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Donnerstag, 25. April 2019

Der schwedische Künstler Ewald Dahlskog

Ewald Dahlskog kam am 25. April 1894 als Sohn eines Buchdruckers in Stockholm zur Welt und machte zwischen 1905 und 1908 eine Ausbildung als Lithograf in der Zentraldruckerei der schwedischen Hautstadt. Nach Beendigung der Ausbildung machte Dahlskog eine vierjährige künstlerische Ausbildung an der Tekniska Skolan, um anschließend zwischen 1913 und 1917 an der Kunsthochschule in Stockholm zu studieren. Wie zu jener Zeit üblich, folgte dieser Ausbildung dann eine Studienreise nach Frankreich, Italien, Tunesien, Deutschland und England.

Im Jahr 1917 hatte Ewald Dahlskog seine erste Ausstellung, wobei sich seine Werke von Beginn an durch eine reiche Ornamentik auszeichneten. Die Eindrücke für seine Werke holte sich Dahlskog insbesondere bei seinen Auslandsreisen, die er als Inspirationsreisen bezeichnete. Seine Bilder, die er in Frankreich und Afrika geschaffen hatten, beeindruckten vor allem bei der ersten Ausstellung der Optimisten in der Kunsthalle Liljevalch im Jahr 1926. Innerhalb der Künstlergruppe nahm Dahlskog eine führende Rolle ein, wobei er an allen Ausstellung der Gruppe bis 1930 teilnahm.

Ewald Dahlskog zeichnte sich jedoch nicht nur als Maler aus, denn vor allem in den 20er Jahren entstanden auch Werke in anderen Bereichen, die ihn zu einem führenden Künstler jener Epoche machten. In diesem Rahmen sind insbesondere seine Intarsienarbeiten zu nennen, die man im Konzerthaus in Stockholm sehen kann. Zwischen 1926 und 1929 arbeitete Dahlskog zudem für die Glashütte Kosta und erneuerte das geschliffene Glas, das der Firma zu einem neuen Aufschwung verhalf, und Ende des Jahrzehnt schuf er Ausstellungsstücke für die Fayencefabrik Boberg in Gävle, die während der Stockholmausstellung des Jahres 1930 präsentiert wurden. Ewald Dahlskog starb am 25. September 1950 in Gävle.


25. April 1529: Der Aufruhr gegen Gustav Vasa endet in Broddetorp
25. April 1709: Der Architekt und Erfinder Carl Johan Cronstedt
25. April 1744: Anders Celsius und die Celsius-Skala
25. April 1750: Der schwedische Astronom Olof Hjorter
25. April 1877: Der Künstler und Schriftsteller Ernst Norlind
25. April 1887: Der schwedische Künstler Gösta Sandel
25. April 1892: Der schwedische Künstler Arvid Knöppel
25. April 1926: Ellen Key und die kulturelle Frauenbewegung Schwedens
25. April 1926: Ellen Key und die befreite Arbeiterfrau
25. April 1945: Björn Ulvaeus, die Zeit vor und nach ABBA
25. April 1981: Anja Pärson, alpine Skiläuferin

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 21. April 2019

Die Balletttänzerin Elsa-Marianne von Rosen

Elsa-Marianne von Rosen kam am 21. April 1924 als Tochter des Künstlers Reinhold von Rosen in Stockholm zur Welt, wuchs jedoch überwiegend im Sörmland auf. Ihre Karriere als Balletttänzerin begann im Grunde sehr spät, denn erst als 13-jährige, als sie wieder von ihren Eltern zu ihrer Großmutter nach Stockholm zog, begann sie eine Ausbildung als Tänzerin. Von Rosen setzte ab dieser Zeit alles in den Balletttanz und schon zwei Jahre später wurde sie erstmals, wegen ihres Könnens, von den Dagens Nyheter in einem Artikel genannt. Nach mehreren Jahren an Privatausbildung perfektionierte sich von Rosen dann mit Hilfe von Harald Lander, dem damaligen Ballettdirektor des Königlichen Theaters in Kopenhagen.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Tänzerin hatte Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1941 im Konzerthaus in Stockholm, was auch der Beginn ihrer Karriere wurde, denn 1943 erhielt sie das Angebot im Varieté "National Scala" in Kopenhagen zu tanzen, was ihr wiederum dazu verhalf Gastschülerin in der Ballettschule des Königlichen Theaters zu werden und Kontakte mit der internationalen Tanzwelt zu knüpfen. Als von Rosen dann nach Stockholm zurückkam, wurde ihre die Position der Primadonna im Oscarsteatern angeboten, das um diese Zeit einige Ballettabende auf den Spielplan setzte, ansonsten aber die Ballettgruppe auf internationale Tourneen schickte.

Bekannt wurde Elsa-Marianne von Rosen im Jahr 1950, als sie in der Königlichen Oper in Stockholm als Fröken Julie auf die Bühne trat, ein Stück mit dem sich die Künstlerin persönlich identifizierte. Bis heute gilt Elsa-Marianne von Rosen, die am 7. September 2014 in Kopenhagen starb, als die beste Julie aller Zeiten. Um die gleiche Zeit begann von Rosen auch als Choreographin zu arbeiten und gründete mit ihrem Ehemann das Skandinaviska Beletten. Von 1970 bis 1976 war von Rosen Ballettchef beim Stora Teatern in Göteborg und von 1980 bis 1987 beim Malmöbaletten. Obwohl von Rosen nach einer Operation nicht mehr sprechen konnte, wirkte sie noch im Jahr 2012 beim Dokumentarfilm Ballerina mit, mit dem Maja Friis das Leben der Künstlerin verfilmte.


21. April 1644: Der schwedische Befehlshaber Torsten Stålhandske
21. April 1816: Der Kriegsherr Johan af Puke
21. April 1849: Hedemora in Dalarna bekommt eine Feuerwehr
21. April 1612: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
21. April 1909: Die Saluhallen (Markthalle) in Lund
21. April 1912: Siri von Essen, die stärkste Frau Strindbergs
21. April 1917: Streik und Revolution in Schweden
21. April 1948: Klasse Möllberg, der Liebling schwedischer Kinder
21. April 1996: Der Cedergrenska Turm in Danderyd 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 7. April 2019

Das Konzerthaus in Stockholm

Das Konzerthaus in Stockholm war eines der ersten Gebäude Schwedens, das konkret für Orchestermusik gebaut wurde, also nicht mehr mehrere Funktionen gleichzeitig hatte. Zum anderen handelt es sich dabei um eines der bedeutendsten Gebäude Schwedens, das im Klassizismus der 20er Jahre erbaut wurde. Für die Formgebung des Konzerthauses wurden mehrere Künstler der Epoche beschäftigt, wobei der Bau so einzigartig wurde, dass er heute den Marktplatz Hötorget geradezu dominiert und den Blick auf sich zieht. Eingeweiht wurde das Konzerthaus in Stockholm am 7. April 1926.

Ab dem Jahr 1926 werden im Konzerthaus in Stockholm auch die Nobelpreise in Medizin, Physik, Chemie und Literatur ausgeteilt, seit 2004 der Polar Music Prize, seit 2008 der Augustpreis und seit 2010 auch der Literaturpreis zur Erinnerung an Astrid Lindgren. Diese Ereignisse zeigen, welche Bedeutung dieses Gebäude im kulturellen Leben Stockholms seit seiner Gründung übernommen hat und welches architektonische Denkmal sich der Architekt Ivar Tengbom mit dem Konzerthaus geschaffen hat, das schon heute alle Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt.

Der Gedanke zum Bau einer Konzerthalle tauchte in Stockholm bereits gegen 1860 auf, aber zur Realisierung der Idee fanden sich mehrere Hürden, zum einen die Platzfrage, zum anderen die Finanzierung, so dass der erste Bauplan des Architekten Johan Fredrik Åbom nie verwirklicht wurde und die Vorführungen der Symphonie Stockholms zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die alte Gasglocke gelegt wurden, was akustisch nicht unbedingt eine ideale Lösung war. Erst gegen Ende des Ersten Weltkriegs hatte man den idealen Platz für das Konzerthaus gefunden, auch wenn man für den Bau des Konzerthauses erst einmal Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert abreißen musste. Die Finanzierung wurde dann durch private Spenden und eine bedeutende Donation von Rosa Nachmanson geklärt, die der Stadt ein Vermögen für kulturelle Zwecke hinterlassen hatte.


7. April 1651: Der schwedische Feldherr Lennart Torstenson
7. April 1859: Der Künstler Johan Axel Gustaf Acke
7. April 1878: Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom
7. April 1906: Die schwedische Rechtschreibreform von 1906 
7. April 1908: Ebba Lindqvist, Gedichte vom Meer und dem Bohuslän 
7. April 1914: Die drei Berufe des Schweden Albert Theodor Gellerstedt 
7. April 1953: Dag Hammerskjöld, eine schwedische Legende 
7. April 1990: Brand auf der M/S Scandinavian Star bei Lysekil im Bohuslän

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. Februar 2019

Die Orgel im Konzerthaus in Stockholm

Wer heute das Glück hat während eines Konzertes im Stockholmer Konzerthaus die am 9. Februar 1982 eingeweihte Orgel zu hören, wird von diesem Klang geradezu berauscht sein, denn die von der Grönlunds Orgelbyggeri gebaute Orgel hat, vom Klang her, nur noch einen Konkurrenten, nämlich die Orgel im Concertgebouw in Amsterdam. Dennoch ist die Orgel in Stockholm bekannter, denn während der Nobelfeiern wird die Fassade dieser Orgel jedes Jahr einem weltweiten Publikum gezeigt, eine Orgel an der bereits die bekanntesten Organisten während eines Gastspiels saßen, wobei diese Orgel seit 2008 digital gesteuert wird und es ermöglicht 20.000 Klangkombinationen zu speichern.

Der Weg zu dieser Konzertorgel war allerdings sehr lang, denn als Ivar Tengbom den Auftrag für den Bau des Konzerthauses erhielt, hatte er seine eigenen Ideen hinsichtlich einer Orgel. Nicht nur dass im großen Saal ein Orchester mit 100 Musikern und ein Chor mit 150 Personen Platz haben sollte, die Orgel sollte geteilt werden und je eine Hälfte auf den beiden Seiten der Bühne Platz finden. Das Ergebnis war entsprechend, denn die dadurch auftretenden Klangverzögerungen machten ein Zusammenspiel zwischen Orchester und Orgel nahezu unmöglich. Da eine Orgel jedoch eine immense Investition ist, so musste diese noch bis 1970 dienen.

Im Jahr 1970 wurde das Konzerthaus renoviert und man entschied sich, als anschliessende Übergangslösung, eine elektronische Yamahaorgel zu kaufen. Bereits bei der Einweihung des modernisierten Konzerthauses im Jahr 1973 stellte man jedoch fest, dass die Idee nicht gerade ideal war, denn, nach Meinung der Musiker des Stockholmer Konzerthauses, entsprach der Klang dieser Orgel mehr einem Mückenscharm aus Nordschweden als einer Kombination von Tönen. Schon 1976 erhielt daher der Direktor des Konzerthauses den Auftrag sich Gedanken über eine andere Lösung zu machen. Letztendlich konnte man dann die heutige Orgel bauen lassen, was jedoch auch einige Zeit in Anspruch nahm, da die Kosten für das Wunderwerk bei 7,2 Millionen Kronen lagen.


9. Februar 1753: Der schwedische Architekt Carl Hårleman
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom modernen Dichter zum Bischof
9. Februar 1772: Frans Michael Franzén, vom Skalde zum Bischof
9. Februar 1853: Die Stiftung Arbetarbostadsfonden
9. Februar 1910: Das Alkoholmonopol in Schweden
9. Februar 1916: Helmer Linderholm und der historische Roman Schwedens
9. Februar 1946: Der Frukostklubben, noch heute eine Legende Schwedens
9. Februar 1974: Der schwedische Orientalist Henrik Samuel Nyberg
9. Februar 1996: Der Vinterparken (Winterpark) in Östersund

Copyright: Herbert Kårlin

Oslo Führer

Samstag, 10. März 2018

Der Glaskünstler Simon Gate

Simon Gate wurde am 10. März 1883 als Sohn eines Landwirts in Södra Fågelås geboren und besuchte von 1902 bis 1905 die höhere kunstindustrielle Schule in Stockholm, um jedoch an anschließend noch ein vierjähriges Studium an der Kunsthochschule zu absolvieren. Nach Abschluss seines Studiums im Jahre 1909 arbeitete Gate insbesondere als Porträtmalerei und Buchillustrator. Erst als Gate 1916 von der Glashütte Orrefors angestellt wurde um künstlerisches Glas zu schaffen, sollte der Künstler dann tatsächlich seinen Weg finden.

Bei Orrefors hatte Simon Grate den Auftrag den Gläsern eine künstlerische Form zu geben, wobei Orrefors diesen Schritt auch gut vorbereitet hatte, denn bereits im kommenden Jahr sollte bei der Nordiska Kompaniet (NK) eine Ausstellung mit den neuen Produkten erfolgen, auch wenn Grate bis dahin nur eine kleine Kollektion seiner Gläser hatte und die meisten seiner Pläne nur als Skizzen vorlagen. Für diese erste Kollektion hatte Grate, gemeinsam mit dem Glasbläsermeister Knut Bergqvist, eine neue Technik entwickelt bei der verschiedenfarbige Glasschichten sich überlagerten und zudem verschiedene Figuren im geblasenen Glas integriert wurden. Diese Gläser wurden von Orrefors als Graalgläser vermarktet und werden heute von Sammlern geradezu zu Phantasiepreisen erworben.

In den 20er Jahren kam dann die Glanzzeit Simon Grates, als er, gemeinsam mit Edward Hald, die Glasgravur bei Orrefors einführte, was mit gewissen Problemen verbunden war, da man die Graveure erst ausbilden musste um künstlerische Werke zu schaffen, wobei die sehr dünnwandigen Gläser der Zeit nur durch eine hochqualitative Gravur ihren Wert erhielten. Bereits bei der Stockholmausstellung des Jahres 1930 sieht man dann die dritte Phase des Künstlers, der nun zu dickwandigem Glas greift, das auch die Glasskulptur ermöglicht, wobei Grate in diesem Jahrzehnt auch zahlreiche Monumentalwerke aus Glas herstellte, unter anderem für das Konzerthaus in Göteborg. Simon Grate, der am 11. Mai 1945 in Hälleberga starb, gilt als jener Glaskünstler, der die Glashütte Orrefors zu seiner  ersten Glanzperiode brachte.


10. März 1383: Der schwedische Erzbischof Birger Gregersson
10. März 1222: Johan Sverkersson, der letzte König eines Geschlechtes
10. März 1724: Urban Hjärne und die schwedischen Hexenprozesse
10. März 1776: Der schwedische Kaufmann Niclas Sahlgren
10. März 1880: Thekla Knös und der literarische Salon Knös in Uppsala
10. März 1911: Olof Lagercrantz, ein umstrittener Schriftsteller Schwedens
10. März 1911: Olof Lagercrantz, der umstrittenste Literaturkritiker Schwedens
10. März 1920: Hjalmar Branting verändert Schweden
10. März 1940: Agnes von Krusenstjerna als Kämpferin gegen den Adel
10. März 1976: Astrid Lindgren und der Widerstand gegen sie Steuern
10. März 1997: Lars Ahlin und das soziale Leben der schwedischen Kleinstadt
10. März 2002: Erik Lönnroth revolutioniert das geschichtliche Denken
10. März 2013: Die unsichtbare schwedische Prinzessin Lilian May 

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. November 2016

Das Stadttheater in Malmö

Auch wenn das heute bekannte Stadttheater in Malmö erst am 23. September 1944 eingeweiht wurde, als ganz Europa unter dem Zweiten Weltkrieg litt, so geht die Geschichte des Malmö Stadsteater bis zur Einweihung des Hippodrom am 1. November 1899 zurück, denn das Hippodrom machte Malmö in jener Zeit zu einer Großstadt, da man dort, neben einem für die Zeit sehr modernen Restaurant, auch ein Kultur- und Vergnügungszentrum fand das mit den größten Vergnügungszentren weltweit konkurrieren konnte. Die Zirkusarena war so angelegt, dass sie sich in kürzester Zeit in einen Wintergarten oder auch eine Theaterbühne verwandeln konnte. Schon 1922 verschwand sogar die Zirkusaktivität und das Hippodrom verwandelte sich in ein Stadttheater.

Im Jahre 1931 entstand dann der Verein Föreningen Malmö Stadsteater, der sich für den Bau eines „richtigen“ Stadttheaters einsetzte, da eine ursprüngliche Zirkusarena nicht mit den überall auf der Welt entstehenden Theatern mithalten konnte. Der aktuelle Bau wurde zwischen 1933 und 1944 errichtet, in einer Zeit, als auch Schweden in einer Krise stecke und der normale Bürger kaum an Theatervergnügen dachte. Am Tag der Einweihung wurde auf der großen Bühne „Ein Sommernachtstraum“ von William Shaespeare gegeben und auf der kleineren Bühne das autobiographische Stück Mans kvinna von Vilhelm Moberg, die vom kurzen Verhältnis des verheirateten Moberg mit der ebenfalls verheirateten Eva von Zweigbergk erzählte.

Bis 1985 war das Stadttheater in Malmö allerdings auch Opernhaus, Konzerthaus und bot auch andere kulturelle Veranstaltungen. Erst ab 1985, als das Konzerthaus der Stadt eingeweiht wurde, begann eine Trennung aller Aktivitäten und zu Beginn der 90er Jahre wurde das Stadttheater umbenannt zu Malmö Dramatiska Teater, was erst 2008 rückgängig gemacht wurde und das Stadttheater neu aufstehen ließ. Eine der wichtigsten Epochen des Stadttheaters Malmö muss man in den 50er Jahren suchen, als Ingmar Bergman Regisseur und künstlerischer Chef des Theaters war und dabei auch die bedeutendsten Schauspieler Schwedens nach Malmö brachte. Heute gehört das Theater der Stadt Malmö und bietet eine internationales Repertoire hoher Qualität.


1. November 1318: Die Hinrichtung des Ritters Johan von Brunkow
1. November 1736: Jakob von Engeström und der Mord an Gustav III.
1. November 1772: Allerheiligen in Schweden
1. November 1778: Gustav IV. Adolf, der vom Thron verstoßene König Schwedens
1. November 1876: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
1. November 1937: Die Pfadfinderbewegung in Schweden
1. November 1944: Die Arbeitszeiten von Hausangestellten werden in Schweden geregelt
1. November 1961: Louise Boije af Gennäs und die schwimmende Grenze

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 19. Juli 2016

Der schwedische Architekt Nils Einar Eriksson

Nils Einar Eriksson kam am 19. Juli 1899 als Sohn eines Glasermeisters in Stockholm zur Welt und begann im Alter von 15 Jahren ein Bauingenieurstudium an der Tekniska Skolan, dem heutigen Konstfack. Nach seinen eigenen Aussagen war dies die lehrreichste Zeit seiner Ausbildung, da nahezu alle seine Mitstudenten doppelt so alt wie er waren und bereits als Schreiner oder Maurer gearbeitet hatten, ihm also sehr viele praktische Informationen boten. Nach vier Jahren am Konstfack legte Eriksson seine Prüfung als Bauingenieur ab, entschied sich jedoch in dieser Zeit Architekt zu werden.

Nach dem Studium als Bauingenieur begann Nils Einar Eriksson Architektur daher 1918 Architektur an der KTH (Königlich Technische Hochschule) zu studieren und nach seinem Examen 1922 setzte er das Studium noch zwei Jahre in der Architekturabteilung der Kunsthochschule in Stockholm fort. Auf Grund seiner guten Ergebnisse erhielt Eriksson ein Stipendium, das ihm eine zweijährige Studienreise nach Italien, Frankreich, Griechenland und Tunesien erlaubte. Während seiner Studienjahre hatte Eriksson bereits bei Architekten wie Carl Åkerblad, Cyrillus Johansson und Hakon Ahlberg gearbeitet und Erfahrungen im Bauwesen gesammelt.

Nachdem Nils Einar Eriksson 1927 den ersten Preis in der Ausschreibung für das Nationernas Förbunds Hus in Genf gewonnen hatte, nahm Gunnar Asplund Kontakt mit ihm auf und Eriksson wurde Mitarbeiter bei der Vorbereitung der Stockholmausstellung des Jahres 1930. Nach Abschluss dieser Arbeiten gründete Eriksson sein eigenes Architekturbüro in Stockholm, das er jedoch bereits zwei Jahre später nach Göteborg verlegte. In Göteborg konnte Eriksson als ersten wichtigen Bau das Konzerthaus bauen, das am 4. Okober 1935 eingeweiht wurde und international gelobt wurde, da der Architekt hier zum einen zum spartanischen Funktionalismus griff, der sein Markenzeichen wurde, sondern auch, weil es ihm gelang die Akustik des Konzertsaals auf das höchste Niveau zu bringen. Anschließend sollte Eriksson noch mehrere bedeutende Bauten in Göteborg verwirklichen, unter anderem die Svenska Mässan, die Götaälvbron und das Folkets Hus.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Oktober 2015

Das Konzerthaus in Göteborg und seine Geschichte

Das Konzerthaus in Göteborg wurde am 4. Oktober 1935 eingeweiht, 19 Jahre nachdem Caroline Wijk für den Bau 700.000 Kronen gespendet hatte und zwölf Jahre nach der geplanten Einweihung, denn ursprünglich sollte das Konzerthaus bereits zur 300. Jahrfeier Göteborgs eingeweiht werden, aber Geldmangel und langsame Entscheidungen verzögerten den Bau immer wieder. Erst als 1928 das vorhergehende Konzerthaus in Heden, ein Holzbau, vollständig abbrannte, begann man sich mit der Planung zu beschleunigen, denn Göteborg ohne Konzerte war nicht denkbar und alle vorübergehenden Zwischenlösungen brachten nicht den erwarteten Hörgenuss.


Als im Jahre 1931 die Ausschreibung für den Bau des Konzerthauses in Göteborg erfolgte, gewann diese der Architekt Nils Einar Eriksson, der sich im Funktionalismus einen Namen gemacht hatte, sich jedoch beim Konzerthaus für den Neoklassizismus entschieden hatte um das Gebäude seiner Umgebung anzupassen. Die Kosten für die Einrichtung zeigten allerdings stark in die Höhe, denn für die Intarsienarbeiten wurde der Künstler Ewald Dahlskog engagiert und das gesamte Gebäude wurde mit Kunstwerken versehen um einen Tempel der Kunst zu schaffen. Der Konzertsaal selbst wurde für 1371 Besucher geschaffen und verfügt bis heute über eine weltweit einzigartige Akustik.

Das Konzerthaus in Göteborg zeichnet sich jedoch nicht nur durch seine Akustik aus, denn bereits 1917 hatte Elsa Stenhammar auch einen Konzerthauschor gegründet, der heute als der Göteborger Symphonische Chor bekannt ist und eng mit den Göteborger Symphonikern zusammenarbeitet. Das Symphonieorchester Göteborgs ist seit 1997 auch das Nationalorchester Schwedens und gibt daher auch in den größten Konzertsälen der Welt seine Gastspiele. Um das Konzerthaus auszulasten und auch ein jüngeres Publikum anzuziehen, werden dort seit Jahren auch gewisse Popkonzerte und andere Veranstaltungen geboten, die in der Regel immer schon Tage vorher ausverkauft sind.


4. Oktober 1550: Karl IX. ein Ersatzkönig leitet Schweden
4. Oktober 1872: John Wigforss, vom Bohème-Revolutionär zum Konservatismus
4. Oktober 1894: Frans G. Bengtsson, Militärromantik und Antidemokratie
4. Oktober 1904: IFK Göteborg, eine Alternative für die Arbeiterschicht
4. Oktober 1920: Der schwedische Musiker Charlie Norman
4. Oktober 1953: Der schwedische Prinz Oscar (Bernadotte) 
4. Oktober 1999: Kanelbullens dag, der Tag der schwedischen Zimtschnecke

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 24. Februar 2013

Sven Markelius, der Architekt der schwedischen Funkis-Bewegung

Als der schwedische Architekt Sven Markelius am 24. Februar 1972 starb, verschwand einer der bedeutendsten Architekten der Funkis-Bewegung Schwedens, ein Architekt,für den nicht das Aussehen eines Gebäudes im Vordergrund lag, sondern seine Funktionalität, die der Bauhaus-Schule in Dessau am nächsten kommt und in Schweden, etwas verspätet, nach der Stockholmutställning im Jahre 1930 ihren Durchbruch hatte und das klassisch Verschnörkelte an den Fassaden der Bauten verschwinden ließ.

Sven Markelius, der von 1909 bis 1913 an der Königlichen Technischen Hochschule und der Kunstakademie in Stockholm Architektur studiert hatte, hatte früh erkannt, dass er es mit seinem Nachnamen Jonsson etwas schwierig haben würde in der Architektur Karriere zu machen, denn mehrere seiner Kollegen hießen ebenfalls Jonsson. Die einfachste Lösung war daher den Nachnamen in Markelius zu ändern, einen Namen, der einmalig und einzigartig war. Als der Architekt daher 1920 sein eigenes Architekturbüro öffnete, war sein erster Schritt der Namenswechsel von Jonsson in Markelius.

Die Idee zum funktionellen Bau hatte sich Sven Markelius bei einer Studienreise nach Deutschland geholt, wo er Walter Gropius traf und diesen neuen Baustil kennenlernte, den der Architekt allerdings den schwedischen Ideen des Funktionalismus anpasste. Sein erster Bau, einer der ersten im Funkis-Stil in Schweden, ist das Konzerthaus in Helsingborg. Markelius hatte die Ausschreibung aus dem Jahre 1927 für diesen Bau gewonnen, also bevor er den Funktionalismus kannte. Er gewann daher mit einem klassischen Projekt, das er jedoch immer mehr modernisierte bis es seinen neuen Ideen entsprach. In den Folgejahren zeichnete Markelius dann zahlreiche Wohnkomplexe im Funkis-Stil, aber auch das Folkets Hus und das Sverigehuset in Stockholm, aber auch ein Symbol der Hauptstadt, nämlich das dritte der fünf Hochhäuser, die zu einem Wahrzeichen Stockholms wurden.


24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 30. Dezember 2012

Georg Arn, der Architekt, der Örebro seinen Stempel gab


Georg Arn wurde am 30. Dezember 1886 in Stockholm geboren, bereitete sich privat auf die Hochschulreife vor und studierte anschließend an der Technischen Hochschule und der Kunstakademie seiner Heimatstadt Architektur. Nach vier Jahren in einem Architekturbüro in der Hauptstadt Schwedens, wechselte er zu den Stadtplanern Stockholms. Von 1920 bis 1951 war Arn dann Stadtarchitekt in Örebro, wo er sehr deutlich seine Spuren hinterlassen hat.

Als Georg Arn in Örebro zu arbeiten begann, folgte er in den ersten Jahren dem nordischen Klassizismus, der um diese Zeit im ganzen Land als die dominante Bauweise galt, ein Stil, den man heute noch am Varmbadhuset Örebros sehen kann, aber auch an der Vasabron, zwei Bauwerken, die aus der Anfangszeit des Architekten mit Wahlheimat in Närke stammen. Später ging Georg Arn zum Funktionalismus über, was man insbesondere am Idrottshuset, der Sporthalle Örebros, entdecken kann.

Wenn man nach den wichtigsten Bauten des Architekten in Örebro sucht, so muss man einen Blick auf den Stadtpark werfen, den Georg Arn vollkommen neu gestaltete und der 2004 zum schönsten Stadtpark Schwedens erklärt wurde. Der vermutlich bekannteste Bau Arns in Örebro dürfte jedoch das Konzerthaus sein, das durch Umbauten durch das Architekturbüro White arkitekter Mitte der 80er Jahre leider einen Teil des neoklassischen Charakters verloren hat.


30. Dezember 1923: Carl-Göran Ekerwald, ein literarischer Forscher des Jämtland
30. Dezember 1923: Sara Lidman, ein literarischer Kampf gegen den Kolonialismus 
30. Dezember 1940: Schiffe aus Göteborg müssen eskortiert werden
30. Dezember 1995: Katarina Taikon, die bekannteste Roma-Autorin Schwedens 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 6. August 2012

Der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom

Am 6. August 1968 starb der schwedische Architekt Ivar Justus Tengbom in Stockholm, der Stadt in der sein vermutlich bekanntestes Bauwerk zu finden ist, das Konzerthaus. Die Firma Tengbom Arkitekter, existiert heute bereits in der dritten Generation, gehört mit seiner über 100-jährigen Existenz zu den weltweit am längsten heute noch existierenden Architekturbüros und ist noch heute für seine renommierten modernen Bauten bekannt, die überall in schwedischen Städten auftauchen.

Ivar Tengbom, der am 7. April 1878 in Nynäs geboren wurde, studierte erst an der Technischen Hochschule Chalmers in Göteborg und anschließend an der Königlichen Kunstakademie in Stockholm Architektur, bevor er mehrere Studienreisen nach Dänemark und Frankreich unternahm. Nach seiner Rückkehr gründete er im Jahre 1906 in Stockholm ein Architekturbüro, das sich so stark entwickelte, dass es bereits nach zehn Jahren über 25 Angestellte verfügte, nicht zuletzt deshalb, weil Ivar Justus Tengbom in dieser Zeit bereits mehrere bedeutende Architekturpreise gewonnen hatte.

Zu den ersten wichtigen Bauten Tengboms gehören das Rathaus in Borås, die Engelbrektskyrkan in Stockholm, der Kungsträdgården in Stockholm und die Trefaldighetskyrkan in Arvika. Als Ivar Tengbom dann 1920 die Ausschreibung um das Stockholmer Konzerthaus gewann, ging es mit seiner Karriere nur noch aufwärts und ein bedeutendes Gebäude nach dem anderen entstand nach seinen Zeichnungen.  Das letzte Gebäude, das Tengbom, bereits gemeinsam mit seinem Sohn Anders Tengbom, zeichnete, war das Bonnierhuset in Stockholm. Den Stil Tengboms findet man aber auch in der Himmerfahrtskirche in Höganäs, dem Citypalatset in Stockholm, dem Tornparken in Sundbyberg und an den moderneren Elementen der Skara Domkirche.


6. August 1933: Der erste internationale Grand Prix in Schweden
6. August 1973: Die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström 

Copyright: Herbert Kårlin