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Sonntag, 17. Februar 2019

Der Erzbischof Nils Ragvaldsson

Als Nils Ragvaldsson am 17. Februar 1448 im Alter von vermutlich 64 oder 65 Jahren auf seiner Burg Almarestäket am Mälaren starb, hatte er nicht nur den Rang des Erzbischofs erreicht, sondern auch die Königsmacht in Schweden gestärkt und alle geltenden Statuten der Bistums Uppsala in einem Kompendium gesammelt. Ragnarsson gehörte auch mit zu den bedeutendsten Vertretern des sogenannten Götizismus, einer Gruppe an Personen, die in Schweden und den mythologischen Helden den Ursprung der Menschheit suchten und die schwedische Rasse über jene anderer Völker stellten.

Nils Ragvaldsson war zwischen 1382 und 1385 als Sohn eines Waffenträgers im Södermanland zur Welt gekommen und hatte daher vermutlich nur eine minimale Bildung. Dennoch wurde er 1409 als Kanoniker des Stiftes Strängnäs genannt, wurde dort 1420 zum Dekan ernannt, war 1426 Bischof des Stiftes Växjö und wurde 1438 von Erich von Pommern durch Postulation zum Erzbischof des Stiftes Uppsala. Die Postulation deutet darauf hin, dass Ragvaldsson nicht die nötigen Voraussetzungen für das Amt hatte, jedoch aus heute unbekannten Gründen dennoch für das Amt vorgesehen wurde.

Nils Ragvaldsson nahm während der folgenden Jahre eine besondere politische Situation ein, denn er wurde der Vermittler zwischen dem Reichsvorstand Karl Knutsson und dessen Gegenspieler, also dem Hochadel und er schlug, nach dem Tode des Königs Erich von Pommern Christoph III. (Christoph von Bayern) zum König vor. Ragvaldsson gilt als einer der treuesten Diener dieses Königs und verteidigte auch jede seiner Entscheidungen von kirchlicher Seite her. Den Fanatismus und die geringe Bildung bewies Ragvaldsson vor allem bei einer Rede während des Konzils in Basel, als er, in relativ konfuser Weise, beklagte dass der schwedische König zu wenig Beachtung fänden, obwohl nur Erich von Pommern bis zur den Goten zurückverfolgt werden könne und daher einer besonderen Achtung würdig sei, was jemand mit Universitätsbildung nie gesagt hätte.


17. Februar 1347: Die Geschichte der Kupfergruben in Falun
17. Februar 1410: Der Ritter, Jurist und Reichsrat Karl Ulfsson till Tofta
17. Februar 1753: Schweden greift zum Gregorianischen Kalender
17. Februar 1859: Johan Lindström Saxon, der Heimatautor Närkes
17. Februar 1893: Arvid Källström, der unermüdliche Skulpteur Schwedens
17. Februar 1931: Hitler und Goebbels erhalten in Stockholm Redeverbot
17. Februar 1938: Der Troubadour Bengt Sändh
17. Februar 1973: Die schwedische Sängerin Shirley Clamp
17. Februar 1992: Der einzige unaufgeklärte Polizistenmord in Schweden

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 17. Januar 2019

Der Verrat am Reichsrat Erik Puke

Der Reichsrat Erik Puke schloss sich sehr früh Engelbrekt Engelbrektsson an, der sich zum Ziel gesetzt hatte die Ausbeutung der Grubenarbeiter durch den König zu beenden und daher zu den Waffen griff. Puke war 1436 gewissermaßen die rechte Hand des Revolutionärs geworden und hatte damit eine bedeutende Menge an Kämpfern auf seiner Seite. Nach dem Tod Erikssons im Jahr 1936 war Puke der einzige Gegner des Reichsmarschalls Karl Knutsson geworden und hatte seine Verbündeten in Dalarna, Närke und dem Västmanland.

Der Aufstand Erik Pukes gegen den König, der als Pukefejden in der schwedischen Geschichte bekannt ist, führte bis Haraker im Västmanland, wo er Anfang 1437 mit den königlichen Truppen zusammenstieß. Auch wenn Karl Knutsson ein bedeutendes Heer auf seiner Seite hatte, führten die Kämpfe lediglich zu sehr vielen Toten auf beiden Seiten, ohne jedoch für eine der beiden Seiten zum Sieg zu führen. Die beiden Feldherren entschieden sich daher Verhandlungen zu führen, da beide sich nicht auf ein zweites Massaker einlassen wollten.

Erik Puke wollte eigentlich nur Zeit gewinnen, da Nachschub unterwegs war, und Knutsson war nicht sicher, ob ein Angriff zu seinen Gunsten ausgehen konnte, zeigte sich jedoch gegenüber Puke selbstsicher. Nachdem Erzbischof Olov Larsson und Bischof Thomas Puke einen  Geleitbrief ausgestellt hatte, zogen Puke und sein Stellvertreter Hans Mårtensson Richtung Västerås um sich dort in einem Kloster mit Knutsson zu treffen. Nach starken Rauchentwicklung im Verhandlungssaal wurde dann plötzlich die Sitzung ins Schloss Västerås verlegt. Als Puke und Mårtensson am 17. Januar 1437 dort ankamen, zeigte sich jedoch, dass es sich um einen Hinterhalt handelte und beide wurden unmittelbar gefangen genommen. Mårtensson wurde noch am gleichen Abend hingerichtet, Puke nach Stockholm transportiert und, nach einem Prozess, Ende März 1437 ebenfalls hingerichtet.


17. Januar 1861: Malla Silfverstolpe und der literarische Salon in Uppsala 
17. Januar 1909: Sven Hedin kehrt von seiner letzten Asienreise zurück 
17. Januar 1916: Die Eisenhütte Galtström bei Sundsvall
17. Januar 1918: Die Schriftstellerin und Künstlerin Elsa Grave
17. Januar 1938: Der schwedische Glaskünstler Bertil Vallien
17. Januar 1938: Die schwedische Skiläuferin Toini Rönnlund 
17. Januar 1944: Jan Guillou, vom Sozialismus zum historischen Roman 
17. Januar 1944: Jan Guillou, der wegen Spionage verurteilte Schriftsteller 
17. Januar 1945: Raoul Wallenberg, ein schwedischer Held
17. Januar 1946: Jenny Nyström und die schwedischen Weihnachtstrolle 
17. Januar 1983: Der erste große Konflikt der Hotelbranche Schwedens
17. Januar 1994: Die schwedische Radiostation Mix Megapol 

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 24. Dezember 2016

Ericus Olai, Geschichtswissenschaftler und Theologe

Als der Geschichtswissenschaftler und Theologe Ericus Olai am 24. Dezember 1486 in Uppsala starb, wurde er geradezu als Heiliger verehrt und sein Grab in der Kathedrale von Uppsala wurde von unzähligen Pilgern besucht. Erst die Reformation setzte den Pilgern ein Ende. Heute gilt Ericus Olai noch als einer der ersten Geschichtsschreiber Schwedens und vor allem als Vorreiter des Gotizismus, also der erste Schwede, der die schwedische Sprache, die schwedische Kultur und die schwedische Geschichte als Zentrum der abendländischen Kultur betrachtete.

Über die Kindheit und die Jugend von Ericus Olai kann nur spekuliert werden, denn seine Spuren gehen nur bis zum 1. Oktober 1447 zurück, als er sich an der Universität Rostock einschrieb, wo er fünf Jahre später das Magisterexamen ablegte. Nach einigen Jahren in Uppsala wurde Olai 1475 in Siena Doktor in Theologie, was ihm anschließend den Weg zu einer Professur an der Universität Uppsala öffnete. Trotz seiner hohen Stellung taucht Ericus Olai nur sehr wenig in der Politik auf, um so mehr jedoch als Geschichtswissenschaftler, da er das Werk Chronica regni Gothorum, das bis heute in fünf etwas abweichenden Versionen erhalten blieb, verfasste.

Genau genommen hatte Ericus Olai von König Karl Knutsson (Bonde) den Auftrag erhalten die Geschichte Schwedens schriftlich festzuhalten, wobei der König dabei wenig Wert auf eine kritische Geschichtsschreibung setzte, sondern Schweden als das Urheim der Goten sehen wollte, eine Meinung, die auch Olai vertrat. Nach der Theorie des Geschichtswissenschaftlers brachen die Goten vom Norden auf um letztendlich das Römische Reich auszulöschen. Um dies zu beweisen griff Ericus Olai zur Etymologie, was ihm ermöglichte auch verschiedene Volksgruppen zu mischen. Auch wenn bald die Kritik von den südlicher gelegener Länder kam, so ließ sich Olai in seiner Meinung nicht beirren und erst gegen 1870 wurde seine Lehre auch im eigenen Land sehr stark in Zweifel gezogen, was allerdings auch dazu führte, dass die nazistischen Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erneut die Thesen des Theologen und Geschichtswissenschaftlers an die Öffentlichkeit brachten.


24. Dezember: Der Heilige Abend (Julaftonen) in Schweden
24. Dezember 1643: Israel Kolmodin und der bekannteste Psalm Schwedens
24. Dezember 1731: Gustaf Fredrik Gyllenborg, der Satiriker des 18. Jahrhunderts
24. Dezember 1861: Der schwedische Architekt Rudolf Arborelius
24. Dezember 1930: Die Schriftstellerin und Künstlerin Henny Utsi Åhlin
24. Dezember 1967: Die schwedische Sängerin Pernilla Wahlgren
24. Dezember 1973: Martin Kellerman und der Hund Rocky
24. Dezember 2009: Bernt Erikson, der unverstandene Dichter Schwedens


Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 24. November 2016

Eksjö im Småland erhält die Stadtrechte

Eksjö gehört zu den am besten erhaltenen Holzstädten Schweden mit 38 historischen Holzgebäuden, die teilweise bis zum 16. Jahrhundert zurückreichen. Nur wenige Kilometer davon entfernt, in Ingatorp, liegt sogar das vermutlich weltweit älteste Holzhaus, das schon vor 800 Jahren gebaut wurde. Während die Geschichte der Holzstadt Eksjö ab dem 16. Jahrhundert sehr leicht zu verfolgen ist, so ist die Gründung der Stadt nahezu im Dunkeln verborgen, auch wenn die Stadt ihre 600-jährigen Stadtrechte im Jahr 2003 feierte. Bis heute ist es jedoch unmöglich zu beweisen wann Eksjö wirklich zur Stadt erhoben wurde.

Wann die Umgebung von Eksjö besiedelt wurde, ist ebenso unklar wie das Datum der Stadtprivilegien. Schriftlich erwähnt wird der Ort im Småland erstmals im 14. Jahrhundert, als Eksjö als Thingplatz genannt wird. Das nächste bedeutende Dokument wurde dann im Jahre 1406 unterschrieben, in einem Kaufvertrag bei dem zwei der Zeugen nicht ihre eigenen Siegel verwendeten, sondern ein Siegel, das offiziell nur Städte haben durften, weswegen einige Geschichtswissenschaftler den Rückschluss zogen dass entweder Königin Margareta oder König Erik (Erich von Pommern) Eksjö zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Stadtprivilegien verliehen haben, aber in der Tat können die Stadtrechte Eksjös auch weitaus älter sein.

Selbst wenn diese Hypothesen glaubhaft sind, so kann das tatsächliche Stadtsiegel erstmals am 24. November 1439 auf einem Dokument anlässlich einer Gerichtsversammlung nachgewiesen werden. Als der Stadtrat Eksjös ein Jahr später um die Stadtrechte ansuchte, da hierüber keine Papiere gefunden wurden, teilte ihnen der Reichsvorsteher Karl Knutsson, auch als König Karl Knutsson bekannt, mit dass dies nicht möglich sei, da Eksjö bereits als Stadt anerkannt wurde, gemäß Knutsson ausgestellt von König Erik. Noch zweimal wandte sich Eksjö dann an Könige, aber sowohl 1452 als auch 1526 kam die gleiche Antwort, was bedeutet dass Eksjö spätestens 1404 tatsächlich die Stadtprivilegien erhalten haben muss, aber vielleicht auch schon sehr viele Jahre früher.


24. November 1655: Die Krönung des Königs Karl XI. In der Domkirche in Uppsala
24. November 1715: Hedvig Eleonora an der Spitze des schwedischen Reiches
24. November 1741: Ulrika Eleonora wird nach dem Tod von Karl XII. Königin
24. November 1825: Der Palast Makalös in Stockholm brennt ab
24. November 1934: Der Schauspieler und Sänger Sven-Bertil Taube 
24. November 1939: Marit Paulsen, von der Arbeiterliteratur zur Politik
24. November 1944: Die Fähre S/S Hansa wird in der Ostsee versenkt
24. November 1985: Das Lustige Haus in Gröna Lund brennt ab

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Donnerstag, 26. Februar 2015

Christoph von Bayern wird König in Schweden

Christoph von Bayern (Kristofer av Bayern), auch als Christoph III. bekannt, kam am 26. Februar 1416 in Neumarkt in der Oberpfalz als Sohn des Pfalzgrafen Johan zur Welt. Da seine Mutter die Schwester Erich von Pommerns war, wurde ihm bereits 1438 die Krone in Dänemark angeboten. Dies bedeutete, dass Christoph von Bayern bei seiner Ankunft in Dänemark im Jahre 1439 erst zum Reichsvorstand erklärt wurde, 1440 zum König ernannt wurde und drei Jahre später die Krönung stattfand.

Unmittelbar nachdem Christoph von Bayern die dänische Krone angeboten worden war, begann er auch mit Schweden zu verhandeln um auch dort die Regierung übernehmen zu können. Dies zeigte sich etwas schwieriger, denn der Reichsrat zeigte sich sehr unentschlossen und erst als Kristofer av Bayern direkt mit Karl Knutsson Bonde verhandelte, wurde er beim Reichstag in Arboga im Jahre 1440 auch zum König Schwedens gewählt. Allerdings musste er dafür Karl Knutsson umfangreiche Güter anbieten und akzeptieren, dass der Reichsrat eine ausgedehnte Entscheidungsmacht in Schweden bekam, Christoph III. also relativ wenig Macht in Schweden erhielt.

Obwohl Christoph von Bayern in Schweden die Macht großteils dem Reichsrat überlassen musste und sich verpflichtet hatte die Traditionen des Landes zu erhalten, Schweden als Wahlkönigtum zu erhalten, Gesetzesvorschläge der Reichsrats zu unterzeichnen und nur gebürtige Schweden in den Reichsrat aufzunehmen, was sich auf auf andere wichtige politische Funktionen übertrug, so ging er als einer der wichtigsten „Gesetzesgründer“ in die schwedische Geschichte ein, denn unter ihm wurde die vorhergehende Gesetzessammlung, das Magnus Erikssons landslag, erneuert. Diese neuere Version erhielt 1442 den Namen Kristofers landslag.


26. Februar 1533: König Erik XIV, der Nachfolger von Gustav Vasa 
26. Februar 1658: Der Frieden von Roskilde und das heutige Schweden 
26. Februar 1729: Anders Chydenius, ein Kämpfer für die Freiheit
26. Februar 1739: Göran Josuæ Adelcrantz und der Fall eines Hofarchitekt 
26. Februar 1814: Johan Tobias Sergel, Ritter des Vasaorden 
26. Februar 1889: Wilhelm Erik Svedelius, der erste Staatswissenschaftler Schwedens

Copyright: Herbert Kårlin

Mit Stena Line nach Schweden

Sonntag, 14. Dezember 2014

Sten Sture der Ältere, einer der Helden Schwedens

Als Sten Sture der Ältere am 14. Dezember 1503 starb, ging er gewissermaßen als Legende in die schwedische Geschichte ein, da er nicht nur mit seinem Sieg bei der Schlacht am Brunkeberg längere Zeit den Frieden nach Schweden gebracht hatte, sondern auch weil er als mehrmaliger Reichsvorstand immer das Wohl des schwedischen Reiches im Kopf hatte, auch wenn dies bedeutete die Macht des Königs einzuschränken und dem Adel nur eine gewisse Mitspracherechte zu gewähren. Hinzu kommt natürlich, dass es dem obersten Befehlshaber des Landes gelang während seiner Regierungszeit nahezu alle politischen Probleme zu umgehen.

Sten Sture der Älter war vermutlich gegen 1440 geboren worden. Da sein Vater, der Reichsrat war, sehr früh starb, wurde der spätere Reichsvorstand, Ritter und Oberfehlshaber Stockholms von seinem Stiefvater Gustav Karlsson auf dem Schloss in Kalmar erzogen. Da die Mutter eine Halbschwester des Königs Karl Knutsson war, wurde Sten Sture der Ältere sehr früh mit politischen Aufgaben betraut. Sein wirklicher Aufstieg begann jedoch erst 1464, als er neben dem Bischof Kettil Karlsson bei der Schlacht bei Haraker den verhassten König Kristian I. besiegen und vom Thron verstoßen konnte. Erst nach diesem Sieg konnte Karl Knutsson wieder über Schweden regieren.

Als Karl Knutsson dann am 15. Mai 1470 starb, übernahm Sten Sture der Ältere erneut die Macht über das Land, eine Stellung, die vom Reichsrat bereits zu Mittsommer des Jahres bestätigt wurde. Ein Jahr später wurde Sten Sture dann beim Treffen in Arboga auch von den Repräsentanten der Bürger und der Bauern als Reichsvorstand anerkannt. Mit einer Unterbrechung von vier Jahren, als König Hans (Johan II.) offiziell König Schwedens war, sollte Sten Sture der Ältere dann über 29 Jahre lang über die Geschichte Schwedens entscheiden und rund 25 Jahre lang den Frieden erhalten.


14. Dezember 1774: Anders Berch, der erste Nationalökonom Schwedens
14. Dezember 1915: Der schwedische Arzt Åke Senning
14. Dezember 1917: C. H. Hermansson und der politische Kampf in der Literatur
14. Dezember 1917: Der Dala-Demokraten erscheint zum ersten Mal
14. Dezember 1988: Christer Pettersson und der Mord an Olof Palme

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Mai 2014

Magnus Bengtsson wird durch einen Mord bekannt

Magnus Bengtsson, oft auch Måns Bengtsson genannt, lebte vermutlich zwischen 1427 und 1477 und wäre vermutlich nie in die Geschichte Schwedens eingegangen, wenn er nicht am 4. Mai 1436 den schwedischen Nationalhelden Engelbrekt Engelbrektsson ermordet hätte. Denn auch wenn Bengtsson später zum Ritter geschlagen wurde und wie sein Vater Bengt Stensson Reichsrat und Rechtsgelehrter in Örebro wurde, so trat er kaum mit bedeutenden Vorschlägen oder Ereignissen in den Vordergrund.

Da Magnus Bengtsson gerade einmal neun Jahre alt war, als er Engelbrekt Engelbrektsson auf dem Gut seines Vaters mit einer Axt erschlug, ist kaum anzunehmen, dass diese Idee von ihm selbst kam, sondern er entweder von seinem Vater dazu angestiftet wurde oder aber Bengtsson darin die Möglichkeit sah bei seinem Vater als Mann anerkannt zu werden. Stensson lag mit Engelbrektsson seit einiger Zeit in Fehde, da dieser wenige Monate zuvor sein Schloss angegriffen und angezündet hatte, nachdem Stensson allerdings vorher, ohne Zustimmung des Reichsrates, ein Schiff der Hanse gekapert hatte.

Magnus Bengtsson wurde wegen des Mordes an Engelbrektsson nie angeklagt oder bestraft, aber da er mit dieser Tat den Toten zu einem Helden und Märtyrer gemacht hatte, musste er mit seinem Vater fliehen und er musste vermutlich bis 1443 ein unstetes Leben führen, da er in dieser Zeit in kaum einem Dokument des Landes genannt wird, wenn man davon absieht, dass er zwischen 1436 und 1443 mehrmals als Freibeuter vor der Ostküste Schwedens gesehen wurde. Ab 1450 tritt Magnus Bengtsson dann als Lagman (Rechtsgelehrten) in Närke auf und 1457 spielt er beim Aufruhr gegen König Karl Knutsson eine Nebenrolle.


4. Mai 1436: Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet
4. Mai 1782: Georg Ingelgren und die literarischen Gesellschaften Uppsalas
4. Mai 1928: Der schwedische Jazzmusiker Lars Gullin
4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 29. April 2014

Krister Nilsson und die Kalmarer Union

Als Krister Nilsson am 29. April 1442 auf Schloss Viborg, im heutigen Finnland, starb, hatte er einer Königin sowie zwei Königen treue Dienste geleistet und konnte einmal die Wiederwahl eines weiteren Königs verhindern, was ihm nahezu den Kopf gekostet hätte. Aber Nilsson wollte unter allen Umständen die Kalmarer Union aufrecht halten, da er der Überzeugung war, dass dies Schweden Macht, Einfluss, Wohlstand und Reichtum brachte.

Über den Werdegang von Krister Nilsson (auch Kristiern Nilsson) ist wenig bekannt, denn er taucht erstmals im Jahre 1396, im Alter von etwa 30 Jahren, in der Geschichte auf, als er zum Ritter geschlagen wurde. Sicher ist auch, dass er hoch in der Gunst von Königin Margareta und anschließend von Erich von Pommern stand, unter denen er autonom die Region Viborg führte. Als Reichsrat und militärischer Berater unterstützte Nilsson die Ideen des Unionskönigs Erich von Pommern und arbeitete gegen die Vormachtsstellung der Hanse im nördlichen Raum.

Als Karl Knutsson Bonde jedoch König Schwedens wurde, verlor Krister Nilson mehr und mehr an seinem Einfluss, da der neue König der Linie von Engelbrekt Engelbrektsson folgte, Nilsson jedoch zur Kalmarer Union stand und auch den Bauern die Mitsprache versagte. Das Ergebnis war, dass ihm Karl Knutsson sämtliche Güter beschlagnahmte und ihn zum Tode verurteilte. Da sich jedoch der König immer mehr Feinde im Reich geschaffen hatte, Feinde, die Krister Nilsson stützten, gelang es diesem die Wiederwahl des Königs letztendlich zu verhindern und Christoffer von Bayern (Christoph III.), ein Unterstützer der Kalmarer Union wurde 1441 zum neuen König gewählt. Auf Grund seiner Leistungen erhielt Nilsson dann all seine Güter und seine Ränge zurück.


29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner, Frauenliteratur im 17. Jahrhundert 
29. April 1659: Sophia Elisabet Brenner und die schwedische Frauenbewegung
29. April 1742: Der Bergwerksarzt Johan Moraeus 
29. April 1812: Emilie Högqvist, ein kurzes Leben im Glanz
29. April 1913: Der schwedischer Reißverschluss erobert die Welt

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 24. Februar 2014

Karl Knutsson wird dreimal König Schwedens

Karl Knutsson, fälschlicherweise auch oft als Karl VIII. bezeichnet, hatte in seiner Jugend zahlreiche Reisen in andere Länder unternommen um dort sowohl die Sprachen als auch die Kriegskunst dieser Länder zu studieren. Zur Politik kam er denn jedoch in jener Zeit, als Engelbrekt Engelbrektsson das Volk anführte und nahezu die Macht über Schweden übernommen hatte, wobei jedoch Karl Knutsson bereits verstanden hatte, dass man die Macht weniger mit Waffengewalt, sondern über Diplomatie, Verbindungen und Intrigen gewinnen kann.

Was sich jedoch als idealer Weg zur Macht zeigte und dazu führte, dass Karl Knutsson, der vermutlich am 1. Oktober 1408 geboren wurde, sowohl 1448, 1464 und 1467 zum König Schwedens gewählt wurde, hatte auch den gegenteiligen Effekt, denn dieser Weg zur Macht führte auch zu vielen Feinden, die Knutsson die Krone auf die gleiche Weise nehmen wollen. Karl Knutsson musste daher seine Macht jeweils nach relativ kurzer Regierungszeit wieder abgeben und die Krone Norwegens konnte er sogar nur ein Jahr lang behalten.

Das erste Mal stolperte Karl Knutsson über den Erzbischof Jöns Bengtsson, da der König die Macht der Kirche unterschätzt hatte. Nach Meinung des Erzbischofs machte sich der König zu sehr unabhängig von der Kirche und zum anderen hatte er zahlreiche Güter der Kirche beschlagnahmt, was der Erzbischof sehr deutlich bei der Bevölkerung ze verbreiteten verstand. Als dann Knutsson auch noch den Krieg gegen Dänemark zu verlieren riskierte und das Volk verarmte, kam es daher zum Aufstand, den Jöns Bengtsson anführte, der bereits einen neuen und kirchenfreundlichen König im Auge hatte. Am 24. Februar 1457 setzte der Erzbischof dann Karl Knutsson ab und der ehemalige König musste nach Danzig fliehen, einem Exil, das er erst 1464 wieder verließ um erneut zum König Schwedens gewählt zu werden.


24. Februar 1389: Die Bedeutung der Schlacht bei Åsle
24. Februar 1708: Israel Holmström und die Gesellschaftspoesie des Barock 
24. Februar 1925: Hjalmar Branting wird zum dritten Mal Ministerpräsident 
24. Februar 1933: Der schwedische Reichsverband für sexuelle Aufklärung 
24. Februar 1972: Sven Markelius und die schwedische Funkis-Bewegung

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Samstag, 7. September 2013

Katarina Karlsdotter wird die Königin Schwedens

Als Katarina Karlsdotter am 7. September 1450 auf dem Stockholmer Schloss starb, war sie gleichzeitig die Königin von Schweden und von Norwegen, da ihr Ehemann, Karl Knutsson (Bonde), zu dieser Zeit über beide Reiche regierte. Katarina von Schweden war die zweite Ehefrau des Königs und war insgesamt lediglich knapp zwölf Jahre lang mit ihm verheiratet bevor sie starb. Da Karl Knutsson erst 1448 zum König ernannt wurde, war Katarina Karlsdotter sogar nur zwei Jahre lang die erste Dame Schwedens.

Innerhalb der schwedischen Geschichte wird Katarina Karlsdotter nur sehr selten genannt, auch wenn sie gewissermaßen die bedeutendste Ehefrau von Karl Knutsson war, der mit seinen Ehen wenig Glück hatte, denn seine erste Frau, Birgitta Turesdotter, starb bereits nach sieben Jahren Ehe und seine dritte Ehe ging er mit seiner bürgerlichen Geliebten, Kristina Abrahamsdotter, erst auf dem Sterbebett ein. Katarina wiederum brachte zwar neun Kinder zur Welt, aber da nur eine Tochter den König überlebte und nur eine der Töchter eine Ehe mit einer gehobenen Person einging, gilt die Linie der Königin als wenig bedeutend.

Die Ehe zwischen dem König und Katarina Karlsdotter, die der Linie Gumsehuvud entstammte, gilt als harmonisch und ausgeglichen, zumal Katarina ihren Mann auch bei einigen seiner Reisen begleitete und selbst bei der Belagerung von Stegeborg an seiner Seite war. Da die gemeinsame Tochter Birgitta bereits mit acht Jahren in das Kloster Vadstena eintrat, wurde Katarina auch eine der bedeutendsten Gönnerinnen des Klosters. Auch ihre letzte Reise sollte sie nach Vadstena bringen, denn 1450 starb sie im dortigen Kloster an der Pest. Ihren Grabstein kann man noch heute an der dortigen Klosterkirche besuchen.


7. September 1520: Die Eroberung Stockholms durch Kristian II. 
7. September 1620: Söderhamn wird zur Stadt erhoben

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 11. August 2013

Bischof Kettil Karlsson ändert den Lauf der Geschichte

Kettil Karlsson wurde am 11. August 1465 geboren und war bereits als Kind und Jugendlicher auf das geistliche Amt vorbereitet worden. Nach Abschluss seines Studiums in Rostock wurde er von seinem Cousin, dem Erzbischof Jöns Bengtsson unter die Fittiche genommen, der Karlsson wiederum mit König Kristian I. bekannt machte. Karlsson gewann sehr schnell die Gunst des Königs und wurde von diesem als Nachfolger des bereits älteren Bischofs in Linköping ausgewählt. Der Bischof starb bereits bald danach und Kettil Karlsson wurde als Nachfolger gewählt, konnte wegen seinem jungen Alter jedoch erst 1459, mit Hilfe einer Sondergenehmigung, auch vom Papst als Bischof anerkannt werden.

Obwohl Kettil Karlsson seine Karriere nahezu ausschließlich dem König Kristian I. zu verdanken hatte, entwickelte er sich sehr schnell zu dessen Feind als der König Jöns Bengtsson gefangen nehmen ließ. Karlsson verbündete sich mit dem Geschlecht Bengtssons und belagerte anschließend mit einem Bauernheer das königliche Schloss in Östergötland. Es gelang ihm zudem die Bauern des Uppland und aus Dalarna gegen Kristian I. aufzubringen und mit dessen Hilfe Stockholm zu belagern.

Wenig später war es Kettil Karlsson gelungen eine ähnliche Macht zu erringen wie vor ihm Engelbrekt Engelbrektsson und hatte ein massives Bauernheer an seiner Seite, das jedoch den Seeweg nach Stockholm nicht schließen konnte. Karlsson wandte sich daher  an Karl Knutsson, der ihm mit seiner Flotte zu Hilfe eilte und Stockholm damit isolierte. Nach dem Sieg gelang es dann Kettil Karlsson auch seinen Verbündeten zu bekriegen und er ließ sich selbst zum Reichsvorstand ernennen. Nur sechs Monate später endete jedoch der Aufstieg Kettil Karlsson abrupt, denn er starb in Stockholm an der dort herrschenden Pest.


11. August 1908: Torgny T. Segerstedt verändert die schwedische Gesellschaft 
11. August 2000: Ein Rettungshubschrauber explodiert am Kebnekaise

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 4. Mai 2012

Engelbrekt Engelbrektsson wird ermordet

Am 4. Mai 1436 wurde einer der größten Volkshelden Schwedens überfallen und ermordet, Engelbrekt Engelbrektsson, eine Person, deren Vorfahren von Deutschland nach Schweden eingewandert waren und der es über den Bergmann zum steuerbefreiten Bürger und, unter Erik av Pommern (auch Erich von Pommern), schließlich bis zum Oberbefehlshaber der Armee schaffte und im Schloss von Örebro residierte, dann aber auf dem Höhepunkt seiner Karriere ermordet wurde.

Carl Gustav Qvarnströms Engebrekt Engelbrektsson in Örebro

Allerdings wäre Engelbrekt Engelbrektsson nicht wegen seinen Leistungen für den schwedischen Königshof bekannt geworden, denn seine geschichtliche Bedeutung lag vielmehr darin, dass er für die Rechte und die Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter kämpfte und sich damit auch gegen den König stellte. Während des sogenannten Freiheitskrieges eroberte er, mit Unterstützung der Dalkarlarna, innerhalb von drei Monaten ganz Schweden und erreichte es den König Erich von Pommern absetzen zu lassen, so dass Karl Knutsson an die Macht kommen konnte, der seinen Ideen gegenüber offener war als sein Vorgänger.

Da Engelbrekt Engelbrektsson, nachdem Erich von Pommern abgesetzt war, als der wichtigste Mann Schwedens betrachtet werden konnte und zudem ein hervorragender Kriegsmann war, hatte er allerdings auch zahlreiche Feinde, die ihn gerne tot sehen wollten. Die Ironie des Schicksals war jedoch, dass er letztendlich wegen einer Privatangelegenheit ermordet wurde. Als Engelbrekt in der Kirche in Örebro begraben wurde, entwickelte sich ein wahrer Heiligenkult um ihn und über Jahrzehnte kamen ständig Pilgerzüge zur Kirche, bis die Reformation unter Gustav Vasa diesem Kult ein Ende bereitete.


4. Mai 1959: Inger Nilsson und der Fluch Pippi Langstrumpf zu sein
4. Mai 1991: Carola gewinnt beim Eurovision Song Contest in Rom

Copyright: Herbert Kårlin