, reagierte Smirnoff eher beruhigt und kehrte mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern nach Finnland zurück. Noch während ihres Studiums lernte Smirnoff den Lektor der russischen Sprache an der Universität Helsinki kennen, einen späteren russischen Revolutionär, und nahm bei der Ehe im Jahre 1914 auch seinen Namen an. Wegen seiner radikalen Einstellung verlor der Ehemann seinen Lehrauftrag und vier Jahre später zog das Ehepaar nach Stockholm.

Auch wenn Karin Smirnoff nie ein Verhältnis zu ihrem Vater aufbaute, so hatte sie doch einen seiner wichtigsten Charakterzüge geerbt, nämlich keine Angst vor der Gesellschaft zu haben. Dies drückte sich vor allem dadurch aus dass Smirnoff ganz offen Gesellschaftskritik betrieb und sich sehr stark für die Rechte der Frauen einsetzte und die Homosexualität verteidigte, beides absolute Tabuthemen jener Zeit. Vor allem hinsichtlich der Homosexualität zeigte sich Smirnoff extrem offen, was vermutlich damit zusammenhing dass ihre Mutter einige Jahre mit einer offen lesbischen Frau im Haus lebte und Smirnoff daher die Vorurteile der Zeit abschütteln konnte.

In den 20er und 30er Jahren begann Karin Smirnoff in Stockholm mehrere Romane zu veröffentlichen, die zwar von der Kritik gut aufgenommen wurden, aber bald nach der Erscheinung wieder vergessen waren, denn ihr literarischer Konkurrent war August Strindberg, der diese Jahre im literarischen Schweden dominierte. Auch die Themenwahl Smirnoffs war ein Problem, da sie in ihren Werken die Frau zum Widerstand aufrief, die Gesellschaft jedoch eine reine Männergesellschaft war. Ihr Schauspiel Ödesmärkt hatte dabei das größte Problem, denn erst zehn Jahre nach der Veröffentlichung wagte sich eine Experimentalbühne in Brüssel an das Stück und die erste größere Aufführung musste bis 1999 warten, fand also erst 26 Jahre nach dem Tod der Schriftstellerin, am 10. Mai 1973, die verdiente Anerkennung, und war auch um diese Zeit, wegen dem homosexuellen Thema, noch ein Vorreiter.


26. Februar 1416: Christoph von Bayern wird König in Schweden
26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden
26. Februar 1861: Die schwedische Künstlerin Fanny Brate
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 21. Februar 2017

Der Schauspieler und Regisseur Ivar Kåge

Ivar Kåge kam am 21. Februar 1882 als Sohn eines Großhändlers unter dem Namen Ivar Nilsson in Stockholm zur Welt und entschied sich sehr früh für eine Karriere im Theater. Bereits im ersten Jahr als Schüler im Dramaten hatte Kåge in August Strindbergs Carl XII. eine erste kleinere Nebenrolle. Während seiner Ausbildung von 1902 bis 1906 hatte der Schauspieler dann mehrere bedeutendere Rollen und stand, unter anderem, auch mit Harriet Bosse auf der Bühne. Sein erstes festes Engagement erhielt Kåge dann unmittelbar nach seiner Ausbildung am Stora Teatern in Göteborg.

Bereits nach einem Jahr in Göteborg wurde Ivar Kåge von Albert Ranft entdeckt und stand für diesen mehrere Jahre lang auf den Bühnen Stockholms, wobei er dort insbesondere die Rolle eines Liebhabers oder eines Helden spielte. Insbesondere die Rolle eines Liebhaber war Kåge über Jahre hinweg vorbestimmt. Im Jahr 1912 kehrte Kåge jedoch an das Dramaten zurück, dem er bis 1943 treu bleiben sollte, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Schauspieler am Dramaten die Möglichkeiten hatten auf der Bühne und im Film gleichzeitig zu arbeiten.

Ivar Kåge gehört zu jenen Schauspielern, die Film und Theater ab 1912 auf hervorragende Weise verbinden konnten und in beiden Bereichen großen Erfolg hatten, denn während Kåge im Dramaten ab den 20er Jahren einer der bedeutendsten Charakterschauspieler wurde, stand er bereits 1912 im Stimmfilm Trädgårdsmästaren unter Victor Sjöström vor der Kamera. Nach vier Stummfilmen kam für Kåge, der am 2. April 1951 in Stockholm starb, der Tonfilm. Der Schauspieler wirkte in über 50 Filmen
mit, teilsweise auch als Regisseur, ohne jedoch im Film eine bestimmte Richtung zu gehen, denn er spielte in diesen Jahren jede Art von Rolle. Neben seiner Tätigkeit im Film und auf der Bühne war Ivar Kåge auch über viele Jahre hinweg die Person, die am meisten Gedichte im Radio vortrug und vorlas.

21. Februar 1527: Der schwedische Revolutionär Knut Mikaelsson
21. Februar 1745: Der schwedische Architekt Olof Tempelman
21. Februar 1808: Der Finnische Krieg beginnt 1808 in Abborrfors (Ahvenkoski)
21. Februar 1861: Lars Levi Læstadius, der Apostel der Samen
21. Februar 1907: Der schwedische Ministerpräsident Erik Gustaf Boström
21. Februar 1950: Håkan Nesser, Kommissar Van Veeteren und Kommissar Barbarotti
21. Februar 1950: Håkan Nesser und Kommissar Van Veeteren
21. Februar 1976: Die ersten Paralympischen Winterspiele in Örnsköldsvik

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 15. Februar 2017

Der schwedische Künstler Alfred Nyström

Als Alfred Nyström an 15. Februar 1897 im Alter von 52 Jahren in Djursholm starb, galt er als einer der bedeutendsten Skulpteure seiner Zeit, der bereits mit seinem ersten Werk den Durchbruch hatte, seiner Bellman-Statue für die August Strindberg Modell saß und bis heute in Stockholm betrachtet werden kann. Im Gegenzug findet man in Strindbergs Roman Tjänstekvinnans son (Der Sohn einer Magd) auch den Künstler, auch wenn dabei der Vorname Alfred zu Albert wurde. Neben seinen großen Skulpturen schuf Nyström auch zahlreiche Porträtbüsten von denen man einige auch im Kunstmuseum Göteborg entdecken kann.

Alfred Nyström kam am 11. März 1844 als Sohn eines Schmiedes in Medevi im Östergötland zur Welt, wobei allerdings bei der Geburt kurz nach der Hochzeit der Eltern das Gerücht kursierte, dass der wahre Vater ein Kurgast war. Auch wenn Nyström bereits als Kind deutlich seine Neigung zur Kunst zeigte, so war er, aus finanziellen Gründen, gezwungen, ohne längere Schulbildung sehr früh als Schmied zu arbeiten. Dass Nyström 1866 bei Johan Peter Molin an der Kunstakademie in Stockholm Skulptur studieren konnte, verdankte er Axel Dickson, dem Besitzer des edlen Gutes des Ortes, denn dieser hatte die Fähigkeiten Nyströms früh erkannt und sollte ab der frühen Jugend des späteren Künstlers sein Mäzen sein.

Nach dem Erfolg mit seiner ersten Statue studierte Alfred Nyström drei Jahre lang in München, wo er für eines seiner Werke den ersten Preis erhielt, und arbeitete dann von 1875 bis 1884 in Rom, wobei er diese Aufenthalte ebenfalls seinem Mäzen Dickson verdankte. 1885 kehrte Nyström dann endgültig nach Stockholm zurück und stellte dort mehrmals seine Werke aus. 1889 wurde Nyström auch in die Kunstakademie gewählt und hatte damit die höchste Stufe eines Künstlers erreicht. Allerdings sind nicht alle seine Skulpturen wirklich künstlerische Werke, denn für seine Versorgung stellte Nyström auch zahlreiche Gebrauchsskulpturen und Porträtbüsten her.


15. Februar 1362: Håkan Magnusson, der König auf verlorenem Posten
15. Februar 1700: Casten Rönnow und das älteste Herbarium Schwedens
15. Februar 1794: Olof Celsius der Jüngere, Philosoph und Politiker
15. Februar 1819: Jacob Axelsson Lindblom, ein besonderer Bischof Schwedens
15. Februar 1820: Der schwedische Ministerpräsident Arvid Posse
15. Februar 1893: Hans von Euler-Chelpin erhält den Nobelpreis in Chemie
15. Februar 2004: Hasse Ekman, Regisseur, Schauspieler und Drehbuchautor 

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 11. Januar 2017

Die schwedische Künstlerin Fanny Låstbom

Fanny Låstbom kam am 11. Januar 1857 in vermutlich bürgerlichen Verhältnissen in Östhammar zur Welt. Über ihre Kindheit weiß man nahezu ebenso wenig wie über ihr Leben, wenn man davon absieht, dass sie eine sehr starke Persönlichkeit war, die sich nicht in die damals vorgegebenen Frauenrolle fügte, in Gesellschaften dominierte und Zigarre rauchte. Noch heute ist Låstbom in Frankreich bekannter als in Schweden, denn während in Schweden ihre Werke kaum ausgestellt wurden, stellte sie regelmäßig im Salon des Indépendants in Paris aus.

Fanny Låstbom begann sich erst Ende der 80er Jahre tiefer für das künstlerische Schaffen zu interessieren und bildete sich, unter anderem, privat beim Künstler Gustav Cederström zur Malerin aus. 1891 zog Fanny Låstbom für 13 Jahre nach Paris, machte in dieser Zeit jedoch auch zahlreiche Auslandsreisen und verwirklichte einige Gemälde in der Bretagne. Diese 13 Jahre gelten bei Fanny Låstbom, die am 7. März 1926 in Stockholm starb, zur Blütezeit, auch wenn bisher die meisten ihrer vom Impressionismus und Symbolismus beeinflussten Werke in unbekannten Händen sind. Sicher ist jedoch, dass Låstbom sich in Frankreich vom Verkauf ihrer Werke ernähren konnte.

Auch über die Zeit in Paris weiß man von Fanny Låstbom relativ wenig, was in gewisser Weise erstaunlich ist, denn die Künstlerin verkehrte dort nahezu täglich mit August Strindberg, kannte Bruno Liljefors sehr gut und war einige Zeit Zimmernachbarin mit Paul Gaugin. Dass Låstbom nach ihrer Rückkehr nach Schweden aus der Künstlerszene nahezu verschwand und bis heute nur für wenigen Kunstliebhabern ein Begriff ist, liegt vermutlich an ihrer Selbständigkeit, die in den sehr konservativen Kunstkreisen Schwedens zu Beginn des 20. Jahrhunderts jede Anerkennung verhinderte. Ein weiteres Problem dürfte sein dass Låstbom mit den Ideen der französischen modernen Kunst nach Schweden zurückkehrte, die von der Kunstakademie teilweise als abartig betrachtet wurde.


11. Januar 1436: Erich von Pommern im Kampf gegen die Hanse 
11. Januar 1732: Peter Forsskål, ein Vorreiter des schwedischen Liberalismus
11. Januar 1860: Der schwedische Architekt Aron Johansson
11. Januar 1877: Oskar Andersson, der erste Comiczeichner Schwedens 
11. Januar 1905: Das Reichstagsgebäude in Stockholm wird eingeweiht
11. Januar 1934: Der schwedische Schauspieler Sven Wollter
11. Januar 1936: Deutsche Nazigruppe wird aus Schweden ausgewiesen 
11. Januar 1985: Henry Olsson und die wissenschaftliche Literaturgeschichte

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 30. August 2016

Der Schriftsteller und Visionär Nils Herman Quiding

Nils Herman Quiding wurde am 30. August 1808 in Malmö geboren. Über seinen Werdegang ist kaum etwas bekannt, denn Quiding wird erstmals im Jahre 1838 als Redakteur der Malmö Tidning genannt, ein Amt, das er nur vier Jahre innehatte. In dieser Zeit begann Quiding sich auch für Gesetze und das Recht zu interessieren, was zu einer sehr aktiven Tätigkeit als Schriftsteller führen sollte, auch wenn die Meinungen Quidings sehr persönlich zu sehen sind. In diesen Jahren muss auch sein Gedanke gereift sein in der Politik aktiv zu werden, denn 1847 wurde er als Repräsentant des Bürgerstandes in den Reichstag gewählt.

Als Politiker entwickelte Nils Herman Quiding, obwohl er aus der bürgerlichen Schicht kam, die Grundlagen für den schwedischen Sozialismus, denn ab 1871 veröffentlichte er, unter dem Pseudonym Nils Nilsson Arbetskarl, den ersten Band seines bekanntesten Werkes, das er Slutliqvid med Sveriges lag nannte und das Bild einer, in seinen Augen, idealen Gesellschaft schuf, denn die klassische Familie sollte zu Gunsten eines Kollektivs verschwinden, die Kinder von der Regierung erzogen werden, die Altersschwellen sollten abgeschafft werden und Frauen und Männer sollten in allen Punkten die gleichen Rechte erhalten.

Nils Herman Quiding hat mit diesem Gedanken Personen wie August Palm, August Strindberg und Hjalmar Branting beeinflusst, aber seine Ideen waren so revolutionär, dass er kaum Leser für seine Bücher fand, denn Quiding ging mit seinen Ideen so weit sämtliche Reformen mit dem Erbe lösen zu wollen, denn da die Familie aufgelöst wurde, sollte alles an einen idealen Staat übergehen. Drei Jahre vor seinem Tod gab Quiding sein mehrbändiges politisches Werk erneut in einer Auflage von 100 Exemplaren heraus, die er bis zu seinem Tode am 26. Dezember 1886 nicht vollständig verschenkt hatte. Als die Erben seine auf dem Speicher liegenden Bücher verbrennen wollten, konnten nur einige wenige Exemplare gerettet werden, die man heute in der Stadtbibliothek i Malmö findet.


30. August 1721: Der Frieden von Nystad und der große nordische Krieg
30. August 1751: Der schwedische Erfinder Christopher Polhem
30. August 1795: Elis Schröderheim im Dienste von Gustav III.
30. August 1884: The Svedberg und ein Nobelpreis in Chemie
30. August 1884: Bror Emil Hildebrand, Gründer des Historischen Museums 
30. August 1888: Siri Derkert, Erneuerin der öffentlichen Kunst
30. August 1915: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May
30. August 1953: Polio-Epidemie in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Freitag, 19. August 2016

Das Västmanlands teater in Västerås wird eingeweiht

Erik Hahr, der damalig Stadtarchitekt von Västerås, baute 1915 in relativ kurzer Zeit ein Gebäude, das das zukünftige Theater der Stadt beherbergen sollte und dem schwedischen Funktionalismus entspricht, der damals modernsten Architektur, die weitgehend auf Ausschmückungen verzichtet, selbst bei einem Theater. Die Bauarbeiten gingen so zügig voran, dass das Gebäude bereits am 19. August 1915 eingeweiht werden konnte. Da das Västmanlands teater natürlich noch keine eigenes Ensemble hatte, führte am Abend das reisende Theater von Allan Ryding  das Stück Gustav Vasa von August Strindberg auf, ein Stück, das Strindberg in Schweden die Anerkennung gebracht hatte und im Dramaten in Stockholm seine Uraufführung hatte.

Als das Västmanlands teater fertig gestellt war, so verfügte es über etwa 500 Sitzplätze, die nach mehreren Modernisierungen auf 400 Plätze schrumpften, wobei das Theater dabei allerdings auch zwei weitere, kleinere Bühnen erhielt. Wie zu jener Zeit üblich, so wurden im Västmanlands teater natürlich zu Beginn nicht  nur Theaterstücke von reisenden Gesellschaften geboten, sondern auch lokale Revuen, und vor allem handelte es sich um ein Kino, das noch bis Mitte der 50er Jahre existierte. Theater und Kino waren in jenen Jahren in nahezu ganz Schweden als Einheit zu sehen, was auch zum Namen teaterbio, also Theaterkino, führte.

Mit dem Ende der Kinovorstellungen im Västmanlands teater tauchte im Stadtrat von Västerås auch erstmals die Frage nach einem eigenen Theaterensemble auf. Allerdings sollte es noch bis 1963 dauern bis der Stadtrat einen Intendanten anstellte, der sich mit dieser Frage ernsthaft auseinandersetzen sollte. Vier Jahre später verfügte das Theater in Västerås über ein eigenes Ensemble. Weitere zehn Jahre später war das Västmanlands teater dann zu einer regionalen Einrichtung geworden und das Ensemble wurde ebenfalls auf regionalem Niveau geschaffen. Seit einer weiteren Umstrukturierung des Theaters im Jahre 2012 verfügt das Västmanlands teater über elf fest angestellte Schauspieler.


19. August 1252: Die zweifelhafte Gründung von Stockholm
19 August 1745: Johan Gottlieb Gahn, der uneigennützige Chemiker Schwedens
19. August 1772: Schwedischer Staatsstreich mit großen Folgen
19. August 1808: Henrik af Chapman macht den Schiffsbau zur Wissenschaft
19. August 1826: Lars von Engeström, der erste Außenminister Schwedens
19. August 1922: Das Schlosstheater Drottningholm auf Lovön im Mälaren
19. August 1936: Oscar von Sydow, für acht Monate Ministerpräsident Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

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Dienstag, 12. Januar 2016

Die schwedische Schriftstellerin Marika Stiernstedt

Marika Stiernstedt kam am 12. Januar 1875 als Tochter des Militärs und Freiherren Wilhelm Stiernstedt in Stockholm zur Welt und erhielt von ihrer polnischen Mutter eine rein katholische Erziehung. Obwohl sich Stiernstedt, die in Uppsala aufwuchs, sehr früh gegen das Frauenbild, das ihre Religion sah, wehrte, blieb sie bis zum Ende ihres Lebens katholisch. Trotz der Widerstände ihrer gesellschaftlichen Umgangsschicht sah Stiernstedt die Zukunft der Frau bei Bildung und einer gewissen persönlichen Freiheit, die ihr der Katholizismus nicht genehmigte.

Da die Erziehung und die Ausbildung von Marika Stiernstedt nach gehobenem katholischem Ideal erfolgen sollte und zu Hause vor allem Französisch gesprochen wurde, wurde die junge Stiernstedt im Alter von 13 Jahren in eine Klosterschule bei Paris geschickt, was vor allem dazu führte, dass die spätere Schriftstellerin nach ihrer Rückkehr nach Schweden sich als Autodidakt eine gewisse Bildung aneignen musste. Sehr viele ihrer Denkanstöße kamen von Ola Hansson und August Strindberg, deren Werke sie verschlang. Erstaunlich für jene Zeit war jedoch, dass Stiernstedts Vater ihre ersten Schritte zur Autorin unterstützte und daher 1894 Sven Vingedal, der erste Roman von Marika Stiernstedt, unter dem Pseudonym Mark Stern erscheinen konnte.

Ab 1905 trat Marika Stiernstedt mit ihrem Namen Marika Cederström als Schriftstellerin an die Öffentlichkeit, ging jedoch ein Jahr später, nach der Scheidung von Carl Cederström auf ihren Mädchenname zurück. Im Gegensatz zu den meisten Autorinnen ihrer Zeit, schildert Stiernstedt nicht das Leben ihrer Epoche, sondern das Verhältnis zwischen Mann und Frau und bindet dabei auch die Erotik ein. Auch wenn dies als skandalös betrachtet wurde, so hatte sie als Adelige und sich selbstversorgende Frau einen gewissen Freibrief, den sie auch während ihrer zweiten Ehe mit Ludvig Nordström behalten konnte. Die meisten Romane von Marika Stiernstedt, die am 25. Oktober 1954 in Finja in Skåne (Schonen) starb, haben kein glückliches Ende, da es in ihren Werken unmöglich scheint dass sich ein Liebesleben mit dem Selbständigkeitsstreben einer Frau vereinen lässt.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 31. Oktober 2015

Axel Munthe, Schriftsteller und Arzt

Axel Munthe kam am 31. Oktober 1857 als Sohn eines Apothekers in Oskarshamn zur Welt und studierte nach seiner Hochschulreife an der Universität Uppsala Medizin und Philosophie, ging jedoch nach seinem Examen erst an die Universität Montpellier und anschließend nach Paris um dort 1880 seinen Doktor zu machen. Ab dem Folgejahr arbeitete Munthe als Gynäkologe in der französischen Hauptstadt, begann sich dann jedoch mehr und mehr auf Nervenkrankheiten zu spezialisieren. Während dieser Jahre verkehrte der Arzt insbesondere in der skandinavischen Künstlerkolonie und wurde, unter anderem, auch der persönliche Arzt von August Strindberg, obwohl beide Personen eine sehr unterschiedliche Lebenseinstellung hatten und kaum als Freunde bezeichnet werden konnten.

Als 1884 in Neapel eine Choleraepidemie ausbrach, ging Axel Munthe unmittelbar nach Italien um dort Hilfe zu leisten. Italien sollte auf den Arzt eine besondere Anziehungskraft ausüben, denn nach der Scheidung von seiner ersten Frau im Jahre 1888 verließ Munthe endgültig Paris um sich auf Capri niederzulassen. Nach zwei Jahren an Depressionen und Geldmangel entschied sich der Arzt jedoch eine Praxis in Rom zu eröffnen, wo er sich, auf Grund seiner damals modernen Behandlungsmethoden sehr schnell in einen Modearzt verwandelte. Im gleichen Jahr, als Munthe seine Praxis in Rom eröffnete, baute er auf Capri eine Villa, die heute noch unter dem Namen San Michele weltberühmt ist. Die Kunstsammlungen, die Munthe in seiner Villa sammelte, führten auch dazu, dass Capri sehr bald von kulturellen und königlichen Gästen heimgesucht wurde und die italienische Insel schließlich in ein touristisches Paradies verwandelten.

Im Jahre 1892 wurde Axel Munthe gebeten der persönliche Arzt von Kronprinzessin Victoria zu werden, was damit verbunden war, dass der Arzt ab 1893 jedes Jahr längere Zeiten auf dem Schloss in Stockholm wohnte und ein Freund des künftigen Königs Gustav V. wurde. 1903 wurde Munthe dann offiziell königlicher Hausarzt, was allerdings während des Zweiten Weltkrieges zu gewissen Problemen geführt haben könnte, da Munthe sich gegen den Nationalsozialismus aussprach, das Königshaus jedoch geschlossen hinter Hitler stand. Erstaunlich ist daher auch, dass der Arzt 1937 mit Hermann Göring über den Verkauf seiner Villa auf Capri verhandelte und Munthe auch akzeptierte mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ganz im Stockholmer Schloss einzuziehen, wo der Arzt und Schriftsteller auch am 11. Februar 1949 starb.


31. Oktober 1878: Die Dampfmühle Eldkvarn in Stockholm brennt
31. Oktober 1916: Carl Bernadotte und die Affäre Huseby
31. Oktober 1920: Die schwedische Fußballlegende Gunnar Gren
31. Oktober 1924: Lars Widding, der Vielschreiber des 20. Jahrhunderts
31. Oktober 1924: Der schwedische Schriftsteller Lars Widding
31. Oktober 1962: Mari Jungstedt und Kommissar Anders Knutas aus Gotland
31. Oktober 2006: Der Umskalstunneln zwischen Schweden und Norwegen

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 1. August 2015

Prinz Eugen von Schweden und die Kunst

Prinz Eugen von Schweden, oft auch nur Eugen Nikolaus genannt, wurde am 1. August 1865 als jüngster Sohn von Oscar II. und Sofia von Nassau auf Schloss Drottningholm geboren und begann nach seiner Hochschulreife im Jahre 1884 an der Universität Kristiania in Oslo zu studieren, brach das Studium jedoch bereits nach wenigen Monaten ab um Ägypten, Syrien und die heutige Türkei zu besuchen. Nach seiner Rückkehr nach Schweden besuchte der schwedische Prinz, der gleichzeitig Herzog von Närke war, ein Jahr lang die Universität Uppsala um dort ein Kunststudium zu beginnen, das er jedoch ebenfalls nie abschloss.

Auch wenn sicher ist, dass Prinz Eugen von Schweden sich sehr früh für Kunst interessierte und zu malen begann, so ist über seine ersten Schaffensjahre wenig bekannt. Erst 1887 gab der königliche Hof bekannt, das der Prinz zu Kunststudien nach Paris aufgebrochen war, wo er unter dem Pseudonym Monsieur Oscarsson auftrat. Während Prinz Eugen in Paris vor allem nach lebenden Modellen malte, malte er während seiner schwedischen Aufenthalte in Österbillsjö die Natur in Skåne (Schonen). Als Eugen Nikolaus während der Pariser Weltausstellung im Jahre 1889 erstmals einige seiner Werke ausstellte, signiert mit Eugène, wurde seine wahre Identität aufgedeckt und der Prinz konnte ab dieser Zeit auch offiziell als Künstler auftreten.

Landschaften und später Motive aus den Schären vor Stockholm sind die bedeutendsten Bilder des Künstlers, der jedoch auch die Werke anderer Künstler sammelte, unter anderem von Anders Zorn, Carl Larsson und Ivan Aguéli. Privat kann man Prinz Eugen von Schweden geradezu als Revolutionär sehen, denn als der im Königshaus verhasste August Strindberg Geld für sein Intima teatern in Stockholm benötigte, so kam ihm der Prinz zu Hilfe. Prinz Eugen kaufte auch das vom  Nationalmuseum abgelehnte Strömkarlen von Ernst Josephson und er arbeitete, im Gegensatz zum Königshaus, intensiv gegen den Nazismus und unterstützte dabei auch die verhasste Mia Leche Löfgren. In seinem Erbvertrag vermachte Prinz Eugen, der am 17. August 1947 starb, seine gesamte Gemäldesammlung dem schwedischen Staat.

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 21. Mai 2015

Der schwedische Künstler Kurt Jungstedt

Kurt Jungstedt kam am 21. Mai 1894 in Stockholm als Sohn eines Regisseurs und einer Opernsängerin zur Welt und begann 1909 an der kunsthandwerklichen Tekniska Skolan zu studieren bevor er 1911 zur Malerschule Carl Wilhelmson wechselte um dort Malerei zu lernen. Von der traditionellen Malerei begann sich Jungstedt dann jedoch erst 1917 zu lösen, als er in Dänemark in der schwedischen Künstlerkolonie begann mit dem Kubismus zu experimentieren und sich dem Expressionismus öffnete und nach einem persönlichen Stil suchte.

Von Beginn an erwies sich jedoch auch, dass sich Karl Jungstedt nicht nur als Maler sah, sondern gleichzeitig als Dekorationsmaler und Illustrator. Dies zeigte sich deutlich im Jahre 1919, als Jungstedt in Skagen auf Evert Taube stieß für den er unmittelbar das Werk Sju sjömansvisor och Byssan Lull illustrierte. Diese Arbeit machte den Künstler unmittelbar als Buchillustrator bekannt und führte auch dazu, dass er zwei Jahre später, als er in Paris das Atelier von Carl Larsson übernahm, neben der Malerei, für Zeitungen zu arbeiten begann, Plakate malte und die Dekoration für August Strindbergs Advent im Djurgårdsteatern malte.

Als Dekorateur machte sich Kurt Jungstedt international bekannt als er 1928 an der Einrichtung der M/S Kungsholm und ein Jahr später an der M/S Drottningholm teilnahm, denn beide Schiffe gelten noch heute als die weltweit künstlerisch wertvollsten Schiffe Schwedens, die je gebaut wurden. Nach einem längeren Ausflug in die sensuelle Aktmalerei, die Jungstedt allerdings damals eher Kritik einbrachte, übernahm der Künstler das Atelier von Anders Zorn in Stockholm und malte dort seine bekanntesten Ölgemälde, die man heute in den größten Museen Schwedens finden kann. Seine Ölgemälde jener Zeit sind gleichzeitig Dokumente des früheren Stockholm, da Jungstedt vom Fenster aus einen Blick auf Skeppsbron und die Gamla stan hatte.


21. Mai 1085: Knut der Heilige verleiht Helsingborg die Stadtrechte
21. Mai 1742: Lars Roberg, der Gründer des Akademiska Sjukhuset
21. Mai 1751: Gudmund Jöran Adlerbeth und die gustavianische Epoche Schwedens
21. Mai 1800: Carl August Ehrensvärd, ein Admiral als Künstler
21. Mai 1875: Sophia Isberg, als Künstlerin bekannt als Jungfru Isberg
21. Mai 1949: Björn Ranelid, die Selbstüberzeugung in Person
21. Mai 1968: Der schwedische Künstler Bror Hjorth
21. Mai 1975: Marit Bergman und die Popkolonie für Mädchen
21. Mai 2010: Die schwedische Sängerin Anna-Lena Löfgren

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 10. April 2014

Max von Sydow, zwischen Schweden und Broadway

Max von Sydow wurde am 10. April 1929 in Lund geboren und begann unmittelbar nach seiner Hochschulreife im Jahre 1947 eine Schauspielausbildung am Dramaten in Stockholm. Nach zwei Jahren Engagement am Stadttheater Norrköping-Linköping kam von Sydow 1953 dann ans Stadttheater in Malmö an dem Ingmar Bergman unmittelbar die Fähigkeiten des Schauspielers erkannte und ihn bei einigen seiner bedeutendsten Theaterstücke jener Zeit einsetzte.

Als Max von Sydow im Jahre 1965 als Jesus die Hauptrolle in The Greatest Story Ever Told (Die grösste Geschichte aller Zeiten) spielte begann die Hollywoodkarriere des Schauspielers und seine Hauptrollen in Schweden wurden seltener, auch wenn man von Sydow noch in Jan Troells Utvandrarna (Emigranten), Ingenjör Andrées luftfärd (Der Flug des Adlers) oder Hamsun sehen konnte. Aber bereits die für ihn vorgesehene Hauptrolle in Bergmans Fanny och Alexander kam nicht zu stande, da der Regisseur die geforderte Gage des Schauspielers unmöglich bezahlen konnte. Von Sydow hat diese Entscheidung später extrem bedauert, aber er hatte sich bei seiner Entscheidung auf seinen Agenten verlassen.

Während seiner grössten Zeit spielte Max von Sydow, der im Jahre 2002 die französische Staatsbürgerschaft annahm, Theater am Broadway, zeigte jedoch immer wieder ein gewisses Heimweh nach Schweden, was auch dazu führte, das von Sydow 1988 für kurze Zeit ans Dramaten in Stockholm zurückkehrte um mit August Strindbergs Mäster Olof (Meister Olof) auf der Bühne zu stehen. Im gleichen Jahr begann der Oscarpreisträger auch als Filmregisseur zu arbeiten und realisierte sein Erstlungswerk Ved vejen (Am Weg) des dänischen Autors Herman Bang.


10. April 1216: Erik Knutsson und die erste Krönung Schwedens
10. April 1728: Nicodemus Tessin der Jüngere und das Stockholmer Schloss
10. April 1946: Mikael Wiehe, mit Allsång die Regierung stürzen
10. April 1947: Die schwedische Sängerin Lena Maria Gårdenäs
10. April 1990: Das Ivar Lo-Johansson Museum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin