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Sonntag, 23. Oktober 2016

Das Kloster in Vadstena wird eingeweiht

Auch wenn das Kloster in Vadstena noch von der Heiligen Birgitta geplant und gezeichnet wurde, so verzögerte sich die Genehmigung des Papstes und es konnte erst am 23. Oktober 1384 eingeweiht werden, elf Jahre nach dem Tod Birgittas. In den folgenden zwei Jahrhunderten sollen das Kloster Vadstena jedoch eine tragende Rolle einnehmen, da es das Mutterkloster des Ordens war und hier zudem eine Abteilung für Nonnen und eine für Mönche existierte, die allerdings getrennt voneinander leben sollten und sich nur durch eine besondere Vorrichtung sprechen und Bücher austauschen konnten, ohne sich zu sehen und ohne sich zu berühren.

Die Grundlage für das Kloster Vadstena legten im Jahre 1346 König Magnus Eriksson und Königin Blanka von Namur, die das Grundstück testamentarisch dem zukünftigen Kloster schenkten, mit der Auflage, dass sie beide in der geplanten Klosterkirche begraben werden und die Priester des Klosters während der letzten Tage ihres Lebens für ihr Seelenheil beten würden. Allerdings sollte die Klosterkirche erst 1430 fertiggestellt werden, so dass der Wunsch des Paares nur teilweise erfüllt werden konnte, da beide starben noch bevor überhaupt das Kloster vom Papst genehmigt war.

Aber auch in anderer Hinsicht spielte das Kloster Vadstena eine besondere Rolle, denn auch wenn Birgitta klare Regeln für den Umgang zwischen Nonnen und Mönchen festgelegt hatte, so beweist ein Brief der Nonne Ingrid Pärsdotter aus dem Jahre 1498, zumindest zeitweise, ein wenig klösterliches Leben. Entgegen der Klosterregeln trafen sich Nonnen und Mönche zu gemeinsamen Festen, Nonnen nahmen Geschenke männlicher Bewohner der Umgebung an und einzelne Paare verbrachten die Nächte auch gemeinsam in den Klosterzellen. Mit der Reformation unter Gustav Vasa war die Entwicklung der katholischen Klöster, auch des Klosters in Vadstena, jedoch ab 1527 besiegelt und erst in jüngster Zeit konnte auch in Vadstena wieder ein Kloster in Erinnerung an die Heilige Birgitta entstehen.


23. Oktober 1636: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
23. Oktober 1656: Der schwedische Reichskanzler Erik Axelsson Oxenstierna
23. Oktober 1801: Der Kampf gegen Pocken in Schweden
23. Oktober 1952: Der schwedische Zerstörer HMS Småland
23. Oktober 1963: Der Sänger und Schauspieler Thomas Di Leva
23. Oktober 2007: Gun Kessle und die Dritte Welt
23. Oktober 2009: Das Stockholmer Rathaus wird neu eingeweiht 

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 20. Juni 2016

Erik Magnusson, auch Erik XII. von Schweden genannt

Selbst nach seinem Tod am 20. Juni 1359 machte Erik Magnusson, der auch als Erik XII. (Erich XII.) von Schweden bekannt ist, noch Geschichte, denn seine Gegner verbreiteten nach seinem Tode dass sowohl der König, als auch seine wenig später verstorbene Ehefrau, Beatrix von Bayern, von seiner Mutter, Blanka von Namur, vergiftet worden sei. Als die Ehefrau starb, wurde noch nach ihrem Tod ein Sohn des Königspaares per Kaiserschnitt geboren, der jedoch auch nur wenige Stunden lebte. Auch wenn diese Aussagen vermutlich erfunden waren, so konnte nie das Gegenteil bewiesen werden.

Erik Magnusson war 1939 als Sohn des Königs Magnus Eriksson zur Welt gekommen, der aus unbekannten Gründen seinem erstgeborenen Sohn die Thronfolge als König von Norwegen verweigerte und seinen Sohn Erik lediglich als Thronfolger für Schweden einsetzte, eine Entscheidung, die zukünftige Probleme garantierte. Die Folgen der Entscheidung zeigten sich bereits gegen 1350, als Erik Magnusson sich mit der Opposition seines Vater, zusammentat und als sichtbarer Führer der Revolution auftrat, obwohl man als tatsächlichen revolutionären Führer Nils Turesson Bielke rechnet.

1956 war Magnus Eriksson gezwungen seinem Sohn große Teile Südschwedens abzutreten und  Erik Magnusson konnte sich bald darauf selbst als König dieses Reiches , zu dem Skåne, Halland und Blekinge gehörten, erklären. Magnus Eriksson ging daraufhin eine Verbindung mit Valdemar Atterdag ein und überfiel 1359 Skåne, musste jedoch feststellen, dass Atterdag ihn verraten hatte und sich bereits aus Skåne zurückgezogen hatte. Es blieb nur noch eine Versöhnung zwischen Vater und Sohn, der wiederum dadurch noch bis zu seinem Tod über Skåne regieren konnte. Auf Grund des Todes von Erik Magnusson, den aufkommenden Gerüchten und dem Streben Atterdags Skåne im dänischen Reich zu integrieren, konnte sich Magnus Eriksson dann allerdings nur noch etwa ein Jahr in Skåne halten, dann ging diese Region an Dänemark über und Atterdag wurde König über dieses südschwedische Reich.


20. Juni 1566: Sigismund, ein König nicht wie die anderen
20. Juni 1792: Nils Adam Bielke, ein Getreuer des Königshauses
20. Juni 1810: Lynchmord an Axel von Fersen in Schweden
20. Juni 1818: Königin Charlotta und Herzogin vom Södermanland
20. Juni 1944: Suzanne Osten, Frauenbewegung in Theater und Film
20. Juni 1961: Die schwedische Punkrockerin Kajsa Grytt

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Donnerstag, 20. August 2015

Bo Jonsson, der mächtigste und reichste Mann Schwedens

Als Bo Jonsson der Adelslinie Grip am 20. August 1386 starb, war er, neben dem König, der mächtigste Mann Schwedens und der reichste Mann der schwedischen Geschichte, denn er besaß nicht weniger als ein Drittel des gesamten damaligen Reiches und zusätzlich ganz Finnland, zum Teil auf Grund von Erbschaften und Erwerbungen, noch mehr jedoch dadurch, dass er dem König Magnus Eriksson immer wieder aus seinen Geldschwierigkeiten half und dafür Ländereien als Pfand erhielt, die der König anschließend nicht mehr einlösen konnte. An den Geschlechtsnamen Grip ertrinken noch heute das Schloss Gripsholm, das Bo Jonsson als Burg erbauen ließ und nach seinem Geschlecht benannte.

Bo Jonsson kam Anfang 1335 zur Welt, kurz nach dem Tode des Vaters. Dies erklärt auch, warum Jonsson erstmals nach seiner Volljährigkeit im politischen Geschehen Schwedens auftaucht. Unter Magnus Eriksson ging die Karriere des sehr ambitiösen Jonssons allerdings sehr schleppend voran, da er den König zwar finanziell unterstütze, jedoch dessen Politik kritisierte, was letztendlich auch dazu führte, dass er den Aufstand gegen den König initiierte und er später Albrecht von Mecklenburg (Albrekt av Mecklenburg) zum Thron verhalf. Dies verhalf Jonsson auch zum höchsten Amt Schwedens, denn 1369 wurde er zum höchsten Beamten des Landes ernannt und nur zwei Jahre später entschied er als Drot auch über das gesamte Rechtssystem Schwedens.

Der Einfluss, der Reichtum und die Macht von Bo Jonsson war mit Intrigen, Drohungen, zahlreichen finanziellen Verflechtungen und sehr vielen wichtigen Beziehungen verbunden, wobei er es als höchster Vertreter des Königs sogar schaffte die Thronrechte der Nachfolger von Albrecht von Mecklenburg einzuschränken. Dokumente belegen auch, dass Jonsson beim Kauf von Gütern nicht nur die Preise drückte, sondern unwillige Verkäufer auch stark unter Druck setzte. Als Privatperson galt Jonsson als extrem brutal und geldgierig. Um an die Güter von Karl Nilsson zu kommen, ermordete er diesen und um seine verstorbene Frau zu beerben, zwang er die Mediziner unmittelbar nach ihrem Tod einen Kaiserschnitt zu unternehmen um das das ungeborene Kind zu retten, die Voraussetzung, dass er das Erbe antreten konnte.


20. August 1730: Johan Liljencrantz, der Wirtschaftsberater von Gustav III.
20. August 1779: Jacob Berzelius und die chemischen Elemente
20. August 1843: Die schwedische Sängerin Kristina Nilsson erobert sie Welt
20. August 1893: Axel Rudolf Mauritz Wall und die Dagens Nyheter
20. August 1898: Vilhelm Moberg und die schwedischen Auswanderer
20. August 1904: Gustav Sandgren, vom Industriearbeiter zum Literat
20. August 1982: Die schwedische Schauspielerin Ulla Jacobsson

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 12. August 2014

Der Frieden in Nöteborg in der schwedischen Geschichte

Am 12. August 1323 unterzeichnete Magnus Eriksson mit Fürst Juri Daniilowitsch in Nöteborg einen Friedensvertrag, der die Feindlichkeiten zwischen Schweden und der Republik Nowgorod, dem heutigen Russland, beendete. Nach einem 30-jährigen Krieg zwischen den beiden Ländern wurde dabei erstmals die Ostgrenze Schwedens festgelegt, eine Grenze, die bis 1595 an der gleichen Stelle verlaufen sollte. Die beiden Originalverträge gingen leider verloren. Aus diesem Grund gibt uns heute lediglich eine Kopie des schwedischen Vertrages des 16. Jahrhunderts noch einen gewissen Aufschluss über den sogenannten Frieden von Nöteborg.

Allerdings verursachte der Frieden in Nöteborg mehrere Probleme, denn zum einen waren der schwedische und der russische Vertrag nicht identisch und zum anderen waren die Formulierungen teilweise so wage, dass man kaum von einem eindeutigen Grenzverlauf reden kann. Man darf nicht vergessen, dass es um diese Zeit noch keine Landvermessung gab, sondern man Erhebungen, Buchten und andere Kennzeichen als Richtpunkte benutzte, die jedoch nicht in jedem Land den gleichen Namen trugen und an der gleichen Stelle gesehen wurden. Der Spielraum für die Deutung der Grenzen war daher relativ hoch.

Am bedeutendsten kam dies im nördlichsten Teil Schwedens zum Ausdruck, da dort während des Friedens in Nöteborg vor allem Samen lebten, die Gegend also als relativ unwichtig betrachtet wurde. Jedoch bereits im 15. Jahrhundert begann die Besiedlung dieser Gebiete und es kam daher in mehreren Gebieten zu Spannungen, da sowohl Nowgorod als auch Schweden Anspruch auf das Gebiet über der nördlichen Ostsee legten und Russland Zölle von den Flussfischern beanspruchte. Bis heute ist es der Geschichtswissenschaft nicht gelungen den tatsächlichen Grenzverlauf des Jahres 1323 nachzuvollziehen, so dass sich nach wie vor schwedische und russische Geschichtsschreibung widersprechen.


12. August 1652: Der schwedische Reichsmarschall Jakob De la Gardie
12. August 1763: Olof von Dalin: Fortschrittliche Kritik und konservative Geschichte
12. August 1901: Adolf Erik Nordenskiöld, der Entdecker der Nordpassage
12. August 1920: Schwedische Luftfahrt und erste Luftftransporte
12. August 1925: Kerstin Thorvall und die sexuelle Revolution Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 31. März 2014

Der schwedische König Albrecht von Mecklenburg

Obwohl Albrecht von Mecklenburg (Albrekt av Mecklenburg) fast 33 Jahre lang der König von Schweden war, mussten seine Anhänger bei seinem Tod am 31. März 1412 (oder aber am 1. April 1412) mit Schmach an diese Zeit zurückdenken, denn er war bereits 1389 abgesetzt worden und 1405 auch dazu gezwungen worden offiziell auf den schwedischen Thron zu verzichten. Da ihn Königin Margareta (Margareta Valdemarsdotter) zusätzlich jahrelang gefangen gehalten hatte, konnte der ehemalige König über Jahre hinweg auch nicht in Mecklenburg regieren.

Ursprünglich waren die Chancen, dass Albrecht von Mecklenburg König Schwedens werden sollte, sehr gering, da die Voraussetzung dafür war, dass vorher Magnus Eriksson starb, aber auch dessen Sohn Håkan Magnusson. Da sich jedoch die beiden bekriegten und Schweden an den Rand des Abgrunds führten, suchte die Adelsschicht Hilfe beim deutschen Herzog von Mecklenburg. Diesem gelang es mit nur 1600 Soldaten bis Stockholm vorzurücken. Magnus Eriksson musste nach Norwegen fliehen und Albrekt av Mecklenburg wurde bei den Steinen zu Mora zum König Schwedens gewählt.

König Albrecht von Mecklenburg, der als erste König Schwedens das Symbol der drei Kronen auf dem Reichswappen einführte, gelang es indes nicht Schweden zu einigen und er entdeckte viel zu spät, dass der Adel immer mehr Macht an sich zog und Håkan Magnusson nicht nur ein Heer in Norwegen sammelte, sondern auch einen Bund mit dem dänischen König Valdemar Atterdag einging. Als daher Albrecht von Mecklenburg nach einem Besuch in Deutschland nach Schweden zurückkehren wollte, wurde er bei der Schlacht bei Åsle gefangen genommen und seine Macht in Schweden war beendet, auch wenn Stockholm noch einige Jahre lang auf seiner Seite stand.


31. März 1712: Anders Johan von Höpken und der Weg zur Macht
31. März 1891: Ester Blenda Nordström und der schwedische Enthüllungsroman 
31. März 1914: Dagmar Lange wird zu Krimiautorin Maria Lang
31. März 1914: Maria Lang, die vergessene Krimiautorin
31. März 1936: Die schwediche Sängerin Birgit Carlsson, bekannt als Towa Carson
31. März 1945: Torgny Segerstedt und der Kampf gegen den Nazismus
31. März 1977: Das Kista Einkaufszentrum in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 11. September 2012

Håkan Magnusson, ein gewählter König ohne Macht

Nach geschichtlichen Dokumenten starb Håkan Magnusson am 11. September 1380, ein König, der in Schweden gerade einmal eine Regierungszeit von zwei Jahren nachweisen kann. Allerdings ist nicht sicher, ob er nicht in Wirklichkeit die Macht in Schweden mit seinem Vater teilen musste, da Magnus Eriksson in dieser Zeit noch sehr aktiv in Schweden war, unabhängig davon, dass sein Sohn offiziell zum König gewählt worden war.

Die Macht des Königs Håkan Magnusson stand allerdings auf sehr wackeligen Beinen, so dass man seine Wahl eigentlich als Notlösung gesehen werden muss. Da Håkan Magnusson gleichzeitig König von Norwegen war, waren ihm die Belange Schwedens weitgehend unbekannt oder sie interessierten ihn nicht, denn dass er sich 1359 mit Margareta, der Tochter Valdemar Atterdags verlobt hatte, der Skåne im Jahre 1360 erobert hatte, war bereits ein grundlegendes Problem, zumal er die Verlobung im Laufe der Konflikte aufgelöst hatte und damit zeigte, dass er kein diplomatisches Gefühl hatte.

Aber Håkan Magnusson gelang es seine Probleme in Schweden noch zu vergrößern, denn er verlobte sich nahezu unmittelbar mit Elisabet von Holstein, die von Atterdag auf der Reise nach Schweden gefangen genommen wurde. Nach Friedensverhandlungen mit Dänemark musste er nun die neue Verlobung brechen und doch Margareta heiraten, eine Voraussetzung um Skåne zurück zu gewinnen. Diese Handlung brachte ihm die Feindschaft von Albrecht von Mecklenburg, der nun die Chance sah den schwedischen Thron zu erobern. Unterstützt wurde dieser von der Heiligen Birgitta, die ohnehin unzufrieden mit Håkan Magnusson und Magnus Eriksson war und einen absolut gläubigen Katholiken auf dem Thron sehen wollte. Das Ergebnis war, dass Håkan bereits 1364 zu Gunsten von Albrecht als König abgesetzt wurde.


11. September 1929: Birgitta Trotzig, Schuld und Befreiung im Glauben
11. September 1988: Die Musikgruppe Imperiet gibt ihr letztes Konzert 
11. September 2003: Anna Lindh stirbt nach Überfall im Kaufhaus NK

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 8. Juli 2012

Magnus Erikssons Weg nach Russland

Der extrem gläubige König Magnus Eriksson, der am 8. Juli 1319 zum König Schwedens gewählt wurde, hatte den schwedischen Staat gegen 1344 in eine tiefe finanzielle Krise gestürzt, gegen den Willen des Adels seinen Sohn Erik als Nachfolger für den schwedischen und seine Sohn Håkan als den Nachfolger seines norwegischen Thrones ernannt und 1346 auch noch Birgitta Birgersdotter eine große Spende gemacht, damit diese das Kloster in Vadstena errichten konnte. Kurz bevor sich dann das Volk und der Adel gegen ihn auflehnte, glaubte Magnus Eriksson die rettende Idee zu haben.

Im Frühjahr 1348 schickte er einen Boten in das russische Novgorod und forderte den dortigen Adel auf den katholischen Glauben anzunehmen und fügte gleichzeitig hinzu, dass die Alternative nur ein Kreuzzug war, der Russland in die Knie zwingen würde. Sicher war dem König auch die Verbreitung des katholischen Glaubens wichtig, aber noch wichtiger war ihm, dass er durch einen Kreuzzug den Staatshaushalt sanieren konnte. Noch bevor die negative Antwort aus Novgorod eintraf, hatte Magnus Eriksson bereits Nöteborg belagert und nach der Ablehnung wurden die Bauern der Umgebung unmittelbar zwangsweise getauft. Wer sich weigerte, wurde getötet. Der Adel Nöteborgs konnte sich indes freikaufen. Als Eriksson nach Schweden zurückkehrte, nahmen die Russen Nöteborg nahezu unmittelbar wieder ein und töteten die schwedische Besatzung.

Als dann die Pest in Schweden zuschlug, gab es für Magnus Eriksson nur eine Ursache: Gott war mit ihm unzufrieden, weil er den katholischen Glauben nicht nach Russland gebracht hatte. Als er erneut Zwangsgelder in Schweden eingetrieben hatte, machte sich der König 1350 erneut auf den Kreuzzug nach Russland. Dieses Mal nahm er Orechov ein, ließ die Bevölkerung zwischen Taufe und Tod wählen, aber hatte erneut nicht mit dem mächtigen Russland gerechnet, das die Stadt in kurzer Zeit zurückeroberte. Magnus Eriksson konnte gerade noch dem Massaker entgehen und floh nach Schweden. Nach dieser erneuten Niederlage war für den König ein Kreuzzug keine Diskussion mehr, aber er verstrickte Schweden in die größten Unruhen seiner Zeit.


8. Juli 1319: Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König 
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 22. November 2011

Das Vadstena Kloster wird aufgelöst

Am 22. November 1595 löste Herzog Karl, der spätere König Karl IX. das Kloster Vadstena auf. Von den elf Nonnen, die sich um diese Zeit noch im Kloster aufhielten, verließen alle, außer dreien, Schweden und wurden in einem Birgitta-Kloster in Polen aufgenommen. Nur eine Nonne erhielt nach der Schließung des Klosters die Genehmigung sich auch noch nach 1595 im Vadstena Kloster aufzuhalten, allerdings nicht als Nonne. Karin Johansdotter, wie die ehemalige Nonne hiess, sollte sich um die Gartenanlagen kümmern.

Bis sich der Birgittinenorden dann im Jahre 1935 wieder in Vadstena, allerdings nicht im alten Kloster, ansiedelte, wurden die Gebäude auf sehr verschiedene Weise angewendet. Was auf Wunsch von König Karl IX. eine Universität werden sollte, entwickelte sich 1641 in ein Wohnheim für ehemalige Soldaten und wurde zum sogenannten Krigsmanhus (dem Haus der Soldaten). 1795 wurde dann in den Räumen der früheren Nonnen und Mönche eine Krankenhaus für Geschlechtskrankheiten eingerichtet, was sich später in ein allgemeines Krankenhaus verwandelte, das erst 1909 geschlossen wurde. Im Jahre 1757 wurde neben den alten Gebäuden zusätzlich das „Stora Dårhuset“ gebaut, wo Geistesgestörte untergebracht wurden. Im Teil der Nonnen fand man von 1810 bis 1825 ein Gefängnis und dann bis 1951 die Psychiatrie Vadstenas.

Das Vadstena Kloster wurde nach Zeichnungen der Heiligen Birgitta errichtet, konnte jedoch erst von ihrer Tochter Katarina Ulfsdotter (Katarina von Vadstena) in Angriff genommen werden, da für den Klosterbau die Zustimmung des Papstes nötig war. Das Grundstück hatte Birgitta Birgersdotter, die Heilige Birgitta, vom schwedischen König Magnus Eriksson und seiner Frau Blanka av Namur erhalten. In seiner Glanzzeit war das Vadstena Kloster das Mutterhaus für zahlreiche andere europäische Kloster, ein bedeutendes geistiges Zentrum des Mittelalters und der größte Grundbesitzer Schwedens.

22. November 1844: Oscar Norén und die Entstehung des Svenska Dagbladet
22. November 1977: Die nordschwedische Sängerin Annika Norlin 

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Oktober 2011

Schweden schafft die Sklaverei ab

Für die Wikinger war die Sklaverei eine der bedeutendsten Handelsaktivitäten, wobei es sich bei den Sklaven jener Zeit um sehr verschiedene Gruppen an Personen handelte, denn Arme verkauften sich selbst als Sklaven, andere wurden wegen Strafvergehen zum Sklavendasein verurteilt und wieder andere wurden bei Überfällen geraubt und später weiterverkauft. Die Wikinger verkauften ihre Sklaven in der Regel an arabische oder jüdische Sklavenhändler und nur junge Frauen behielten sie für sich selbst.

Als dann Magnus Eriksson im Jahre 1335 die Sklaverei in Schweden abschuf, so stand in den Gesetzen nur, dass Christen innerhalb Schwedens keine Sklaven mehr sein konnten und ließ damit weiterhin den Sklavenhandel in Übersee offen, was dann im 17. Jahrhundert dazu führte, dass sich Schweden in Cabo Corso und Saint-Barthélemy Handelsniederlassungen schuf, die sich überwiegend mit Sklavenhandel beschäftigten, auch wenn die Ausmaße dieses Handels, im Verhältnis zu anderen Kolonisatoren, relativ gering blieben.

Nach schriftlichen Aufzeichnungen wurden im 17. und 18. Jahrhundert auf rund 50 schwedischen Schiffen Sklaven transportiert. Ursache war jedoch weniger, dass Schweden sich kein größeres Stück Kuchen abschneiden wollte, sondern dass vor allem die Engländer den schwedischen Handel mit sehr geteilter Meinung sahen und vielfach zur Bedrohung für die schwedischen Sklavenschiffe wurden. Am 9. Oktober 1847 schuf die schwedische Regierung schließlich endgültig ein Gesetz, das die Sklaverei ganz abschaffte und die letzten 595 Sklaven, die sich noch auf Saint-Barthélemy befanden, wurden freigelassen.

9. Oktober 1970: Annika Sörenstam, ein Vorbild im schwedische Golfsport
9. Oktober 2006: Die Abendzeitung Aftonbladet gründet TV7

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 8. Juli 2011

Magnus Eriksson wird als Dreijähriger Schwedens König

Am 8. Juli 1319 wurde der dreijährige Magnus Eriksson zum König Schwedens gewählt. Sein Vormund, der an seiner Stelle das Reich führte, war seine Mutter Ingeborg Håkansdotter. Die Krönung des Königs fand an den Mora Stenar statt, dem Monument, wo während des Mittelalters jede Königswahl stattfand und das etwa zehn Kilometer südöstlich von Uppsala liegt, in der heutigen Gemeinde Knivsta. Das Monument Mora Stenar, das gegen 1515 zerstört wurde, ist von mehreren schwedischen Legenden umwoben.

Magnus Eriksson wurde 1319 formell König von Norwegen und Schweden. Mit seiner Wahl wurde auch der sogenannte „Frihetsbrevet“ ausgefertigt, der die Macht des Königs regelte und beschränkte, um den früheren Missbräuchen Einhalt zu gebieten. Diese Schriften dienten Magnus Eriksson später dazu eine Rechtssammlung zu erstellen, die in großen Zügen bis 1719 gültig blieb, also nahezu 400 Jahre lang Schweden prägte.

Das Bild, das von Magnus Eriksson auf die Zukunft überging, war großenteils von den Weissagungen der Heiligen Birgitta geprägt und den daraus folgenden Pamphleten, die den König als unmoralisch und homosexuell bezeichneten und damit die große Leistung dieses Königs schwächten, der für die größte Rechtssammlung jener Zeit verantwortlich war und ein moderneres Schweden schuf in dem Korruption wenig Platz fand. Magnus Eriksson schuf sowohl die Leibeigenschaft ab als er auch Rittern untersagte die Bauern auszubeuten.

8. Juli 1319: Magnus Erikssons Weg nach Russland
8. Juli 1766: Das Drottningholmsteatern in Stockholm

Copyright: Herbert Kårlin